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Dienstag, 20. März 2018

18.03.2018 - ... Wir, die Meistermacher, das Zünglein an der Waage!

Auf ein Neues... aber hey, wieso steht ist das denn schon das letzte Saisonspiel? Die Saison hat doch gerade erst angefangen...? Unglaublich, wie schnell die Zeit von September bis März wieder einmal vergangen ist. Unsere Saison war eher durchwachsen verlaufen, wir waren mit 2 schwachen Spielen in die Saison gestartet und hatten uns dann über Kampf und mit viel Spannung die ersten Siege gesichert. Und jetzt? Jetzt guckten wir auf die Tabelle und stellten fest, dass wir unbedingt noch einen Punkt benötigen, um nicht im Worst-Case noch auf den vorletzten Tabellenplatz abzurutschen. Püh ha... Gegner im letzten Saisonspiel war dazu niemand geringeres als der designierte Meister aus Crimmitschau, der uns im Hinspiel mit einem 13-2-Sieg deutlich unsere Grenzen aufgezeigt hatte. Nun denn... auf sie mit Gebrüll. Apropos brüllen: Das konnte ich bestimmt total gut - hatte ich mich doch die ganze Woche mit Schnupfnase und Hustenreiz gequält und sicherheitshalber in der Woche gar nicht trainiert.

  Am Sonnabend fanden wir uns dann abends mit einigen Mädels in Stellingen ein um uns das Spiel zwischen den Crocos und Crimmitschau anzusehen. Die Crocos gewannen mit 4-3, nahmen Revanche für ihre Niederlage im Januar und fügten Crimmitschau wiederum die 1. Saisonniederlage bei. Da die Meisterschaft nicht über den direkten Vergleich sondern über das Torverhältnis entscheiden würde war klar: Wenn Crimmitschau am Sonntag nur einen einzigen Punkt verlieren würde, wären die Crocos Meister. Bei einem Sieg nach regulärer Spielzeit würde der Titel nach Crimmitschau gehen. Okay, wir würden also Meistermacher werden - so oder so... 

Am Sonntag morgen ging es für uns in aller Herrgottsfrühe an den Strand - um 8.30 Uhr war Treffen in der Halle. Hurra - auschlafen wird eh überbewertet. Ich hatte Nadine und Chrissi an Bord, wir kamen entspannt durch, machten noch einen Stopp beim Bäcker und bezogen unsere Plätze in der Kabine. Zum Glück fiel schon Licht durch das Fenster in die Kabine, denn den Lichtschalter hatte in der Halle noch niemand gefunden. Nach und nach trudelten alle ein und Guido präsentierte die Aufstelllung.
Fenja R. war ja leider aufgrund der ungerechtfertigten Spieldauerdisziplinarstrafe aus dem letzten Spiel gegen die Crocos gesperrt, doch mit Franzi hatte sich kurzfristig noch eine Spielerin angemeldet, die ihren Platz in der FFC-Reihe sowohl spielerisch als auch buchstabentechnisch einnehmen konnte. 😎 Im Gegensatz zu unserem recht umfangreichen Kader kam Crimmitschau gerade einmal mit 10 Feldspielern und eine Goalie - was allerdings keine unbekannte Situation für das Team aus Sachsen ist. Im Gegenteil, die Manschaft ist schon seit Jahren regelmäßig mit kleiner Kombo unterwegs. 

Es folgte das obligatorische Aufwärmpogramm mit Laufen, Dehnen, Stretchen und umziehen - wir waren entspannt und zeitlich voll im Soll ... bis dann jemand in die Kabine kam und verkündete, dass Crimmitschau in roten Trikots spielen würde. Öh... okay, wir ja eigentlich in pink - das farblich viel zu ähnlich wäre und damit nicht akzeptabel war. Natürlich hatten wir keinen Satz an Ersatztrikots dabei und so mussten wir uns Trikots vom Timmendorfer Nachwuchs leihen, die in einem Nebenraum aufbewahrt wurden. Jetzt ging die große Nummernsuche los, denn natürlich sollten/wollten die Rückennummern übernommen werden. Bereits beim Durchgehen der vorhandenen Trikots schwante mir böses, denn natürlich gab es kein Torwarttrikot in dem Satz - weder mit meiner Rückennummer 20 noch mit irgendeiner anderen Nummer. Für mich gab es also 2 Möglichkeiten: 
1) Ein zu kleines und damit auch zu enges Trikos anziehen, aussehen wie Bernd das Brot und auch dessen Bewegungsradius (insbesondereim Bereich der Arme) zu haben. 
2) Improvisieren! 
Da Möglichkeit 1 keine gute Idee war, entschieden wir uns für Variante 2 und improvisierten. Gut, dass unsere pinkfarbenen Spieltrikots auf der Innenseite weiß sind. 
Während des Aufwärmens ging ich kurz zu den SR in die Kabine um mein Trikot vorzuführen und bekam die Ansage, dass eine Rückennummer unerlässlich sein. Oooookay... dann basteln wir uns halt eine Rückennummer. Fenja R. war mir dabei behilflich und schuf dieses Meisterwerk:
Soweit so gut, wir hatten jetzt alle passende Trikots und alle Rückennummern... das Spiel konnte also losgehen. Wir schwörten uns auf Spiel und Gegner ein und gingen aufs Eis. Und dann kam eine Ansage von den Schiedsrichtern: Halt! Stop! Alle runter vom Eis! Der Sani hat den Spielbericht noch nicht unterschrieben! Ihr hättet Euch eigentlich nicht mal warmmachen dürfen! Alle in die Kabine!
Okay, alle gingen wieder in die Kabine - in der Tat, es war kein Sanitäter in der Halle. Was tun? Zunächst einmal wurde versucht, beim Unfalldienst, über den die Sanis bestellt werden, jemanden zu erreichen - doch bis ein Ersatz aus Eutin da gewesen wäre, wäre viel zu viel Zeit vergangen und das Spiel hätte abgesagt und gegen uns gewertet werden müssen. Spiessie, Ex-Timmendorfer-Mannschaftskollegin, jetzige Trainerin der Crocodiles, ausgebildete Rettungsassistentin und "zufällig" in der Halle anwesend erklärte sich bereit, den Sanitätsdienst zu übernehmen. Vielen Dank für die spontane Bereitschaft und das Einspringen! Dies drohte aber daran zu scheitern, dass sie keinen Dienstausweis dabei hatte. 😲 Unsere Mitspielerin Sandra sagte daraufhin, dass Sie als Ärztin den Sani-Dienst übernehmen würde und begann, ihre Ausrüstung auszuziehen. Als sie fast festig war, wurde dann doch der Einsatz von Spiessie als Sani genehmigt... Sandra zog ihre Ausrüstung also wieder an und mit etwa 30 Minuten Verspätung konnte das Spiel dann doch endlich beginnen... Gut, dass wir alle inzwischen wieder kalt und unkonzentriert waren. 🙈

Egal, das Spiel begann und wir kämpften von Anfang an um jede Scheibe, jeden Zentimeter Eis. 5 Minuten lang ging das ganz gut - und dann fiel das 1-0 für Crimmitschau. Doch unser Kampfgeist war geweckt und in der 9. Minute wurden wir mit dem Ausgleich belohnt. Fenja B. konnte das 1-1 erzielen. Auch dass Crimmitschau per Nachschuss in der 12. Minute das 1-2 erzielen konnte, brachte uns nicht aus der Fassung. Crimmitschau hatte zwar mehr Spielanteile und schoss deutlich häufiger aufs Tor als wir - dennoch konnten wir uns das 2-2 erkämpfen - wieder war es Fenja B. die einen Nachschuss nutzen konnte. Blöd nur, dass wir dann in einen kollektiven 8-Sekunden-Schlaf fielen, denn genau diese Zeit benötigte Crimmitschau nach Wiederanpfiff um das 3-2 zu erzielen. Ärgerlich weil unnötig - aber nicht zu ändern. Mit diesem 1-Tore-Rückstand gingen wir zur ersten Pause in die Kabinen. 

Wir kamen aber hellwach wieder zurück aufs Eis und es dauerte nur 9 Sekunden, bis Chrissi eine Vorlage von Fenja B. nutzen und das 3-3 erzielen konnte. Das war mal ein Start nach Maß in ein Drittel. Bejubelt wurde dieses Tor von einer Abordnung der Crocodiles, die uns anfeuerten und ganz fest die Daumen drückten, dass wir wenigstens einen Punkt holen würden, damit der Meistertitel nicht nach Sachsen sondern nach Farmsen ginge. Crimmitschau machte nun noch mehr Druck auf unser Tor, ein Angriff folgte dem nächsten. Doch unsere Abwehr stand gut und ich hatte auch einen brauchbaren Tag erwischt und konnte viele viele Scheiben blocken oder festhalten und hatte manchmal auch noch ein bisschen Glück, als ich z.B. schon geschlagen war und die Scheibe am leeren Tor vorbei geschoben wurde. Und weil wir unser Tor so fleissig und hochkonzentriert verteidigten, wurden wir in der 29. Minute belohnt, als Fenja B. Franzi auf die Reise schickte und diese ihren Alleingang gekonnt verwandelte. Wir führten 4-3 - hoppla! Crimmitschau erhöhte die Schlagzahl und drängte uns nun nahezu den Rest des Drittels in unsere Abwehrzone - aber irgendwie gelang es uns, den Ausgleich zu verhindern und die knappe und ehrlich gesagt glückliche Führung in die Pause zu retten. In der Kabine war erstmal durchatmen angesagt bzw. in meinem Fall eher Luftschnappen und röcheln. Unsere 2. Torfrau Tina kam in der Pause auf mich zu und fragte, ob ich weiterspielen wollte. Ich musste gar nicht lange überlegen - ja, ich wollte weiterspielen. Auch wenn ich fast unter Dauerbeschuss stand, machte dieses Spiel echt Spaß. 😜 Und so räumte ich meinen Kasten nicht und spielte mit Tinas Einverständnis weiter. 

Und ich machte auch da weiter, wo ich aufgehört hatte. Es gab einige Paraden, bei denen ich ehrlich gesagt selbst erstaunt war, wie es mir gelungen war, mein Bein, meine Schulter, meine Hand oder mein was-auch-immer noch zwischen Puck und Tor zu bringen. Bei uns schwanden jetzt allerdings die Kräfte und die Schiedsrichter begannen, kleinlicher zu pfeifen. In der 47. Minute bekam Maike eine Strafe und es dauerte knapp eine Minute, bis Crimmitschau die Überzahl nutzen konnte und das 4-4 erzielte. Kaum waren wir nach diesem Treffer wieder komplett, gab es eine Strafe gegen Anni und wir spielten wieder in Unterzahl. Die überstanden wir ohne Gegentor -  genau wie die darauf folgende Strafzeit, die gegen Franzi verhängt worden war. Und kaum war Franzi wieder zurück, gab es die nächste Strafe... zu viele Spieler auf dem Eis. Jennifer saß die Strafe ab und wir mühten und mit 4 Feldspielern, die Scheibe von unserem Tor fern zu halten. Unglücklicherweie folgte Fenja B. noch Jennifer auf die Strafbank und obwohl wir in der 56. Minute wieder mit 4 Feldspielern auf dem Eis waren, hatte Crimmitschau noch zu viel Platz um sich die Scheibe zuzuspielen. In der 56. Minute war das 4-5 die Folge - und es war mega-ärgerlich, dass die Scheibe im Nachschuss mit viel Gestocher ins Tor ging und es uns nicht gelungen war, den Puck vorher noch irgendwie irgendwo in die Pampas zu kloppen. In der 57. Minute fiel dann noch das 4-6 und damit war der Drops dann leider gelutscht.
Dennoch gingen wir nach dieser Niederlage mit erhobenem Haupt vom Eis. Wir hatten Crimmitschau einen großen Kampf geliefert und ihnen alles abverlangt. Crimmitschau sicherte hatte durch diesen Sieg und trotz aller Gegenwehr den Meistertitel gewonnen und bekam direkt vor Ort von Ligenleiter Gerald in der Halle den Pokal überreicht. Selbstsverständlich gratulierten wir fair und blieben auch zur Übergabe des Meisterpokals noch auf dem Eis.
Dass der Trainer von Crimmitschau mir bei der Gratulation bzw. Verabschiedung noch "man hast Du uns heute Nerven gekostet, du hast stark gehalten" freute mich dann doch ein wenig. 😊

Wir nutzten die restliche Zeit auf dem Eis noch kurz, um wenigstens ein Mannschaftsfoto zu machen - in unvollständiger Besetzung und in falschen Trikots - aber wenigstens hatten wir so ein Foto aus dieser Saison.


Da es in dieser Saisons kein Pokalturnier mehr gibt, ist für uns die Spielzeit 2017/18 jetzt beendet - im schlechtesten und leider sehr wahrscheinlichen Fall rutschen wir noch auf den vorletzten Tabellenplatz ab - zwar sind wir dann punktgleich mit Bremerhaven und Hannover auf den Plätzen 3+4, haben jedoch das schlechtere Torverhältnis. Blöd - aber nicht zu ändern. 

Den Tag liessen wir dann bei einem gemeinsamen Essen in der Timme ausklingen - umrahmt wurden wir dabei von "Quasi-Vereinskollegen" - aber im Gegensatz zu denen können wir wenigstens nicht absteigen. 😏

Jetzt ist erstmal Sommerpause - aber die wird wohl auch nur ein paarr Wochen dauern, denn nach der Saison ist ja bekanntlich vor der Saison. Und da geht es zur Vorbereitung wieder in "Berits berühmt berüchtigtes Bootcamp". Und dann? Ja... dann geht es spätestens im September wieder aufs Eis ... und dann... dann geht die Saison wieder los... und: Ja, eine Saison geht bestimmt noch - vielleicht auch als Teilzeitgoalie oder als Stand-By-Reserve-Goalie weil Alexa und Tina mich langsam aber sicher ablösen werden ... nun, wir werden sehen! 😃 Aber egal was passiert: Ich weiß, dass "mein" Tor dann bei den beiden Mädels in guten Händen sein wird. 😊
 

PS: Falls Ihr ihn noch nicht gelesen habt, möchte ich Euch noch den "offiziell-inoffizellen" Spielbericht von Christian ans Herz legen - den gibt es hier als Gastbeitrag: 


Montag, 19. März 2018

19.03.2018 - Endlich mal seriöse Berichterstattung: Christians Bericht über das Spiel SG - Crimmitschau

Die Saison 2017/2018 ist Geschichte, das letzte Spiel liegt hinter uns und dennoch gibt es eine Premiere: Der nachfolgende Spielbericht wurde nicht von mir geschrieben sondern von Christian Schülling, dessen wunderbare Berichte ich immer gern gelesen habe und hier sonst mit Regelmäßigkeit verlinken durfte, weil er für HL-Sports geschrieben und über das Timmendorfer Eishockey berichtet hat. Diese Tätigkeit hat er leider eingestellt, aber als ich ihn nach unserem letzten Saisonspiel gegen Crimmitschau am 18.03.2018 in der Halle traf, musste ich ihn einfach bitten, einen Bericht zu schreiben. Schön, dass er das gemacht hat! Vielen Dank, Christian! 😌 Hier also nun sein Bericht zum Spiel .... meiner kommt - wie immer in dieser Saison - `etwas´ später. 

Dienstag, 13. März 2018

04.03.2018 - Nach den Crocos ist vor den Crocos...

 Eine Woche hatten wir Zeit, um nach unserer Niederlagen gegen die Crocodiles aufzustehen, den Helm zu richten und nochmal Anlauf zu nehmen. Genau diese eine Woche lag nämlich zwischen Hin- und Rückspiel. Allerdings hatten wir diese Partie an unseren "Zweitwohnsitz" verlegt, denn wir spielten in Timmendorfer Strand. Genau... weil wir's können! Apropos können: Wir wollten natürlich in diesem Spiel noch einmal zeigen, dass das zu Ergebnis aus dem Hinspiel einfach zu hoch und zu deutlich ausgefallen war und waren entsprechend motiviert.

Wie immer in dieser Saison glich unser Kader ein bisschen einer Wundertüte: Ein paar Spielerinnen waren wie immer dabei, einige fehlten, einige waren mal wieder dabei... Langweilig wird es bei uns nicht und so hatte Trainer Guido wieder die Aufgabe zu puzzeln und eine Aufstellung zu zaubern. Ich verrate sicher nicht zuviel, wenn ich sage: Es ist im wieder einmal gelungen! 
Wir kamen fast alle pünktlich in Timmendorfer Strand an und bereiteten uns wie immer auf das Spiel vor: laufen auf dem Parkplatz mit anschließendem Dehne und Stretchen, umziehen und Warm up auf dem Eis. Business as usual also. Doch auf dem Parkplatz lag noch jede Menge Schnee und so mussten wir beim Laufen schon ein bisschen aufpassen, nicht ins Rutschen zu kommen. Und kalt war draussen, also richtig kalt, arschkalt quasi. Trotz Laufen und Dehnen hatte ich nicht das Gefühl, richtig aufgewärmt in meine Ausrüstung zu schlüpfen - mir war fröstelig und ich hätte an sich lieber einen dicken Pulli + dicke Socken angezogen und mit einer Tasse Tee + einem guten Buch auf der Couch gelegen. Aber... das Leben ist ja nun mal kein Wunschkonzert und so ging es eben in die Schlittschuhe und den Rest der Ausrüstung und dann ab aufs Eis. Auch nach dem Aufwärmen war mir noch nicht warm aber das ist auch für mich als Frostbeule eher normal. Aber gut, das Spiel lag ja noch vor uns und ich war mir sicher, dass die Crocos noch dafür sorgen würden, dass ich nicht mehr frieren müsste. 😏

Das Spiel begann und bereits das Erscheinen der Schiedsrichter sorgte bei mir für Erstaunen. Die SR kamen aus Niedersachsen. Okay, die kennen wir natürlich auch - aber an sich pfeifen die aufgrund der Fahrtkosten eher selten in unserer Liga in Schleswig-Holstein... Entweder gibt es inzwischen wirklich einen sehr argen SR-Mangel oder die Grippewelle hat auch hier einige Leute ans Bett gefesselt. Ach, ich weiß es nicht. 

Wie dem auch sei: Das Spiel begann und die Crocos setzten uns unter Druck - wie erwartet also. In der 5. Minute nahm das Spiel dann Fahrt auf: Bei 4:16 Minuten trafen die Crocos erstmals und gingen mit 1-0 in Führung. Einmal mehr konnte ein Alleingang nicht verhindert werden und leider fehlte mir das Quäntchen Glück, um den Puck noch abwehren zu können. Gut 24 Sekunden nach Wiederanpfiff gab es dann an der Bande einen Zweikampf zwischen unserer Fenja R. und Lea von den Crocos.  Die SR liessen das Spiel noch einen Augenblick weiterlaufen und unterbrachen erst, als sie realisierten, dass Lea nach diesem Zweikampf auf dem Eis liegen geblieben war. Einer der SR hob erst dann seinen Arm und zeigte eine Strafe an. Hmmm, was war passiert? Für meine kurzsichtigen Augen sah das auf die weiter Entfernung nach einem ganz normalen Zweikampf aus, nichts regelwidriges und Fenja R. ist nun auch nicht einmal ansatzweise dafür bekannt, eine harte oder sogar unfaire Spielerin zu sein. Wir zuckten mit den Schultern und stellten uns darauf ein, jetzt 2 Minuten in Unterzahl spielen zu müssen. Doch es kam anders, denn Lea musste vom Sanitäter behandelt werden und auf Befragung sagte der wohl sinngemäß, dass die Spielerin sich die Schulter kurz ausgekugelt hätte und nicht weiterspielen könnte. Die Schiedsrichter zogen sich dannn zur Beratung zurück, wurden dabei aber von Crocos-Capitän Ronja fast schon belagert und entschieden dann, Fenja R. mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe unter die Dusche zu schicken! 😱 Eine viel zu harte Strafe, vollkommen unberechtigt, denn es hatte kein überhartes oder gar unfaires Foul von Fenja gegeben! Eine 2-Minuten-Strafe wäre vollkommen ausreichend gewesen! Aber es handelt sich um eine Tatsachenentscheidung, mit der wir nun leben mussten und die uns für 5 Minuten in Unterzahl bedeutete. Und damit nicht genug, denn durch den Ausschluss von Fenja R. musste Guido unsere Reihen nochmal umstellen. 
Diese lange Unterzahl-Situation überstanden wir ohne Gegentor und auch im weiteren Drittel-Verlauf konnten wir die Crocos von unserem Tor fernhalten. Und wenn Sie doch mal in die Nähe kamen, gelang es mir, wenigstens das Überqueren der Torlinie durch den Puck zu verhindern - also jedenfalls fast, denn 5 Sekunden von dem Ende des Drittels wurde ein Abpraller doch noch an mir vorbeigeschoben und es stand 0-2. Hmpf! 

Auch im 2. Drittel bemühten wir uns nach Kräften, die Scheibe von unserem Tor fernzuhalten und diese eher in die Nähe des Tores der Crocodiles zu bringen. Letzeres gelang gelegentlich aber es dauerte bis zur 26. Minute, bis das nächste Crocos-Tor fiel und es 0-3 stand. In der 32. Minute gab es dann noch einen Doppelschlag der Crocos und das Ergebnis wurde auf 0-5 hochgeschraubt. Wir hatten im Anschluss zwar noch einige Torchancen, zeigten uns aber als guter Gastgeber, liessen diese ungenutzt und gingen mit dem 0-5-Rückstand in die zweite Drittelpause. 

Im letzten Drittel wollten wir es etwas besser machen und das gelang uns zwischenzeitlich recht gut. Nadine konnte in der 45. Minute eine Vorlage von Chrissi nutzen und das 1-5 erzielen. Und da man uns weiterhin etwas mehr Platz auf dem Eis liess, konnte Fenja B. in der 52. Minute sogar auf 2-5 verkürzen. Crocos-Coach Sarah war im Anschluss daran aber wohl der Meinung, dass wir nun genug mitgespielt hatten. Sie regierte auf jeden Fall etwas genervt nahm eine Auszeit und forderte ihr Team lautstark auf, sich endich wieder aktiv am Spielgeschehen zu beteiligen und sich gefälligst nochmal den Arsch aufzureißen. Ups... 😀 Nach dieser Ansage erhöhten die Gäste auf jeden Fall ihr Tempo wieder. Schade und anstrengend zugleich. Doch bis zur 57. Minute konnten wir das nächste Gegentor verhindern. Dann allerdings war einfach zu viel Verkehr vor meinem Tor und ich hatte keine Chance, den Schuss von der blauen Linie zu sehen, den Lea abgefeuert hatte. ... Moment mal ... Schlagschuss von der blauen Linie von Lea? Die hatte sich doch in der 5. Minute bei dem "brutalen Monstercheck" von Fenja R. an der Schulter verletzt... Nun ja, reden wir nicht drüber - es reicht ja, dass wir uns nach wie vor fürchterlich über die unberechtigt hohe Strafe gegen Fenja ärgerten. Es blieb auch nach 60 Minuten bei dem 2-6 und wir konnten a) das letzte Drittel gewinnen und b) uns im Vergleich zum Hinspiel immerhin um 3 Gegentore verbessern. Es sind ja manchmal die kleinen Dinge im Leben, über die man sich freuen kann und muss. 😉 Auf jeden Fall gab es keinen Grund für uns, nach diesem Spiel den Kopf gänzlich hängen zu lassen.

Uns bleiben jetzt 2 Wochen Zeit um uns auf das nächste Spiel vorzubereiten: Am 18.03.2018 erwarten wir den Tabellenführer aus Crimmitschau zum letzten Spiel der Saison an der Ostsee - und gerade gegen diesen Gegner haben wir nach der deutlichen 13-2-Niederlage im Hinspiel noch etwas wieder gut zu machen. Unglücklicherweise wird Fenja R. bei diesem Spiel gesperrt sein und nicht nur sie ärgert sich darüber ganz arg. 😧 Aber ich bin mir ganz sicher, dass jeder von uns bei diesem Spiel noch eine Schippe extra drauflegt um für Fenja mitzuarbeiten und mitzukämpfen. 😊 👍

Sonntag, 5. März 2017

03.03.2017 - Ein dicker blauer Fleck, nicht vergessene Pässe und der Saisonendspurt im frisch geretteten ETC am Tmmendorfer Strand

Irgendwie ist es beim Eishockey in jeder Saison das Gleiche: Erst kann man den Start der neuen Eiszeit kaum erwarten, fiebert dann nach den ersten Trainingseinheiten tierisch dem ersten Punktspiel entgegen und ehe man sich versieht ist die Saison auch schon wieder zu Ende und die Sommerpause steht vor der Tür. Die Saison ist immer zu kurz und trotzdem ist man froh, wenn man im Anschluss an die Saison erstmal ein bisschen Ruhe und Freizeit hat. Jedes Jahr auf's neue...
Auch jetzt war es schon wieder so weit. Die Saison ist zwar noch nicht ganz vorbei, aber wir hatten am Freitag abend in Timmendorfer Strand schon unser letztes Punktspiel der Saison 2016/17. Im Anschluss daran findet am So., 26.03. in Adendorf noch das Pokalturnier statt und dann ist schon wieder Sommerpause - jedenfalls für die Mädels. Bei den Herren geht es noch ein bisschen weiter und dort steht vielleicht sogar Ende April noch die Teilnahme an einem Turnier in Dänemark an. 
Apropos Herren: Ich hatte diese Woche viel Eiszeit - Montag und Dienstag durften wir mit den Mädels trainieren, am Mittwoch war Herrentraining und eben weil ja bereits am Freitag das Spiel gegen die Crocos stattfand, leistete ich mir sogar den Luxus, beim Nachttraining am Donnerstag abzusagen. 3 x Training in der Woche muss reichen. 😉 Am Mittwoch bekam ich dann kurz vor Trainingsende einen wunderschönen Schlagschuss auf den Oberschenkel - "natürlich" hatten Knieschoner und Hose in dem Moment ihre Position verlassen und ich hatte kurzfristig das Gefühl, dass der Oberschenkel jeden Augenblick explodieren müsste. Direkt nach dem Training sah die getroffene Stelle so aus: 
und ich überlege noch, ob der Farbverlauf des blauen Fleckes vielleicht sogar eine eigene "Fotolovestory" bekommt. 😉 In der Tat sind auf dem Bein Farbverläufe zu sehen, die so wirklich nur die Natur hinbekommt. Fast minütlich entstehen neue Farbnuancen und -schattierungen. Faszinierend! 🙈

Aber zurück zum Spieltag am Freitag. Nachmittags klingelte mein Telefon und Coach Guido rief an um mir mitzuteilen, dass unsere Pässe noch im HSV-Raum in Stellingen wären. Kein großes Problem, ich war eh an der Eisbahn verabredet um Fenja und Nadine einzusammeln. Zum Glück konnte ich in Stellingen einen Schlüssel für den Raum abholen, so dass ich die Mappe nur kurz einsammeln musst. Und da ich manchmal zu (altersbedingter?) Vergesslichkeit neige, gab es vorsichtshalber an prominenter Steller im Auto einen dezenten Hinweis. Sicher ist sicher!
Kurzfristig 'hektisch' wurde es dann gegen 16.00 Uhr als per WhatsApp aus Timmendorfer Strand die Info kam, dass es auf der A1 kurz vor Lübeck einen Unfall gegeben hätte und die Autobahn voll gesperrt sein sollte. Ich musste eh bis 17 Uhr arbeiten und hatte keine Chance, früher zu starten. Entsprechend überlegte ich kurz, ob die Strecke über die A7 nehmen sollte, doch da ist ja eine Dauerbaustelle und auf einem Freitag kommt man da auch kaum durch. 
Ich sammelte also erst Svea ein, dann noch Fenja, Nadine sowie die Pässe und als im Radio die Durchsage kam, dass auf der A1 in Höhe Reinfeld 2 km Stau waren, trafen wir die Entscheidung, durch die Stadt über die A1 zu fahren. Erstaunlicherweise war die Strecke zur Autobahn durch die Stadt nahezu frei und auch auf der Autobahn war für einen Freitag abend wenig los. Pünktlichst um 18:29 fuhren wir in Timmendorfer Strand auf den Parkplatz der Eishalle. Wer hätte das gedacht? Ich eher nicht.

Die altehrwürdige Eishalle in Timmendorfer Strand wurde ja erst am letzten Wochenende durch einen gewonnenen Bürgerentscheid vor dem Abriss bzw. der Stilllegung gerettet. Die Halle ist (sehr offensichtlich) renovierungsbedürftig und nach ersten Gutachten ist eine Investition in Höhe von rund acht Komma irgendwas Millionen Euro erforderlich. Die Alternative zur Renovierung wäre eben der Abriss und der hätte gleichzeitig das Aus für den Eishockeysport in Timmendorfer Strand bedeutet. Es sprachen sich tatsächlich mehr als 80% der stimmberechtigten Einwohner der Gemeinde Tdf. Strand für den Erhalt des Eissport- und Tenniscentrum aus und so muss die Sanierung/Renovierung der Anlage jetzt von der Gemeinde in Angriff genommen werden. Was für ein Glück - ich kann mir Tdf. Strand ohne Eishalle gar nicht richtig vorstellen. Die Eishalle war halt immer da... 😏
 Im Gegensatz zu den letzten Spielen mussten wir nicht mit der ganz kleinen Kombo antreten, sondern konnten immerhin mit 3 Sturm- und 2 Verteidigungsreihen auflaufen. Dazu standen Karo und ich zum Torsteh-Dienst bereit. Fenja und Nadine durften zwar leider nicht mitspielen, dafür aber die umfangreiche Mannschafts-Aufstellung präsentieren:
Gegen die Crocodiles hatten wir im Hinspiel die erste Niederlage der Saison hinnehmen müssen, allerdings a) mit kleiner Kombo und b) zu einer Uhrzeit, zu der man überhaupt noch nicht funktionieren bzw. richtig Sport treiben kann... Natürlich wollten wir uns für diese Niederlage revanchieren und ausserdem wollte niemand von uns mit 3 Niederlagen am Stück aus der Saison gehen. Die Stimmung in der Kabine war dennoch ent- statt angespannt. 

Beim Aufwärmen wurden kurzfristig die Übungen geändert und irgendwie waren wir lahm unterwegs und kamen nicht richtig aus dem Knick. Statt wie üblich mit einer 1 gg. 0-Übung anzufangen, liefen wir 2 gg. 0 und darauf folgte nicht das übliche 2 gg. 1 sondern gleich ein 2 gg. 2. Wir waren eher lahm unterwegs, die Pässe kamen nicht an und daher kamen auch nur wenig Schüsse auf das Tor. Ein ganz merkwürdiges Warm Up. Inständig hoffte ich, dass wir das Tempo und die Pass(un)genauigkeit nicht mit ins Spiel nehmen würden. 
Chrissi war wieder einmal direkt nach Feierabend in Osnabrück in ihr Auto gesprungen, hatte sich unterwegs mit ihren Eltern getroffen und war dann zusammen mit ihnen im Tiefflug weiter nach Timmendorfer Strand gedüst. Diesmal schaffte sie es leider nicht rechtzeitig zum Aufwärmen, kam aber immerhin noch rechtzeitig vor Spielbeginn vollständig ausgerüstet in der Kabine an, so dass wir keinerlei Taktik zum Verzögerung des Spielbeginns anwenden mussten. 😉

Das Spiel begann und irgendwie schienen wir geistig noch nicht wieder richtig auf dem Eis zu sein. Bereits nach 2:02 Minuten fiel das 0-1, bei 2:52 Minuten das 0-2 und bei 5:27 das 0-3. Mir schwante böses, nein, sehr böses. Doch dann wurde unser Kampfgeist geweckt und wir fingen an, zu verteidigen und uns zu wehren. Zwar war uns das deutlich jüngere Team der Crocos (bei uns standen 12 Ü30-Spielerinnen auf dem Eis, während es bei den Crocos gerade mal 1 Ü30-Spielerin war) läuferisch und geschwindigkeitstechnisch überlegen, aber wir luden die Crocos nicht mehr zum Tore schießen ein. Ausserdem bekam ich auch endlich mal wieder den einen oder anderen Körperteil an die Scheibe und so ging es mit dem  0-3-Rückstand zum ersten Mal in die Kabinen. 

Kurz nach Beginn des 2. Drittels verloren wir die Scheibe und ermöglichten es einer Spielerin der Gäste frei aufs Tor zu laufen. Ronja schob mir nach 42 Sekunden gekonnt die Scheibe unter dem Arm hindurch und erhöhte auf 0-4. Hmpf, sollten wir den Beginn des Drittels wieder verschlafen und den Crocos ein Schützenfest ermöglichen? Nein! 22:20 waren gespielt, als Janina einen Pass vor dem gegnerischen Tor ohne vorherige Annahme mit einem Direktschuss ins Tor der Crocos beförderte. Zuvor hatte Anni mit einer aus meinem Blickwinkel sehr abenteuerlichen Move die Scheibe an der blauen Linie gerettet und zu Lara gespielt, die dann eben den Pass zu Janina spielte. Und ich war ich nicht nur froh über dieses Tor sondern auch dankbar für das Gelingen von Annis Aktion, denn hätte ihr Move nicht geklappt, dann wären gleich 2 Crocos mit Scheibe und ohne Gegenspieler auf mein Tor zugelaufen. Zum Glück blieb mir das erspart. 😉 Das Spiel ging weiter und es war ein sehr faires Spiel. Und während die Uhr so runterlief, überlegte ich, ob und wann wir zum letzten Mal ein Spiel ohne Strafzeiten hatten. Das hatte sich dann aber in der 39. Minute auch erledigt, denn die Schiedsrichter pfiffen das Spiel ab und verhängten eine Strafzeit wegen eines unkorrekten Wechsels bzw. zu vielen Spielern auf dem Eis gegen uns... Gut, dann konnte ich mir ja die Recherche sparen. Trotz der Überzahl der Crocos in der letzten Minute des 2. Drittes blieb es beim 4-1
In der Kabine nahmen wir uns vor, wenigstens das letzte Drittel zu gewinnen und versuchten natürlich auch, dieses auf dem Eis umzusetzen. Leider konnten wir die Scheibe nicht mehr im gegnerischen Tor unterbringen - doch auch ich konnte meine Kiste sauberhalten. Teilweise war das harte Arbeit, denn es gab Phasen, in denen wir überhaupt nicht aus unserem Drittel heraus kamen und ein Schuss nach dem nächsten auf mein Tor abgegeben wurde. Das Drittel zog sich und da ich mit dem Rücken zur Uhr spielte, konnte ich auch nicht sehen, wie lange noch zu spielen war. Ich wartete die ganze Zeit auf die Lautsprecheransage vom Zeitnehmertisch, dass die letzten 2 Minuten liefen - doch diese Durchsage kam und kam und kam nicht. Bei einer Unterbrechung des Spiels konnte ich mich dann endlich mal umdrehen und zuckte kurz zusammen: Noch 9:36 Minuten zu spielen. Ufffzt! Echt jetzt? In dem Moment lief "Croco-Ronja" an mir vorbei zum Bully-Punkt und murmelte was von 'zu alt, bin kaputt' und ich musste lachen. Ach Ronja, Du bist süße 26 Jahre alt... komm erstmal in mein Alter, dann sprechen wir uns wieder. 😂😆 Egal, auch wenn es mir wie eine Ewigkeit vorkam gingen auch die letzten dann noch fast 10 Minuten irgendwie vorbei - und blieben torlos. Juhu! Leider hatten wir mit dieser Niederlage nicht nur die letzte theoretische Chance auf den 2. Platz in der Liga vertan  sondern auch noch unser positives Torverhältnis verspielt (jetzt 36:37, also -1) So schließen wir die Saison auf dem 3. Tabellenplatz ab - und das geht auch in Ordnung, denn gegen die beiden Mannschafte, die in der Tabelle vor uns stehen, haben wir verloren. Gegen die 3 Mannschaften, die hinter uns stehen, haben wir alle Spiele gewonnen. Passt also schon. Glückwunsch nach Adendorf zum Meitertitel und Glückwunsch an die Crocos zum Vizemeister und zum Gewinn der (inoffziellen weil ja offiziell nicht existenten) Hamburger Stadtmeisterschaft. 

Mir persönlich haben in diesem Spiel insbesondere die letzten beiden Drittel wieder das Gehl gegeben, auf meiner Position im Tor doch nicht vollkommen deplatziert zu sein. Ganz ehrlich, die letzten beiden deutlichen Niederlagen gegen Adendorf hatten mich schon ins Grübeln gebracht, ob der Gedanke "Na komm, eine Saison geht schon noch" auch wirklich der richtige war. 

Für uns geht es jetzt am 26. März noch einmal beim Pokalturnier weiter. Ausser den Mädels aus Bremerhaven nehmen alle Mannschaften aus der Liga teil und reisen nach Adendorf. Der genaue Modus ist noch nicht bekannt und so lassen wir uns einfach überraschen, was uns erwartet. Ich werde berichten... versprochen! ✌