Sonntag, 3. Februar 2019

02.02.2019 Kleine Kombo in Bremerhaven - 9 + 2 + 1 (Feldspieler/Torhüter/Trainer) sind genug...

Und schon wieder Bremerhaven... nachdem wir in dieser Saison bereits 2x gegen die Fischtown Ladies gespielt (und gewonnen!) hatten, hielt der Spielplan schon das nächste Spiel gegen Bremerhaven bereit - aber aller guten Dinge sind ja angeblich auch drei und entsprechend waren wir im Vorfeld einigermaßen optimistisch.
Doch trudelte eine Absage nach der nächsten ein und unser Kader wurde immer kleiner ... Urlaub, Urlaub, Vereinswechsel (Menno, Fenja😢), private Verpflichtungen, Krankheit, hohes Lernpensum, nochmal Krankheit... es war ein wenig wie bei den (politisch inkorrekten) 10 kleinen Negerlein... mit Müh und Not konnten wir letztlich gerade noch die notwenige Mindestantrittsstärke von 9 Feldspielern vorweisen. Mit Alexa und mir kamen noch 2 Torhüter dazu und gemeinsam mit Coach Guido machen wir uns auf den Weg.
Wir kamen gut durch und waren zuerst in der Halle. Die Kabinenbeschriftung liess aufhorchen - enttäuschte dann aber doch...
... denn zu Essen oder zu Trinken war dort weit und breit nichts zu entdecken. Dafür hatten wir reichlich Platz in der Kabine um uns frei zu entfalten bzw. besser gesagt auszubreiten. 

Erste und größte Sorge war: kommen alle an, sind alle pünktlich? Der Ausfall von nur einer einzigen Spielerin vor Spielbeginn hätte schon bedeutet, dass wir nicht antreten können. Doch die Sorgen waren unbegründet, denn selbst Carsten und Lilli kamen trotz einer zu früh ausgelösten Autobahnsperrung und Umleitung immerhin noch rechzeitig an.
In der Kabine selbst hatten wir in der Zwischenzeit andere Herausforderungen zu lösen. Silvie hatte beim Packen ihrer Tasche den Sport-BH vergessen und fühlte sich “etwas wackelig“ 😂 - kein Ding, ich fand in den Tiefen meiner Tasche noch frisch-gewaschenen Ersatz und half gern aus.
Nina, die ihr Saisonspiel für unsere Mannschaft absolvierte, hatte noch kein Trikot und der Restbestand lagerte in Stellingen ... ähm, ja... zum Glück hatte Silvie ihr altes Spieltrikot noch in der Tasche und mit viel Kreatvität und ein bisschen handwerklichem Geschick bastelten wir Nina was Schickes zum Anziehen...
So, das war dann auch geklärt... 😂
Und zu guter Letzt hatte Franzi dann noch ihre Stutzen vergessen. Auch kein großes Problem, denn wir tauschten einfach, sie bekam meine Spielstutzen und ich nahm ihre Trainingsstutzen. Hinter meinen Schienen fällt das eh nicht auf.

Nachdem dann tatsächlich alle glücklich und zufrieden mit Ausrüstung versehen waren und das Warm Up absolviert war, konnte das Spiel beginnen. In der Kabine rotierte noch das Fläschchen mit dem altbewährten JHP (Japanisches Heilpflanzenöl) damit auch die zahlreichen Verschnupften alle eine halbwegs freie Nase hatten und dann ging es wirklich los. 

DIE waren 11 + 2, WIR waren 9+2 ... okay, kleiner Vorteil für DIE. Aber es nützte ja alles nix. Alexa hütete wieder unsere Kiste, ich kümmerte mich um die Bandentür und in Ermangelung von Stürmern wurde Imke von der Verteidigung in den Sturm berufen. Drei Verteidiger sollten hinten für Ordnung sorgen und die Scheibe möglichst weit von unserem Tor fernhalten, die nomitierten 6 Stürmer sollten die Scheibe lange halten und gern im Tor der Gastgeberinnen unterbringen - dies nach Möglichkeit auch sehr gern wiederholt.
Soweit der Plan den Coach Guido sich überlegt hatte und der bereits auf der Anreise verkündet hatte, dass er ein sehr gutes Gefühl für einen positiven Ausgang des Spiels hätte.
Wir erwischten tatäschlich einen guten Start, machten Druck auf das Bremerhavener Tor und hielten die Scheibe auch so gut wie möglich von unserem Tor fern. So weit - so geplant. In der 8. Minute konnte Franzi dann den Puck im Bremerhavener Tor unterbringen und brachte uns mit 1-0 in Führung. Wow - das jetzt nicht unverdient, aber trotzdem überraschend und natürlich auch mehr als gut! Und es wurde noch besser, denn in der 19. Minute schnappte sich Lilly die Scheibe in der eigenen Verteidungszone, sprintete quer über das Feld, lief hinter das gegnerische Tor und bediente die vor dem Tor postierte Silvie mit einem genauen Pass auf den Schläger. Silvie erzielte damit das 2-0 und auch wenn Nico fast direkt im Anschluss an diesen umjubelten Treffer die erste Strafzeit des Spiels bekam, gingen wir mit der Führung in die 1. Pause. 
Dort war verschnaufen und Luft holen angesagt, denn das Spiel mit so kleinem Kader kostete die Mädels mächtig Kraft. Auch im zweiten Drittel bestimmten wir das Spiel und liessen Bremerhaven wenig Platz. Und wenn doch mal ein Puck auf unser Tor kam, fischte Alexa die Scheiben locker weg und verteidigte unsere Führung. Die Mädels kämpften und ich feuerte sie an während ich mir das Spiel beim Öffnen der Bandentür anschaute - gute Arbeitsteilung und mehr hätte meine Erkältung sicher auch nicht zugelassen. 😷 In der 31. Minute spielte Chrissi dann einen langen Pass auf Franzi, die in der Folge mit der Scheibe frei auf das Tor zulaufen konnte und der anderen Franzi (nämlich der, die bei Bremerhaven im Tor stand) keine Chance liess. *Zack* stand es 3-0 für uns. WhoopWhoop - wer hätte das gedacht? Es blieb auch nach dem 2. Drittel bei diesem Spielstand und vergnügt und noch immer etwas erstaunt gingen wir zurück in die Kabine. 

Im letzten Drittel liess dann die Kraft etwas nach und Bremerhaven konnte sich doch ein paar Torchancen erspielen, doch Alexa war auf dem Posten und hielt den Kasten mit Können und Glück sauber. Gut 10 Minuten vor Spielende nahm Coach Guido eine Auszeit, damit die Mädels wenigstens einmal kurz durchatmen konnten.
Erst in der 57. Minute waren wir dann doch noch geschlagen und mussten den Puck aus unserem Tor holen. 3-1 stand auf der Anzeigetafel und noch gut 3 Minuten waren zu spielen. Doch das Gegentor hatte bei meinen Mädels offensichtlich nochmal Kraft freigesetzt, denn nun blieb die Scheibe wieder bei uns und wurde ins Bremerhavener Drittel gebracht - und wurde damit weit weg von unserem Tor gehalten. Gut und richtig so - denn damit blieb es auch beim 3-1-Endstand und unserem Auswärtssieg. 

Zufrieden, erschöpft und heiser gingen wir in die Kabine und mit letzten Kräften konnten wir uns noch für ein Selfi versammeln. Sogar für ein Lächeln reichte es noch.
Und während ich die Dusche nach dem Spiel zum Aufwärmen nutzte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Hey, ich war ja an allen 3 Toren beteiligt! Nein, nicht nur, weil ich durch das Öffnen der Bandentür dafür gesorgt hatte, dass die Spieler auf dem Eis waren. Ja, okay, auch... aber hey, da gab es noch eine andere Sache, denn bei allen 3 Toren waren Klamotten von mir auf dem Eis. Wirklich! Franzi hatte ich meine Stutzen (2 Stück = 2 Tore!) geliehen und Silvie trug einen BH (1 Stk = 1 Tor!) von mir... so nämlich! 😀
Wartet mal, Mädels - ich bring zum nächsten Spiel dann mal ganz viele Stutzen, Kopftücher, Halskrausen, T-Shirts usw mit... Hui, das wird ein Spaß... 😜😵
Aber apropos nächstes Spiel: das nächste Spiel ist wieder auswärts, am Sonntag, 17.02.2019 spielen wir um 12.45 Uhr als Gast-Team in HH-Stellingen gegen Altona. Und das wird super - denn erstens hab ich ja eine große Tasche mit ganz vielen Leih-Gegenständen für meine Mitspielerinnen dabei (😜), zweitens sind wir in dieser Saison auswärts noch ungeschlagen und drittens sind an dem Tag bestimmt wieder mehr Spielerinnen an Bord weil die Urlaube zu Ende sind und die Grippe-Viren sich auch verzogen haben... Das kann also eigentlich nur gut werden. Kommt Ihr vorbei und feuert uns an?

Mittwoch, 30. Januar 2019

2018/2019 - Ein Schnelldurchlauf: 2 x Bremerhaven, 1 x Hannover und ein großer Abschied


Ja, ich gebe zu, ich habe ein wenig geschlust - der Beitrag über unseren Heimsieg gegen Bremerhaven (2.12.2018) hängt schon viel zu lange Zeit als Entwurf fest und über unseren Auswärtssieg in Bremerhaven (19.01.2019) und auch nicht über unsere Niederlage gegen Hannover (27.01.2019) habe ich noch gar nichs geschrieben. Ja, ich habe im Moment viel anderes um die Ohren - aber ist das eine Entschuldigung? Eigentlich nicht... 😕 Also: Schnelldurchlauf!

1.) Heimspiel gegen Bremerhaven am 02.12.2018
Das 1. "richtige" Heimspiel der Saison, zu Gast sind die Fischtown Ladies aus Bremerhaven. Unser Kader war nahezu vollzählig, 15 Feldspieler, 2 Torhüter - da gab`s nix zu meckern. 
Wir erwischen einen guten Start, gingen in der 10. Minute durch ein Tor von Fenja B. in Führung, die nächsten HSV-Treffer folgten in der 12. & 14. Minute durch Silvie und Chrissi, in der 19. Minute fiel das 3-1 doch es folgte noch ein Doppelschlag von Fenja B. und Franzi zum zwischenzeitlichen 5-1 - schön wäre es gewesen, mit diesem Spielstand in die Pause zu gehen, doch auch unsere Gäste schossen noch 2 schnelle Tore (20. Minute), so dass es nur 5-3 stand. 8 Tore in einem Drittel - hey, so viele fallen in manchen Spielen nicht einmal in der gesamten Spielzeit... 

Und auch im 2. Drittel ging das Toreschießen munter weiter: 
36. Minute: Tor für uns durch Nicolina zum 6-3
38. Minute: Tor für Bremerhaven zum 6-4 
44. Minute: Tor für uns durch Silvie zum 7-4
44. Minute: Tor für uns durch Fenja R. zum 8-4
48. Minute:  Tor für Bremerhaven zum 8-5
 49. Minute Tor für uns durch Fenja R. zum 9-5
Huiuiui... Abwehr wurde in diesem Spiel überbewertet und fand eigentlich nicht wirklich statt und viel Zeit zum Luftholen blieb für Spieler, Zuschauer und auch für das Kampfgericht nicht.  
Nach den vorangegangenen 40 Minuten mit insgesamt 14 Toren konnte und wollte wohl niemand eine Prognose zum Endstand abgeben, aber dieses Spiel war nochmal für eine Überraschung gut: Im letzten Drittel fiel einfach mal gar kein Tor mehr. Na, wer hätte das gedacht... 😃 Endstand war also 9-5 und wir konnten den 2. Sieg im 2. Saisonspiel feiern. Klasse! 



2.) Auswärtsspiel in Bremerhaven am 19.01.2019
Erst im neuen Jahr ging es dann für uns weiter und zwar ging die Reise nach Bremerhaven - wir konnten dort mit 3-2 gewinnen und die Punkte mit nach Hamburg nehmen. Torschützen für uns waren Fenja R., Chrissi und Fenja B. Mehr kann ich zu dem Spiel auch gar nicht sagen, denn ich habe nur am Liveticker mitgefiebert, da ich zu dem Zeitpunkt in Heiligenblut in Österreich im Skiurlaub war - und der Urlaub war auch ganz schön, nur das Warten auf gute Nachrichten aus Bremerhaven war ein wenig anstrengend. 😉




3.) Heimspiel gegen Hannover am 27.01.2019
Im 2. Heimspiel der Saison spielten wir gegen die Mädels von den ECH Hannover Indians und trafen damit in diesem Spiel auf die einzige Mannschaft, die ausser uns in dieser Saison noch ungeschlagen war. 
13 Feldspieler, 2 Torhüter standen auf dem Spielbericht.Ich selbst war mit lädiertem Rücken aus dem Skiurlaub zurück gekehrt (schon blöd, wenn man alt wird!) und war nur sehr eingeschränkt Bewegungsfähig. Auch aus diesem Grund bekam Alexa den Vortritt im Tor und ich bemühte mich, meinen Mitspielerinnen die Bandentür rechtzeitig zum Wechseln zu öffnen. 
Den Zuschauern wurde ein ausgeglichenes Spiel geboten, beide Mannschaften konnten sich Torchancen erspielen, beide Teams hatten gut aufgelegte Torhüterinnen, die diese Chancen gekonnt zunichte machten. Nach 20 Minuten stand es 0-0 und bislang hatten wir zudem auch Hannovers Ausnahmespielerin Tina Evers gut im Griff. 

Auch im 2. Drittel schenkten sich beide Mannschaften in dem fairen Spiel nichts. In der 31. Minute war der Bann dann endlich gebrochen. Fenja B. konnte die Scheibe auf Vorlage von Chrissi bzw. Lilli im Tor der Gäste unterbringen und uns mit 1-0 in Führung bringen. Doch der Jubel war noch gar nicht ganz verklungen, da lag der Puck in unserem Tor. Tina Evers hatte den Ausgleich zum 1-1 erzielt. Kurz vor Ende des Drittels fiel dann noch das 1-2 und Hannover lag in Führung. 
20 Minuten lagen noch vor uns und noch war nichts verloren - allein schon das Heimspiel gegen Bremerhaven (siehe oben) hatte uns gezeigt, dass Tore beim Eishockey ratz-fatz fallen können. Entsprechend motiviert gingen wir wieder zurück auf's Eis. Und tatsächlich fiel in der 51. Minute der Ausgleich zum 2-2. Chrissi hatte eine Vorlage von Fenja B. und Nadine genutzt und getroffen. Und genau wie nach unserer ersten Führung trat Tina Eveners direkt nach dem Bully Tina Evers an und liess Alexa in unserem Tor keine Chance - ganze 32 Sekunden lagen zwischen Ausgleich und erneuter Führung der Gäste. Aber verloren war natürlich noch nichts, wir hatten noch 8 Minuten zu spielen und wollten die Punkte auf keinen Fall herschenken. Wir hatten noch einige gute Möglichkeiten, konnten diese aber leider nicht nutzen. Im Gegenteil, denn da wir nun versuchten, die Scheibe nach vorne zu spielen, wurden wir in der Defensive natürlich offener. Eine dieser Lücken nutzte Hannover erneut und konnte durch Tina Evers das 2-4 erzielen. Der Rest des Spiels ist dann doch schnell erzählt: Wir nahmen eine Auszeit, nach der Alexa unser Tor verliess und wir kassierten noch ein "Empty Net" Gegentor zum 2-5-Endstand. 
Ärgerlich und unnötig - aber kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Wir hatten ein gutes Spiel gemacht und mit ein wenig mehr Schussglück hätte das Spiel auch anders ausgehen können. Äusserdem gibt es in dieser Saison noch zwei Aufeinandertreffen mit den Indians. So... nämlich!

Nach dem Spiel wurde es dann emotional, denn Abschied nehmen war angesagt. Fenja R. hatte an diesem Tag ihr letztes Spiel für den HSV bestritten, weil es sie nach Beendigung ihres Refarendariats zurück in ihre Heimatstadt Wolfsburg zog. Auf dem Eis wurden noch Erinnerungsfotos gemacht und in der Kabine gab es noch ein Abschiedsgeschenk mit deutlichem Hamburg-Bezug. Natürlich flossen auch ein paar Tränchen - 12 Jahre Raute lässt man halt nich so einfach hinter sich. 

Liebe Fenja, Du wirst mir fehlen - auf dem Eis, in der Kabine, neben dem Eis... überall! Pass auf Dich auf, bleib gesund und lass Dich bloss mal wieder bei uns blicken.  Ein Platz auf dem Eis ist für Dich immer frei! 💙





Fotos von Yvonne Klehr und Dirk Wyrobek - vielen Dank dafür!















































Sonntag, 25. November 2018

11.11.2018 - Saisonstart in die Wundertüten-Saison mit einem Derby: Zu Gast beim ASV

Starten wir mal mit einem kurzen Rückblick: 
Am Sonntag, 2. September fand die Termintagung statt. Wie der Name es schon verrät, werden dort die Spieltermine für die neue Saison festgelegt. Bei dieser Tagung wurde dann leider auch final bestätigt, dass unsere Liga um zwei weitere Mannschaften ärmer ist: Meister Crimmitschau hat gar nicht mehr für den Punktspielbetrieb gemeldet, Vize-Meister Farmsen hatte den Aufstieg in die 2. Liga wahrgenommen. Es bleiben für die Saison 201/19 also wirklich nur noch 4 Mannschaften übrig: Altona, Hannover, Bremerhaven und wir, der HSV. Und so wurden zwar verschiedene Modelle für Punktspielrunden durchgesprochen und am Ende einigte man sich aufgrund von Eiszeitenknappheit auf eine 1 1/2-fach Runde. Jeder Mannschaft spielt 3 Partien gegen die anderen Mannschaften, so dass am Ende der Saison jedes Team insgesamt 9 Spiele absolviert hat. Wenn man sich dann überlegt, dass diese 9 Spiele auch noch auf 6 Monate verteilt werden, dann gibt es viele spielfreie Wochenende im Kalender und von aufkommendem Spielfluß und Kontinuität wollen wir gar nicht erst sprechen - aber nun gut, wir wollen ja nicht jammern... 😟 
Ich hatte bei der Terminabsprache jedoch ganz bewusst darauf geachtet, dass uns vor dem ersten Punktspiel noch etwas Vorbereitungszeit blieb. Dementsprechend stand unser erstes Spiel erst Anfang November Terminplan, genau genommen am 11.11.2018.
Und auch wenn ich dieses Jahr immer das Gefühl habe, die Zeit rennt wie verrückt - so richtig war bei mir trotzdem nicht angekommen, dass die Eishockey Saison 2018/19 vor der Tür steht. Im September hatte uns der Verein gerade mal 2 Eiszeiten zugestanden und auch im Oktober startete der reguläre Trainigsbetrieb erst mit etwas Verspätung. (Das war in den letzten Jahren auch nicht anders und damit habt Ihr auch die Begründung für den späten Saisonstart-Termin.) Ich selbst hatte im Oktober zudem eine Anhäufung privater Termine (irgendwie waren bei uns "Los-Kultur-Wochos") und stand daher eher selten auf dem Eis. Doch nicht nur bei mir war wohl noch nicht so ganz angekommen, dass es los geht. Am Montag beim letzten Training von dem Spiel erkundigte sich Konni z.B. noch, wer sich denn um die Besetzung des Kampfgerichtes kümmern würde und reagierte erleichtert, als wir ihr verrieten, dass das Aufgabe der Heimmannschaft wäre und wir als Gastmannschaft nichts zu organisieren hätten. 😉 

Das alles änderte aber nichts daran, dass eben am Sonntag, 11.11. doch das erste Spiel auf dem Kalender stand. Um 12.45 Uhr erwartete Altona uns in Stellingen zum Derby. In unserem Kader hatte es wie üblich ein paar Veränderungen gegeben: Berit pausiert wg. Schwangerschaft, Yvonne tritt etwas kürzer und Frauke hat leider einen Nagel gefunden, an den sie ihre Schlittschuhe hängen konnte. Dafür hat Francesca beschlossen, dass sie gern das HSV-Trikot tragen würde und Anja kehrt aus der Babypause zurück. Und mit Helene und Lilly dürfen in dieser Saison wieder 2 Spielerinnen aus dem Nachwuchs erstmals bei den "Senioren" (ist das eigentlich eine diskriminierende Altersklassen-Bezeichnung???) auflaufen.
Am Vorabend hatte ich noch mit Christian gechattet und als er nach meiner Einschätzung fragte, erwiderte ich, dass ich weder unsere noch die Stärke von Altona einschätzen könne... Mein O-Ton lautete: "Das wird wohl echtes Wundertüten-Eishockey"
Anyway: Für das Spiel gegen Altona waren letzlich 15 Spielerinnen und 2 Torhüterinnen nominiert, die weiteren gemeldeten Spielerinnen waren im Nachwuchs im Einsatz.

Wir trafen uns am Sonntag pünktlich in der Kabine und halfen Antje, die mit etwas größerem Gepäck angereist war, beim Tragen. Denn neben ihrer Eishockey-Ausrüstung hatte Antje noch Kartons und Tüten dabei, in denen sich unsere neuen Stutzen und Trikots befanden. 
Die Firma Fentus Logistics [Werbung] hatte uns mit einer großzügigen Spende den Kauf des neuen Outfits ermöglicht. Wir trotzen also weiter dem Trend und spielen weiter in frisch-fröhlich-leuchtend-quietschigem Pink. Herrlich! Vielen Dank dafür! 🌻
 
 Nachdem Trikots und Stutzen verteilt waren, begann die normale Vorbereitung auf das Spiel - die Flaschen wurden gefüllt, die Schläger getapet und dann gingen wir zum Laufen.
Das klappte in weiten Teilen ganz gut - jedenfalls bis zu dem Punkt, an dem Nadine beim Warmlaufen umknickte und nicht mehr auftreten konnte. An ihrem Knöchel bildete sich schnell eine tennisballgroße Schwellung - das sah nicht gut aus. 😟 Wir halfen Nadine in die Kabine, ihr Knöchel wurde gekühlt und getapet und dann wurde sie zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.
Damit war die von Guido ausgetüftelte Aufstellung mit 3 Sturmreihen Geschichte - es fehlte ein Mittelstürmer und das bedeutete für Francesca und Fenja R. mehr Eiszeit.
Wie dem auch sein: Die Wundertüten wurden geöffnet, das Spiel begann. Ich stand in den "Starting Six" und konnte meinen Mädels wunderbar beim Spielen zuschauen. Sie setzten Altona direkt unter Druck und erspielten sich von Beginn an gute Torchancen.In der 4. Minute war es dann so weit, die F-F-C-Reihe hatte zugeschlagen. Fenja R. hatte die Scheibe auf Zuspiel von Chrissi und Fenja B. im Altonaer Tor untergebracht. Etwas über eine Minute später erhöhte Fenja R. auf 2-0, das Zuspiel kam von Franzi. Und so ging es munter weitere - Schuss um Schuss ging auf das Tor des ASV, dennoch dauerte es bis zur 11. Minute, bis das nächste Tor von uns bejubelt werden konnte. Antje erhöhte auf Zuspiel von Fenja R. und Fenja B. Das lief ganz gut. In der 12. Minute jedoch gelang es dem ASV mit der Scheibe in unser Drittel zu kommen und während ich noch damit beschäftigt war, meinen Mitspielerinnen in der Abwehr lautstark zu verraten, dass ich nichts sehen kann, schlug die Scheibe schon fast hinter mir ein. Ich konnte den Schuss zwar mit der Schulter noch etwas abfälschen aber eben nicht abwehren. Neuer Spielstand: 1-3.Hmpf... Zum Glück fanden wir dann wieder den Vorwärtsgang und Chrissi konnte in der 14. Minute gleich wieder den 3-Tore-Vorsprung herstellen.
Altona konnte sich dann aber doch noch einmal aus dem eigenen Drittel befreien und schaffte es, die Scheibe irgendwie in Richtung unseres Tores zu bringen - und während ich eigentlich schon geschlagen war, gelang es Melanie doch noch irgendwie, die Scheibe mit dem Schläger am Überqueren der Torlinie zu hindert. Puh, das war knapp! Mit dem 4-1 ging es dann nach 20 Minuten erstmals in die Kabinen und da wir fast alles im Griff hatten, gab es keinen Grund für großartige Veränderungen und zufriedene Gesichter.

Das 2. Drittel startete richtig gut, bereits nach 43 Sekunden fiel das 1-5 Fenja R. hatte ein Zuspiel von Fenja B. und Chrissi verwertet und baute die Führung weiter aus. Auch im Anschluss an den Treffer machten wir weiter Druck und Altona konnte sich kaum noch aus dem dem eigenen Drittel befreien. In der 25. Minute fiel das 1-6, die Vorlagen kamen von Fenja B. und Francesca und eigenlich war Chrissi die Torschützin. Warum der Treffer im offiziellen Spielbericht letztlich Maike zugeschrieben wurde - niemand weiß es so genau. Aber schwamm drüber und weiter machen - denn nur 43 Sekunden später knipste Chrissi erneut - wieder gaben Fenja B. und Francesca die Vorlagen und diesmal wurde Chrissi auch von den Schiedsrichtern als Torschützin benannt. 1-7 stand es nun nd es wirkte nicht, als wäre unser Torhunger gestillt. Während wir uns in den schicken, neuen, pinkfarbenen Trikots in einen kleinen Rausch spielten, wirkte unser Gegner teilweise überfordert und hilflos. Bis auf gelegentliche Entlastungsangriffe kam Altona kaum aus dem eigenen Drittel und mehrfach wurde zu "nicht-regelkonformen" Aktionen gegriffen, die von den Schiedsrichtern entsprechend gepfiffen und mit Strafen geahndet wurden. Ich versuchte dann mehrfach, bei angezeigter Strafe zur Bank zu kommen um Platz für einen zusätzlichen Feldspieler zu machen. Ja, ich versuchte... denn immer, wenn ich an der Bandentür ankam, wurde das Spiel unterbrochen weil der ASV den Puck doch irgendwie kurzzeitig mal gespielt hatte. Bis zur 32. Minute guckte ich mir das Spiel aus meinem Tor an, dann übernahm Alexa das Tor und ich wechselte auf die Bank. Die arme Alexa sah sich direkt nach ihrer Einwechselung einem Angriff des ASV gegenüber, die ersten Schüsse konnten unsere Defensive auch noch abblocken, aber dann fand die Scheibe doch den Weg über die Torlinie und es stand 2-7. Aber im Anschluss daran erlebte an auch Alexa einen ruhigen Nachmittag und konnte sich so zum Beispiel über das 2-8 freuen, das Fenja B. auf Vorlage von Francesca erzielen konnte. Mit dieser 8-2-Führung gingen wir zum 2. Mal in die Kabinen.

Wieder gab es wenig zu bemängeln und wir nahmen uns vor, Altona auch in den letzten 20 Minuten weiter unter Druck zu setzen.
Motiviert gingen wir wieder aufs Eis. Fenja B. schnappte sich direkt nach dem ersten Bully die Scheibe, lief auf das Tor zu und erhöhte auf 2-9. Gerade mal 18 Sekunden waren in diesem Drittel gespielt. Was dann passierte? Tja, schwer zu sagen - aber es lief nicht mehr viel zusammen. Es wirkte fast, als wolle nun jede HSV-Spielerin ein Tor erzielen. Die Defensive wurde teilweise sträflich vernachlässigt, es wurden kaum noch gute Pässe gespielt, stattdessen verstrickten wir uns in Einzelaktionen und liessen Altona da wieder in Spiel kommen, wo sie in den ersten 40 Minuten kein Land gesehen hatten... Nee, wirklich schön war das jetzt nicht anzusehen. Aber auch diese 20 Minuten gingen vorbei und nach 60 Minuten konnten wir uns über einen 9-2-Auswärtssieg freuen. Die Freude fiel jedoch nicht besonders überschwänglich aus, denn jeder wusste, dass die Leistung im letzten Drittel nicht unseren Ansprüchen genügen konnte.
Bis zum nächsten Spiel bleibt uns aber genügend Zeit, denn wir haben nun gut 3 Wochen Pause um uns auf die Partie gegen Bremerhaven vorzubereiten. Die "Fischtown Ladies" sind am 2. Dezember um 12.45 Uhr bei uns zu Gast und @Konni: an diesenm Tag sind wir tatsächlich als Heimmannschaft für die Ausrichtung des Spiels zuständig. 😎


Die gute Nachricht kam dann übrigens am Abend nach dem Spiel, als sich unser Pechvogel Nadine meldete und mitteilte, dass es sich nicht um Bänderriss oder Knochenbruch handelte sondern "nur" um eine fette Bänderdehnung. Gute & schnelle Besserung - sieh zu, dass Du bald wieder in die Schlittschuhe passt. 🍀




Weitere Infos:

HSV Frauen mit gelungenem Auftakt (HSV-Eishockey.net)  

Statistik zum Spiel bei www.nordverbund.info

Dienstag, 20. März 2018

18.03.2018 - ... Wir, die Meistermacher, das Zünglein an der Waage!

Auf ein Neues... aber hey, wieso steht ist das denn schon das letzte Saisonspiel? Die Saison hat doch gerade erst angefangen...? Unglaublich, wie schnell die Zeit von September bis März wieder einmal vergangen ist. Unsere Saison war eher durchwachsen verlaufen, wir waren mit 2 schwachen Spielen in die Saison gestartet und hatten uns dann über Kampf und mit viel Spannung die ersten Siege gesichert. Und jetzt? Jetzt guckten wir auf die Tabelle und stellten fest, dass wir unbedingt noch einen Punkt benötigen, um nicht im Worst-Case noch auf den vorletzten Tabellenplatz abzurutschen. Püh ha... Gegner im letzten Saisonspiel war dazu niemand geringeres als der designierte Meister aus Crimmitschau, der uns im Hinspiel mit einem 13-2-Sieg deutlich unsere Grenzen aufgezeigt hatte. Nun denn... auf sie mit Gebrüll. Apropos brüllen: Das konnte ich bestimmt total gut - hatte ich mich doch die ganze Woche mit Schnupfnase und Hustenreiz gequält und sicherheitshalber in der Woche gar nicht trainiert.

  Am Sonnabend fanden wir uns dann abends mit einigen Mädels in Stellingen ein um uns das Spiel zwischen den Crocos und Crimmitschau anzusehen. Die Crocos gewannen mit 4-3, nahmen Revanche für ihre Niederlage im Januar und fügten Crimmitschau wiederum die 1. Saisonniederlage bei. Da die Meisterschaft nicht über den direkten Vergleich sondern über das Torverhältnis entscheiden würde war klar: Wenn Crimmitschau am Sonntag nur einen einzigen Punkt verlieren würde, wären die Crocos Meister. Bei einem Sieg nach regulärer Spielzeit würde der Titel nach Crimmitschau gehen. Okay, wir würden also Meistermacher werden - so oder so... 

Am Sonntag morgen ging es für uns in aller Herrgottsfrühe an den Strand - um 8.30 Uhr war Treffen in der Halle. Hurra - auschlafen wird eh überbewertet. Ich hatte Nadine und Chrissi an Bord, wir kamen entspannt durch, machten noch einen Stopp beim Bäcker und bezogen unsere Plätze in der Kabine. Zum Glück fiel schon Licht durch das Fenster in die Kabine, denn den Lichtschalter hatte in der Halle noch niemand gefunden. Nach und nach trudelten alle ein und Guido präsentierte die Aufstelllung.
Fenja R. war ja leider aufgrund der ungerechtfertigten Spieldauerdisziplinarstrafe aus dem letzten Spiel gegen die Crocos gesperrt, doch mit Franzi hatte sich kurzfristig noch eine Spielerin angemeldet, die ihren Platz in der FFC-Reihe sowohl spielerisch als auch buchstabentechnisch einnehmen konnte. 😎 Im Gegensatz zu unserem recht umfangreichen Kader kam Crimmitschau gerade einmal mit 10 Feldspielern und eine Goalie - was allerdings keine unbekannte Situation für das Team aus Sachsen ist. Im Gegenteil, die Manschaft ist schon seit Jahren regelmäßig mit kleiner Kombo unterwegs. 

Es folgte das obligatorische Aufwärmpogramm mit Laufen, Dehnen, Stretchen und umziehen - wir waren entspannt und zeitlich voll im Soll ... bis dann jemand in die Kabine kam und verkündete, dass Crimmitschau in roten Trikots spielen würde. Öh... okay, wir ja eigentlich in pink - das farblich viel zu ähnlich wäre und damit nicht akzeptabel war. Natürlich hatten wir keinen Satz an Ersatztrikots dabei und so mussten wir uns Trikots vom Timmendorfer Nachwuchs leihen, die in einem Nebenraum aufbewahrt wurden. Jetzt ging die große Nummernsuche los, denn natürlich sollten/wollten die Rückennummern übernommen werden. Bereits beim Durchgehen der vorhandenen Trikots schwante mir böses, denn natürlich gab es kein Torwarttrikot in dem Satz - weder mit meiner Rückennummer 20 noch mit irgendeiner anderen Nummer. Für mich gab es also 2 Möglichkeiten: 
1) Ein zu kleines und damit auch zu enges Trikos anziehen, aussehen wie Bernd das Brot und auch dessen Bewegungsradius (insbesondereim Bereich der Arme) zu haben. 
2) Improvisieren! 
Da Möglichkeit 1 keine gute Idee war, entschieden wir uns für Variante 2 und improvisierten. Gut, dass unsere pinkfarbenen Spieltrikots auf der Innenseite weiß sind. 
Während des Aufwärmens ging ich kurz zu den SR in die Kabine um mein Trikot vorzuführen und bekam die Ansage, dass eine Rückennummer unerlässlich sein. Oooookay... dann basteln wir uns halt eine Rückennummer. Fenja R. war mir dabei behilflich und schuf dieses Meisterwerk:
Soweit so gut, wir hatten jetzt alle passende Trikots und alle Rückennummern... das Spiel konnte also losgehen. Wir schwörten uns auf Spiel und Gegner ein und gingen aufs Eis. Und dann kam eine Ansage von den Schiedsrichtern: Halt! Stop! Alle runter vom Eis! Der Sani hat den Spielbericht noch nicht unterschrieben! Ihr hättet Euch eigentlich nicht mal warmmachen dürfen! Alle in die Kabine!
Okay, alle gingen wieder in die Kabine - in der Tat, es war kein Sanitäter in der Halle. Was tun? Zunächst einmal wurde versucht, beim Unfalldienst, über den die Sanis bestellt werden, jemanden zu erreichen - doch bis ein Ersatz aus Eutin da gewesen wäre, wäre viel zu viel Zeit vergangen und das Spiel hätte abgesagt und gegen uns gewertet werden müssen. Spiessie, Ex-Timmendorfer-Mannschaftskollegin, jetzige Trainerin der Crocodiles, ausgebildete Rettungsassistentin und "zufällig" in der Halle anwesend erklärte sich bereit, den Sanitätsdienst zu übernehmen. Vielen Dank für die spontane Bereitschaft und das Einspringen! Dies drohte aber daran zu scheitern, dass sie keinen Dienstausweis dabei hatte. 😲 Unsere Mitspielerin Sandra sagte daraufhin, dass Sie als Ärztin den Sani-Dienst übernehmen würde und begann, ihre Ausrüstung auszuziehen. Als sie fast festig war, wurde dann doch der Einsatz von Spiessie als Sani genehmigt... Sandra zog ihre Ausrüstung also wieder an und mit etwa 30 Minuten Verspätung konnte das Spiel dann doch endlich beginnen... Gut, dass wir alle inzwischen wieder kalt und unkonzentriert waren. 🙈

Egal, das Spiel begann und wir kämpften von Anfang an um jede Scheibe, jeden Zentimeter Eis. 5 Minuten lang ging das ganz gut - und dann fiel das 1-0 für Crimmitschau. Doch unser Kampfgeist war geweckt und in der 9. Minute wurden wir mit dem Ausgleich belohnt. Fenja B. konnte das 1-1 erzielen. Auch dass Crimmitschau per Nachschuss in der 12. Minute das 1-2 erzielen konnte, brachte uns nicht aus der Fassung. Crimmitschau hatte zwar mehr Spielanteile und schoss deutlich häufiger aufs Tor als wir - dennoch konnten wir uns das 2-2 erkämpfen - wieder war es Fenja B. die einen Nachschuss nutzen konnte. Blöd nur, dass wir dann in einen kollektiven 8-Sekunden-Schlaf fielen, denn genau diese Zeit benötigte Crimmitschau nach Wiederanpfiff um das 3-2 zu erzielen. Ärgerlich weil unnötig - aber nicht zu ändern. Mit diesem 1-Tore-Rückstand gingen wir zur ersten Pause in die Kabinen. 

Wir kamen aber hellwach wieder zurück aufs Eis und es dauerte nur 9 Sekunden, bis Chrissi eine Vorlage von Fenja B. nutzen und das 3-3 erzielen konnte. Das war mal ein Start nach Maß in ein Drittel. Bejubelt wurde dieses Tor von einer Abordnung der Crocodiles, die uns anfeuerten und ganz fest die Daumen drückten, dass wir wenigstens einen Punkt holen würden, damit der Meistertitel nicht nach Sachsen sondern nach Farmsen ginge. Crimmitschau machte nun noch mehr Druck auf unser Tor, ein Angriff folgte dem nächsten. Doch unsere Abwehr stand gut und ich hatte auch einen brauchbaren Tag erwischt und konnte viele viele Scheiben blocken oder festhalten und hatte manchmal auch noch ein bisschen Glück, als ich z.B. schon geschlagen war und die Scheibe am leeren Tor vorbei geschoben wurde. Und weil wir unser Tor so fleissig und hochkonzentriert verteidigten, wurden wir in der 29. Minute belohnt, als Fenja B. Franzi auf die Reise schickte und diese ihren Alleingang gekonnt verwandelte. Wir führten 4-3 - hoppla! Crimmitschau erhöhte die Schlagzahl und drängte uns nun nahezu den Rest des Drittels in unsere Abwehrzone - aber irgendwie gelang es uns, den Ausgleich zu verhindern und die knappe und ehrlich gesagt glückliche Führung in die Pause zu retten. In der Kabine war erstmal durchatmen angesagt bzw. in meinem Fall eher Luftschnappen und röcheln. Unsere 2. Torfrau Tina kam in der Pause auf mich zu und fragte, ob ich weiterspielen wollte. Ich musste gar nicht lange überlegen - ja, ich wollte weiterspielen. Auch wenn ich fast unter Dauerbeschuss stand, machte dieses Spiel echt Spaß. 😜 Und so räumte ich meinen Kasten nicht und spielte mit Tinas Einverständnis weiter. 

Und ich machte auch da weiter, wo ich aufgehört hatte. Es gab einige Paraden, bei denen ich ehrlich gesagt selbst erstaunt war, wie es mir gelungen war, mein Bein, meine Schulter, meine Hand oder mein was-auch-immer noch zwischen Puck und Tor zu bringen. Bei uns schwanden jetzt allerdings die Kräfte und die Schiedsrichter begannen, kleinlicher zu pfeifen. In der 47. Minute bekam Maike eine Strafe und es dauerte knapp eine Minute, bis Crimmitschau die Überzahl nutzen konnte und das 4-4 erzielte. Kaum waren wir nach diesem Treffer wieder komplett, gab es eine Strafe gegen Anni und wir spielten wieder in Unterzahl. Die überstanden wir ohne Gegentor -  genau wie die darauf folgende Strafzeit, die gegen Franzi verhängt worden war. Und kaum war Franzi wieder zurück, gab es die nächste Strafe... zu viele Spieler auf dem Eis. Jennifer saß die Strafe ab und wir mühten und mit 4 Feldspielern, die Scheibe von unserem Tor fern zu halten. Unglücklicherweie folgte Fenja B. noch Jennifer auf die Strafbank und obwohl wir in der 56. Minute wieder mit 4 Feldspielern auf dem Eis waren, hatte Crimmitschau noch zu viel Platz um sich die Scheibe zuzuspielen. In der 56. Minute war das 4-5 die Folge - und es war mega-ärgerlich, dass die Scheibe im Nachschuss mit viel Gestocher ins Tor ging und es uns nicht gelungen war, den Puck vorher noch irgendwie irgendwo in die Pampas zu kloppen. In der 57. Minute fiel dann noch das 4-6 und damit war der Drops dann leider gelutscht.
Dennoch gingen wir nach dieser Niederlage mit erhobenem Haupt vom Eis. Wir hatten Crimmitschau einen großen Kampf geliefert und ihnen alles abverlangt. Crimmitschau sicherte hatte durch diesen Sieg und trotz aller Gegenwehr den Meistertitel gewonnen und bekam direkt vor Ort von Ligenleiter Gerald in der Halle den Pokal überreicht. Selbstsverständlich gratulierten wir fair und blieben auch zur Übergabe des Meisterpokals noch auf dem Eis.
Dass der Trainer von Crimmitschau mir bei der Gratulation bzw. Verabschiedung noch "man hast Du uns heute Nerven gekostet, du hast stark gehalten" freute mich dann doch ein wenig. 😊

Wir nutzten die restliche Zeit auf dem Eis noch kurz, um wenigstens ein Mannschaftsfoto zu machen - in unvollständiger Besetzung und in falschen Trikots - aber wenigstens hatten wir so ein Foto aus dieser Saison.


Da es in dieser Saisons kein Pokalturnier mehr gibt, ist für uns die Spielzeit 2017/18 jetzt beendet - im schlechtesten und leider sehr wahrscheinlichen Fall rutschen wir noch auf den vorletzten Tabellenplatz ab - zwar sind wir dann punktgleich mit Bremerhaven und Hannover auf den Plätzen 3+4, haben jedoch das schlechtere Torverhältnis. Blöd - aber nicht zu ändern. 

Den Tag liessen wir dann bei einem gemeinsamen Essen in der Timme ausklingen - umrahmt wurden wir dabei von "Quasi-Vereinskollegen" - aber im Gegensatz zu denen können wir wenigstens nicht absteigen. 😏

Jetzt ist erstmal Sommerpause - aber die wird wohl auch nur ein paarr Wochen dauern, denn nach der Saison ist ja bekanntlich vor der Saison. Und da geht es zur Vorbereitung wieder in "Berits berühmt berüchtigtes Bootcamp". Und dann? Ja... dann geht es spätestens im September wieder aufs Eis ... und dann... dann geht die Saison wieder los... und: Ja, eine Saison geht bestimmt noch - vielleicht auch als Teilzeitgoalie oder als Stand-By-Reserve-Goalie weil Alexa und Tina mich langsam aber sicher ablösen werden ... nun, wir werden sehen! 😃 Aber egal was passiert: Ich weiß, dass "mein" Tor dann bei den beiden Mädels in guten Händen sein wird. 😊
 

PS: Falls Ihr ihn noch nicht gelesen habt, möchte ich Euch noch den "offiziell-inoffizellen" Spielbericht von Christian ans Herz legen - den gibt es hier als Gastbeitrag: 


Montag, 19. März 2018

19.03.2018 - Endlich mal seriöse Berichterstattung: Christians Bericht über das Spiel SG - Crimmitschau

Die Saison 2017/2018 ist Geschichte, das letzte Spiel liegt hinter uns und dennoch gibt es eine Premiere: Der nachfolgende Spielbericht wurde nicht von mir geschrieben sondern von Christian Schülling, dessen wunderbare Berichte ich immer gern gelesen habe und hier sonst mit Regelmäßigkeit verlinken durfte, weil er für HL-Sports geschrieben und über das Timmendorfer Eishockey berichtet hat. Diese Tätigkeit hat er leider eingestellt, aber als ich ihn nach unserem letzten Saisonspiel gegen Crimmitschau am 18.03.2018 in der Halle traf, musste ich ihn einfach bitten, einen Bericht zu schreiben. Schön, dass er das gemacht hat! Vielen Dank, Christian! 😌 Hier also nun sein Bericht zum Spiel .... meiner kommt - wie immer in dieser Saison - `etwas´ später. 

Dienstag, 13. März 2018

04.03.2018 - Nach den Crocos ist vor den Crocos...

 Eine Woche hatten wir Zeit, um nach unserer Niederlagen gegen die Crocodiles aufzustehen, den Helm zu richten und nochmal Anlauf zu nehmen. Genau diese eine Woche lag nämlich zwischen Hin- und Rückspiel. Allerdings hatten wir diese Partie an unseren "Zweitwohnsitz" verlegt, denn wir spielten in Timmendorfer Strand. Genau... weil wir's können! Apropos können: Wir wollten natürlich in diesem Spiel noch einmal zeigen, dass das zu Ergebnis aus dem Hinspiel einfach zu hoch und zu deutlich ausgefallen war und waren entsprechend motiviert.

Wie immer in dieser Saison glich unser Kader ein bisschen einer Wundertüte: Ein paar Spielerinnen waren wie immer dabei, einige fehlten, einige waren mal wieder dabei... Langweilig wird es bei uns nicht und so hatte Trainer Guido wieder die Aufgabe zu puzzeln und eine Aufstellung zu zaubern. Ich verrate sicher nicht zuviel, wenn ich sage: Es ist im wieder einmal gelungen! 
Wir kamen fast alle pünktlich in Timmendorfer Strand an und bereiteten uns wie immer auf das Spiel vor: laufen auf dem Parkplatz mit anschließendem Dehne und Stretchen, umziehen und Warm up auf dem Eis. Business as usual also. Doch auf dem Parkplatz lag noch jede Menge Schnee und so mussten wir beim Laufen schon ein bisschen aufpassen, nicht ins Rutschen zu kommen. Und kalt war draussen, also richtig kalt, arschkalt quasi. Trotz Laufen und Dehnen hatte ich nicht das Gefühl, richtig aufgewärmt in meine Ausrüstung zu schlüpfen - mir war fröstelig und ich hätte an sich lieber einen dicken Pulli + dicke Socken angezogen und mit einer Tasse Tee + einem guten Buch auf der Couch gelegen. Aber... das Leben ist ja nun mal kein Wunschkonzert und so ging es eben in die Schlittschuhe und den Rest der Ausrüstung und dann ab aufs Eis. Auch nach dem Aufwärmen war mir noch nicht warm aber das ist auch für mich als Frostbeule eher normal. Aber gut, das Spiel lag ja noch vor uns und ich war mir sicher, dass die Crocos noch dafür sorgen würden, dass ich nicht mehr frieren müsste. 😏

Das Spiel begann und bereits das Erscheinen der Schiedsrichter sorgte bei mir für Erstaunen. Die SR kamen aus Niedersachsen. Okay, die kennen wir natürlich auch - aber an sich pfeifen die aufgrund der Fahrtkosten eher selten in unserer Liga in Schleswig-Holstein... Entweder gibt es inzwischen wirklich einen sehr argen SR-Mangel oder die Grippewelle hat auch hier einige Leute ans Bett gefesselt. Ach, ich weiß es nicht. 

Wie dem auch sei: Das Spiel begann und die Crocos setzten uns unter Druck - wie erwartet also. In der 5. Minute nahm das Spiel dann Fahrt auf: Bei 4:16 Minuten trafen die Crocos erstmals und gingen mit 1-0 in Führung. Einmal mehr konnte ein Alleingang nicht verhindert werden und leider fehlte mir das Quäntchen Glück, um den Puck noch abwehren zu können. Gut 24 Sekunden nach Wiederanpfiff gab es dann an der Bande einen Zweikampf zwischen unserer Fenja R. und Lea von den Crocos.  Die SR liessen das Spiel noch einen Augenblick weiterlaufen und unterbrachen erst, als sie realisierten, dass Lea nach diesem Zweikampf auf dem Eis liegen geblieben war. Einer der SR hob erst dann seinen Arm und zeigte eine Strafe an. Hmmm, was war passiert? Für meine kurzsichtigen Augen sah das auf die weiter Entfernung nach einem ganz normalen Zweikampf aus, nichts regelwidriges und Fenja R. ist nun auch nicht einmal ansatzweise dafür bekannt, eine harte oder sogar unfaire Spielerin zu sein. Wir zuckten mit den Schultern und stellten uns darauf ein, jetzt 2 Minuten in Unterzahl spielen zu müssen. Doch es kam anders, denn Lea musste vom Sanitäter behandelt werden und auf Befragung sagte der wohl sinngemäß, dass die Spielerin sich die Schulter kurz ausgekugelt hätte und nicht weiterspielen könnte. Die Schiedsrichter zogen sich dannn zur Beratung zurück, wurden dabei aber von Crocos-Capitän Ronja fast schon belagert und entschieden dann, Fenja R. mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe unter die Dusche zu schicken! 😱 Eine viel zu harte Strafe, vollkommen unberechtigt, denn es hatte kein überhartes oder gar unfaires Foul von Fenja gegeben! Eine 2-Minuten-Strafe wäre vollkommen ausreichend gewesen! Aber es handelt sich um eine Tatsachenentscheidung, mit der wir nun leben mussten und die uns für 5 Minuten in Unterzahl bedeutete. Und damit nicht genug, denn durch den Ausschluss von Fenja R. musste Guido unsere Reihen nochmal umstellen. 
Diese lange Unterzahl-Situation überstanden wir ohne Gegentor und auch im weiteren Drittel-Verlauf konnten wir die Crocos von unserem Tor fernhalten. Und wenn Sie doch mal in die Nähe kamen, gelang es mir, wenigstens das Überqueren der Torlinie durch den Puck zu verhindern - also jedenfalls fast, denn 5 Sekunden von dem Ende des Drittels wurde ein Abpraller doch noch an mir vorbeigeschoben und es stand 0-2. Hmpf! 

Auch im 2. Drittel bemühten wir uns nach Kräften, die Scheibe von unserem Tor fernzuhalten und diese eher in die Nähe des Tores der Crocodiles zu bringen. Letzeres gelang gelegentlich aber es dauerte bis zur 26. Minute, bis das nächste Crocos-Tor fiel und es 0-3 stand. In der 32. Minute gab es dann noch einen Doppelschlag der Crocos und das Ergebnis wurde auf 0-5 hochgeschraubt. Wir hatten im Anschluss zwar noch einige Torchancen, zeigten uns aber als guter Gastgeber, liessen diese ungenutzt und gingen mit dem 0-5-Rückstand in die zweite Drittelpause. 

Im letzten Drittel wollten wir es etwas besser machen und das gelang uns zwischenzeitlich recht gut. Nadine konnte in der 45. Minute eine Vorlage von Chrissi nutzen und das 1-5 erzielen. Und da man uns weiterhin etwas mehr Platz auf dem Eis liess, konnte Fenja B. in der 52. Minute sogar auf 2-5 verkürzen. Crocos-Coach Sarah war im Anschluss daran aber wohl der Meinung, dass wir nun genug mitgespielt hatten. Sie regierte auf jeden Fall etwas genervt nahm eine Auszeit und forderte ihr Team lautstark auf, sich endich wieder aktiv am Spielgeschehen zu beteiligen und sich gefälligst nochmal den Arsch aufzureißen. Ups... 😀 Nach dieser Ansage erhöhten die Gäste auf jeden Fall ihr Tempo wieder. Schade und anstrengend zugleich. Doch bis zur 57. Minute konnten wir das nächste Gegentor verhindern. Dann allerdings war einfach zu viel Verkehr vor meinem Tor und ich hatte keine Chance, den Schuss von der blauen Linie zu sehen, den Lea abgefeuert hatte. ... Moment mal ... Schlagschuss von der blauen Linie von Lea? Die hatte sich doch in der 5. Minute bei dem "brutalen Monstercheck" von Fenja R. an der Schulter verletzt... Nun ja, reden wir nicht drüber - es reicht ja, dass wir uns nach wie vor fürchterlich über die unberechtigt hohe Strafe gegen Fenja ärgerten. Es blieb auch nach 60 Minuten bei dem 2-6 und wir konnten a) das letzte Drittel gewinnen und b) uns im Vergleich zum Hinspiel immerhin um 3 Gegentore verbessern. Es sind ja manchmal die kleinen Dinge im Leben, über die man sich freuen kann und muss. 😉 Auf jeden Fall gab es keinen Grund für uns, nach diesem Spiel den Kopf gänzlich hängen zu lassen.

Uns bleiben jetzt 2 Wochen Zeit um uns auf das nächste Spiel vorzubereiten: Am 18.03.2018 erwarten wir den Tabellenführer aus Crimmitschau zum letzten Spiel der Saison an der Ostsee - und gerade gegen diesen Gegner haben wir nach der deutlichen 13-2-Niederlage im Hinspiel noch etwas wieder gut zu machen. Unglücklicherweise wird Fenja R. bei diesem Spiel gesperrt sein und nicht nur sie ärgert sich darüber ganz arg. 😧 Aber ich bin mir ganz sicher, dass jeder von uns bei diesem Spiel noch eine Schippe extra drauflegt um für Fenja mitzuarbeiten und mitzukämpfen. 😊 👍