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Samstag, 26. September 2020

26.09.2020 - Bestandsaufnahme: Rückblick, Inventur, Aussicht

Der Sommer geht zur Neige, der Herbst beginnt und damit fängt auch die Eishockeysaison langsam wieder an. Wobei das mit dem "der Sommer geht zur Neige, die Eishockeysaison geht jetzt wieder los" eigentlich gar nicht so ganz stimmt, denn ich habe bereits im Juli also direkt nach dem im Sommerurlaub, auf dem Eis gestanden und seitdem bei den Nighthawks (einer gutgelaunten Hobby-Mannschaft) auch ziemlich regelmäßig mittrainiert, mit denen ein Turnier gespielt und zudem bei Girls-Eishockey.de noch als Coach bei einem Trainingscamp auf dem Eis gestanden. 

Aber irgendwie sind ja in diesem Jahr so unfassbar viele Dinge ganz anders. Seit März sind wir ja alle ziemlich weit weg von der Normalität - ich merke das sowohl beruflich als auch bei "meinem Sport". Die Saison 2019/20 endete aufgrund von Corona quasi von jetzt auf gleich und mit dem Frauen-Team konnten wir nicht einmal alle unsere Punktspiele bestreiten. Ganze 3 Spiele fielen im März wegen des Saisonabbruchs weg - das eine Menge, wenn man bedenkt, dass die Saison bei uns eh nur 12 Spiele gehabt hätte. Mit den Herren konnten wir zwar alle Spiele bestreiten, aber es gab keine Saisonabschlussfeier, kein Tequillatrinken auf dem Kiez, nicht mal ein Abschlussbier in der Kabine. Die Saison wurde quasi per Mail beendet und wann und wie die nächste Saison beginnt und abläuft steht jetzt noch in den Sternen. Aktuell wird uns beim Eishockey nicht einmal die Nutzung der Kabinen gestattet und wir ziehen uns auf dem Parkplatz vor der Halle im Freien um. Im Sommer mag das noch einigermaßen gehen, aber bei Herbst-Regen bzw. bei Winter-Temperaturen wird das eine echte Herausforderung.

Ich hatte für mich bereits im November oder Dezember letzten Jahres den Entschluss gefasst, dass die Saison 2019/20 meine letzte "richtig aktive" bei den HSV Frauen sein würde. Ich möchte 2020/21 nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen sondern nur noch als "Bedarfs-Trainingsgast" und als "Mädchen für alles" an Spieltagen dabei sein. Bei den Oldtimern möchte ich aber weiter trainieren und eventuell auch mitspielen, wenn Bedarf ist. Vielleicht kann man es Abschied auf Raten bezeichnen. Bereits seit etlichen Jahren habe ich eigentlich jedes Jahr meine "das ist die letzte Saison" bestritten um dieser Aussage dann doch noch eine weitere folgen zu lassen. 

Aber wie heißt es noch so schön: 

"Nichts ist so beständig wie der Wandel." (Heraklit von Ephesus, 535-475 v. Chr.)

Schauen wir doch mal zurück: 

Ich habe Anfang der 90'er Jahre angefangen, "richtig" Eishockey zu spielen, also regelmäßig zu trainieren und auch zu spielen. Anfang der 90'er ... oh, warte, das ist jetzt tatsächlich knapp 30 Jahre her (naja, nicht ganz, ein Jahr fehlt da noch...) und auch wenn es sich nicht so anfühlt, ist das echt schon eine verdammt lange Zeit, in der viel passiert ist und ich viel erlebt habe. Erst war ich lange in Timmendorfer Strand aktiv, habe dort sogar in der 2. Liga gespielt und wir sind nur wegen der Insolvenz des damaligen ETC wieder abgestiegen. Dann bin ich in Richtung Hamburg umgezogen und war die wöchentlichen Trainigsfahrten (rund 100 km einfache Strecke) zum Training an die Ostsee irgendwann leid. Das war der 1. Versuch, meine aktive Laufbahn zu beenden und dann wurde ich überraschend vom HSV zum Training eingeladen. Ein Vereinswechsel und die Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs waren die Folge und auch der liegt schon wieder ganz schön lange zurück. Neben dem Eishockey habe ich auch noch ein paar Jahre im Sommer in Kiel beim Inline-Hockey versucht, Gegentore zu verhindern und in der gleichen Sportart noch ein kurzes Gastspiel bei den (mittlerweile nicht mehr existenten) HSV NorthStars gegeben. Zugegeben, ganz so euphorisch wie in der Anfangszeit bin ich mittlerweile nicht mehr, aber dennoch ist noch immer jeder gehaltene Puck ein guter Puck und ich bin auch noch oft bereit, zu Uhrzeiten auf dem Eis zu stehen, in denen andere Menschen schon ins Bett gehen. Vollkkommen abgeklungen ist das Hockeyfieber auch nach all den Jahren doch noch nicht. 😉 

Ich kann mittlerweile gar nicht mehr sagen, wie viele Stunden ich in all diesen Jahren auf dem Eis verbracht habe, wie viele Kilometer ich auf dem Weg zu Eishallen in ganz Deutschland zurück gelegt habe und wie viele Rollen Klebeband ich verbraucht habe, damit die Ausrüstung da sitzt, wo sie sitzen und schützen soll. Ich habe keine Ahnung mehr, wie viele Spiele ich überhaupt gemacht habe, wie oft auf mich geschossen wurde, wie viele Gegentore ich kassiert habe, wie viele Schüsse ich abwehren konnte und wie viele blaue Flecken ich mir eingefangen habe. Ich muss sicher lange überlegen, um alle Orte zu nennen, an denen ich Eishockey gespielt habe und auch bei den Mannschaften, gegen die wir gespielt haben, kriege ich wohl nicht mehr alle zusammen. Gleiches gilt sicher auch für Mitspieler*innen und Gegenspieler*innen. Aber es macht irgendwie noch immer Spaß und auch wenn die Knochen nach einem Training oder Spiel schmerzen, ist es irgendwie doch noch zu früh um ganz aufzuhören.

 Als ich vorhin meine Tasche für das heutige Training (welches übrigens von 22.00 - 23.30 Uhr gehen wird) packte, habe ich die Freizeit genutzt und ein meinen Sportklamotten-Kleiderschrank im Keller durchsortiert und aufgeräumt. Dabei fiel mir dann einmal mehr auf, wie viel Ausrüstung sich im Laufe der Jahre angesammelt hat. Dort liegen mittlerweile: 

  • 2 Masken
  • 1 Eishockeyhelm
  • 3 Gitter
  • 3 Fanghände
  • 3 Stockhände
  • 1 Paar Eishockey-Handschuhe
  • 3 Brustpanzer
  • 3 Paar Knieschützer
  • 2 Paar Schienen
  • 2 Eishockeyhosen
  • 12 Schläger
  • 1 Unihockey-Schläger
  • 45 Pucks
  • 1 Holzkugel
  • 4 Paar Schlittschuhe
  • 2 Paar Inlineskates
  • 2 Paar Turnschuhe (wenig Kilometer gelaufen!)
  • 4x Tiefschutz
  • 4x Halsschutz
  • 12 Paar Stutzen
  • 32 Trikots
  • 5 Kufenschoner
  • 4 Jogginghosen
  • 6 Trainingsanzüge
  • 3 Trillerpfeifen
  • 10 x Schweißwäsche
  • 15 Paar Sportsocken
  • 2 Rückenbandagen
  • 6 Kniebandagen
  • 5 Trinkflaschen

Puh, das ist echt ganz schön viel Kram - aber der wird eben noch (mindestens) eine Saison benötigt - auch, wenn aktuell noch niemand sagen kann, wie die ausschaut und unter welchen Umständen die Corona-Pandemie einen geregelten Trainings- und Spiebetrieb zulassen wird. Es gibt also noch keine Trainingszeiten, keinen Spielplan, dafür aber viele offene Fragen und entsprechende Fragezeichen, wenn es um den Sport in den nächsten 5-6 Monaten geht. Aber irgendwie freue ich mich trotzdem schon auf die nächsten Eiszeiten... 😊

Dienstag, 29. Oktober 2019

26.10.2019 Auf zum Pferdeturm: Oldtimer machen Jagd auf die Jäger

Nachdem ich das Spiel gegen die Crocodiles tatsächlich muskelkaterfrei überstanden hatte, stand nur 1 Woche später das nächste Spiel mit den Oltimern des HSV auf dem Spielplan. Wir mussten durften Samstag abend um 20.30 Uhr am legendären Pferdeturm in Hannover gegen die Pferdeturm Hunters antreten. Und da Guido nach seiner Spieldauerdisziplinarstrafe im letzten Spiel für diese Partie gesperrt war, fuhr ich mit dem Wissen nach Hannover, definitiv Eiszeit zu bekommen. 
In meiner mittlerweile 28. Eishockey-Saison (ja, ich habe wirklich seeeeeehr früh angefangen, diesen Sport zu betreiben!) bin ich vor Spielen nicht mehr so richtig nervös. Ja, sicher,es gibt Rituale, die vor dem Spiel definitiv einzuhalten sind - aber ganz richtig ist das Wort Ritual eigentlich nicht. Ich zum Beispiel gucke immer, wie meine Leistung beim letzten Training vor dem Spiel war - und wenn ich zufrieden war, dann muss beim Spiel auf jeden Fall die gleiche Schweisswäsche eingepackt und angezogen werden. Wenn nicht, dann packe ich andere Klamotten ein. Albern? Mag sein - aber ich kann da nicht aus meiner Haut. Irgendwie muss man ja bestätigen, dass Torhüter verrückt sind und eigentlich finde ich diese Marotte noch ganz harmlos. Aber weil ich in dieser Saison bei guten Training sowie beim 1. Spiel bei den Crocos ein uraltes Werbe-Shirt von Bifi unter dem Brustpanzer trug, wurde ich auch in Hannover wieder zum "Ballzauberer". Im zugegebenermaßen doch sehr sehr SEHR unwahrscheinlichen Fall, dass ich mal ein Tor erzielen sollte, könnte ich mir das Shirt sogar über dem Kopf ziehen und mit dem Gesicht von Thomas Müller meinen Treffer bejubeln. Aber das zeige ich Euch dann, wenn es wirklich mal so weit sein sollte... 😂

Wir waren mit kleinem Kader unterwegs, 11 Feldspieler und 1 Goalie. Musste reichen - sollte reichen. Überraschend tauchte in unserer Kabine kurz vor Spielbeginn ein "alter" Bekannter auf: Marcus 'Mopser' Krützfeldt hatte die Bitten von einigen Mitspielern erhört und beschlossen, seine Schlittschuhe für die Oltimer zu schnüren. Was für eine schöne Überraschung! Und es gelang sogar noch, die DEB-Einzelspielerlizenz für Mopser rechtzeitig vor Spielbeginn zu erwerben. 😉

Das Spiel begann und eigentlich war es in weiten Teilen ein Spiel auf ein Tor, nämlich auf das Tor der Hunters. Ich hatte recht ruhige 20 Minuten und konnte fast in aller Ruhe zuschauen, wie meine Mitspieler sich Torchance um Torchance erspielten. Dabei musste ich allerdings auch mit ansehen, dass die Spieler im roten Trikot wieder und wieder am Torwart der Hunters scheiterten. Dabei bot er zwar einige wirklich gute Paraden, andererseits waren allerdings auch einige Schüsse dabei, die ein Torwart dankbar annimmt. Komisch, denn im Training schießen die Jungs selten so platziert auf den Bauch des Goalies.... Ein paar Mal konnten die Hunters sich aber dennoch aus ihrem Drittel befreien und die Scheibe in die Nähe meines Tores bringen - aber auch auf deren Seite sprang nichts zählbares heraus. Mit einem torlosen Unentschieden ging es erstmals in die Kabinen. 

Im 2. Drittel machten wir da weiter, wo wir aufgehört hatten: Wir machten Druck auf das Tor der Hunters und in der 24. Minute wurden wir endlich belohnt, Jule Meyer konnte eine Vorlagen von Sven Meyer (meines Wissens nach übrigens nicht verwandt und nicht verschwägert) endlich das 1:0 erzielen. Puh, das wurde aber auch Zeit! Weiter ging der Sturmlauf - doch in der 27. Minute jubelten erstmal die Hunters. Ein absoluter Sonntagsschuss (ja, ich weiß, es war Samstag, aber anders kann man den Treffer einfach nicht beschreiben!) fand den Weg in mein Tor, die Scheibe schlug genau über der Fanghand zwischen Pfosten und Latte ein. Ich glaube, der Schütze überlegt noch immer, wie genau ihm dieser Schuss gelungen ist und wird von diesem Treffer auch in 50 Jahren noch in blumig ausgeschmückten Erzählungen bei jeder Familienfeier wieder berichten. Okay, das war ein wirklich tolles Tor - aber auch total unverdient. Und genau das dürfte Heiko im Hinterkopf gehabt haben, als er nur 31 Sekunden nach Wiederanpfiff das 2-1 erzielte. Und jetzt schien die Tormaschine ihre Startschwierigkeiten überwunden zu haben, denn jetzt ging es munter weiter: 
28. Minute 1-3 Lars
29. Minute 1-4 Sven 
34. Minute 1-5 Heiko
36. Minute 1-6 Mopser* 

(*Hurra, das nächste Kabinenbier ist gesichert! Wir freuen uns auf die Einsatzskiste)
Kurz vor Drittelende hatte Hannover dann noch zwei gute Chancen aus aussichtsreicher Position direkt vor dem Tor, doch zum Glück wollte ihnen kein Treffer gelingen. Mit Ausnahme dieser beiden Schüsse hatte ich wieder recht wenig zu tun und konnte mir wieder in Ruhe das Spiel anschauen. Wobei dieses "Rumstehen und Zuschauen" echt trügerisch ist, denn obwohl man nicht am Spiel beteiligt ist, muss  man doch konzentriert und aufmerksam dem Spielverlauf folgen, was ich zugegebenermaßen nicht immer ganz leicht finde, weil die Gedanken doch irgendwann abzuschweifen drohen und auf Reisen gehen können. Aber bislang war mir das an diesem Abend doch ganz gut gelungen.

Das letzte Drittel begann und wir hatten weiterhin alles im Griff:
36. Minute 1-7 Martin
 43. Minute 1-8 Jule
47. Minute 1-9 Jule
50. Minute 1-10 Sven
Zwischendurch gab es irgenwann noch einen Penalty für die Hunters und so richtig konnte auch nach dem Spiel keiner nachvollziehen, warum die Schiedsrichter so entschieden hatte. Das war aber auch nicht relevant, denn es gelang dem Schützen nicht, die Scheibe an mir vorbei zu bringen und auch im weiteren Verlauf des Spiels hielt ich meinen Kasten sauber. Es gab noch ein paar Schüsse, aber wie ich fand war nichts wirklich spektakuläres dabei. Spektakel machten dann eher die Schiedsrichter, denen es gelang, in diesem fairen und harmlosen Spiel zwischen der 50. und 55. Minute noch 30 Strafminuten zu verteilen. Warum? Gute Frage... keiner weiß es genau, unfaire, körperliche Auseinandersetzungen gab es auf jeden Fall nicht.
 Auch für uns sollten aber keine weiteren Tore mehr fallen und so konnten wir einen verdienten 10-1-Kantersieg am Pferdeturm feiern.

Apropos feiern: Da entgegen der Tradition in der Landesliga seitens der Heimmannschaft kein Bier für die Gastmannschaft gestellt wurde, konnten wir nicht einmal auf diesen Sieg anstossen. Schade... aber wenigstens gab es vor Antritt der anstrengenden Heimreise noch ein anständiges Winner-Dinner in einem bekannten amerikanischen Spezialitäten-Restaurant. Wenigstens etwas, auch wenn wir auch dort kein Bier bestellten. 😉






















































































































Mittwoch, 23. Oktober 2019

20.10.2019 - Crocos - Oldtimer... auf in den Kampf!

Bevor es Anfang Oktober mit den HSV Frauen in die Saison geht, standen bei den Oltimern (aka HSV Herren 1c) schon die ersten Saisonspiele auf dem Plan. Zunächst mussen wir am Sonntag, 20.10.2019 auswärts bei den Crocodiles 1c in Farmsen antreten. 
Die Spiele der Oldtimer sehe ich in der Regel doch eher entspannt: Rechtzeitig da sein, einen Platz in der Kabine suchen, umziehen, leichtes Aufwärmen auf dem Eis, einen Platz auf der Bank finden, die Mannschaft unterstützen + anfeuern und dann nach Spielende schnell in die Kabine düsen um noch einen Platz unter der warmen Dusche und ein kaltes Bierchen zu bekommen. Ich bin fein damit, wirklich, es ist alles gut so, wie es ist. Ich freue mich, dass ich mittrainieren darf und weiß, dass Guido unumstritten die Nr. 1 im Tor der Mannschaft ist. Passt. 
Auch beim Spiel gegen die Crocos war es so, dass ich beim Aufwärmen ein paar Schüsse bekam und es mir dann mit Spielbeginn auf der Bank bequem machte. Ruppi war vor Ort und managte die Bandentür so dass ich mir ohne Streß das Spiel anschauen konnte. Doch das, was ich zu sehen bekam, gefiel mir nicht wirklich. Die Crocodiles, die ihr Team im Vorfeld dieser Saison komplett umgekrempelt und neu aufstellt hatten, erwischten einen deutlich besseren Start in die Partie und gingen durch zwei schnelle Tore in der 2. bzw. 3. Minute gleich mal in Führung. Uns schwante Böses, denn unser Spiel war langsam, behäbig und ungenau, immer wieder landeten unsere Pässe bei den Gegnern und ermöglichten ihnen weitere Torschüsse. Zum Glück war Guido jetzt besser im Spiel und verhinderte einen höheren Rückstand. In der 13. Minute konnte Sven dann mit einem fulminanten Schlagschuss zum 2-1 verkürzen und auch wenn es mit diesem Spielstand in die 1 . Pause ging, spiegelte dieses Ergebnis nicht den Spielverlauf wieder.
Im 2. Drittel kehrten wir dennoch motiviert auf das  Eis zurück und es war allen bewusst, dass eine deutliche Leistungssteigerung erforderlich war, wenn wir am Ende des Spiels etwas zählbares haben wollten. Doch auch wenn wir jetzt besser im Spiel waren und uns endlich Torchancen erspielen konnten, machten die Crocos die Tore. In der 35. Minute fiel das 3-1 und in der 37. Minute konnten sie das Ergebnis durch einen Penalty sogar auf 4-1 erhöhen. Uff, das hatten wir uns doch ganz anders vorgestellt. Aber immerhin konnte Jule in der 38. Minute noch auf 4-2 verkürzen ehe es in die 2. Pause ging. 
20 Minuten blieben uns noch und allen war klar, dass wir in der Defensive mehr arbeiten, allgemein mehr (und möglichst auch schneller!) laufen und aggressiver nach vorne arbeiten mussten - eigentlich ganz einfach... aber eben nur eigentlich! Tore fielen in den ersten Minuten des Drittels nicht - aber dafür fiel etwas anderes, nämlich ein Crocdiles-Spieler, der in der 45. Minute vor dem Tor von Guido zu Boden ging und ebendort zusammengekrümmt liegen blieb. Die Schiedsrichter berieten sich kurz, kamen zu dem Schuss, einen Stockschlag von Guido gesehen zu haben, belegten ihn mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe und schickten ihn damit direkt zum Duschen. Ich registrierte dies eigentlich eher so am Rand und schaltete erst, als Schiedsrichter Maxim auf mich zu lief und mich aufforderte, mich bereit zu machen. Äh... warte mal, ich war eiskalt und wollte eigentlich doch nur eine warme Dusche... Aber gut, es nützte ja nix. Mütze ab, Kopftuch auf, Helm drüber, Handschuhe an und ab auf's Eis. Aufgeregt war ich nicht, mir war nur kalt. Auf dem Weg zum Tor sagte Lars dann im Vorbeifahren zu mir: "Mach einfach das Spiel Deines Lebens" und ich fand, das klang nach einem wirklich guten Plan - ich hatte ja eh keine andere Wahl. 
Coach Martin nahm noch schnell eine Auszeit, ich dehnte mich ein wenig und dann ging das Spiel weiter - und zwar direkt mit einem 5-minütigen Unterzahlspiel. Ich persönlich mag es ja grundsätzlich, in einem Spiel direkt "was zu tun" zu bekommen - dann ist man im Spiel und kann einschätzen, ob es ein guter (oder vielleicht sogar ein sehr guter Tag 😉) wird. Und genau das war jetzt der Fall, denn die ersten Schüsse kamen direkt nach Wiederanpfiff und ich war schnell im Spiel. Mit etwas Glück konnte ich gleich den ersten Schuss abwehren und war selbst ein wenig überrascht, als ich dem Puck hinterschaute, den ich mit meiner Fanghand in letzter Sekunde dazu gebracht hatte, am Tor vorbei zu rutschen. Und so ging es weiter, denn es gelang uns tatsächlich, die 5-minütige Unterzahl ohne Gegentor zu überstehen und bei mir lief es tatsächlich ganz gut. Ich hielt, was zu halten war, liess wenig Scheiben nach vorne abprallen und vernagelt auch ein klitzekleines bisschen mein Tor. Und auch meine Mitspieler arbeiten für mich mit und liessen weniger Schüsse zu. Doch damit nicht genug. Denn kaum waren wir wieder komplett, konnte Jule mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend auf 4-3 verkürzen. Und während die Crocodiles natürlich auf den nächsten Treffer drängten, wollten wir weiter verkürzen um endgültig zurück ins Spiel zu kommen. In der 57. Minute rächte sich dann leider eine Unaufmerksamkeit als wir im Angriff die Scheibe verloren und dem Gegner so einen Alleingang ermöglichten, der eiskalt genutzt und verwandelt wurde. Neuer Spielstand war also 5-3 - hmpf! Aber so leicht gaben wir nicht auf, noch waren fast 4 Minuten zu spielen und das ist im Eishockey ja fast eine Ewigkeit, da kann noch viel passieren. Und siehe da: In der 58. Minute erzielte Sven das 5-4 und in der 60. Minute konnte Heiko dann tatsächlich den Ausgleich zum 5-5 erzielen. Bäääm - wer hätte das gedacht?!? Einen Punkt hatten wir sicher und über den Zusatzpunkt musste jetzt die Verlängerung entscheiden.
In der Verlängerung (max. 5 Minuten bei Sudden Death-Regelung) ging es jetzt mit 3 gg 3 Feldspielern weiter, was für die deutlich jüngeren Crocodiles eigentlich von Vorteil war. Nur 24 Sekunden nach Beginn der Verlängerung gab es dann noch eine 2-Minuten-Strafe gegen Kai, was bedeutete, dass es auf dem Eis mit 4 gg. 3 Feldspielern weiter ging. Und auch diese Unterzahl-Phase hätten wir fast überstanden, es stand noch eine einzige Sekunde Strafe auf der Uhr als die Scheibe hinter mir einschlug... Verdammt, der Schuss war doch gar nicht unhaltbar gewesen, ich hatte sogar freie Sicht. 😲Aber das 6-5 für die Crocos war dennoch gefallen und damit war das Spiel beendet und entschieden. Der Zusatzpunkt blieb bei den Crocodiles und wir mussten uns mit einem Punkt zufrieden geben. 
Okay, hätte uns nach 5 Spielminuten oder nach dem 1. Drittel jemand gesagt, dass wir einen Punkt mitnehmen, wären wir einverstanden gewesen - aber so war das jetzt doch ein wenig ärgerlich. 
Dennoch waren wir nicht gänzlich unzufrieden und genossen in der Kabine das Feierabendbierchen. 
Ich selbst war natürlich ebenfalls nicht unzufrieden - auch wenn ich vor Spielbeginn überhaupt nicht damit gerechnet hatte, an diesem Abend spielen zu müssen/zu dürfen. Und mit dem Wissen, dass ich wegen der Sperre von Guido im nächsten Spiel auch auf dem Eis stehen werde, genoss ich meinen "Catch of the day". 


Ein paar Fotos gibt es vom Spiel auch, Wolle Lange war vor Ort und hatte seine Kamera dabei. Danke dafür!




Donnerstag, 17. Oktober 2019

17.10.2019 - Die Saison wirft Ihre Schatten voraus und es wird höchste Zeit, mal wieder zu Schreiben...

Puh, hier ist wirklich (viel zu) lange nichts mehr passiert. Das bedeutet natürlich nicht, dass nichts passiert ist - ganz im Gegenteil, langweilig war mir nicht ansatzweise. Eher hat Zeitmangel gepaart mit etwas Unlust und vielleicht auch einem Hauch der berühmt-berüchtigten Schreibblockade an dieser Stelle für Funkstille gesorgt. Natürlich möchte ich da Abhilfe schaffen und Euch auch weiterhin fröhlich auf meinen Weg in den Wahsinn mitnehmen - ob mir das jetzt aber dauerhaft gelingt, wird die Zeit zeigen.

Aber so eine neue Saison ist ja eine gute Gelegenheit, nochmal zu starten bzw. frisch reinzukommen. Und da ich wieder für 2 Mannschaften gemeldet bin, habe ich quasi eine doppelte Chance. Und wenigstens eine davon möchte ich nutzen.

Fangen wir also erstmal den HSV Frauen an: 

Da erwartet uns sicher eine spannende Saison, denn es gab einige Veränderungen im Kader und so genau weiß ohne funktionierende Kristallkugel wohl niemand, wo wir leistungsmäßig stehen werden. Wir müssen Abgänge verkraften und Neueinsteiger integrieren und an den Spielbetrieb heranführen. Glücklicherweise sind mit Berit und Anja zwei "alte" Hasen aus dem Mutterschutz zurück gekommen, die uns sicher weiterhelfen werden. 

Auch die Ligen-Zusammensetzung ist interessant, denn unsere Liga wird ja vom Landeseissport-Verband Niedersachsen organisiert. Da aber Adendorf seine Frauenmannschaft leider u.a. aufgrund von Schwierigkeiten mit der Eishalle zurück gezogen hat, startet jetzt tatsächlich kein einziges Team aus Niedersachsen in der Liga, denn Bremerhaven und 3 Hamburger Mannschaften (neben uns treten noch Altona und Farmsen an) nehmen am Spielbetrieb teil. Da Altona aber genau wie wir seine Trainings- und Spielstätte in Hamburg-Stellingen hat, bedeutet das, dass wir von 12 Saisonspielen 8 Mal in Stellingen spielen und von den verbleibenden Auswärtsspielen immerhin trotzdem noch 2 in Hamburg stattfinden werden. Irgendwie schräg und zum Glück auch sehr zeitsparend - vor allem wenn man sich überlegt, wie oft wir schon nach Weisswasser, Crimmitschau oder Erfurt fahren mussten. Nennen wir es also einfach ausgleichende Gerechtigkeit und freuen uns auf eine Saison voller Stadtderbys. 😉

Spielplan HSV Frauen Saison 2019/20:

Samstag, 02.11.19 / 12.45 / Altona – HSV (Spiel in Stellingen)
Samstag, 23.11.19 / 20.30 / Bremerhaven – HSV
Freitag, 06.12.19 / 19.30 / HSV – Farmsen
(Spiel in Stellingen) 
  Samstag, 21.12.19 / 12.45 / HSV – Altona (Spiel in Stellingen) 
  Sonntag, 22.12.19 / 12.45 / HSV – B'haven (Spiel in Stellingen) 
  Freitag, 24.01.20 / 20.00 / Farmsen – HSV (Spiel in Farmsen)
Sonntag, 09.02.20 / 19.30 / Farmsen – HSV (Spiel in Farmsen)
Sonntag, 16.02.20 / 12.45 / HSV – B'haven
(Spiel in Stellingen) 
  Samstag, 07.03.20 / 12.45 / Altona – HSV (Spiel in Stellingen)
Samstag, 14.03.20 / 18.00 / HSV – Altona
(Spiel in Stellingen) 
  Samstag, 21.03.20 / 20.30 / HSV – Farmsen (Spiel in HH-Stellingen)
Samstag, 28.03.20 / 20.30 / Bremerhaven – HSV 


Kurios geht es aber auch bei den Herren weiter, denn auch bei der 1c-Mannschaft, den HSV Oldtimers, werde ich weiterhin als 2. Torwart auf der Bank zu finden sein.  
Und auch hier wird der Großteil der Spiele in Hamburg statt, denn neben dem HSV sind in der "Landesliga Oldtimer" folgende Teams gemeldet: 
Adendorf 1c, Pferdeturm Hunters 1c (Hannover), Molot (Hamburg), Sailors (Hamburg), Farmsen (Hamburg) und eben der HSV 1c. 
Auch hier tragen dann neben unseren Heimspielen noch Molot und die Sailors ihre Heimspiele in Stellingen aus, so dass wir nur noch nach Adendorf, Hannover und Farmsen fahren müssen - auch hier also eine Saison der kurzen Wege. 

Spielplan HSV Oldtimers Saison 2019/20
Sonntag, 20.10.19 / 19.30 / Farmsen - HSV / Altona – HSV
Samstag, 26.10.19 / 20.30 / Pferdeturm - HSV
Samstag, 16.11.19 / 20.30 / Molot – HSV (Spiel in Stellingen) 
Samstag, 11.01.20 / 20.30 / HSV - Molot (Spiel in Stellingen)
 Samstag, 25.01.20 / 18.00 / HSV - Farmsen (Spiel in Stellingen)
   Sonntag, 25.01.20 / 18.30 / Sailors - HSV (Spiel in Stellingen)
Samstag, 29.02.20 / 20.30 / HSV - Pferdeturm  (Spiel in Stellingen)
Samstag, 07.03.20 / 20.30 / HSV - Sailors (Spiel in Stellingen)
Samstag, 22.03.20 / HSV - Adendorf (Spiel in Stellingen)
noch final nicht terminiert:  Adendorf - HSV 

Schauen wir doch mal, was in der Saison für die beiden Mannschaften so geht.

Mittwoch, 10. Januar 2018

07.01.2018 - Taxi nach Paris? Ach neeeee, dann doch lieber mit Oldtimer(s) nach Salzgitter!

Hatte ich in meinem letzten Blogbeitrag noch geschrieben, dass wir jetzt bis zum 3. Februar spielfrei haben, dann war das ein wenig geschwindelt, denn zusammen mit Fenja hatte ich noch ein bisschen Extra-Eiszeit bei unserer 3. Herrenmannschaft, den Oldtimers. Und so mussten/durften wir bereits am Tag nach dem Auswärtsspiel in Mellendorf unsere Ausrüstung wieder packen und uns auf den Weg nach Salzgitter machen.

Das Spiel fand am Sonntag abend um 18.30 Uhr weit weit weg fern der Heimat statt und entsprechend dünn war der Kader leider auch besetzt. Gerade mal 10 Feldspeler und 2 Goalies hatten sich auf den Weg gemacht. Ehrlich gesagt hatte ich morgens noch überlegt, ob ich wirklich mitfahren müsste oder vielleicht doch auf der heimischen Couch bleiben könnte. ABER: Ich hatte schon Anfang der Saison zugesagt und so fuhr ich auch mit - irgendwer musste ja auch die Bandentür für die Jungs öffnen. Und das hatte ich am Vortag in Mellendorf  ja nun auch schon ausreichend geübt.😉

Hannes sammelte mich (welch Luxus!) vor unserer Haustür ein und wir kamen entspannt und so rechtzeitig in Salzgitter an der Halle an, dass wir in aller Ruhe noch einen Kaffee trinken konnten. Ganz stressfrei - sehr schön, so mag ich das.
Der Kader war - wie bereits erwähnt - überschaubar, genau 10 Feldspieler ergeben je 2 Sturm- und 2 Verteidigungsreihen, Guido hütete das Tor und ich kümmerte mich um die Bandentür. Die Halle in Salzgitter war kalt - und zwar deutlich kälter als ich sie in Erinnerung hatte. Entgegen meiner sonstigen Angewohnheiten hatte ich zu diesem Spiel verhältnismäßig wenig Schweißwäsche eingepackt und nicht wie sonst jede Ecke meiner Tasche mit zusätzlichen Klamotten ausgestopft. Ich musste also heute mit 2 Lagen Shirts auskommen und tatsächlich war es echt winterlich frisch an der Bande. Dafür war allerdings der Türmechanismus heute bedienerfreundlich und die Bandentür liess sich schnell und ohne großen Kraftaufwand öffnen und schließen. Ein großer Fortschritt im Vergleich zum Vortag!

Vorgabe von Trainer Martin war: Reihe 1 sollte offensiv, die Reihe 2 eher defensiv spielen. Das klappte erstmal nur bedingt, denn bereits nach 33 Sekunden musste Guido zum ersten Mal hinter sich greifen. Und Salzgitter machte weiter Druck und konnte in der 12. und 17. Minute die nächsten Treffer erzielen. Doch dann schlug in der 18. Minute die Scheibe erstmals im Kasten von Salzgitter ein. Mit einem famos-fabelhaften Sonntagsschuss genau in den Winkel konnte Lars auf 3-1 verkürzen. Und damit nicht genug, nur 40 Sekunden später verkürzte Thomas sogar noch vor der Drittelpause auf 3-2. Bääm, wer hätte das gedacht? 

Die Stimmung in der Kabine war in der 1. Pause dann auch sehr positiv. Während wir Lars fragten, wohin der denn eigentlich schießen hatte wollen, erwähnte er gleich mehrfach, dass wir seinen genau so geplanten Treffer doch bitte in guter Erinnerung behalten sollten, weil ihm so was ja nur einmal im Jahr gelingen würde. Wollten wir - aber erstmal mussten wir weiter spielen. 
Nur knappe 30 Sekunden nach Beginn des 2. Drittels konnte Ruppi das 3-3 erzielen. Jeder Spieler im roten Trikot kämpfte nun um jeden Zentimeter Eis und in der 28. Minute widerlegte Lars tatsächlich seine Drittelpausen-Aussage. Er traf nämlich doch nochmal und brachte uns mit 3-4 in Führung. (JUBEL!) Leider hatte diese Führung aber nur kurz bestand, denn knapp 40 Sekunden später stand es schon wieder 4-4 und das muntere Tore schießen ging weiter:
36. Minute 5-4
37. Minute 6-4
37. Minute 6-5 - Thomas hatte getroffen
40. Minute 7-5
40. Minute 7-6 - Thomas hatte getroffen
Hannes hatte sich leider zum Ende des Drittels verletzt, so dass wir nur noch mit 9 Feldspielern agieren konnten. Aber die letzten 20 Minuten wollten wir auf jeden Fall noch gegenhalten. Die bis zu diesem Zeitpunkt von uns erzielten 6 Tore waren auf jeden Fall schon mal ein Ausrufezeichen. 

Mir war inzwischen eiskalt, aber ich konnte mich wenigstens am Spiel meiner Mannschaft erwärmen. Und klar, ein Drittel würde ich da an der Bande schon noch durchhalten - aber ja, ich freute mich schon richtig (also richtig-richtig doll!) auf die heiße Dusche nach dem Spiel. 
In der 42. Minute fiel das nächste Tor, 8-6 für Salzgitter. Doch Thomas verkürzte fast im Gegenzug auf 8-7. Spanung lag in der Luft, denn wir waren nicht chancenlos. In der 50. Minute traf Salzgitter erneut und ging mit 9-7 in Führung - kein schönes sondern ein dreckiges und für Guido sehr unglückliches Gegentor. Und dann... dann sah ich nur aus dem Augenwinkel, wie es direkt nach dem Tor zu einem Handgemenge kam und Guido nach seinem Gegenspieler schlug. Die Zeichensprache der Schiedsrichter war eindeutig, sie zeigten direkt auf die Kabine und schickten Guido mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe in die Kabine. 😮 Das bedeutete, a) dass ich (eiskalt und durchgefroren wie ich inzwischen war) zwischen die Pfosten musste und b) dass wir zudem die nächsten 5 Minuten auf jeden Fall in Unterzahl spielen würden. Zum Glück konnte Hannes die Strafe absitzen, da er trotz seiner Verletzung nicht in der Kabine geblieben war, sonst wäre unser Kader noch weiter zusammengeschrumpft. Während die Schiedsrichter noch mit dem Kampfgericht diskutierten, hatte ich kurz ein wenig Zeit um meine Muskeln ein bisschen zu dehnen, aber natürlich reichte das nicht, um nochmal richtig warm zu werden. Das nennt man dann wohl Kaltstart - und eiskalt erwischt wurde ich auch gleich. Da Peter quasi fast mit Wiederanpfiff noch eine 2-Minuten-Strafe bekam, spielten wir in doppelter Unterzahl und es klingte leider recht schnell in meinem Kasten: Es stand 10-7. Und weiter ging es, das 11-7 fiel nur wenig später, doch durch ein Tor von Werner konnten wir nochmal auf 10-8 verkürzen. Was was das eigentlich für ein vogelwildes Spiel? 😵 Bei uns liess leider aufgrund des kleinen Kaders inzwischen doch etwas die Kraft nach und kamen waren einfach manchmal einen Schritt später als unsere Gegner - und die konnten das leider noch weiter ausnutzen. Die Tore 11, 12, 13 und 14 fielen noch zwischen der 52. und 59. Minute - und dabei hatte ich tatsächlich sogar noch den einen oder anderen Puck erwischen können. Nun ja, wenigstens hatte ich in den letzten 2 Minuten wieder etwas Gefühl in meinen Händen und Füßen. 
Am Ende verloren wir das Spiel mit 14-8 - eine unnötige Niederlage, die ausserdem noch deutlich zu deutlich ausgefallen war. Aber es nützt ja nix. Nach dem Spiel befragten wir Guido natürlich, was denn dazu geführt hatte, dass er so ausgetickt wäre und er berichtete, dass sein Gegenspieler in angespuckt hätte. 😱 Nicht schön - aber immerhin im Ansatz eine Erklärung für sein Verhalten. Größter Haken an der Sache: Diese Spieldauerdisziplinarstrafe beinhaltet auch automatisch eine Sperre für das nächste Spiel. Doof für Guido - Eiszeit für mich, ob ich nun wollte oder nicht. Mitgefangen, mitgehangen halt. 😎

Für uns hieß es nach dem Kabinenbier (statt wie in der Frauen-Liga Wasser und Obst bekommt das Gastteam in der Landesliga nämlich eine Kiste Bier in die Kabine gestellt!) dann aber erstmal heiß duschen (yeah!!!!) und schnell ab auf die Autobahn - natürlich mit Zwischenstop bei Mäcces ... war ja schließlich ein Auswärtsspiel und da muss das so! 




PS: Ohrwurm to go: 



Montag, 30. Januar 2017

28.01.2017: Groundhopping! Wihelmshaven mit den HSV 1c-Oldtimer-Herren

 Keine ganz einfache Entscheidung für mich in der letzten Woche:  Sollte ich Samstag zum Handball gehen und zusammen mit über 2700 Zuschauern passiv Sport anfeuern? Oder sollte ich als 2. Torwart zusammen mit den HSV 1c Oldtimer-Herren nach Wilhelmshaven fahren und dort vor ca. 600 Zuschauern auflaufen? 
Ich entschied mich für letztere Variante und machte mich mit den Herren auf den Weg nach Wilhelmshaven. Bereits im Vorfeld konnte ich deutlich die Unterschiede zwischen der Organisation bei einer Herren- und einer Damenmannschaft erkennen. 😉 Denn während bei den Mädels im Vorfeld bereits abgeklärt wird, wer wann mit dem wem fährt und die Abfahrt in der Regel gesammelt am Treffpunkt stattfindet, liessen die Männer das unorganisierter entspannter angehen. Die Abfahrt war für 15 Uhr geplant, doch zu diesem Zeitpunkt machte niemand Anstalten, wirklich pünktlich vom Hof zu fahren. Anyway, Guido und ich kamen dennoch zusammen mit unseren Ausrüstungen rechtzeitig an der Eishalle an, fanden einen Parkplatz fast vor der Tür und bezogen die Kabine.
 
Die Eishalle in Sande ist eine umgebaute Tennishalle und die Kabinen hat man in die Squash-Boxen gebaut. Duschen und Toiletten wurden nachgerüstet - nur eine Heizung gab es eben nicht. Dafür hatte man einfach einen Heizstrahler mitten in den Raum gestellt.
So etwas hatte ich bis dahin in einer Eishockey-Kabine auch noch nicht erlebt. Aber aufgrund der Kälte in der Kabine war das Ding natürlich schnell umlagert. Doch ich hatte schnell geschaltet und mir beim Betreten des Raumes den Platz direkt an der Heizung gesichert. Okay, in echt waren alle Plätze am Rand schon belegt und mir blieb nur noch der Platz in der Mitte. Aber egal, ich saß an bzw. unter der Heizung. 😜
 Das Team aus Wilhelmshaven startet in dieser Saison erstmal in der Landesliga, besteht aus einigen einheimischen Spielern, die in der Vergangenheit schon hochklassig gespielt haben und hat in dieser Saison alle Spiele gewonnen, viele davon sogar zweistellig. Allerdings konnten die HSV Oldtimer im Hinspiel lange mithalten und mussten damals auf eigenem Eis nur eine knappe 3-5-Niederlage hinnehmen. Dennoch gab sich die Presse im Vorfeld optimistisch: 
Jadehaie haben Aufstieg fest im Visir
Sieg im Heimspiel gegen HSV 1c ist für Sande Pflicht
 
Auch an diesem Tag war Wilhelmshaven natürlich der Favorit - insbesondere, da unser Team ersatzgeschwächt dezimiert war und kurzfristig noch durch junge Spieler aus der 1. und 2. Mannschaft verstärkt werden musste, damit wir überhaupt antreten konnten. Neben mir stand noch Fenja mit im Kader, so dass der HSV quasi Doppel-Frauenpower hatte. Spannend war - neben der bereits beschriebenen Umkleidekabine - auch die Zuschauersituation, denn während sich in der Landesliga (tiefer geht es im Norden nicht mehr!) in den übrigen Hallen neben Freunden und Familienmitgliedern in der Regel kaum bzw. wenige Zuschauer einfinden, war es in Sande einfach voll. Lt. Presse hatten an diesem Abend 685 Zuschauer den Weg in die Halle gefunden und sogar Eintritt bezahlt(!) Durch diese Zuschauer musste man sich seinen Weg zur Eisfläche auch erstmal bahnen. Im Publikum war auch eine Gruppe von Groundhoppern, die als Eishockeyfans verschiedenster Vereine aus ganz Deutschland anreisen um gemeinsam neue 'Grounds' (also Eishallen) zu entdecken. 
Die Eisfläche in Sande ist klein - ungewöhnlich klein, sie hat nur das erlaubte Miminalmaß und ist damit deutlich kürzer, als die Eisflächen, auf denen man hier in (Nord-)Deutschland sonst so unterwegs ist. Dafür sind dann die Verteidigungszonen der beiden Mannschaften hingegen größer bzw. länger als üblich - und das sollten wir während des Spiels noch zu spüren bekommen.
 
 Interessant auch die Spielerbänke, die a) über Eck gebaut und somit eine Art Sitzecke hatten und b) durch eine Plexiglasscheibe von der gegnerischen Bank getrennt war. Das hatte ich so auch noch nicht gesehen. Ich sicherte mir einen Platz auf der Bank, auf dem ich das Spiel gut beobachten konnte und meinen Mitspielern beim Wechseln nicht im Weg stand. Leider erwischten wir keinen guten Start in die Partie, denn die Gastgeber gingen bereits nach 10 Sekunden mit 1-0 in Führung, nach 1:34 Minuten fiel das 2-0 und bei 10:35 Minuten stand es schon 3-0. Ein Tor war dabei unglücklicher als das andere. Die Zuschauer tobten! Doch dann begannen die "Leo-Festspiele", denn Leo gab in der 12. Minute die Vorlage zum 3-1, schoss in der 13. Minute das 3-2 und auch das 3-3 in der 19. Minute. Wir jubelten, dafür war es im Rest der Halle inzwischen recht ruhig. Leider fiel 22 Sekunden vor Drittelende noch das 4-3 für Wilhemshaven. 
 
In der Kabine hatte der Sauerstoffgehalt in der Luft bereits abgenommen. Die Pausenansprache war kurz und knackig und wir machten uns schnell wieder auf den Weg zurück auf das Eis. 
 
Das 2. Drittel war wieder 😆- und ereignisreich:
 20. Min.: Strafe gg. Wilhelmshaven
23. Min.: Ausgleich. zum 4-4 durch Ricky
 23. Min.: Strafe gg. Fynn (HSV) 
25. Min.: Strafe gg. Vadim (HSV)
26. Min.: 5-4 f. Wilhelmshaven
28. Min.: Strafe gg. Leo (HSV) 
29. Min.: Strafe gg. Wilhelmshaven
31. Min.: Strafe gg. Ricky (HSV) 
31. Min.: 6-4 f. Wilhemshaven
36. Min.: Strafe gg. Wilhelmshaven
36. Min.: Strafe gg. Ricky (HSV) 
38. Min.: Strafe gg. Wilhelmshaven
39. Min.: 7-4 f. Wilhelmshaven
40. Min.: Anschluss zum 7-5 durch Ricky
Ja, da war Action geboten, langweilig war das Spiel nicht. 😉 Durch irgendeine Aktion hatte Ricky sich in diesem Drittel die "Zuneigung" der Zuschauer zugezogen und wurde fast durchgehend mit freundlichen Gesängen bedacht. "Alle auf die 9" schallte es laut vernehmlich durch die Halle. Immerhin, das musste man auch erstmal hinkriegen. Und spätestens in diesem Drittel merkten wir, dass eben die beiden Verteidigungszonen länger waren als normal: Nämlich immer dann, wenn wir versuchten, die Scheibe aus dem Drittel herauszubringen. Es fehlte bei den Schüssen häufig der Schwung für den letzten Meter und die Scheibe konnte vom Gegner entsprechend abgefangen und wieder vor unser Tor geschossen werden.

In der 2. Drittelpause war die Luft in der Kabine noch dünner.  Natürlich hatten wir den Heizpilz angelassen, denn wir wollten verhindern, dass die Temperatur unter den Gefrierpunkt sinkt. Das klappte - aber wir bezahlten eben mit Sauerstoffgehalt.

Auf ins letzte Drittel. Und auch da ging es munter weiter: 
41. Min.: 8-5 für Wilhelmshaven
44. Min.: Strafe gg. Wilhelmshaven
47. Min.: 9-5 für Wilhelmshaven
50. Min.: Strafe gg. Ricky (HSV)
55. Min.: 9-6 Tor durch Leo
56. Min.: Penalty für uns - leider nicht verwandelt
56. Min.: Strafe gg. Wilhelmshaven
57. Min.: Strafe gg. Wilhelmshaven
57. Min.: Spieldauerdiszi gg. Wilhelmshaven
58. Min.: Strafe gg. Wilhelmshaven
 Ja, es wurde hitzig, es gab ein bisschen Härte im Spiel und es flogen auch die Fäuste und ja, es floß auch ein wenig Blut auf dem Eis. Letztes hing allerdings eher mit einem unglücklichen Zusammenstoß zweier Wilhelmshavener zusammen.  Der blutende Spieler konnte nicht weiterspielen und durch die ungewöhnliche Anordnung der Spielerbänke standen wir direkt nebeneinander und konnten bei ein bisschen Smalltalk die letzten Minuten des Spiels schauen. 
 
Letzlich ging der 9-6-Sieg, den die Wilhelmshavener am Ende feiern konnten, in Ordnung und war nicht unverdient. Dennoch konnten die Oldies (die an diesem Tag den Beinamen eigentlich gar nicht verdient hatten) den Favoriten wieder ärgern - und das war gut so. Dafür und für den neuen "Ground" auf der Liste hatte sich die Fahrt auf jeden Fall gelohnt.
 
 
+++ PRESSESCHAU +++ PRESSESCHAU +++ PRESSESCHAU +++  
 
Jadehaie erkämpfen sich 3 Punkte gegen den HSV 1c
 
Jadehaie im Spie gegen den HSV zu arrogant
Dennoch hält der ECW Sande seines Siegesserie in der Landesliga Nord A aufrecht
 
ECW Sande landet Arbeitssieg
Nach zehn Minuten hatten die Jadehaie bereits mit 3:0 vorn gelegen. Fünf Minuten später kassierte der Landesliga-Spitzenreiter den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 3-3 
 
 
 

 
Von "Bagdad-Wolle" konnte ich mir ein paar Fotos mopsen - Danke dafür, Wolle!