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Samstag, 11. Dezember 2021

10.12.2021 - Glühwein von glücklichen Glühen

Nachdem ja im letzten Jahr Glühweintrinken mit Freunden quasi illegal und deshalb nicht möglich war, war die Freude, dass wenigstens 2021 etwas ging, um so größer. Wir hatten uns zum Glühweinwalk verabredet, ein Event, an dem sich 5 Gastro-Betriebe beteiligten, die Freitag - Sonntag auf ihren Terrassen Glühwein ausschenkten. Akuell ist in Hamburg zwar noch der To-Go-Verkauf von alkoholischen Getränken untersagt, aber nach 2G-Regel darf vor Ort konsumiert werden. Also zogen wir dicke Socken und warme Jacken an, setzen Mützen auf und steckten Personal- und Impfausweis ein und trafen uns um 18.00 am Lütt&Lecker an der Fischauktionshalle. Dort starteten wir mit einem Apfelpunsch. Der war zwar nicht lütt - aber immerhin lecker. Ein guter Einstieg. und die Lage am Fischmarkt bot dann auch gleich noch ein paar schöne Fotomotive. 


Weiter ging unser Walk dann entspannt zum Überquell in den Riverkasematten. Auch dort gab es Apfelpunsch und Glühwein, alternativ wurde auch noch ein hausgebrautes Winterbier angeboten. Aber da das Tagesmotto bis dahin nicht Winterbierwalk sondern Glühweinwalk hieß, ließen wir die Finger von Bier und blieben beim Glühwein. Nach der Kontrolle von Impfnachweisen und Ausweisen gab es den Glühwein dann draussen im Stehen. Doch so richtig gemütlich fanden wir es dort nicht und so zog es uns weiter. 
Nächster Halt war dann das BlockBräu an den Landungsbrücken. Auch dort wurden die Impfnachweise kontrolliert ehe wir auf die Dachterrasse auf den Blockmart durften. Hier stand Glühwein auf der Getränkekarte, dazu konnte man Crêpes und Lebkuchenherzen etc. käuflich erwerben. Leider war die Glühwein weder gut noch heiß, so dass die erste Bestellung gleich wieder zurück ging. Angeblich hatte der Mitarbeiter direkt vor unsere Bestellung den Kessel aufgefüllt, so dass das Getränk noch nicht wieder heiß war. Doch auch 5 Minuten später glühte der Wein nur ganz leicht und auch der großzügige Schuß Rum könnte nichts mehr retten. Dafür hatten wir aber immerhin einen tollen Blick auf den Hamburger Hafen und lernten eine reizende Hirschdame kennen, die auch gar nicht kamerascheu war und ihr Geweih gern in die Kamera hielt. 😉

Weiter ging unser Spaziergang in Richtung Café Melt. Dort sollte es laut Karte und Vorankündigung "Hot Aperol" geben. Auch hier wurden Impfausweis und Personalausweis gewissenhaft kontrolliert. Dass nach der Bestellung von "4x Hot Aperol" jeder von uns mehrfach gefragt wurde, ob wir Amaretto oder Rum als Schuss haben wollten, irritierte uns ein wenig. Doch wir blieben standhaft und verweigerten den Zusatz von zusätzlichem Alkohol in das alkoholhaltigen Getränk. 
Was dann serviert wurde, sah gut aus, roch gut und hätte ganz sicher auch gut geschmeckt. Doch selbst mit gutem Willen konnte man den Inhalt der Gläser allerhöchstens als lauwarm bezeichnen - da war mal so gar nix mit hot. 
Wieder reklamierten wir die Getränke-Temperatur und ließen die Gläser zurück gehen. Unglücklicherweise saß ich in Blickrichtung zum Tresen und war etwas 'überrascht' als ich entdeckte, dass die abgeräumt Getränke (die wir ja alle probiert hatten) einfach nur an der Kaffeemaschine mit Wasserdampf erneut erhitzt werfen sollte . Maik ging dann zu den Mitarbeitern, wies freundlich darauf hin, dass wir uns mitten in einer Pandemie befinden und die Idee, den inhalt der benutzten Gläser zu erhitzen und wieder an den Tisch zu bringen eine sehr schlechte Idee wäre. Der betroffen drein schauend Mitarbeiter sah dies ein, aber unser Durst war gestillt, so dass wir auf die angebotenen neuen Ersatzgetränke verzichteten und das Café verließen. Gut, dass unsere Stempelkarten bereits "gewertet" waren. 😉 Statt des Lauwarm-Hot Aperol gab es bei einem nahegelegenen Kiosk ein Fußpils. Weiter ging unser Walk durch das Portugiesenviertel vorbei am Michel zur 5. und letzten Station, dem Buddels in der Deichstraße.
Vor dem Buddels wartete ein überlebensgroßer Schneemann auf uns und freute sich über unsere Gesellschaft, zudem gab es weißen & roten Winzerglühwein in exzellenter Qualität mit perfekter Temperatur und besten, freundlichsten Servicemitarbeiter des Abends. Und weil dort alles stimmig war, blieb es auch nicht bei dem einen Glühwein ... und das war gut so. Der Hunger bescherte uns dann einen Flammkuchen, drinnen, im Sitzen und dazu den Blick auf eine der wohl schönsten Decken Hamburgs. 
Nach dem Essen erlangen wir erneut den leisen Verlockungen des Glühweinduftes unter zog uns wieder vor die Tür zum Schneemännchen. 
Leider musste dort um 23.00 Uhr der letzte Glühwein ausgeschenkt werden, so dass wir (glücklicherweise?!) doch nicht komplett versacken konnten sondern den Heimweg antraten. 
Für uns praktisch, dass eine Buslinie quasi direkt vom Baumwall bis vor unsere Haustür fährt. Wir gingen die paar Schritte zur nächsten Haltestelle, hätten aber gut 10 Minuten auf den nächsten Bus warten müssen und beschlossen, ein paar Meter weiter bis zur nächsten Station zu gehen. Etwas irritiert war ich, als wir die Haltestelle sehr schnell erreichte und mird der Name der Haltestelle gar nicht bekannt vorkam. Doch da stand, dass die Linie 2 in wenigen Minuten abfahren sollte. Brav stellten wir uns also hin und warteten. Tatsächlich kam der Bus, hielt und wir konnten einsteigen. Jetzt war es aber der Busfahrer, der irritiert schaute. "Diese Haltestelle wird eigentlich erst ab Montag angefahren - aber ich nehme Euch trotzdem mit. Steigt ein!"
Und entgegen meiner kurzfristigen Befürchtung (oder war es vielleicht doch eine Spur von Hoffnung?) nicht nach Hause sondern in Hogwarts zu landen, brachte uns der Busfahrer sicher und glühweinseelig nach Hause. 🤗



 




Donnerstag, 18. November 2021

02.10.2021 - Urban-Marsch durch Hamburg. Oder: Wir hatten auch schon bessere Ideen. ;-)

Wir haben es getan! 
Als wir während der Corona-Einschränkungen 2020/21 (wie so viele andere auch) den Spaziergang für uns entdeckten, habe ich mich (überredet äh..  überzeugt von Kerstin) für den Nord-Marsch angemeldet - gemeinsam mit einigen anderen Mädels starteten wir unter dem Arbeitstitel-Gruppennamen "Wander-Woman". Wenn schon, denn schon und Nomen est Omen. 

Ursprünglich sollte der Marsch durch Hamburg bereits im Mai zu Pfingsten stattfinden, dieser Termin musste dann aber wg. diverser Corona-bedingter Auflagen verschoben werden und fand nun eben etst am 2. Oktober statt. Wir hatten uns für die 25km-Distanz gemeldet, es gab aber auch Strecken über 15 / 42 und 55 km, die zu absolvieren waren. 

Ehrlich gesagt hatte ich insbesondere in den letzten Wochen vor dem Starttermin doch Respekt vor der Streckenlänge, denn seit bei uns in der Firma zwischenzeitlich fast wieder so etwas ähnliches wie Normalität eingetreten ist, saß ich natürlich viel mehr am Schreibtisch und lief nicht mehr den "ganzen Tag" durch die Gegend. Im März/ April oder Mai wäre ich wohl doch deutlich entspannter auf die Strecke gegangen. 
Auch die mittlerweile wieder sehr regelmäßigen 2-3 Eishockey-Trainingseinheiten pro Woche reduzierten mein tägliches/wöchentliches Kilometer-Pensum deutlich. Ich hatte schon fast das Gefühl, unvorbereitet an den Start zu gehen. Aber es nützte ja nix, wir waren angemeldet, hatten bezahlt, kneifen galt nicht und auch mein Vorschlag, dass ich wegen der besseren Erreichbarkeit doch erst am alten Elbtunnel zur Gruppe stossenwollte, fand leider kein Gehör. Aber irgendwas ist ja immer. 😉

Am Samstag, 2. Oktober / 9.45 Uhr war also Treffen in Stellingen, an der Sporthalle, die als Check-In und Startpunkt diente. Die Stimmung war gut, wir machten noch ein Gruppenfoto und marschierten los. 
"Immer der Nase nach" war nicht das Marsch-Motto und es hieß auch nicht "folgen Sie dem Licht". Gut, dann folgten wir eben stattdessen den gut sichtbaren Wegmarkierungen, konnten aber immerhin auf die alte Fahrschul-Weisheit "so lange nicht anderes angezeigt wird, geht es immer geradeaus" vertrauen. 
Von Stellingen aus führte die Route durch Eimsbüttel, vorbei am Tele-Michel kreuz und quer durch Planten und Blomen und die Wallanlagen rüber zum Stinfang, wo es mit schönen Ausblick auf Hafen und Landungsbrücken einen Zwischenstop an der Verpflegungsstation gab.
Da waren wir schon fast zweimal Stunden unterwegs - da wir aber nicht auf der grünen Welle surften und gefühlt jede Ampel rot gewesen war, hatten wir schon einiges an Zeit verloren. Aber nicht einmal die mit uns gestarteten Feuerwehrleute wollten uns Sonderrechte einräumen und die Straßen absperren, sondern warteten auch brav auf grün, taten wir ihnen das selbstverständlich gleich und nahmen die Beeinträchtigungen unseres Kilometerschnitts zähneknirschend in Kauf. 😉
Nach der Rast führten die Markierungen uns zum alten Elbtunnel, wo wir unbewusst in den Aufzug stiegen, der uns unter die Elbe bringen sollte.  Erst nachdem auch der Aufzug in Bewegung gesetzt hatte, fiel unser Blick auf die Treppe - aber da war es bereits zu spät. Natürlich bereuten wir sofort, dass uns am Ende des Tages zahlreiche Schritte fehlen würden - aber ändern konnten wir es nicht mehr und zum Glück wurden wir auch nicht disqualifiziert. 
Auf der anderen Seite der Elbe kehrten wir kurz an der Brücke 10 ein und gönnten uns ein Wegbier, also ein Fußpils, machten schnell noch ein, zwei Fotos und dann ging es schon weiter.  
Über die Hermann-Blohm-Straße, vorbei am Kreuzfahrtterminal Steinwerder gingen und gingen und gingen wir... und wanderten durch Mittelerde ... oder so ähnlich. Dieser Teil der Strecke war optisch jetzt nicht so das Highlight, musste aber dennoch absolviert werden und den ein oder anderen Blick auf Hamburgs Wahrzeichen konnten wir auch von dieser Elbseite werfen. Nachdem wir dann eine Weile auf der Klütjenfelder Straße (da wollten Kerstin und ich ja schon immer mal hin) marschierten, änderte sich die Landschaft endlich wieder und nach der Ernst-August-Schleuse wurde es auch wieder grüner. 
Der Weg führte nun über den Klütjenfelder Hauptdeich und ehrlich gesagt zog sich die Strecke nun wie Kaugummi. Die ersten Blasenpflaster waren bereits vor dem alten Elbtunnel geklebt worden und unsere Kondition wurde auch mit zunehmender Laufdauer nicht besser. Knie, Füße, Hüfte, Schneidezahn... ja, auch ungewöhnliche Körperteile zeigten im wahrsten Sinne des Wortes Ausfallserscheinungen. Doch das Krone richten war heute noch nicht dran. Immerhin motivierte man uns visuell - und auch künstlerisch wurde etwas geboten. 
Wir näherten uns der Veddel, überquerten die Wilhelmsburger Brücke, passierten das berühmte Goldene Haus, 
wanderten weiter die Veddeler Brückenstraße entlang, bis wir dann irgendwann über die neue Elbbrücke kamen und die Elbseite wieder wechseln konnten.  
Auch hier warte mal wieder ein Schild, das uns anzeigte, dass es nur noch wenige (Kilo)Meter zum Ziel sind und uns wurde schmerzlich bewusst, dass wir erst/schon 60% der Strecke absolviert hatten und damit noch 40% auf uns warten würden. Gut? Schlecht? Keine Ahnung... bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nichts mehr zu berechnen... 
Und so setzten wir auch weiterhin einen Fuß vor den anderen. Der Weg führte nun zur Hafencity, vorbei an der neuen, spacigen Bahnstation Elbbrücken durch die Baakenallee (ich dachte echt, eine Allee wäre eine Straße mit vielen Bäumen?) hin zur Überseeallee (auch hier keine bis wenig Bäume!) über den Dallmannkai zur Elbphilharmonie.
Nach einem kurzen Blasenpflaster-Stop (an dieser Stelle ein unbezahltes Hoch auf die Firma Compeed! Warum sponseren die diese Veranstaltung eigentlich nicht???) ging es dann über die Elbpromenade zu den Landungsbrücken und mittlerweile sprachen wir nicht mehr darüber, was und weh tut, sondern überlegten, welches Wehwehchen schlimmer und ausgeprägter war. Knie? Fuß? Hüfte? Ach, pauschal traf "Körper" es doch ganz gut.  
An den Landungsbrücken erlag die erste Wander-Woman dem Lockruf des HVV,  sie beendete den Marsch und hoffte auf eine heiße Dusche zu Hause. Der Rest der Gruppe biss weiter auf die Zähne. Für uns ging es bergauf - im wahrsten Sinne des Wortes,  den wir mussten den Kuhberg hinauf um dann durch den alten Elbpark in Richtung Glacischaussee zu kommen. 
Wir kamen einigermaßen gut voran und wurden optimistisch, fast ein wenig euphorisch. Ja, wir konnten das Ziel schon fast sehen und Feierabend-Bier und Bratwurst schon beinahe schmecken...
... so dachten wir jedenfalls. Denn dann kam dieses Schild:
Und das holte uns wieder auf den knallharten Boden der Tatsachen zurück. Verdammt, der gesamte Optimismus war mit einem Wimpernschlag verflogen - genau wie der Bier(vor)geschmack, der schon so schön im Bauchna... ähm... Gaumen geprickelt 'atte. 

Der Streckenverlauf führte jetzt durch die gut bevölkerte Schanze, in der offensichtlich ganz Hamburg in irgendwelchen sonnigen Straßencafès chillte, zur Max-Brauer-Allee zur Eimsbütteler Chaussee über die Kieler Straße, durch die Osterstraße (wo schon wieder eine Menge unsportlicher Menschen in Cafés und Restaurants hockte und Erfrischungsgetränke und Süßspeisen konsumierte) letztlich wieder zurück nach Stellingen zum Start und Zielpunkt. Die letzten Kilometer waren dann auch wirklich (also so ganz echt echt jetzt) kein Spaß mehr, die Lust am Reden war (nicht nur) mir schon lange vergangen. Mein Ziel war "ankommen, mich hinsetzen und nie wieder (also wirklich nie nie!) aufstehen". Ich fühlte mich irgendwie an diese Fahrradtouren erinnert, bei denen man einen langgezogenen Hügel hinauf fährt und man dabei nur noch schweigend und verbissen auf sein Vorderrad starrend im die Pedale tritt um irgendwann entweder oben anzukommen oder unterwegs umkippen muss, weil man nicht mehr vorwärts kommt. (Letzters kenne ich allerdings wirklich nur vom Hörensagen!) Einen Fuß vor den anderen und nochmal und nochmal und nochmal ... und irgendwann fiel mir dann auf, dass ich ganz allein unterwegs war.  Claus war außer Sichtweite und ich hatte den Rest der Wander-Woman hinter mir gelassen. Doch so ganz allein wollte ich ja nun auch nicht ins Ziel kommen. Also hockte ich mich irgendwo auf einen Fahrradständer und wartete. Nach einer Zeit kam Julia dann - auch sie wollte nur noch ins Ziel und hatte nicht auf den Rest warten können. Aber immerhin kamen so wir zu zweit ins Ziel... 
Und dort wartete neben Claus eben auch die Ziel-Bratwurst und das ebenso ersehnte wie auch verdiente Bier auf uns. Der Rest der Wander-Woman kam auch im Ziel an und ehrlich gesagt, waren wir alle nur platt,  kalt,  erledigt aber auch ein klitzekleines bißchen stolz auf uns. Und wir haben es sogar noch geschafft, für ein gemeinsames Zielfoto zu posieren. 

Und obwohl ich mir spätestens nach dem 10. Kilometer ganz sicher war, nie wieder an einem solchen Marsch teilnehmen zu wollen, wurden schon am Sonntag in der WhatsApp-Gruppe zum Event die Termine für das nächste Jahr geteilt und diskutiert. 🙈
Also hatte James Bond doch nicht Unrecht, als er sagte "Sag niemals nie!" Schauen wir mal, vielleicht marschieren wir ja 2021 doch wieder los und entdecken neue, unbekannte Ecken und Blickwinkel von Hamburg. Ich lasse mich da jetzt einfach mal überraschen. 


So sah übrigens die absolvierte Strecke auf der Karte aus:




Montag, 24. Februar 2020

22.02.2020 - Hamburg gg. Hamburg oder: ein zweitklassiges Derby

Da muss ich tatsächlich 46 Jahre (okay, tatsächlich sogar 46 Jahre und 242 Tage) alt werden, bis ich zum 1. Mal in meinem Leben zusammen mit meinem großen, achtundzwanzigjährigen Bruder ins Stadion zum Fußball gehe. Wir waren schon zusammen beim Eishockey, beim Handball, im Theater und auch auf verschiedensten Konzerten - aber beim Fußball waren wir bisher noch nie zusammen.

Zu Weihnachten habe ich ihm ein Ticket für das Spiel der Spiele, das Derby, das Duell um die Stadtmeisterschaft geschenkt:
Hamburger SV - FC St. Pauli

Derbytickets - der Mitgliedsausweis macht's möglich! 

 

Das Spiel wurde für den 22.02.2020 terminiert und Spielbeginn war zur besten Zweitliga-Zeit um 13.00 Uhr angesetzt.
Entsprechend bot es sich an .. nein, es drängte sich quasi auf, den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück zu beginnen. Das taten wir dann auch, ehe wir uns gutgelaut und hoffnungsfroh auf den Weg zum Stadion machten. Aufgrund der günstigen Verkehrslage unserer Wohnung am Hamburger Stadtrand wollten wir den HVV nehmen und erfuhren schon bei der Abfahrt, dass die Luruper Hauptstraße gesperrt war und damit auch unsere Haltestelle nicht angefahren wurde und wir deshalb eine Alternativ-Route nehmen mussten. Okay, das taten wir (Viele Busse fahren zum Volkspark!) und kamen gut gelaunt am Stadion an. Der Himmel war zwar grau und kühl, aber immerhin  war es (noch) trocken und unsere Laune war gut. 
Wir waren schnell im Stadion, die Einlasskontrolle war erstaunlich unkompliziert. Wir umrundeten innen kurz das Stadion und schafften den Aufstieg zu unseren Plätzen dicht unter'm Stadiondach (hinter uns war aber doch noch eine Reihe!) sogar ohne Sauerstoffzelt. Dass man von unseren Plätzen die Anzeigetafel gegenüber nicht sehen konnte und deshalb während des Spiels tatsächlich zwischendurch mal einen Blick auf den Liveticker warf, um herauszufinden, wie die Restspielzeit noch war - geschenkt, ich hatte uns ja nur die "billigen" Plätze gegönnt und war beim Erwerb der Karten damals nicht gewillt gewesen, knapp 80 € für Plätze auf der Geraden oben unterm Dach zu löhnen.
Alkoholfrei! 😕
Vor Beginn des Spiels gab es im St. Pauli-Fanblock eine für uns gut sichrbare Auseinandersetzung zwischen Fans und Ordnern, die dann von der (in Massen im Stadion anwesenden) Polizei zum Glück recht schnell beendet wurde - dass aus angrenzenden Blöcken mit Leuchtkörpern auf den Gästeblock geschossen wurde, war aber auch nicht besser.

Vor Spielbeginn gab es eine tolle Choreographie in der Nordkurve. 
Schon schick! 
Und dann begann das Spiel. Der HSV erwischte einen gute Start, setzte St. Pauli unter Druck, war die meiste Zeit in Ballbesitz und hatte gute Chancen - die dummerweise nicht genutzt wurden. Und wie sagte mein Bruder dann so schön? 
"Wollen die jetzt etwa auch mitspielen?" 
Ja, es sah nach etwa 15-20 Minuten tatsächlich so aus, als wolle sich St. Pauli doch nicht mit einfachem Rasenkaputttreten zufrieden gaben... St. Pauli kam besser ins Spiel und hatte eine bessere Chancenverwertung als der HSV - schon mit dem 1. Torschuss fiel das 0-1 und nicht viel später folgte das 0-2. Die Fans im Gästefanblock drehten durch, die HSV-Fans wurden ruhiger. 
Und auch in der 2. Halbzeit wurde es nicht besser. Fehlpass reihte sich beim HSV an Fehlpass und auch wenn man (wie wir) doch vielleicht eine blau-weiße-Fanbrille trägt, braucht man nicht drumherum reden und muss anerkennen, dass St.Pauli in diesem Spiel einfach besser war und nach 90 Minuten verdient jubeln durfte. Und nicht nur das Duell auf dem Rasen hatte St. Pauli gewonnen - meiner Meinung nach war auch der Fanblock deutlich lauter und stimmungsvoller. Schade nur, dass beide Lager nicht auf den Einsatz von Pyrotechnik verzichten konnten... 😡

Passend zum Ergebnis des Spiels goss es wie aus Eimern als wir das Stadion verliessen und zum Bus gingen. Dennoch war die Stimmung im Bus entspannt - selbst 2 St. Pauli-Fans, die sich inmitten von HSV-Fans im Bus wiederfanden, wurde zum verdienten Sieg gratuliert, ehe frotzelnd daruf hingewiesen wurde, dass man nicht einmal ihr Dasein als St. Pauli-Fans so schlimm fände, wie das Bremer Bier (Becks), das sie in den Händen hielten. 
Ach, es kann doch so einfach sein, wenn man erkennt, dass Sport eben doch eine der schönsten Nebensachen der Welt sein kann. 😊

FAZIT:  
Abgesehen vom Ergebnis war das schon ein schöner Tag in sehr netter Begleitung. Aber irgendwie finde ich Fußball dann ja doch etwas langweilig - jedenfalls live im Stadion, wenn man nicht in der Sportschau die Zusammenfassung der spannendsten Szenen guckt... 😉 
Ich freu mich schon auf das nächste Handball- oder Eishockeyspiel. 
Und Aaaaaction! 😎

Montag, 5. Juni 2017

04.06.2017 - Hamburg - eine Fotolovestory

Besuch aus Frankreich bei meiner Mutter - ein guter und willkommener Grund, gemeinsam die Hamburger Touri-Hotspots zu besuchen. Und die Perle Hamburg präsentierte sich nach anfänglich schlechtem Wetter ab Mittag von seiner besten und sonnigsten Schokoladenseite. 
Natürlich begannen wir unsere Tour bei der Elbphilharmonie und genossen den Aus- und Anblick:
 
 Weiter sollte es nun an den Landungsbrücken gehen - und da wir ja eh schon ein HVV-Tagesticket besaßen, nahmen wir für das kurze Stück die HADAG-Fähre - man gönnt sich ja sonst nix. Schön, dass sich der Kapitän gleich mit Hamburger Kodderschnauze von seiner besten Seite zeigte und mit kernigen Ansagen den Leuten zu verstehen gab, das Trödeln beim Betreten und Verlassen der Fähre mal gar keine Option sei. O-Ton: "Wer Turnschuhe anhat, der kann auch schneller gehen!" Herrlich! 😂 
 
 
An den Landungsbrücken angekommen, steuerten wir das Blockbräu an - das direkt in den Landungsbrücken untergebrachte Brauhaus, das zum Block-Gruppe (BlockHouse) gehört. Wir hatten a) Durst und b) Glück, denn wir fanden einen großen Tisch "am Fenster" auf der Dachterrasse und konnten weiter Sonne und Elbblick genießen.

Nach der kurzen Stärkung ging es weiter, wir wanderten über die Treppe hoch zum Hotel Hafen Hamburg
 
und dann noch die paar Schritte zur Reeperbahn (die darf ja in Hamburg nicht fehlen, auch wenn sie am helligten Tag ja eher unspektakulär ist). Der erste Blick ging hoch zu den "Tanzenden Türmen"
Die Reeperbahn ging es entlang bis zur S-Bahn, denn unser nächstes Ziel war der Jungfernstieg: Wir wollten Alsterschippern!
Am Jungfernstieg angekommen, lag ein Dampfer bereit - doch der war so gut gefüllt, dass wir keine zusammenhängenden Plätze mehr gefunden hätten. Doch die Wartezeit war nicht lang, denn 30 Minuten später sollte das nächste Boot ablegen. Und: Wir waren die ersten Gäste, die warteten - sprich: Wir würden auf dem nächsten Schiff quasi freie Platzwahl haben. Not so bad! 
Die Alstersonne kam - ein nein, das solarbetriebene Schiff der ATG-Flotte und wir hatten kurz die Gelegenheit, mit dem Kapitän zu schnacken. Während mich eher interessierte, wie viele Alsterschwäne den Schiffen zum Opfer fallen, ging ein Herr auf den Kapitän zu und es kam zu einem kurzen aber sonderbaren Dialog: 
Frage: "Und was betreiben Sie jetzt mit den ganzen Solarzellen?"
Antwort: "Das Schiff!"
Frage: "Ja, aber was genau?"
Antwort: "Das ganze Schiff!"
"Näääh!"
Ich habe kurz gelacht und dann zusammen mit der Familie als erste das Schiff geentert. So hatten wir die Chance die sonnigen Außenplätze am Heck des Schiffes einzunehmen und die Fahrt zu genießen. Perfekt! 
Der Kapitän stellte sich mit einem "Moin" vor, fragte dann, wer aus Hamburg kommt (niemand ausser uns) und stellte fest, dass er sich das anhand des erwiderten "Moin" schon gedacht hatte. Okay, er war Brite - schwärmte aber in den höchsten Tönen von seinem Job, von Hamburg im allgemeinen und hatte reichlich Döntjes im Gepäck.
Ach, herrlich war's. Wir schon schön eine Stunde rumgeschippert, haben den schönen und reichen Hamburgern in den Garten geschaut und wieder einmal festgestellt, was für eine wunderschöne Stadt wir doch Heimat nennen dürfen. 😊 Nur nimmt man sich für solche Ausflüge vor die eigene Haustür leider viel zu selten die Zeit. 




Was nach so einem entspannten, sonnigen (Urlaubs-)Tag bleibt sind gute Laune und (wie immer) der Vorsatz, so was einfach mal öfter zu machen... Warum in die Ferne schweifen, wenn das gute liegt so nah? 😎😌