Mittwoch, 5. Mai 2021

Mai 2021 - Wie Corona mich in Bewegung bringt

Ein Satz, der ja gerade regelmäßig zu hören und zu lesen ist, ist:

Das macht was mit einem.

Ich deute das für mich so: Jeder von uns hat sein Päckchen zu tragen, trotz Stillstand und "Ausnahmezustand" verändert sich vieles, nimmt einen mit und alle sind eingeschränkt/traurig/wütend/genervt/emotional/ausgelaugt/müde/erschöpft/enttäuscht/einsam/gestresst/überlastet/am Rande des Nervenzusammenbruchs und so weiter...

 Fakt ist, dass die Situation, in der wir uns ja nun schon seit über einem Jahr befinden, an niemandem spurlos vorbei geht. Keiner kann sich dem entziehen und das Leben führen, dass er kennt/mag/will/gewohnt ist. Das hat sicher viele Nachteile aber vielleicht auch für den einen oder anderen Menschen auch Vorteile . ich möchte das gar nicht bewerten. Ich denke, jeder vermisst etwas, hat Sehnsucht nach "Normalität" - wie immer man die für sich auch definieren möchte.

Ich persönlich bin jetzt seit Mitte März 2020 in Kurzarbeit und habe entsprechend ungewohnt viel Zeit, die ich nicht im Büro verbringe. Auf das Berufliche möchte ich an dieser Stelle aber bewusst nicht weiter eingehen - die Situation ist, wie sie ist. Sie ist für ich (gelinde gesagt) bescheiden und es besteht in "meiner" Branche aktuell auch nicht viel Aussicht auf schnell, zeitnahe Besserung. Doch wie gesagt, das soll hier nicht das Thema sein. Darüber zermartere ich mir schon genug den Kopf - hier möchte ich mich dem Thema "Freizeit-Gestaltung in Zeiten von Corona" widmen. 

Im Normalfall stehen bei mir etwa 40-50 Arbeitsstunden pro Woche an. Und außerhalb der Arbeitszeit ist mein Kalender mit Trainingseinheiten, Treffen mit Freunden und sonstigen Freizeitaktivitäten wie Sport-Events, Theater, Konzerten etc. gut bis sehr gut gefüllt. Ich bin viel unterwegs, viel unter Menschen, habe sowohl beruflich als auch privat wohl mehr Action als Couch-Momente. Und ich mag das, ich mag meinen gefüllten Kalender, ich mag Trubel und Abwechslung und ich mag auch sehr gern Menschen um mich herum haben.

Der 1. Lockdown brachte im März 2020 schon einen krassen Wandel mit sich. Nix mehr mit Sport, Freude treffen etc. Die Eishockey-Saison wurde von jetzt auf gleich beendet und auch Sport-Veranstaltungen, Theater und Konzerte fielen natürlich aus. Man verbrachte sehr viel Zeit zu Hause. Das konnte ich da noch recht gut. Das Wetter war ja schon ab Mitte März wunderbar sonnig, die Temperaturen stiegen und man ging ja irgendwie auch noch davon aus, dass wir einigermaßen schnell mit dem Thema "Corona" durch sind und dann wieder in die Normalität zurück kehren können. Ach, wie man sich doch irren kann...? Damals putze man dann noch hochmotiviert seine Wohnung, räumte Keller, Dachboden, Kleiderschrank etc. auf, genoss nebenbei die Sonne und teilte auf seinem Facebook-Profil lustige Sprüche wie diesen hier: 

Und dann dauerte und dauerte und dauerte das ... und im Dezember 2020 gab es nicht einmal Weihnachtsmärkte. :-( Und die ganze Scheixxe dauert ja leider noch immer an. Im Sommer 2020 wurde uns dank sinkender Infektions-Zahlen (oder wie wir ja nun mittlerweile alle wissen dank "sinkender Inzidenzien") wieder ein wenig mehr Freiheit zugestanden. Immerhin durften sich bis zu 10 Personen treffen - aber die bekannte Normalität war das natürlich noch nicht. 

Aber weil man sich ja irgendwie beschäftigen muss (insbesondere wenn man eben so unfassbar-ungewohnt viel freie Zeit hat), fängt man an, "merkwürdige" Dinge zu tun. Bei mir heißt diese "merkwürdige" Sache: BEWEGUNG. Ja, ich spiele schon zig Jahre Eishockey und treibe entsprechend auch regelmäßig Sport. Aber ich bin Torwart und entsprechend lauffaul. Und wenn ich Sport treibe, dann brauche ich den Gruppenzwang, die Mannschaft, die Gemeinschaft, das Wissen, dass "die" ohne mich (also ohne Goalie) nicht richtig vernünftig trainieren können. Dann kann ich mich auftraffen und bin gern dabei. Aber so "Einzelsport"? Also allein aufraffen und dann laufen, radfahren o.ä.? So ganz ohne Mit- bzw. Gegenspieler? Ohne Wettbewerbscharakter? Ohne Challenge? Wo soll denn da der Reiz sein? Aber ... ich schrieb es eingangs ja bereits: Corona macht was mit einem!

Im Frühjahr 2020 habe ich mir ein SUP gekauft, also ein Stand Up Paddling-Board. Hier war Yvonne "schuld", denn sie hatte "vorgelegt" und sich ebenfalls ein Board gekauft. Damit hatte ich mit ihr dann einen "SUP-Buddy", mit dem man zusammen die Wasserstraßen unsicher machen konnte. Und da ist es wieder: zusammen! In den letzten Jahren hatte ich das Paddeln schon ein paar Mal ausprobiert, mir dazu dann jeweils stundenweise ein Board gemietet und Gefallen an dieser Art von Entschleunigung gefunden. Man steht da auf seinem Brett, sucht (und findet im Idealfall) sein Gleichgewicht, paddelt dann mehr oder weniger entspannt durch die Gegend und beobachtet die Langschaft. Dabei kann man seinen Gedanken prima nachhängen und fast jederzeit eine Pause machen, in der man die Beine dann ins Wasser hängt. Wirklich eine tolle Sache! Ich habe im Sommer 2020 also viel Zeit auf meinem Board verbracht - allein und in Begleitung die Alster und die Bille unsicher gemacht und so sehr viele Sonnenstunden genießen können. Ich glaube, so braun gebrannt war ich zuletzt, als ich noch in die Schule ging und in den Sommerferien aufgrund der geografischen Lage meines Heimatsortes an der Lübecker Bucht 6 Wochen ununterbrochen an (und in) der Ostsee verbringen konnte. Ich denke, die Anschaffungkosten für das SUP habe ich in diesem Jahr definitiv schon eingepaddel und könnte dann nächstes Jahr in die Gewinnzone kommen. ;-) 

Und wenn ich im Sommer nicht auf dem SUP stand, dann bin ich Fahrrad gefahren. Osdorfer Feldmark, Elbstrand, Volkspark, Klövensteen, Elbufer... ich habe etliche Kilometer zurück gelegt und nicht nur die nähere Nachbarschaft kennen gelernt. Dabei habe ich zum Beispiel auch die nützliche Erkenntnis gewonnen, dass es zwar toll ist, in Blankenese an die Elbe zu fahren (parallel zum Treppenviertel), man aber nicht vergessen sollte, dass man die Berge dann auch wieder irgendwie wieder hoch muss... 😕

Zum Glück gibt es ja moderne Technik, mit der man Zeit, Geschwindigkeit und Distanz mitschneiden kann - und wenn man plietsch ist, dann kommt man auch von Anfang an auf die Idee, die App zu starten. Bin ich aber offensichtlich nicht. Und so kann ich zwar sagen, dass ich rund 48 Stunden auf dem SUP stand und dazu noch mindestens die gleiche Zeit auf dem Rad - aber es handelt sich nur um geschätzte Zahlen, weil mir die Idee mit dem Tracken leider doch erst später kam. Was für ein Anfängerfehler - aber der passiert mir jetzt im Jahr 2021 definitiv nicht mehr. Da bin ich jetzt deutlich konditionierter. 

Außerdem haben wir uns mit den Eishockey-Mädels vom HSV regelmäßig zum Sommertraining getroffen - damals, als man das gerade mal durfte - mit penibel geführten Anwesenheitslisten, reichlich Abstand und literweise Desinfektionsmittel. Wir sind da dann rund um die (abgetaute) Eisfläche gerannt, haben Spaß mit der Koordinationsleiter gehabt und uns auf dem Beton Scheiben zugespielt. Angesichts der Sommer-Temperaturen floss da viel Schweiß und trotzdem war es schön. Auch, weil es nach dem Training dann auf dem Parkplatz in Stellingen sogar noch ein Parkplatz-Getränk gab. Klar, der Elektolyte-Haushalt muss ja stimmen. Auch da hielten wir uns an die geltenden Regeln, hielten mindestens 2 m Abstand zur Nebefrau und mussten entsprechend laut reden - aber man hatte Menschen um sich herum. ... hatte schon fast einen Hauch von Normalität. 

Im August habe ich mir dann eine günstige Smart-Watch gekauft. Nix dolles, ein Billig-Modell vom Discounter - aber sie hat eben einen integrierten Schrittzähler. Wie pratisch. Klar, das Handy hat die Funktion auch, aber das habe ich eben nicht immer bei jedem Schritt am Mann bzw. an der Frau. Mein Tageslimit setzte ich mal ganz bescheiden auf 6.000 Schritte - und wollte mal sehen, ob sich dieses erreichen liess. In der dazugehörenden App gibt es immer einen grünen Balken im Kalender - und da will man doch auf gar keinen Fall Lücken haben. Also entwickelte ich einen gewissen Ehrgeiz, möglichst jeden Tag die Mindestanzahl zu erreichen und dies gelang mir seitdem tatsächlich bislang jeden Tag. Es gibt seit dem Kauf der Uhr keinen Tag ohne grünen Balken - und ja, mein innerer Monk findet das tatsächlich sehr befriedigend. ;-) 

Im Herbst wurde es dann leider langsam zu kühl zum Paddeln, jedenfalls, wenn man so ein Schönwetter- SUPper ist wie ich, der keinen Neoprenanzug besitzt. Also stand ich nicht mehr auf flüssigem, warmen Wasser sondern tauschte den Untergrund gegen kaltes, gefrorenes Wasser - die Rückkehr auf das geliebte Eis stand an. 

Schon Mitte Juli ging es in der Saison 2020/21 erstmals mit den Hobbymannschaften in der Hamburger VoBa auf's Eis. Klar, es war doof, dass wir die Kabinen nicht nutzen durften und die Halle erst 5 Minuten vor Trainingsbeginn betreten werden durfte. Aber wir waren brav und uns eben vor der Halle auf dem Parkplatz um und wackelten dann in der Arena in voller Montur die Treppen zur Eisfläche hinunter. Gerade für Goalies ein ganz besonderes Vergnügen. Ein Pinguin bewegt sich da graziler und eleganzer als ich. Aber *hey* - wir durften aufs Eis, wir durften trainieren und wir durften Eishockey spielen. Da bringt man dann eben auch mal Opfer. Später ab Oktober durften wir beim Vereinstraining in Stellingen sogar die Kabinen benutzen. ja, wir mussten nach dem Training alles desinfizieren, per QR-Code ein- und auschecken und in der Kabine und auf dem Weg zur Eisfläche eine Maske tragen. Aber *hey* - wir durften aufs Eis, wir durften trainieren und wir durften Eishockey spielen.

Seit Anfang November 2020 dürfen wir jetzt wieder nicht mehr auf's Eis. Nachdem die Saison 2019/20 im März plötzlich von jetzt auf gleich abgebrochen wurde, hat Corona uns die Saison 2020/21 gleich komplett genommen. Es gab seitdem keine einzige Eiszeit mehr und ob und wann es wieder losgehen wird, steht aktuell auch noch in den Sternen. Ich persönlich hoffe inständig, dass wir wenigstens im Herbst 2021 wieder in irgendeiner Form loslegen dürfen. Denn auch, wenn ich oft über das Training und die komischen Eiszeiten gemeckert habe, vermisse ich den Sport, die Mannschaftskollegen, das ganze Drumherum und vielleicht auch das Kabinenbierchen doch sehr. 

So (mannschafts-)sportlos mit einem Schrittzäher ausgestattet musste also ab November wieder eine Form der Bewegung her. Zum Paddeln war es mir eindeutig zu kalt und Fahrradfahren in meiner absolut-nicht-atmungs-aktiver Regenjacke macht auch nur bedingt Spaß. Aber was tun? Youtube-Videos anschauen und im heimischen Wohnzimmer nachturnen? Och nö, lass mal, das ist nix für mich. Aber gefühlt geht ja seit Corona ganz Deutschland spazieren und natürlich ist dieser Trend auch nicht an mir vorbei gegangen. (Haha, was für ein Wortspiel!?!). Also schloss ich mich diesem Trend an und reiße als lauffauler Torwart jetzt auch meine Kilometer ab. 

Direkt hier hinter dem Haus haben wir ein Naturschutzgebiet mit einem See, den man prima umrunden kann. Die einfache, kleine Runde sind knappe 3 km. Selbstverständlich kann man die Runde auch ausdehnen, dann kommt man am Freibad vorbei und kann so auf 5-7 km kommen. Und wenn man dann noch nicht genug hat, dreht man einfach noch eine Runde - und noch eine und noch eine und noch eine. Egal, ob links- oder rechtsherum oder doch erst rechts- und dann gleich nochmal linksherum... man hat quasi unendliche Möglichkeiten. ;-) 

Mitte Dezember kam ich dann auch endlich auf die grandiose Idee, meine Aktivitäten mit der Sportstracker-App zu tracken. Die erste Aufzeichnung datiert vom 21.12. und weist eine Runde von 4,75 km aus. Und dann ist das ein wenig eskaliert, denn seitdem bin ich nahezu jeden Tag losmarschiert und drüccke den Start-Knopf der App. 

Natürlich haben sich seitdem einige "Weggefährten" gefunden, mit denen man sich ganz gezielt zum Spazieren verabredet. Aus regelmäßigen Streifzügen mit Kerstin ist dann bereits Anfang Januar die Idee entstanden, am Nordmarsch teilzunehmen und für die 25km-Distanz zu melden. Der Marsch rund um Hamburg sollte eigentlich am 22. Mai stattfinden, wurde aber aufgrund der Corona-Einschränkungen bereits jetzt auf den 2. Oktober verschoben. Wir nehmen also etwas mehr Anlauf und haben damit mehr Zeit, uns vorzubereiten. Ehrlich gesagt, habe ich doch Respekt vor der Distanz - aber der Ehrgeiz, die Strecke in einer guten Zeit zu schaffen, ist auf jeden Fall da. 

Apropos Vorbereitung: Stand 05.04.2021 habe ich in diesem Jahr (also seit 01.01.2021) 680 Kilometer zurück gelegt und war 129 Stunden unterwegs. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt.

Dabei entdeckt man natürlich viel von seiner Umgebung und bemerkt mittlerweile auch kleine Veränderungen. Bis ich hier täglich meine Kreise drehte, wusse ich zwar, dass auch der Wiese hier hinter dem Haus Kühe leben, hatte aber keine Ahnung, dass die echt neugierig sind, sehr gern an den Zaun kommen und sich streicheln lassen. Und dass in der Osdorfer Feldmark relaxte Rehe und interessierte Eichhörnchen leben, wusste ich so auch noch nicht. Im Januar konnte man plötzlich in einem Winter-Wonderland wandern und für sehr kurze Zeit sogar die Schlittschuhe schnüren und auf dem gefrorenen See seine Runden drehen. (Miese Eisqualität aber geiles Gefühl!). Dann kam die Zeit der Regenjacke und aktuell kann man sehr gut beobachen, wie jeden Tag alles ein bisschen grüner wird weil die Natur gerade richtig Gas gibt.




 
Und wenn ich "meine" Seerunde satt habe, dann weiche ich in den Volkspark, den Jenischpark, den Gosslerpark oder ans Elbufer aus. Ja, man hat hier einige Möglichkeiten - und das ist gut so.
 
Irgendwann hatte ich dann aber das Gefühl, dass die absolvierten Kilometer für Kondition und Ausdauer sicher durchaus förderlich sind, aber die Muskulatur und die Beweglichkeit (sofern sie jemals wirklich vorhanden waren) dennoch nachlassen und abbauen. Dagegen wollte ich ansteuern - aber eben auch hier nicht allein im Wohnzimmer mit Youtube-Video!

Ich glaube ja schon "seit ewig" daran, dass im Leben nichts ohne Grund passiert, und so kam es, dass ich bei Instagram über eine Story von Bella stoplerte, die ich noch aus alten Timmendorfer Eishallen-Gastro-Zeiten kenne und die mittlerweile in London Yoga unterrichtet. Bella bot dort "Lockdown-Yoga-Zoom" an und bestätigte mir auf Nachfrage, dass ihre Stunden auch für Anfänger geeignet sind. Bevor ich es mir anders überlegen konnte, hatte ich mich angemeldet und überwiesen. Und so ging es Mitte Februar für mich mit Yoga los. Das schöne ist, dass es hier einen festen Termin gibt und damit der von mir gewünschte (und offensichtlich auch benötigte) Gruppenzwang herrscht. Klar, auch hier würde das Training ohne mich stattfinden und natürlich kann sich natürlich auch abmelden - aber die Blöße will man sich dann ja auch nicht geben. 

Bei der ersten Stunde erlebte ich tatsächlich zunächst eine positive Überraschung und stellte fest, dass ich doch gar nicht steif wie ein Stock zu sein und tatsächlich noch etwas Muskulatur vorhanden zu sein schien. Auch an den Folgetagen hatte ich überraschenderweise keinen Muskelkater. Toll! Und je länger ich jetzt dabei bin, desto größer wird die "Hassliebe" zu meiner Yoga-Matte. Ich habe nicht das Gefühl, dass sich Fortschritte einstellen, habe aber dennoch den Ehrgeiz, weiter zu machen. Das ist doch immerhin schon was. Nach der Stunde fühle ich mich gut - auch wenn ich die Meditationsphasen am Anfang und am Ende echt zu ungeduldigt und zu unruhig bin. Aber ich habe gelernt, mein Mikro stumm zu schalten - einerseits als Selbstschutz und andererseits auch, damit die anderen Teilehmer mich nicht fluchen und leiden hören müssen ;-) 

Außerdem haben wir mittlerweile auch mit den Eishockey-Mädels angefangen, via Zoom einmal in der Woche gemeinsam zu trainieren. Jeden Montag treffen wir uns vor dem Rechner und "turnen" uns eine Stunde lang durch die bunte Welt von Stabi- und Kraftübungen. Das Trainingsplan stellen wir abwechselnd selbst zusammen und immer wenn ich an der Reihe bin, schaue ich YouTube-Videos. Ich mag die Videos, in denen man sehen und hören kann, dass der Instruktor seine eigenen Übungen anstregend findet und deshalb schimpfend und stöhnend ins Schnaufen kommt. Das sind dann meist Übungen, die vermutlich auf meinem Trainingsplan eher keine Berücksichtigung finden werden. 😂

Nebenbei haben wir mit den Mädels noch eine Lauf-App-Gruppe gegründet und setzen uns da gemeinsam ein Kilometer-Ziel, das wir gemeinsam innerhalb der Folge-Woche erreichen möchten. Da hauen wir uns also jetzt unsere absolvierten Kilometer um die Ohren und spornen uns so dazu an, möglichst täglich Strecke zu machen. Auch hier hilft der so entstandene "Gruppenzwang" wohl nicht nur mir weiter, denn egal, mit wem man aus der Mannschaft spricht: den meisten Mädels fällt es in der Gruppe doch leichter, sich zu motivieren. 

Tja, was soll ich abschließend sagen, wie komme ich jetzt aus diesem Text hier wieder raus? Keine Ahnung, ich versuche es einfach mal. Ich glaube, so fit wie aktuell war ich lange nicht mehr - und dennoch freue ich mich jetzt schon auf den Tag, an dem wir endlich wieder gemeinsam auf das Eis dürfen und wieder zurück in die Normalität kommen. Ich vermisse die Gemeinschaft, das Miteinander, den Wettkampf, das Kabinenbierchen, den Gruppenzwang und darüber hinaus auch die blauen Flecken und die Maskentreffer (die, die so schön geklingelt haben in meinen Ohren!) Können wir bitte bald wieder in die Normalität? Das wäre schön...

Und apropos schön: Natürlich gibt es jetzt Menge schöner Bilder, die bei meinen Streifzügen entstanden sind. Hier eine Auswahl:



Samstag, 26. September 2020

26.09.2020 - Bestandsaufnahme: Rückblick, Inventur, Aussicht

Der Sommer geht zur Neige, der Herbst beginnt und damit fängt auch die Eishockeysaison langsam wieder an. Wobei das mit dem "der Sommer geht zur Neige, die Eishockeysaison geht jetzt wieder los" eigentlich gar nicht so ganz stimmt, denn ich habe bereits im Juli also direkt nach dem im Sommerurlaub, auf dem Eis gestanden und seitdem bei den Nighthawks (einer gutgelaunten Hobby-Mannschaft) auch ziemlich regelmäßig mittrainiert, mit denen ein Turnier gespielt und zudem bei Girls-Eishockey.de noch als Coach bei einem Trainingscamp auf dem Eis gestanden. 

Aber irgendwie sind ja in diesem Jahr so unfassbar viele Dinge ganz anders. Seit März sind wir ja alle ziemlich weit weg von der Normalität - ich merke das sowohl beruflich als auch bei "meinem Sport". Die Saison 2019/20 endete aufgrund von Corona quasi von jetzt auf gleich und mit dem Frauen-Team konnten wir nicht einmal alle unsere Punktspiele bestreiten. Ganze 3 Spiele fielen im März wegen des Saisonabbruchs weg - das eine Menge, wenn man bedenkt, dass die Saison bei uns eh nur 12 Spiele gehabt hätte. Mit den Herren konnten wir zwar alle Spiele bestreiten, aber es gab keine Saisonabschlussfeier, kein Tequillatrinken auf dem Kiez, nicht mal ein Abschlussbier in der Kabine. Die Saison wurde quasi per Mail beendet und wann und wie die nächste Saison beginnt und abläuft steht jetzt noch in den Sternen. Aktuell wird uns beim Eishockey nicht einmal die Nutzung der Kabinen gestattet und wir ziehen uns auf dem Parkplatz vor der Halle im Freien um. Im Sommer mag das noch einigermaßen gehen, aber bei Herbst-Regen bzw. bei Winter-Temperaturen wird das eine echte Herausforderung.

Ich hatte für mich bereits im November oder Dezember letzten Jahres den Entschluss gefasst, dass die Saison 2019/20 meine letzte "richtig aktive" bei den HSV Frauen sein würde. Ich möchte 2020/21 nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen sondern nur noch als "Bedarfs-Trainingsgast" und als "Mädchen für alles" an Spieltagen dabei sein. Bei den Oldtimern möchte ich aber weiter trainieren und eventuell auch mitspielen, wenn Bedarf ist. Vielleicht kann man es Abschied auf Raten bezeichnen. Bereits seit etlichen Jahren habe ich eigentlich jedes Jahr meine "das ist die letzte Saison" bestritten um dieser Aussage dann doch noch eine weitere folgen zu lassen. 

Aber wie heißt es noch so schön: 

"Nichts ist so beständig wie der Wandel." (Heraklit von Ephesus, 535-475 v. Chr.)

Schauen wir doch mal zurück: 

Ich habe Anfang der 90'er Jahre angefangen, "richtig" Eishockey zu spielen, also regelmäßig zu trainieren und auch zu spielen. Anfang der 90'er ... oh, warte, das ist jetzt tatsächlich knapp 30 Jahre her (naja, nicht ganz, ein Jahr fehlt da noch...) und auch wenn es sich nicht so anfühlt, ist das echt schon eine verdammt lange Zeit, in der viel passiert ist und ich viel erlebt habe. Erst war ich lange in Timmendorfer Strand aktiv, habe dort sogar in der 2. Liga gespielt und wir sind nur wegen der Insolvenz des damaligen ETC wieder abgestiegen. Dann bin ich in Richtung Hamburg umgezogen und war die wöchentlichen Trainigsfahrten (rund 100 km einfache Strecke) zum Training an die Ostsee irgendwann leid. Das war der 1. Versuch, meine aktive Laufbahn zu beenden und dann wurde ich überraschend vom HSV zum Training eingeladen. Ein Vereinswechsel und die Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs waren die Folge und auch der liegt schon wieder ganz schön lange zurück. Neben dem Eishockey habe ich auch noch ein paar Jahre im Sommer in Kiel beim Inline-Hockey versucht, Gegentore zu verhindern und in der gleichen Sportart noch ein kurzes Gastspiel bei den (mittlerweile nicht mehr existenten) HSV NorthStars gegeben. Zugegeben, ganz so euphorisch wie in der Anfangszeit bin ich mittlerweile nicht mehr, aber dennoch ist noch immer jeder gehaltene Puck ein guter Puck und ich bin auch noch oft bereit, zu Uhrzeiten auf dem Eis zu stehen, in denen andere Menschen schon ins Bett gehen. Vollkkommen abgeklungen ist das Hockeyfieber auch nach all den Jahren doch noch nicht. 😉 

Ich kann mittlerweile gar nicht mehr sagen, wie viele Stunden ich in all diesen Jahren auf dem Eis verbracht habe, wie viele Kilometer ich auf dem Weg zu Eishallen in ganz Deutschland zurück gelegt habe und wie viele Rollen Klebeband ich verbraucht habe, damit die Ausrüstung da sitzt, wo sie sitzen und schützen soll. Ich habe keine Ahnung mehr, wie viele Spiele ich überhaupt gemacht habe, wie oft auf mich geschossen wurde, wie viele Gegentore ich kassiert habe, wie viele Schüsse ich abwehren konnte und wie viele blaue Flecken ich mir eingefangen habe. Ich muss sicher lange überlegen, um alle Orte zu nennen, an denen ich Eishockey gespielt habe und auch bei den Mannschaften, gegen die wir gespielt haben, kriege ich wohl nicht mehr alle zusammen. Gleiches gilt sicher auch für Mitspieler*innen und Gegenspieler*innen. Aber es macht irgendwie noch immer Spaß und auch wenn die Knochen nach einem Training oder Spiel schmerzen, ist es irgendwie doch noch zu früh um ganz aufzuhören.

 Als ich vorhin meine Tasche für das heutige Training (welches übrigens von 22.00 - 23.30 Uhr gehen wird) packte, habe ich die Freizeit genutzt und ein meinen Sportklamotten-Kleiderschrank im Keller durchsortiert und aufgeräumt. Dabei fiel mir dann einmal mehr auf, wie viel Ausrüstung sich im Laufe der Jahre angesammelt hat. Dort liegen mittlerweile: 

  • 2 Masken
  • 1 Eishockeyhelm
  • 3 Gitter
  • 3 Fanghände
  • 3 Stockhände
  • 1 Paar Eishockey-Handschuhe
  • 3 Brustpanzer
  • 3 Paar Knieschützer
  • 2 Paar Schienen
  • 2 Eishockeyhosen
  • 12 Schläger
  • 1 Unihockey-Schläger
  • 45 Pucks
  • 1 Holzkugel
  • 4 Paar Schlittschuhe
  • 2 Paar Inlineskates
  • 2 Paar Turnschuhe (wenig Kilometer gelaufen!)
  • 4x Tiefschutz
  • 4x Halsschutz
  • 12 Paar Stutzen
  • 32 Trikots
  • 5 Kufenschoner
  • 4 Jogginghosen
  • 6 Trainingsanzüge
  • 3 Trillerpfeifen
  • 10 x Schweißwäsche
  • 15 Paar Sportsocken
  • 2 Rückenbandagen
  • 6 Kniebandagen
  • 5 Trinkflaschen

Puh, das ist echt ganz schön viel Kram - aber der wird eben noch (mindestens) eine Saison benötigt - auch, wenn aktuell noch niemand sagen kann, wie die ausschaut und unter welchen Umständen die Corona-Pandemie einen geregelten Trainings- und Spiebetrieb zulassen wird. Es gibt also noch keine Trainingszeiten, keinen Spielplan, dafür aber viele offene Fragen und entsprechende Fragezeichen, wenn es um den Sport in den nächsten 5-6 Monaten geht. Aber irgendwie freue ich mich trotzdem schon auf die nächsten Eiszeiten... 😊

Dienstag, 4. August 2020

04.08.2020 - Warum ich Online-Shopping doof finde...

Ich finde Online-Shopping doof - wirklich! Ich mag weder ebay, noch Amazon und ich eigentlich mag ich auch keine anderen Händler, die in den Tiefen des World Wide Web ihre Waren feilbieten. Ja, ich gucke gern online durch die Shops, gehe auf einen virtuellen Schaufensterbummelund packe auch oft viele Dinge in meinen Warenkorb. Allerdings nur, um dann das Fenster dann einfach zu schließen - OHNE etwas zu kaufen. Und ja, natürlich bestelle ich online regelmäßig Tickets für Veranstaltungen. Aber auch da wähle ich dann lieber die Print-at-Home-Variante, damit ich bloss nicht auf die Lieferung warten muss und einem womöglich noch einem Versanddienstleister ausgeliefert bin.

Zum einen nehme ich die Sachen, die ich kaufen möchte, gern in Augenschein und möchte sie auch anfassen bzw. bei Kleidung auch gern anprobieren. Einige Male ist es mir passiert, dass ich nach einem Einkauf von Qualität und Passform der gekauften Artikel so enttäuscht war, dass ich die gesamte Sendung zurück schicken musste. Zum anderen unterstütze ich durch Offline-Shopping wenigstens im Rahmen meiner Möglichkeiten den lokalen Handel, der eben vor Ort Arbeitsplätze schafft, hier Steuern zahlt und zudem auch Einkaufsstraßen bzw. -center durch sein Geschäft belebt. Support your local Dealer! Aber auch die sofortige Verfügbarkeit der Ware und damit die Unabhängigkeit von Lieferdiensten ist für mich ein absolutes Argument pro "Local-Shopping". Denn gerade wenn ich auf Pakete mit selbstbestellter Ware warte, dann passiert meistens einiges und genau das ist der Hauptgrund für meine Abneigung gegen Online-Shopping.

So ganz lässt es sich auch für mich leider nicht immer vermeiden, online zu bestellen. Vor etwa 2 Jahren habe ich mich z.B. in ein paar grüner Stiefel verliebt, die mir nicht mehr aus dem Kopf gingen und die ich auch nach einigen vielen "Nächten des darüber Schlafens" noch immer besitzen wollte. Einen Shop in der näheren Umgegbung Umgebung hatte dieser Händler leider nicht und eine Rabattaktion, die die Stiefel einigermaßen bezahlbar machte, führte dann letztlich dazu, dass ich eben doch online bestellte. Als Lieferadresse wählte ich meine Firmenanschrift aus, wo die Anlieferung Montag - Freitag zwischen 8-17 Uhr und am Samstag noch zwischen 9-13 Uhr durchgehend möglich ist. Ich versprach mir davon, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Paket dort zugestellt werden könnte größer war als an unserer Privat-Anschrift. Natürlich wollte ich mir damit in erster Linie Hinterlegung und Abholung in der Postfiliale ersparen - ach herrje, was war ich naiv?! 😖
Der Händler schickte mir die Versandbestätigung inkl. Trackingcode für DHL zu und ich war optimistisch, innerhalb der nächsten 2-3 Tage das Paket in Empfang nehmen zu können. Doch denkste, natürlich kam es anders...
Am Freitag bekam ich per Mail die 1. Info von DHL, dass mein Paket nicht zugestellt werden konnte - okay um 18.57 Uhr war wirklich niemand mehr in der Firma anzutreffe. Der 2. Versuch war ebenfalls erfolglos: Samstag, 16.43 Uhr. Immerhin konnte ich mir Sonntags noch schnell die Benachrichtigungskarte aus dem Briefkasten der Firma holen, meinem Lieblingsmenschen damit eine Vollmacht ausstellen und ihn bitten, am Montag zu den Öffnungszeiten der Post das Paket abzuholen. Er hat es dann versucht, hatte neben der Vollmacht noch meinen Ausweis, eine Visitenkarte mit meinem Namen und der Firmenanschrift dabei und bekam das Paket dennoch nicht. Erst, als er von mir per WhatsApp noch einen Screenshot des Paket-Trackingverlaufes zugeschickt bekam, liess sich die Post-Dame dann doch noch erweichen und händigte ihm mein Paket aus. Gratis gab es von ihr dann noch die spitze Bemerkung dazu, dass Pakete mit einer Firmenanschrift eigentlich gar nicht bei der Post hinterlegt werden dürften. Letztes war mir aber herzlich egal, hatte ich doch nach etwas über gut 2 Wochen endlich meine bestellten und so herbeigesehnten Schuhe erhalten. Zum Glück waren Qualität und Passform so gut, dass keine Rücksendung nötig war. 😊


Vorletzte Woche hatte der Lieblingsmensch dann selbst wieder einmal online bestellt und meine Firmenanschrift (mit meinem Namen versehen) als Lieferanschrift verwendet. Der Online-Händler hatte es tatsächlich geschafft, (s)eine Bestellung auf 3 verschiedene Pakete aufzuteilen, von denen zudem noch zwei mit DHL und eines mit Hermes verschickt wurde. Die Zustellung des Pakets durch Hermes klappte erstaunlicherweise reibungslos, aber natürlich sollte es mit DHL nicht so laufen. Das erste DHL-Paket konnte angeblich am Mittwoch in der Firma nicht zugestellt werden, gleiches dann am Donnerstag nochmal. Aber da gab es dann immerhin eine Benachrichtigungskarte, die ich Freitag fand und mit der ich nach Feierabend zum Postamt wollte. Am Freitag packte ich zu Feierabend die Karte ein, als der Lieblingsmensch mir mitteilte, dass er gerade bei der Post gewesen wäre und das Paket abgeholt hätte - ohne Ausweis, Vollmacht, Benachrichtigungskarte... einfach so mit, mit ganz viel Überredungskunst. Okay... ich war jetzt zwar noch kurz versucht, trotzdem zur Post zu fahren und auf Herausgabe meines Pakets zu drängen, nahm von diesem Vorhaben dann aber doch wieder Abstand. 😉 Wenigstens das dritte Paket wurde regulär und ohne Komplikationen zugestellt - dass ich es dann 2 Tage lang in der Firma vergass, das ist eine andere Geschichte... 🙈


Und der aktuelle Höhepunkt, der eindeutig eine weitere Verstärkung meiner Abneigung gegen die Abhängigkeit von Versand-Dienstleistern zur Folge hat, folgt jetzt. Dazu muss ich allerdings doch ein wenig ausholen und die Vorgeschichte erzählen:
Zum Geburtstag bekam ich einen wunderbaren Schaukelstuhl für unsere Terrasse geschenkt und unter diesen wollte ich jetzt gern noch einen Outdoor-Teppich legen - einfach so, zur Schonung der Kufen, außerdem natürlich wegen der Optik, fein farblich abgestimmt und natürlich aus Bock. Seit Ende Juni machte ich regelmäßig virtuelle Schaufenster-Bummel um mal so zu sehen, was es in der Richtung so alles gibt. Muster, Größen, Formen, Farben... Letzte Woche Mittwoch waren wir dann in der Wohnmeile Halstenbek unterwegs und haben dort sämtliche Möbelgeschäfte abgeklappert. In keinem der Geschäfte gab es einen Teppich, der optisch auch nur annähernd in die gewünschte Richtung ging. Ihr ahnt es: Ich war gezwungen, online zu bestellen. Es nützt leider nichts, die Alternative war eine teppichlose Terrasse und die fand ich doof. Ich hatte dort ja in Gedanken meinen Teppich schon ausgerollt. Gesagt, getan! Mittwoch abend ging die Bestellung raus und wurde auch prompt rückbestätigt. Der bestellte Teppich war vorrätig und sollte auch direkt am nächsten Tag in den Versand gehen. Soweit, so gut. Am Donnerstag kam dann per Mail die Benachrichtigung, dass das Paket an den Versanddienstleister GLS übergeben wurde und irgendwie hatte ich beim Namen "GLS" ein ungutes Gefühl und definierte die Abkürzung spontan mir "Ganz Lausiger Service". Ich ahnte, dass das eine komplizierte, längere Geschichte werden würde. Und leider täuschte mich mein Gefühl wieder einmal nicht. 😕

Von GSL hatte ich dann per Mail einen Trackingcode bekommen, der besagte, dass mein Paket am Freitag angeliefert werden sollte. An diesem Tag war ich selbst in der Firma und bekam dann gg. 13 Uhr eine Mail, dass man den Empfänger um 11.49 Uhr nicht angetroffen hätte und das Paket deshalb nicht zugestellt werden konnte. AHA! 😠 Weitere Information zum Paketstatus gab es (auch online via Treckingcode) erstmal nicht und so wartete ich ab. Am Montag war ich dann wieder in der Firma und fand über die Sendungsverfolgung heraus, dass das Paket erneut in ein Fahrzeug geladen worden war. Ich ging also davon aus, dass es an diesem Tag einen 2. Zustellversuch geben würde und war noch verhalten optimistisch. Bei meinem Anruf bei GLS wurde mir dann bestätigt, dass mein Paket unterwegs wäre, aber man könne mir leider kein Zeitfenster für die Anlieferung sagen. Die Umwandlung in kontaktlose Hinterlegung am Wunschort sei leider auch nicht möglich, so lange das Paket unterwegs wäre. Okay, das habe ich verstanden. Um 10.55 Uhr hatte sich der Standort-Status meiner Sendung dann allerdings wieder geändert und demnach lag mein Paket jetzt doch wieder im Paketlager in Tornesch. Ich griff also zum Hörer und rief erneut bei GLS an. Nach etwa 15 Minuten in der Warteschlange hatte ich dann wieder einen realen Ansprechpartner am Telefon, der mir mitteilte, dass das Paket wohl wegen eines gravierenden logistischen Problems (das er nicht näher definieren konnte/wollte) wieder im Paketzentrum angekommen wäre. Die Zustellung könnte dann vermutlich unter Umständen vielleicht doch am nächsten Tag erfolgen. Alternativ könnte ich jetzt über die Wegsite eine kontaktlose Übergabe an der angegebenen Lieferadresse veranlassen oder das Paket selbst in Tornesch (ca. 20 km von meinem Wohnort entfernt) abholen. Nein, das wollte ich dann auch nicht. Ich wollte weder, dass mein Paket auf unserem Firmenhof abgelegt wirde noch wollte ich nach Tornesch fahren. Und so hoffte ich darauf, dass das Paket dann am heutigen Dienstag wieder in den Lieferwagen wandern und zugestellt werden würde.... aber denkste. Natürlich wurde mein Paket NICHT wieder verladen, natürlich liegt es noch immer im Paketlager und entsprechend habe ich immer noch keinen Teppich.

Ich bin jetzt mehr als gespannt, wie diese Geschichte endet. Wird es ein Happy End geben? Können wir den Teppich auf der Terrasse ausrollen? Oder gibt es noch böses Blut und bitterböse Mails zwischen mir, GLS und dem Online-Händler? Man weiß es nicht...
Der Online-Händler allerdings scheint entweder gute Erfahrungen mit GLS gemacht zu haben oder ist einfach optimistisch-ignorant. Er bat mich nämlich bereits am vergangenen Freitag per Mail um eine positive Bewertung seines Online-Shops...

(Fortsetzung folgt...)


Montag, 24. Februar 2020

22.02.2020 - Hamburg gg. Hamburg oder: ein zweitklassiges Derby

Da muss ich tatsächlich 46 Jahre (okay, tatsächlich sogar 46 Jahre und 242 Tage) alt werden, bis ich zum 1. Mal in meinem Leben zusammen mit meinem großen, achtundzwanzigjährigen Bruder ins Stadion zum Fußball gehe. Wir waren schon zusammen beim Eishockey, beim Handball, im Theater und auch auf verschiedensten Konzerten - aber beim Fußball waren wir bisher noch nie zusammen.

Zu Weihnachten habe ich ihm ein Ticket für das Spiel der Spiele, das Derby, das Duell um die Stadtmeisterschaft geschenkt:
Hamburger SV - FC St. Pauli
Derbytickets - der Mitgliedsausweis macht's möglich!
Das Spiel wurde für den 22.02.2020 terminiert und Spielbeginn war zur besten Zweitliga-Zeit um 13.00 Uhr angesetzt.
Entsprechend bot es sich an .. nein, es drängte sich quasi auf, den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück zu beginnen. Das taten wir dann auch, ehe wir uns gutgelaut und hoffnungsfroh auf den Weg zum Stadion machten. Aufgrund der günstigen Verkehrslage unserer Wohnung am Hamburger Stadtrand wollten wir den HVV nehmen und erfuhren schon bei der Abfahrt, dass die Luruper Hauptstraße gesperrt war und damit auch unsere Haltestelle nicht angefahren wurde und wir deshalb eine Alternativ-Route nehmen mussten. Okay, das taten wir (Viele Busse fahren zum Volkspark!) und kamen gut gelaunt am Stadion an. Der Himmel war zwar grau und kühl, aber immerhin  war es (noch) trocken und unsere Laune war gut. 
Wir waren schnell im Stadion, die Einlasskontrolle war erstaunlich unkompliziert. Wir umrundeten innen kurz das Stadion und schafften den Aufstieg zu unseren Plätzen dicht unter'm Stadiondach (hinter uns war aber doch noch eine Reihe!) sogar ohne Sauerstoffzelt. Dass man von unseren Plätzen die Anzeigetafel gegenüber nicht sehen konnte und deshalb während des Spiels tatsächlich zwischendurch mal einen Blick auf den Liveticker warf, um herauszufinden, wie die Restspielzeit noch war - geschenkt, ich hatte uns ja nur die "billigen" Plätze gegönnt und war beim Erwerb der Karten damals nicht gewillt gewesen, knapp 80 € für Plätze auf der Geraden oben unterm Dach zu löhnen.
Alkoholfrei! 😕
Vor Beginn des Spiels gab es im St. Pauli-Fanblock eine für uns gut sichrbare Auseinandersetzung zwischen Fans und Ordnern, die dann von der (in Massen im Stadion anwesenden) Polizei zum Glück recht schnell beendet wurde - dass aus angrenzenden Blöcken mit Leuchtkörpern auf den Gästeblock geschossen wurde, war aber auch nicht besser.

Vor Spielbeginn gab es eine tolle Choreographie in der Nordkurve. 
Schon schick! 
Und dann begann das Spiel. Der HSV erwischte einen gute Start, setzte St. Pauli unter Druck, war die meiste Zeit in Ballbesitz und hatte gute Chancen - die dummerweise nicht genutzt wurden. Und wie sagte mein Bruder dann so schön? 
"Wollen die jetzt etwa auch mitspielen?" 
Ja, es sah nach etwa 15-20 Minuten tatsächlich so aus, als wolle sich St. Pauli doch nicht mit einfachem Rasenkaputttreten zufrieden gaben... St. Pauli kam besser ins Spiel und hatte eine bessere Chancenverwertung als der HSV - schon mit dem 1. Torschuss fiel das 0-1 und nicht viel später folgte das 0-2. Die Fans im Gästefanblock drehten durch, die HSV-Fans wurden ruhiger. 
Und auch in der 2. Halbzeit wurde es nicht besser. Fehlpass reihte sich beim HSV an Fehlpass und auch wenn man (wie wir) doch vielleicht eine blau-weiße-Fanbrille trägt, braucht man nicht drumherum reden und muss anerkennen, dass St.Pauli in diesem Spiel einfach besser war und nach 90 Minuten verdient jubeln durfte. Und nicht nur das Duell auf dem Rasen hatte St. Pauli gewonnen - meiner Meinung nach war auch der Fanblock deutlich lauter und stimmungsvoller. Schade nur, dass beide Lager nicht auf den Einsatz von Pyrotechnik verzichten konnten... 😡

Passend zum Ergebnis des Spiels goss es wie aus Eimern als wir das Stadion verliessen und zum Bus gingen. Dennoch war die Stimmung im Bus entspannt - selbst 2 St. Pauli-Fans, die sich inmitten von HSV-Fans im Bus wiederfanden, wurde zum verdienten Sieg gratuliert, ehe frotzelnd daruf hingewiesen wurde, dass man nicht einmal ihr Dasein als St. Pauli-Fans so schlimm fände, wie das Bremer Bier (Becks), das sie in den Händen hielten. 
Ach, es kann doch so einfach sein, wenn man erkennt, dass Sport eben doch eine der schönsten Nebensachen der Welt sein kann. 😊

FAZIT:  
Abgesehen vom Ergebnis war das schon ein schöner Tag in sehr netter Begleitung. Aber irgendwie finde ich Fußball dann ja doch etwas langweilig - jedenfalls live im Stadion, wenn man nicht in der Sportschau die Zusammenfassung der spannendsten Szenen guckt... 😉 
Ich freu mich schon auf das nächste Handball- oder Eishockeyspiel. 
Und Aaaaaction! 😎

Montag, 17. Februar 2020

16.02.2020 - Wünsche an das Universum und den Aufnahmeleiter! Zur Autogramm-Bitte(r) zu Gast im NDR Sportclub.

Der ein oder andere hat ja vielleicht mitgekommen, dass während der Handball-EM auf kuriosem Weg mit Zufall, großer Mithilfe von Schmiso, Lidl und etwas Glück, ein Original-EM-Trikot von Jogi Bitter in meinen Besitz gelangt ist? 

In Kurzform sind Jule und ich durch eine spontan-glückliche Entscheidung in Zusammenhang mit einer kurzfristigen Stehplatz-Veränderung beim Warm Up der DHB-Mannschaft vor dem EM-Spiel gg. Österreich mit Sportkommentator und Podcaster Florian Schmidt-Sommerfeld alias Schmiso ins Gespräch gekommen, dem widerum es gelungen war, meinen Wunsch nach einem Original-Trikot von Jogi Bitter zu erfüllen. 

Die Langform gäbe es bei Interesse hier in diesen beiden Reiseberichten über die EM-Reise mit der EM-Reisegruppe FC21 "Moin Vienna" nochmal nachzulesen:  

Der Anfang:
 Das Happy End:

 Um das Trikots jetzt es absolut perfekt zu machen, fehlte nur noch ein Original-Autogramm. In Wien war es leider nahezu unmöglich, an die Spieler ranzukommen und Stuttgart, wo Jogi momentan in der HBL spielt, ist ja nun leider auch nicht unbedingt um die Ecke. Doch dann sprang mich allerdings am Donnerstag (13.02.2020) bei Facebook ein Post förmlich an, mit dem ankündigt wurde, dass Jogi Bitte am Sonntag (16.02.2020) IM NDR Sportclub eine der Studiogäste wäre.

Perfekt, der Sportclub wird in HH-Lokstedt aufgezeichnet, um Tickets kann man sich kostenfrei bewerben und bislang hat es bei uns immer, wenn wir da mal hingehen wollten, mit den Karten geklappt. Also, wenn das jetzt nicht die Gelegenheit für ein Autogramm war, dann weiß ich auch nicht...

Jule wurde schnell informiert und die Bestellung für 4 Tickets abgeschickt.  Und dann... dann passierte nichts... Keine Rückbestätigung, keine Rückmeldung... nichts. Hurra, ich bin ja dann in solchen Fällen eher sehr (also sehr sehr!) ungeduldig und rief dann am Freitag sicherheitshalber einmal beim NDR an um mich zu erkundigen, ob das mit unseren Tickets klappen würde. Die Mitarbeiterin, mit der ich sprach, war für die Gästeliste zwar nicht zuständig und der verantwortliche Kollege hatte Spätdienst, sie wollte ihm aber eine Info hinlegen und um Rückruf bitten. 
Ich musste zur Arbeit, aber der Rückruf erfolgte - Jensemann durfte ihn entgegen nehmen und bekam dann die Info, dass das Studio an sich ausgebucht wäre, man uns aber noch auf die Gästeliste setzen würde und kurz danach trudelte auch schriftliche Bestätigung ein. Hurra, das war einen Schritt in die richtige Richtung. Und in den NDR-Sportclub-Verteiler für Handball-Themen wollte man uns auch noch aufnehmen.

Freitag nachmittag unterhielt ich mich dann auf der Arbeit noch mit einem Kunden, der sich erkundigte, wie es denn bei der EM war und nochmal erwähnte, wie er sich für Jogi für dessen grandiose Leistung gefreut hätte... ach ja, der war ja mit Jogi befreundete, weil ihre Kinder zusammen in den Kindergarten gegangen waren... Die Welt ist ein Dorf und unser Kunde wollte meinen Wunsch nach einem Autogramm per WhatsApp an Jogi übermitteln. Schaden konnte das nicht, denn doppelt hält ja vielleicht besser...!?!

Sonntag abend trafen wir uns beim Pförtner mit Jule, Jan Erik und Silke,  kämpften uns durch den Regen zum Eingang des Studios und warteten dort erstmal.
 Und während wir da so herumstanden, uns unterhielten, Getränke konsumierten und Leute guckten, fiel mir auf, dass mein grünes Trikot auch ganz gut zum Verein des anderen Studiogastes (Davie Selke, Fußballer vom SV Werder Bremen) passen würde - für mich als HSV-Mitglied keine ganz angenehme Erkenntnis. Aber gut, da stand ich drüber - ICH wusste ja, dass das ein Handball- und eben kein Fußball-Trikot war. 😉
Der Einlass-Zeitpunkt rückte näher und die Zuschauer rückten näher an den Einlasspunkt. Wir auch - klar, Herdentrieb und so. Und ausserdem wollten wir ja möglichst gute Sitzplätze im Studio haben.
  irgendwann ergriff dann die Warm-Upperin das Wort, erzählte ein wenig über die bevorstehende Sendung und erwähnte auch, dass es noch dauern würde, bis der Einlass geöffnet würde. Und dann legte sie ihr Mikro weg, ging zielstrebig auf Jan Erik zu und sagte zu ihm "Hallo, sie sind ja auch öfters hier, oder?". "Äh, ne, eher nicht, wir waren jetzt schon länger nicht mehr hier" lautete seine Antwort und die Warm-Upperin guckte dann doch ein wenig verwirrt. Sie guckte dann den Rest der anwesenden 5'er FC-21'er Studio-Besucher-Gruppe an und erkundigte sich, ob sie uns da denn schon gesehen haben könnte. Auch eher nicht, wir waren ja schon länger nicht mehr da gewesen - aber wenn da schon mal jemand von der NDR-Crew direkt vor einem steht, dann muss man die Chance nutzen. Ich sprach sie an und erwähnte, dass ich sooooo gern ein Autogramm von Johannes Bitter hätte, der ja heute als Studiogast anwesend sein würde. Das widerum verwirrte sie und sie erwähnte, dass sie gar keinen Zutritt zum VIP-Bereich und den Garderoben hätte. Das wäre eher eine Sache, derer sich die Aufnahmeleiter annehmen könnten. Auch gut - das könnte sie dann ja mal in die Hand nehmen und in die Wege leiten... Sie schwirrte ab, kam nach kurzer Zeit wieder und ging zielstrebig auf uns zu. 
Sie: 😊
"Sie wollten das Autogramm von Davie Selke von Werder Bremen auf Ihrem Trikot, richtig?"
Ich: 😲 😱
"oh Gott, nein, auf gar keinen Fall! Ich hätte gern ein Autogramm von Jogi Bitter, dem Handballer!" 
 Sie: 
😵😵
... und sie schwirrte wieder ab... 


Dann wurden wir ins Studio gelassen und konnten uns dank guter Ausgangsposition im Foyer die gewünscht-guten Plätze in der 1. Reihe sichern.
Die Animation ... äh ... das Warm Up des Publikums begann und ich glaube noch immer, dass die Warm Upperin entweder eine Spritze im Arm hatte oder die Dosis ihrer Happy Pills ohne Rücksprache mit dem Arzt verdoppelt hatte... meine Güte, war die Dame aufgekratzt und überdreht. 
Anyway, irgendwann kam dann jemand von der Aufnahmeleitung zu mir, sprach mich an und bat mich, ihm mein Trikot kurz auszuhändigen, damit es unterschrieben werden könne. Ich zog es aus, gab es ihm und rang ihm noch das Versprechen ab, dass es auf keinen Fall mit einem Autogramm von Davie Selke zurückkommen würde. 
Das klappte auch, es dauerte zwar, aber das Trikot kam mit dem heißersehnten Trikot zurück. Jawollja! Mission completet!😊
Die Sendung selbst war kurzweilig und interessant, auch wenn die Themenschwerdpunkte wieder einmal sehr fußballlastig waren. Wer Interesse hat, kann sich den Bericht und das Interview mit Jogi Bitter hier anschauen:

... und wir sind natürlich auch zu sehen, denn irgendwie haben wir es doch wieder nicht richtig geschafft, unauffällig zu sein - aber wir hatten Spaß und Jule + ich werden das mit der Unauffälligkeit sicher weiter üben - und vielleicht gelingt es uns ja irgendwann tatsächlich mal... 😉

Übrigens rief mich unser Kunde am Montag noch kurz an und sagt, er hätte eben von Jogi die Nachricht bekommen, dass sich am Sonntag leider keine Gelegenheit für das Autogramm gegeben hätte - aber er würde das gern nachholen und mir das Autogramm zukommen lassen. Danke für's Kümmern, Flo! Gut, zu wissen. Ich freue mich dennoch, dass der Spontan-Joker mit / über den Aufnahmeleiter geklappt hat.

 DAS grüne Trikot wird sicher noch das ein oder andere Mal zu Handballspielen ausgeführt werden. Es wird in Ehren gehalten und früher oder später 
bekommt es sicher einen richtig festen Ehrenplatz und wird gerahmt neben den Trikots der beiden besten Hamburger, die jemals in Frankreich geboren wurden und mit denen Jogi lange und erfolgreich beim HSV Hamburg zusammen gespielt hat, aufgehängt. 

Danke! Ich freu mich noch immer!