Samstag, 31. Januar 2026

31.01.2026 - Hej Herning! Hej Handball EM 2026 - noch etwas Ruhe vor dem finalen Sturm

Auch am Morgen nach dem erfolgreichen Einzug ins EM-Finale hatten wir noch reichlich gute Laune - oben, unten, vorne, hinten, links, rechts... überall war gute Laune. Auch, wenn die Reisegruppe Fischerhemd gesundheitlich etwas gebeutelt und angeschlagen war, denn wir hatten uns einige Erkältungsviren eingefangen und nahezu das ganze Haus hustete und schniefte vor sich hin. Nicht verwundelich, wenn man sich überlegte, dass a) wir jeden zweiten Tag mit 15.000 Leuten in der Halle verbrachten und b) in unserem Haus heizungstechnisch doch nicht unbedingt optimale Bedingungen herrschten. Doch nicht einmal das minderte unsere gute Laune. Wir wussten: Morgen spielen unsere Jungs im Fiiiiiiinale (oho!) - und wir würden live in der Jyske Bank Boxen in Herning dabei sein. *whoop whoop* 

Doch einen Tag zum Ausruhen, Erholen und wieder etwas fit werden hatten wir ja noch. Erstmal gab es ein entspanntes Frühstück in großer Runde, ehe Jens und ich uns auf den Weg nach Hvide Sande machten. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Flohmarkt-Halle vorbei und natürlich mussten wir dort kurz anhalten - es könnte ja tolle Dinge zu entdecken geben, die wir sonst verpassten. Und *boah* gab es da viel Krims Krams, Tinneff, Gelöt und sonstigen Tüddelkram - reichlich Dinge, die die Welt nicht braucht und vielleicht auch das ein oder andere Ding, das die Welt eben vielleicht doch ein kleines bisschen braucht. 

 

Und natürlich wurden wir fündig: Neben einem rostigen Pflanzen-Stecker in Hummerform (so etwas darf doch in keinem Blumenkasten fehlen!?") entdeckten wir ganz ganz tolle Autoschilder, die wie für uns gemacht waren und ganz laut brüllten "Eeeeeey! Ihr müsste uns mitnehmen! Ihr habt keine andere Möglichkeit!" Wir zählten kurz durch und fanden 5 Stück - für jedes Auto, das mit in Dänemark war, eines. Das war doch ein eindeutiges Zeichen. 😅

  
An der Kasse dann die Überraschung: Kartenzahlung war hier nicht möglich. Zum Glück fand sich direkt unter diesem Schild auch der Hinweis, dass Zahlungen in Euro akzeptiert wurden. Also konten wir zahlen, einpacken und weiter nach Hvide Sande fahren. Auch dort war ein Teil der Geschäfte aufgrund der Nebensaison komplett geschlossen, nicht einmal Softeis gab es. 😞 Parken in Zentrumsnähe war hingegen überhaupt kein Problem. Und auch ein, zwei Läden waren noch geöffnet und natürlich trieben und Neugier und Kälte (draussen war es wirklich grau, kalt, windig und allgemein ungemütlich) in die Geschäfte. Nachdem wir mit den wenigen geöffneten Läden durch warten, traten wir noch den Weg in ein Café an und stärkten uns mit Kaffee und Kuchen von dem anstrengenden Shoppingbummel. 
 
 
Gestärkt (und auch aufgewärmt) gingen wir noch kurz in den Supermarkt. (Frage an alle Dänemark-Urlaubs-Profis: Wieso gibt es in dänischen Supermärkten eigentlich keinen stinknormalen Pfefferminztee in Beuteln???) und dann wieder zurück in Richtung Ferienhaus. 
 
Apropos Ferienhaus: Wie bereits mehrfach angedeutet war hier nicht alles, wie gewünscht. Dass es sich um ein altes Haus handelte, war uns schon bei der Buchung bewusst - aber Qualität und Sauberkeit liessen doch extrem zu wünschen übrig. Egal, wo man hinschaute, irgendeinen Mangel oder Ekelfaktor fand man immer - und es ware nicht immer die gleichen sondern regelmäßig neue. Als Franzi irgendwann entdeckte, dass eines der Sofas im Wohnzimmer eine Liegefunktion hatten, waren wir uns gar nicht so sicher, ob es sich nicht vielleicht um einen "Special Defect" handelte. Entsprechend reklamierte "Hausherrin" (wir sollten sie nicht als Herbergsmutter betiteln) Meike quasi täglich bei der Vermietfirma und forderte einen Ortstermin mit einem Mitarbeiter, der sich die Zustände im Haus einmal live anschauen soll. Doch ausser Mails mit Entschuldigungen und Vertröstungen kam da nix. Ich habe das Gefühl, dass da auch nach unserer Rückkehr noch etwas Korrespondenz folgen wird...😕 
Wir trugen diese Mängel aber mit reichlich Galgenhumor und noch mehr Fassung - denn wir hatten ja gute Laune (überall!) 
 
So ganz lief nach Plan lief die Rückfahrt nach Stauning aber nicht, denn plötzlich tauchte eine dem Navi unbekannte Baustelle auf und eine Umleitung war auch nicht ausgeschildert. Wir irrten also ein wenig im Kreis herum und hofften, einen Ausweg zu finden. Doch wir landeten in einer Sackgasse, ehe wir dann dann schließlich doch irgendeinen Weg fanden, der das Navi wieder auf die richtige Spur führte. Aber hübsch war es auf dem Irrweg auch noch, denn wir kamen direkt am Wasser vorbei. Schaut mal: 
Wäre es da nicht so arxxxkalt und fies windig gewesen, hätte ich sicher noch ein weitere Fotos gemacht. 
 
Zurück im Haus gab es erstmal Kaffee & Kuchen - hatten wir ja auch lange nicht. Aber die Dänen könnne das mit dem Kuchen eben auch so richtig gut. Und wenn Kähte dann noch einkaufen geht, dann kann man gar nicht nein sagen... Nächste Woche gibt es dann halt wieder Diätkost & Bewegung...
 
Abends gab es Reste, denn irgendwie waren wir bei der Mengenplanung des Donnerstags-Essens etwas zu euphorisch gewesen und hatten den Appetit der Reisegruppe überschätzt. Entsprechend war noch reichlich über. Es schmeckte aber immer noch - und da wir den Topf mit dem Curry in einem ungeheizten Nebenraum zwischengelagert hatten, war das Essen auch noch frisch. Viel hätte auch gar nicht gefehlt und wir hätten es auftauen müssen. 

Als Abendprogramm wurde im Wohnzimmer auch heute wieder gemeinsam Fußball geschaut. Nach der lahmen Nullnummer beim Hamburger Stadt-Derby in der vergangenen Woche, stand das Nord-Süd-Duell an, der HSV spielte gegen Bayern und auch heute lieferte Sky zuverlässig Bilder aus Hamburg nach Dänemark. 
Wir tippten zu Spielbeginn und ich durfte 7 Tipps notieren. Bereits nach dem ersten Treffer des HSV mussten wir schon die ersten beiden Tipps streichen, als der HSV dann den 2-2-Ausgleich erzielte, war nur noch der Tipp von Dirk richtig - und diese Prophezeiung hatte auch nach Spielende noch bestand, denn der HSV spielte doch tatsächlich unentschieden und sicherte sich als Underdog einen Punkt gegen den Rekordmeister. Und Tippklnig und Fußballexperte Dirk hatte das Ergebnis exakt vorhergesagt. Respekt! Abgesehen davon war das Spiel tatsächlich ganz ansehnlich - auch, wenn der Ball ständig mit dem Fuuuuuuhuuuuuuß berührt wurde und für unseren Geschmack viel zu wenig Tore erzielt wurden. 😉
 
Nach dem Spiel ging es dann für die meisten in die Falle, denn morgen war schließlich Fiiiiiiinale... (oho!) - und da wollten wir so fit und ausgeschlafen wie möglich sein. 
 
Wie der nächste Tag laufen wird? Keine Ahnung, ich bin gespannt und voller Vorfreude. Ich werde berichten.  
 
 
 



30.01.2026 - Hej Herning! Hej Handball EM 2026 - Deutschland im Halbfinale! Klingt komisch? Ist aber so!

 Wieder und wieder hatte die Reisegruppe Fischerhemd sich gegenseitig auf die Schulter geklopft, seit klar war, dass Deutschland ins Halbfinale eingezogen war. Alles richtig gemacht, als wir in der Diskussion um Reisedatum und Kartenkauf entschieden haben, dass wir Tickets nicht nur für die Haupt- sondern auch gleich für die Finalrunde buchen. Natööööörlich haben wir immer daran geglaubt, dass die deutsche Mannschaft das Halbfinale ereicht, selbstverständlich. Und natööööörlich hat nach der Vorrunden-Niederlage gegen Serbien niemand daran gezweifelt, dass das DHB-Team die Hauptrunde erreichen würde - ich schwör! 

Heute war also Halbfinaltag und Deutschland traf auf das Team aus Kroatien, das in der Parallelgruppe den Gruppensieg geholt hatte. In der EM-Vorbereitung hatten beide Mannschaften kürzlich2 x gegeneinander gespielt und beide Male gewann Deutschland. Wir hofften natürlich ganz fest darauf, dass aller guten Dinge drei wären. 

 An der Halle angekommen, wurde schon per Aushang an den Eingängen darauf hingewiesen, dass es keine Tickets mehr gibt. Schwarz auf blau stand es dort: 

>SOLD OUT< 
 Naja, macht ja nix, WIR hatten ja Tickets. 😎 
 
Die Einlasskontrollen wurden gefühlt überigens von Spieltag zu Spieltag spaßiger, denn an jedes Mal musste man erneut unter Beweis stellen, dass die Tasche das erlaubte Mini-Maß nicht überschritt. Am heutigen Tag wollte der Ordner am Eingang meine Tasche dann tatsächlich abweisen. Grund: der Gurt paste nicht ganz mit in den Holzkasten, mit dem das Maß kontrolliert wurde. Glücklicherweise liess er sich dann doch noch erweichen - vielleicht auch, weil ich a) den Gurt auf die Tasche stopfte und ihm b) glaubhaft versicherte, dass ich mit genau dieser Tasche bereits an 4 Spieltagen die Eingangskontrolle hier passiert hatte. Der Inhalt der Tasche wurde übrigens wieder nicht kontrolliert. Flachmänner oder kleine Handfeuerwaffen wären problemlos mit in die Halle gekommen, genau wie die riesigen Holzratschen. Und die Turnbeutel, die einige Besucher unter den Winterjacken trugenm wurden auch nicht kontrolliert. Aber Hauptsache der Gurt schloss ab, wenn das Täschchen in das Kästchen gequetscht wurde. 

In der Halle begann in diesen Minuten das Spiel um den 5. Platz und Portugal traf auf Schweden.
Aber - und der aufmerksame Leser kennt das Szenario bereits - wir hatten ja noch  einzuhaltende Rituale in der Fanzone, die es abzuarbeiten galt: Fotobox, Obst werfen, Deutschland-Gesichtsbemalung abholen...
In der 'dänischen Umkleide' konnte man heute übrigens mit Infrarot-Gewehren schießen - oder es (wie in meinem Fall) wenigstens versuchen. 
Nicht mal mit Abstützen hab ich was getroffen...🫣 Ich möchte mich daher nicht im Detail zu meiner Trefferquoten äußern. Aber müsste ich mein Essen selbst erlegen, würde ich den Tieren wahrscheinlich das Gewehr an den Kopf schmeißen, um nicht zu verhungern.  
 
 
Der Merchandise-Shop in der Halle hatte übrigens schnell sein Sortiment angepasst und die Klamotten der französischen Mannschaft gegen kroatische Outfits getauscht. Ich bin mir nicht sicher, aber mit Blick auf die in der Halle anwesenden Kroaten glaube ich, dass hier trotzdem nicht viel Umsatz generiert wurde - denn das rot-weiße Karomuster war schon allgegenwärtig. 
 
Auf dem Weg in die Halle lief uns Mini Klein wieder über die Füße und auf sein Bauchgefühl angesprochen, rollte er mit den Augen und sagte, dass das heute nicht so gut wäre. Man merkte, dass ihn das ärgerte, denn er selbst sagte, dass er sonst immer ein gutes Bauchgefühl hatte. Deshalb gab es heute mit Mini und seinem Bauchgefühl auch kein Foto. 
 
Wir bezogen unsere Plätze in Block L14 heute rechtzeitig und das war eine gute Idee, denn wie schon erwähnt waren reichlich Kroaten da und die hatten sich direkt im angrenzenden Block niedergelassen. 
 
Ob die eingenommenen Plätze auch auf ihren Tickets ausgewiesenen wurden, wissen wir nicht, aber der Block war definitiv überfüllt. Irgendwie weckte das ein bisschen Erinnerungen an die EM Wien 2020. Dieses Jahr versuchten allerdings keine Kroaten, unsere Plätze einzunehmen oder unsere Tickets zu kontrollieren - immerhin. Die Fans standen überall, auch auf Treppenabgängen und vor den Stehplatzreihen, es wurden jedoch keine Ordner gesichtet und es blieb auch alles friedlich. 
In den Reihen vor uns fanden sich einige "neue" Gesicher von deutschen Fans, die erst zur Finalrunde angereist waren. Direkt von uns saß z.B. eine 3 köpfige Familie und während Vater & Sohn schon mit DHB-Trikots ausgestattet waren, hatte die Mutter sich beim Griff in den Kleiderschrank für ein Werder Bremen-Trikot entschieden. 😳 Sie hätte es ja nicht so mit Handball... Ihr irritierter Blick, als sie unsere Fischerhemden mit dem "Aus Hamburg für Deutschland"-Aufdruck sah, war Gold wert. Wir versicherten ihr jedoch glaubhaft, dass wir friedlich sind und nur gemeinsam Deutschland unterstützen wollten. Damit schien sie auch erstmal einverstanden zu sein. Es gab noch ein wenig Small Talk und dann begann das Spiel auch schon. 
Gegen die lautstarken Kroaten hatten wir zwar akustisch kaum eine Chance, versuchten aber dennoch nach Kräften, unser Team nach vor zu peitschen. Zur Halbzeit lagen unsere Jungs mit 17-15 vor, aber das Spiel war trotzdem nervenaufreibend ausgeglichen. 
 
Doch mit Beginn der zweiten Halbzeit gab es nach dem Anschlusstreffer der Kroaten plötzlich einen deutschen 5-0-Lauf, der das Ergebnis auf 22-16 hochschraubte. Beim 24-17 / 25-18 und beim 26-19 lagen wir zwischenzeitich sogar mit +7 vorn. Die Stimmung bei uns wurde immer besser, die Kroaten holten weiterhin das letzte aus ihren Stimmbändern raus und brüllten und sangen, was das Zeug hielt. Dies schien etwas zu wirken, denn der deutsche Vorsprung wurde zwar wieder kleiner, aber letztlich endete das Spiel mit einem deutschen 31-28-Erfolg, der uns ins Finale brachte. WOW - wer hätte das gedacht???? Zwischen Vorrundenaus und Finaleinzug lagen nur einige abgeknabberte Fingernägel und viele Haarraufereien. 
  
 Funfact: In den Spielunterbrechungen gab es wieder mehr oder weniger lustige Spielchen auf dem Video-Würfel. In dieser Partie war unter anderem auch das Look-a-Like-Spiel am Start, bei dem im Publikum Doppelgänger von Prominenten gesucht werden. Nachdem am ersten Spieltag der Hauptrunde mit Walldorf & Stettler alias Svenson & Kähte bereits sehr gute, überzeugende Doubles gefunden wurden, setzte der Regisseur dem Spiel heute die Krone auf. Zunächst wurde ein Foto vom dänischen Schauspieler Mads Mikkelsen eingeblendet - um dann den dann anwesenden Mikkelsen auch als Doppelgänger zu zeigen. Großer Applaus - auch, weil er seine "Danmark"-Pudelmütze präsentierte und sich dafür feiern liess. 
Es ist doch damit eigentlich nicht geschwindelt, wenn ich zukünftig erzähle, dass ich mal gemeinsam mit Mads Mikkelsen in Dänemark beim Handall war, oder??? 😎 
  
Mit dem Wissen, dass Deutschland im Finale der Europameisterschaft steht, konnten wir erstmal durchatmen. Im zweiten Halfinale trafen die Dänen auf das Team aus Island und die Dänen mussten sich mächtig strecken. Island war gut aufgestellt und bot den Dänen lange paroli. Zur Halbzeit führten die Gastgeber mit 14-13. Auch in der zweiten Hälfte war das Spiel sehr ausgeglichen, erst beim 21-19 konnte sich ein Team auf 2 Tore absetzen. Letztlich gewannen die Dänen am Ende mit 31-28 und erzielten damit genau das gleiche Ergebnis wie Deutschland gegen Kroatien. Doch die Dänen mussten sich deutlich mehr anstrengen als zuvor vermutet. Wir fanden das gar nicht so schlecht, denn vielleicht waren hier ein paar Energie-Punkte auf der Strecke geblieben, die unter Umständen vielleicht ja am Sonntag im Finale fehlen würden. Wir würden sehen... 

Wir wollten nach dem zweiten Halbfinale erstmal zurück nach Stauning in unsere Unterkunft, doch heute hatten wir etwas Wartezeit auf dem Parkplatz, denn gemeinsam mit uns wollten quasi noch 14.996 andere Menschen nach Hause fahren. 

Im Ferienhaus angekommen sahen wir uns das deutsche Spiel nochmal bei Dyn an, ehe wir in die Hängematten-Betten fielen - zufrieden und glücklich, denn wir wussten nun ja, dass wir unser Team im letzten Turnierspiel nochmal sehen würden und natürlich auch, dass wir bei unserer Kartenbestellerei alles richtig gemacht hatten.  

Wie die nächsten Tage laufen? Keine Ahnung, ich bin gespannt und voller Vorfreude. Ich werde berichten.  

 

Donnerstag, 29. Januar 2026

29.01.2026 - Hej Herning! Hej Handball EM 2026: Ein Tag voller Nichtstun

 Am Donnerstag lag nichts besonderes an - kein Tasting, keine anderweitig geplante Gruppenaktivität. Freizeit quasi - muss ja auch mal sein. War ja schließlich Urlaub.

Also machte ich mich gemeinsam mit Meike und Birte auf den Weg nach Søndervig um uns dort mal ein wenig umzuschauen. Und "wenig" trifft es schon ganz gut, denn der Ort bzw. das sog. Zentrum ist wirklich winzig. Zunächst wagten wir einen Blick über die Dünen, doch es war wirklich eisig, der Wind pfiff durch sämtliche Klamottenschichten und so verzichteten wir auf einen Strandspaziergang. Für paar Atemzüge und einige Fotos reichte die Zeit dennoch: 

 
 
 Im Anschluss hüpften wir schnell durch die geöffneten Läden, guckten hier, guckten dort und gingen unverrichteter Dinge wieder zurück zum Auto. Da wir eine Einkaufsliste mitbekommen hatten, mussten wir nochmal in den nahegelegenen Supermarkt. Und siehe da: direkt im Anschluss an den Supermarkt befanden sich noch 2 Läden. Wir hatten Zeit und schauten auch hier nochmal durch die Regale. Immerhin fand Meike eine Jacke und Birte einen neuen Hoodie. Nach dem Einkauf der aufgetragenen Lebensmittel ging es dann weiter in den Kerzenladen. 

Selbst Kerzen zu ziehen, ist dort derzeit nicht möglich (ich vermute, es lohnt sich derzeit wegen der wenigen Touristen einfach nicht), aber immerhin hatte der Shop geöffnet und so konnten wir Kerzen kaufen und uns über Weihnachtsdeko, Stehrümchen und sonstigen Krimskams amüsieren. Ich meine, wer will möchte denn bitte keinen Weihnachtsdeko-Hotdog, ein Schildkröten-Kaffeeservice oder ein Ugly-Christmas-Shirt mit integriertem Tic-Tac-Toe-Spiel besitzen? Eben!  

 
Viel mehr passierte an diesem Tag eigentlich auch nicht. Es gab ja nicht einmal Handball im TV, denn die Teams aus der Parallel-Staffel hatten gestern zeitgleich mit den Teams in Herning gespielt und die ersten 3 der Gruppe (Island, Kroatien und Schweden) befanden sich auf dem Weg nach Herning um morgen die Halbfinals bzw. das Spiel um Platz 5 zu absolvieren. 
Also wurde gelesen, gebloggt, gekocht, gemeinschaftlich zu Abend gegessen und im Anschluss ein bisschen Hitster gespielt. Die Ausgaben "Guilty Plaesures" und die "Summer Hits" waren dabei - und insbesondere bei den Guilty Plaesures konnten wir nicht herausfinden, was denn da peinlich sein sollte... 
Alles in allem war es ein unspektakulärer Tag - aber eben auch entspannt und erholsam. Urlaub halt. 

Wie die nächsten Tage laufen? Keine Ahnung, ich bin gespannt und voller Vorfreude. Ich werde berichten. 

 

 

 

 

28.01.2026 - Hej Herning! Hej Handball EM 2026 - Ein guter Tag für einen guten Tag!

Tasting und "Werksbesichtigung" in der Destillerie von Stauning Whisky am Dienstag waren Geschichte, wir hingegen waren erholt, ausgeschlafen, putzmunter und sehr heiß auf das Spiel gegen Frankreich. Trotz der Niederlage gegen Dänemark hatte Deutschland nämlich noch immer die Chance, den Einzug ins Halbfinale klar zu machen. Kurz zusammen gefasst: Sieg oder Untentschieden würden schon ausreichen, damit unsere Jungs den Einzug ins Halbfinale schaffen. Bei einer Niederlage würde man am Samstag das Spiel um Platz 5 bestreiten. Eine klar definierte Aufgabenstellung - nur leider keine einfache Aufgabe, denn heute wartete mit Frankreich immerhin der noch amtierende Europameister auf das DHB-Team. Doch: Wenn nicht jetzt? Wann dann? Das Team hatte im letzten Spiel der Vorrunde gegen Spanien schon mit dem Rücken zur Wand gestanden und den Kopf aus der Schlinge gezogen - und jetzt hatte man es in der eigenen Hand und schwebte bestimmt auch schon ein wenig auf einer Welle der Euphorie.

 Wir machten uns einigermaßen zeitig auf den Weg nach Herning, Spielbeginn 18 Uhr - ungewohnte Zeit, aber das könnte ja Glück bringen 

An der Halle steuerten wir automatisch wieder den Parkplatz an, auf dem wir bisher an jedem Spieltag standen. Doch an der Einfahrt stand ein Ordner der uns auf einen anderen Parkplatz umleiten wollte. Wir gucken betroffen und versuchten es mit der kurzen + simplen Erklärung, dass wir "zu blöd für die anderen Parkplätze sind". Wir durften tatsächlich vorbeifahren und wie gewünscht in der Nähe des uns mittlerweile bekannten Fußgängertunnels zur Halle parken. Herrlich - das hatte uns sicher nach dem Spiel eine lange Auto-Suche und viele Kilometer unfreiwilligen Spaziergang über den dunklen Parkplatz im eisigen Wind erspart. 😆 

Das erste Spiel des Tages bestritten ab 15.30 Spanien gegen Portugal, aber wir waren da noch anderweitig beschäftigt. Zum einen, weil es noch ein paar Dinge zu sehen gab, die wir in Ruhe ausprobieren wollten. Zum anderen, weil dieses Rumbutschern half, unsere doch latent vorhanden Nervosität in Grenzen zu halten. In der Halle mussten wir natürlich erstmal ein paar Dinge erledigen, denn so langsam fingen wir doch an, etwas abergläubisch zu werden. Also erstmal ab in die Fotobox, zum Obstwerfen, zum Deutschland-Fahne ins Gesicht schminken lassen.... Wir hielten unsere Abläufe ein und liessen nichts unversucht, um die Vorzeichen für den Halbfinaleinzug in die richtige Richtung zu lenken. Dass wir dabei auch noch Spaß hatten, war der tollste Nebeneffekt. 

  

In der Fanzone herrschte, wie an den vergangenen Spieltagen auch, eine entspannt-fröhliche Stimmung. Die dänischen Fans, die wir in der Halle trafen, waren übrigens überall sehr kommunikativ und freundlich und zeigten sich mit unserem Vorschlag, dass Dänen und Deutsche doch im Finale bitte wieder gegeneinander spielen sollten, sehr einverstanden. Die vielen unterschiedlichen Aktionen wurden wieder gut angenommen und überall traf man gut gelaunte Menchen. 

Ein dickes Lob übrigens an den Lidl-Stand, an dem man sich kostenlos und ohne die Abgabe irgendwelcher Daten oder die Teilnahme an Spielen mit Äpfeln und Bananen sowie verschiedenen Nussmischungen versorgen konnte. Das hat sicher so manches Hüngerchen gestillt. Bei Ricola gingen die Hustenbonbons in den frei-zugänglichen Kisten weg wie warme Semmeln und halfen, die Stimmbänder für den Support in der Halle geschmeidig zu machen. Ein paar dieser Bonbons hatte irgendwie jeder immer in der Tasche - und ehrlich: Meine Stimmbänder haben sie auch wirklich benötigt.

... wer hat's erfunden?   

In der zweiten Halle waren die rollenden Grundfos-Toiletten gerade frei, mit denen man durch einen Parcours rauschen konnte - klar, dass Meike und ich die testen mussten... Haken an der Sache: Das Ding hatte nur einen Hebel für Gas. Bremse? Fehlanzeige, einfach vom Gas gehen. 3 Runden waren zu absolvieren und irgendwie hatte Meike zwischendrin wohl die Idee, dass es sich um eine Art Autoscooter handeln könnte. Anders kann ich mir den "kleinen Zusammenstoß" kurz hinter der 3. Kurve nicht erklären. Aber es ist ja nix weiter passiert Meike hatte sich damit auf jeden Fall meinen Respekt verdient und kam als erste ins Ziel. Selbstverständlich lauerten auch hier wieder Paparazzi, die für Beweisbilder sorgten. 

        

Zwei, drei Ecken weiter fanden wir dann noch eine weitere Fotowand, die wir bislang noch gar nicht entdeckt hatten. Das beste daran? Vor der dieser Wand lagen diese typischen Fotobox-Untensilien, die man z.B. von Hochzeiten kennt. Und ehrlich, es kann doch nur einen einzigen Nutzungszweck für diese Sachen geben, oder???

 

Haken an der Sache: Bei dieser Fotowand konnte man sich die Bilder leider weder ausdrucken lassen noch gab es einen QR-Code zum Download des Bildes. Es war nur der Versand per SMS möglich und auch der funktionierte nur mit dänischen Nummern. Doch die freundliche Dänin, die den Stand betreute, war findig und unkompliziert. Sie schickte das Foto schnell an sich selbst, lud es herunter und leitete es dann per Mail an mich weiter. Großartig, es kann so einfach sein. Danke! 👌

Doch kommen wir zum Sportlichen, denn wir waren ja nicht (nur) zum Spaß da. Trotz bester Unterhaltung zog es uns dann irgendwann doch in die Halle. Ich holte mir schnell noch einen Kaffee und dann ging es ab auf die Tribüne. 

 

Den Portugiesen merkte man in diesem Spiel an, dass sie immerhin noch eine theoretische Chance hatten, mit einem Sieg wenigstens noch das Spiel um Platz 5 zu erreichen. Bei den Spaniern hingegen war die Luft raus. Entsprechend gab es einen deutlichen 27-35 Sieg für Portugal. 

Für Dirk begann der Tag in der Halle übrigens mit einem großen Erfolgserlebnis, denn er vermisste seit dem vorletzten Spiel seine große (laute) Holzrassel (NEIN, ich hab die auf gar keinen Fall in der Halle vergessen!) und hatte heute an der Information nachgefragt, ob sie vielleicht gefunden und abgegeben worden wäre. In Ermangelung des englischen Wortes für "Holzrassel" hatte er mit dem Arm eine rotierende Bewegung gemacht und dazu "I forgot my instrument" gesagt. Und *zack* hatte er seine Rassel wieder. Ein ehrlicher Mensch hatte das Teil tatsächlich gefunden und abgegeben. Weltklasse! 🥳 

Und dann wurde es ernst, denn die Partie Deutschland - Frankreich rückte näher. Die Vorzeichen waren (wie eingangs bereits geschildert) klar und natürlich wollten wir einen deutschen Sieg sehen. Die Sympathien, die wir "aus hamburg-historischen Gründen" für den französischen Trainer Gino Gille hegen, mussten jetzt aber erstmal für die nächsten 60 Spielminuten ausgeblendet werden. Sorry Gino, das ist echt nur für die 60 Spielminuten. Versprochen! 

Deutschland - Frankreich - wir gehen rein!

In "unserem" Block saßen viele Deutsche, die wir mittlerweile schon an den vorhergehenden Spieltagen gesehen hatten und die Stimmung war gut. Gemeinsam wurde Deutschland angefeuert und so gut es ging nach vorn gepeitscht. Es waren auch einige Franzosen in der Halle, doch die waren nicht so heißblütig wie man es von französischen Fans aus dem Vereinshandball kennt. Das dänische Publikum war entweder noch nicht in der Halle oder verhielt sich einigermaßen neutral. Von denen war kein Support zu erwarten. Also richteten wir es eben doch allein.

Doch zurück zum Spiel, das zunächst noch ausgeglichen war. Doch dann kam Juri Knorr endlich ins Rollen und lieferte bis zur Halbzeit schon mal 6 Treffer (bei 6 Versuchen) ab. Deutschland ging mit einer 19-15-Führung in die Pause. 

Funfact: in der 13. Spielminute fiel das 8-7 für Deutschland und Meike war jubelnderweise groß im TV zu sehen. Die WhatsApp-Gruppen glühten, wir bekamen Foto- und Videomaterial und Meike bekam selbst von ihrem Hausarzt Screenshots dieser Szene. 😂 

  

Bei der Dyn-Übertragung wurden in dem Zusammenhang dann wohl auch noch kurz unsere wunderbaren schwarz-rot-goldenen Kopfbedeckungen thematisiert. Gut, dass man aus der Entfernung nicht sehen konnte, wie heiß und schwitzig es unter diesen Vollplastik-Zylindern ohne jegliche Atmungsaktivität tatsächlich ist. 😰

In der 2. Halbzeit blieb das Spiel dann ausgeglichen, Frankreich kam zwischenzeitlich sogar mehrfach noch auf einen Treffer ran, konnte aber zum Glück den Ausgleich nicht erzielen und das Spiel auch nicht kippen. Unsere Jungs behielten die Nerven und bauten die Führung zum Schluss wieder auf +4 auf- Endstand: ein 38-34-Sieg, der das Erreichen des Halbfinals bedeutete.
Natürlich jubelten wir - auch, wenn wir eigentlich schon gar keine Stimme mehr hatten und eher krächzen mussten. Wohl dem, der vor dem Spiel am Ricola-Stand vorbeigeschaut und die Vorräte aufgefüllt hatte. Mit dem Einzug ins Halbfinale stand auch fest, dass wir definitv noch 2 Spiele unserer Mannschaft sehen würden. Und wir wollten gar keine großen Ansprüche stellen, würden uns aber über einen Sieg im letzten Spiel des Turniers sehr freuen. Apropos letztes Spiel in Turnier: von den umsitzenden Deutschen hörten wir, dass der Großteil jetzt nach Hause fahren würde. Tickets für Halbfinale oder Finale hatten die wenigsten erworben. Oh... 😧 Man war aber dezent neidisch auf uns und wünschte uns ganz viel Spaß und noch mehr Erfolg. Klar, dass wir für Freitag den Auftrag bekamen, die DHB-Mannschaft ins Finale zu brüllen.  

  
Und natürlich gab es heute auch wieder reichlich Promis in der Halle. Nebenblock saß während des Spiels z.B. Hans Lindberg, der auch lange Zeit für den "alten" Handball Sportverein Hamburg gespielt hat und mit 2907 Bundesliga-Toren amtierender HBL-Rekordtorschütze ist. Natürlich outeten wir uns als Hamburger und auch die Chance, ein Gruppenfoto mit ihm zu machen, liessen wir uns nicht entgehen. 
 
 Auf dem Weg in die Fanzone trafen wir dann Dominik 'Mini' Klein, mit dem wir ein wenig Small-Talk machten und herzliche Grüße an Jogi ausrichteten - der widerum in Hamburg fleißig arbeitete. Gut so, einer musste ja was tun, wenn wir uns schon in Herning amüsieren. 😉 Natürlich musste auch hier noch ein schnelles Foto her - ich finde, man kann auf dem Foto gut erkennen, wer schon bereit für das Foto war und wer noch nicht so ganz damit gerechnet hatte... 😂
 
Im letzten Spiel des Tages kamen dann auch die dänischen Fans zum Zug, denn Dänemark spielte gegen Norwegen. Wir blieben auf unseren Plätzen und schauten uns das Spektakel an. So richtig konnte sich zunächst keine Mannschaft absetzen, doch Dänemark ging dann doch mit einer 3-Tore-Führung in die Pause. In der 2. Halbzeit machten die Dänen da weiter, wo sie aufgehört hatten und bauten ihre Führung kontinuierlich weiter aus. Wir hatten irgendwann genug gesehen und machten uns auf den Heimweg, denn das Spiel versprach nicht, noch einmal spannend zu werden. Dies entsprach den Tatsachen, denn letztlich gewannen die Dänen mit 14 Toren gegen Norwegen und siegten mit 38-24. 

 Als das Spiel abgepfiffen wurde, waren wir vermutlich schon fast wieder in unserer Unterkunft und guckten uns die Wiederholung des deutschen Spiels noch einmal an, auch so ein nettes Ritual, das sich bei uns eingebürgert hatte. 

 Fest stand auf jeden Fall, dass wir im Halbfinale am Freitag auf Kroatien treffen würden, die in der parallel in Malmö ausgetragenen anderen Hauprundengruppe den Sieg vor Island geholt hatten.  

Wie die nächsten Tage laufen? Keine Ahnung, ich bin gespannt und voller Vorfreude. Ich werde berichten.   

Mittwoch, 28. Januar 2026

27.01.2026 - Hej Herning! Hej Handball EM 2026 - Auf einen Schluck in die Stauning Whisky Distillery

 Nach dem aufregenden Spiel gegen die Dänen und vor dem (ganz sicher) aufregenden Spiel gegen die Franzosen hatten wir wieder einen handballfreien Tag, an dem wir natürlich unsere Stimmbänder schonen mussten. 

Wir hatten vor einigen Tagen eine Besichtigung inkl. Tasting in der nahegelegenen Stauning Whiskey-Distillerie gebucht und heute stand ebendieser Termin auf dem Programm. 

Da wir ja verantwortungsbewusste Menschen sind, liessen wir uns von den "nicht-mittastenden" Svenson und Jensemann zur Distille fahren und gaben ihnen auch gleich ein genaues Zeitfenster für die Abholung mit. Damit konnte es dann für uns auch schon losgehen, wir waren bereit. 

 
Zur Begrüßung wurde direkt mal ein Whisky zum Probieren eingeschenkt, eher wir sehr humorvoll und kurzweilig in die interessante Entstehungsgeschichte der Destillerie eingeweiht wurden. Vielleicht war auch eine winzige Prise Seemannsgarn dabei, aber unterhaltsam waren die Anekdoten, die wir im Laufe der nächsten 2 Stunden hören sollten, auf jeden Fall.
So, wie uns berichtet wurde, wurde der Grundstein unter anderem von mehreren Ingenieuren, einem Lehrer, einem Koch und einem Metzger gegründet, die mal im Urlaub beim Whisky trinken beschlossen hatten, dass man "das Zeug" ja eigentlich auch selbst herstellen könnte.
Gesagt, getan und das war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die nach der Fertigstellung des ersten Whiskys schnell zu einer ganzen Reihe von Auszeichungen führten. Seit 2015 ist mit Diageo ein großer, weltweit agierender Spirituosen-Konzern an der Firma beteiligt, hält aber lediglich 49% der Anteile, so dass die Gründer noch immer die Mehrheit des Unternehmens besitzen und die Ausrichtung der Marke beeinflussen können.  
Leider kann ich hier nicht alles dieser wirklich spannenden Geschichte wiedergegeben, aber wer Interesse an der ganzen Story und weiteren Hintergründen hat, findet hier: >> die Geschichte von Stauning Whisky 
Lesenwert, auch, wenn der unterhaltsame Stil des Mitarbeiters und sein charmanter dänischer Akzent dabei aber leider aussen vor bleiben 
 
Nach Begrüßunhg und Einleitung ging es dann auf den Rundgang, zu dem uns folgendes mit auf den Weg gegeben wurde
"Wenn Sie etwas sehen, das sie fotografieren möchten, dann fotografieren Sie es. Das einzige, was Sie nicht fotografieren dürfen, bin ich mit geschlossenen Augen." 
Eine absolut klare Ansage, der wir natürlich brav folgten - ein Teil meiner Bilder folgt ganz am Ende. Beendet wurde diese Einweisung dann mit 
"Und wenn Sie Fragen haben, Fragen Sie bitte - und bitte fragen Sie möglichst viel. Ab 18 Uhr bekomme ich einen großen Bonus vom Chef" 
😁

Dann ging es durch die einzelnen Hallen, wo uns ausführlich die verschiedenen Produktsschritte und die dazu gehörenden Maschinen erklärt wurden. Zum Schluss kamen wir in eine Lagerhalle, in der die befüllten Fässer zur Reifung standen bzw. auf das Umfüllen oder den Verschnitt warteten. Und es waren viele, nein, es waren sehr viele Fässer. Nachdem wir darüber schon erstaunt waren,  folgte die Info, dass der Wert der eingelagerten Ware bei rund 135 Millionen Euro liegt - pro Lagerhalle. Die Destillerie verfügt über 4½ Lagerhallen. 😳

Am Ende der Besichtigung kamen wir wieder im Verkaufsraum an, wo wir noch "ein bisschen" probieren durften. Die Auswahl fiel schwer und ich traute mich, vor der dritten Probe zu fragen, ob ich statt Whisky den Stauning Gin probieren dürfte. Ja, ich durfte. Lecker, fruchtig, frisch. Nach einigem Überlegen kaufte ich tatsächlich eine Flasche Gin für die Hausbar. Beim Bezahlen entschuldigte ich mich, dass ich mich eben für den Gin und nicht für Whisky entschieden hätte. Wir wären halt eher die Gin- und nicht so sehr die Whisky-Trinker. Trockene Antwort: "Niemand ist vollkommen" ... gut gekontert. 😅 

Unser Retour-Shuttle kam pünktlich und ich kann nochmal bestätigen, dass es eine gute Idee war, nicht selbst zu fahren, denn die von uns probierten Spirituosen machten sich doch schon etwas bemerkbar.
 
Der Rest des Tages verlief dann unspektakulär. Wir gucken die EM-Spiele in der Parallel-Hauptrundengruppe, aßen gemeinsam zu Abend und hatten einfach eine gute, entspannte Zeit zusammen. 

 Wie die nächsten Tage laufen? Keine Ahnung, ich bin gespannt und voller Vorfreude. Ich werde berichten.  

Hier aber noch die versprochenen Bilder aus der Distillery: