Montag, 2. Februar 2026

01.02.2026 - Hej Herning! Hej Handball EM 2026. FIIIIIIIINAAAAALE (oho!)

 Wahnsinn, heute war also das EM-Finale in Herninung in dem die deutsche Mannschaft die (wie erwartet qualifizierten) Dänen forderten. Ehrlich, wer hätte das nach der Vorrundenniederlagen gegen Serbien gedacht, als viele Schwarzmaler in Deutschland schon das Vorrundenaus prophezeit hatten. Wir waren natürlich auch nervös, denn eine Hauptrunde ohne deutsche Beteiligung wäre wahrscheinlich nicht ganz so spannend geworden. Zum Glück behielten die Spieler sowohl in den "KO-Spielen" gegen Spanien (Vorrunde) als auch gegen Frankreich (Hauptrunde) die Nerven und zeigten den Kritikern und Skeptikern eine lange Nase. 

Und die Reisegruppe Fischerhemd? Die war mit Tickets ausgestattet mittendrin. Verrückt, denn (wie bereits erwähnt) hatten wir ja bei der Reiseplanung und Kartenbestellung "nur" beschlossen, die Finalspiele mal mitzubuchen, weil wir ja "eh schon vor Ort sind" und "wer weiß, ob wir nochmal eine Chance auf den Besuch eines EM-Finals bekommen" Verrückt - verrückt - verrückt - aber wir hatten genau die richtige Entscheidung getroffen! 😍

 Aber fangen wir vorn an. Natürlich gab es auch an dem Tag wieder ein gemeinsames Frühstück und bis zur Abfahrt ging dann im Haus jeder seiner Wege und machte sein Ding. Da der Tag in der Halle mit dem Spiel um Platz 3 begann und hier Spielbeginn um 15.15 Uhr warm, starteten wir heute mal etwas früher nach Herning als an den bisherigen Tagen. 

Die Fahrt nach Herning verlief wieder reibungslos, doch heute waren bei unserer Ankunft an der Jyske Bank Boxen die Parkplätze bereits voll und so hatten wir definitiv keine Chance mehr, auf unser gewohntes Park-Areal zu kommen. Deshalb war auf dem Weg zur Halle auch höchste Konzentration angesagt, denn wir mussen uns den Weg merken, damit wir abends im Dunkeln auch ganz sicher und ohne große Umwege wieder zurück zu unserem Auto finden. Gebranntes Kind und so, nech? Aber wir sind ja lernfähig. 😉

An den Eingangstüren hingen wieder (oder immer noch?) die "Sold-Out"-Schilder. Die Einlasskontrolle war easy, die Größe meiner Handtasche wurde heute nicht beanstandet und dann waren wir auch schon drin in der Halle, die bereits richtig voll war - offensichtlich waren wir nicht die einzigen Besucher, die den letzten Turniertag in vollen Zügen (und in voller Halle) genießen wollten. Die Garderoben waren voll, die Fan-Zone war voll und dänische Trikots gingen dort immer noch in Massen über die Verkaufstresen. Ich hatte das Gefühl, dass sich viele Dänen dort einfach mal sicherheitshalber noch mit einem Zweit- oder auch Dritttrikot eindeckten. Und dabei waren die Trikots wirklich nicht günstig.

Unsere "Pflichttermine" (Fotobox, Obst-werfen, "Kinderschminken", die Ricola-Reserven auffüllen) konnten wir dennoch absolvieren, hatten an diesen Stationen heute halt nur etwas längere Wartezeiten.

Das Spiel um Platz 3 wollten wir uns natürlich anschauen und so gingen wir auf unsere Plätze. Wie schon bei den Halbfinals waren irre viele Kroaten in der Halle und wieder hatten sie den Block direkt neben uns. Obwohl Meike bei unserer Ticketbuchung einen Link vom DHB genutzt und damit den unserer Meinung nach offiziellen deutschen Block gebucht hatte, waren wir Deutschen da deutlich in der Unterzahl. Die 3-köpfige Bremer Familie, die im Halbfinale vor uns gesessen hatte, war wieder da und vermutlich hatte die Mama beim Halbfinale ihr Werder-Trikot mit Ketchup bekleckert - denn warum sonst sollte sie heute das offizielle Merch-Shirt zur EM2026 tragen? 😉
(Nebenbei bemerkt fand ich persönlich das Merch-Zeug nicht so besonders gelungen und ansprechend, alles eher fad und wenig originell. Auch am letzten Turniertag gab es keine Rabatte und mehr als eine Strickmütze fand deshalb auch nicht den Weg in meinen Kleiderschrank.)  

 Die kroatischen Fans standen schon wieder überall: Vor den Sitzplätzen in den Blöcken, in den Gängen, auf den Treppen und überhaupt waren sie die ganze Zeit in Bewegung. Das Spiel war dennoch spannend und intensiv, die beiden Mannschaften schenkten sich nichts, beide Teams wollten sich unbedingt mit Bronze belohnen - doch am Ende hatten die Kroaten das Glück auf ihrer Seite und siegten mit 34-33 (Halbzeitstand 17-14)

Spielbericht Kroatien - Island (kicker.de)  

Das Finale begann erst um 18 Uhr und trotz der vorfreudigen Aufregung knurrte und doch ein wenig der Magen. Naja, das Frühstück lag ja auch schon ein paar Stunden zurück. Also doch nochmal in die Fan-Zone zu den Foodtrucks um noch schnell einen Happen zu schnappen. 

Auf dem Weg dorthin trafen wir Mini Klein erneut und natürlich mussten wir ihn wieder nach seinem Bauchgefühl befragen. Heute hatte er ein guuuuutes Gefühl (Na, ob das nach dem schlechten Gefühl vor dem Halbfinale jetzt ein gutes Ohmen war?) und das durfte dann doch nochmal zusammen mit auf ein schnelles Selfie. Diesmal sieht man dem Bild auch an, dass wir besser drauf vorbereitet waren, dass Mini entschied, wann er den Auslöser drückte. 

In der Fan-Zone waren zwischen den Spielen natürlich wieder Menschenmassen unterwegs. Viele Dänen, ein paar Deutsche, Kroaten, Isländer sowie viele Gesichter, die man z.B. aus den HBL-Übertragungen kennt. So lief mir Magdeburg-Trainer Bennet Wiegert mehrfach mit seinen Kids über die Füße und am Foodtruck wartete Flensburg-Torwart Benjamin Buric neben mir. Auch Recken Sportchef Sven-Sören Christophersen war mit seinen Kids in der Halle unterwegs und und und - viele Menschen bei guter, entspannter Stimmung. 

Während Jens sich für Fish&Chips anstellte, zog es mich zu Fries&Friends. Meine Bestellung dort lief noch total easy, aber dann wurde es "kompliziert", denn auf dem Kassenbon stand eine Nummer, die nach Zubereitung des Essens ausgerufen wurde. Haken an der Sache: Der Aufruf erfolgte auf dänisch. Es standen noch viele Leute an und ich hatte keine Ahnung, wann ich dran war. Immer, wenn eine einzelne Portion bereit stand, wartete ich kurz ab, ob jemand zum Abholen ging und fragte die um mich herum stehenden Dänen, ob gerade zufällig die "07" aufgerufen worden war. Nach dem dritten Mal erbarmte sich der Mann, der vor mir stand, und übersetzte mir jedes Mal die genannten Nummern, so dass ich eine Chance hatte, mein Essen im Empfang zu nehmen. 😅 Als ich mir dann gerade einen Sitzplatz gesucht hatte, kam die Durchsage, dass die Fan-Zone in wenigen Minuten schließen würde. Mit Blick auf die Schlange am Food-Truck konnte ich aber wenigstens noch halbwegs in Ruhe aufessen, ehe ich wieder in die Halle ging. Nur für ein Softeis reichte es leider nicht mehr. Beim Verlassen der Halle sah ich dann, dass tatsächlich die meisten Stände in den Hallen schon zu großen Teilen abgebaut waren - die hatten es wohl eilig.  

 Die Halle war - natürlich - fest in dänischer Hand. Zum 6. Mal kamen wir in den Genuss, die dänische Hymne so laut und inbrünstig gesungen zu hören, dass man die eigentlich Musik kaum hörte. Wir gaben ebenfalls alles, aber natürlich hatten die wenigen deutschen Fans, die noch dazu quer durch die Halle verteilt saßen, keine Chance, sich Gehör zu verschaffen. Aber der Wille war da! 

Im Gegensatz zu den Vorrundenspielen, in denen die dänischen Fans die gegnerischen Mannschaften teilweise gefühlt 60 Minuten durchgehend ausgepfiffen hatten, fiel das Pfeifkonzert heute (wie auch im Hauptrundenspiel) doch eher verhalten aus. Dennoch erschließt sich mir der Sinn einfach allgemein nicht, den Gegner durchgehend auszupfeifen anstatt das eigene Team anzufeuern. Apropos anfeuern: Die kroatischen Fans schlugen sich zwischenzeitlich auf die Seite der deutschen Fans und feuerten uns an, unser Team mit ihnen anzufeuern. Doch auch das nutzte uns nichts. Zwar hielt Deutschland gut mit und lag zur Halbzeit nur mit 15-17 zurück, doch in der zweiten Halbzeit kamen die Dänen dann ins Rollen und siegten am Ende (meiner Meinung nach) leider etwas zu deutlich mit 34-27. Natürlich ging der Sieg in Ordnung, aber das Spiel war enger als das Ergebnis es letztlich aussagt. Spielbericht EM Finale Dänemark - Deutschland (kicker.de) 

Dennoch waren wir sehr stolz auf das deutsche Team, denn der Gewinn der Silbermedaille war am Ende des Turniers sicher mehr, als man sich zu Beginn des Turniers überhaupt erhofft hatte. Und viele Spieler der Mannschaft sind noch jung, nächstes Jahr ist Heim-WM in Deutschland... Da sollten sich die Dänen schon mal warm anziehen. 

Es folgten die Medaillenübergaben an Kroatien und Deutschland, ehe den Dänen die Goldmedaillen und die Schale überreicht wurden.

 Unser HSVH-Spieler Frederik Bo Andersen stand bedauerlicherweise wieder nicht im dänischen Kader sondern musste hinter der Spielerbank auf der Tribühne sitzen. Aber trotzdem ist er jetzt Europameister - und bekam seine Medaille am Ende sogar von Königin Mary überreicht. Wir haben da nämlich ganz genau hingeschaut und auch entdeckt, dass Königin Mary zum Abschluss das Protokoll brach, als sie den dänischen Trainer Nicolaj Jacobsen bei der Gratulation herzlich umarmte. Sehr sympathisch.     

 Nach der Siegerehrung verliessen wir dann die Halle und kaum waren wir an der frischen Luft, stand ein Isländer vor mir, lächelte mich an und erzählte mir etwas. Ich lächelte zurück und guckte ihn fasziniert-konzentriert, auch, weil ich erstmal herausfinden musste, in welcher Sprache er überhaupt gerade mit mir sprach. Als er seinen Satz beendet hatte, guckte er mich fragend an - und ich ihn. Er wiederholte seinen Satz, gestikulierte wild mit den Händen in Richtung Parkplatz - aber mehr, als "Sorry, I'm German" brachte ich - immer noch über die Sprache rätselnd - nicht heraus. Er lächelte, sagte "oh, you are from Germany", drehte sich um und ging. Mein Gesicht scheint Bände gesprochen zu haben - aber immerhin wusste ich, dass er den letzten Satz auf Englisch gesagt hatte. 😂   Meike, die neben mir gestanden hatte, bescheinigte mir immerhin, dass ich sehr höflich geblieben bin und ihn aussprechen liess. 

Danach blieb uns wirklich nur noch der Weg zum Auto, welches wir trotz der neuen Parkplatzsituation sofort fanden. (Übrigens stellten wir dann am letzten Tag auch noch fest, dass die Reihen auf den hinteren Parkplätzen sogar nummeriert sind. Wir parkten in Reihe 118). Auf der Rückfahrt liessen wir natürlich sowohl das Finale als auch die Turniertage Revue passieren. Und ja, unser Kurzfazit fiel absolut positiv aus. Wir hatten eine tolle Zeit und dass wir an jedem Spieltag das Vergnügen hatten, unsere Nationalmannschaft zu sehen war quasi die Kirsche auf der Torte. 

Da am Montag das Räumen des Hauses und die Rückfahrt anstanden, war der letzte Abend im Haus nicht mehr so lang. Wir packten daher schon mal ein paar Dinge ein, guckten nochmal in den mittlerweile nicht mehr ganz so gut gefüllten Kühlschrank und gingen dann auch halbweg früh ins Bett.

 Wie der nächste Tag läuft? ich habe eine dunkle Ahnung und freue mich so semi-doll auf das Packen und die Heimfahrt. Aber ich werde berichten. 😉





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