Dienstag, 17. März 2015

15.03.2015 - Go East Part 2 - Zwickauer Nächte sind kurz - aber nützt ja nix!

Ungefähr das waren meine Gedanken, als nach nicht einmal 4 Stunden Schlaf der Wecker klingelte - dicht gefolgt von "Wo bin ich eigentlich??"
Doch die Erinnerung kam schnell zurück: Ach ja, ich war ja in Zwickau, im Ibis-Hotel und die Mission des Tages lautete Eishockeyspielen in Crimmitschau! 
Also schnell raus aus den Federn, kurz die (Zahn-)Bürste geschwungen, die Linsen in die Augen gedrückt, die Klamotten in die Tasche geschmissen und ab zu den Bussen. 
Ich war stehend k.o., meine Stimme war nicht wirklich existent, der Hals kratzte, die Nase lief. Beste Voraussetzungen für das Eishockeyspiel gegen den bereits feststehenden Meister. So what - shit happens - Augen auf (!) und durch da!
Die Strecke von Zwickau nach Crimmischau war nur 15 km kurz und nach 15 Minuten Fahrzeit kamen wir schon an der Eishalle an. Da ausser uns noch kaum Autos an der Halle waren, fuhren wir den Berg runter und parkten direkt vor dem Gebäude. Um zu den Kabinen zu kommen, muss man in Crimmitschau eine Treppe runter gehen. An sich nicht schwer - die Treppe ist breit genug, damit man sie auch mit den großen, schweren und sperrigen Hockeytaschen begehen kann. Leider war es draussen ein wenig feucht und dummerweise rutschte ich mit meinen Turnschuhen über die Kante einer Treppenstufen. "Runter kommen sie alle" - ich rate aber dennoch entschieden davon ab, mit Hockeytasche und Schienen auf dem Hosenboden 5 Stufen herunter zu rutschen - lasst das, das tut weh. Zum Glück kam ich mit dem Schrecken und einer leicht verrenkten Schulter davon. Gerne hätte ich allerdings Fotos oder gar Videos davon gesehen, wie ich versuchte, mit dem ganzen Gepäck wieder aufzustehen. Das hat bestimmt so bescheuert ausgesehen, dass die ganz amüsant sein könnten. Hat aber wohl keiner gemacht. Schade... 
Die Kabine, die uns bei den letzten Spielen zur Verfügung stand, war nicht frei - wir mussten auf die andere Seite der Eishalle, in den "Profi-Trakt" quasi. Artgerechte Haltung - da hat jemand gut aufgepasst *kicher* 
Um dorthin zu gelangen, musste man durch die Eishalle - an der Eismaschine vorbei. Da die Zamboni aber gerade auf dem Eis war, führte der Weg an der offenen Eisgrube vorbei und der Durchgang zwischen Bande und der tiefen Eisgrube war sehr, sehr schmal. Ich war ja nun schon an der breiten Treppe in der Halle gescheitert und hatte keinen Bock auf noch mehr Risiko. Ich blieb also erstmal stehen, wartete und guckte dabei sicherheitshalber einfach nur durch die Gegend:


Ausser mir blieben noch Lutz und eine weitere Spielerin (deren Namen ich hier aus Datenschutzgründen nicht nennen möchte) stehen und warteten. Und während ich so durch die Gegend guckte, fiel mein Blick auf besagte Spielerin:
Entweder war sie in Sekundenschlaf gefallen oder die Gerüche der nassen Eishockey-Ausrüstungen hatten sie bewusstlos gemacht. *ggg* Aber keine Angst, die Spielerin hat keinen bleibenden Schaden davon getragen und war auch kurz danach wieder ansprechbar. 
 Irgendwann war dann auch die Eismaschine fertig und auch wir konnten in unsere Kabinen gehen. 
Schick war es da:

Und natürlich gab es auch dort Hinweisschilder - dieses hier hing z.B. in den Duschen:


Aber zurück zum eigentlichen Grund unserer Reise: 
EISHOCKEY!

Die Aufstellung war an sich unverändert, lediglich die Reihen wurden getauscht - aber das waren nur kleine Feinheiten (die mir ehrlich gesagt nicht mal ansatzweise aufgefallen wären, wenn man es mir nicht gesagt hätte!)  

An sich wäre jetzt das Warmlaufen vor der Halle dran gewesen, aber an diesem Tag war alles anders. Mein Biorhythmus war nicht existent und ich hing im Zeitplan total hinterher - auch, weil wir eben nur 1 Stunde vor Spielbeginn in der Halle waren anstatt wie sonst 90 Minuten vorher. Laufen fiel für mich aus Zeitgründen komplett aus, ich dehnte und stretchte mich etwas und fing dann an, mich umzuziehen. Ein paar der Mädels nutzten die vorhandenen Spinning-Räder um wenigstens ein bisschen Bewegung zu bekommen, der Rest war wohl doch Laufen gegangen.
Zum Aufwärmen auf dem Eis kam ich auch zu spät - mein Timing war echt nicht doll. Als ich dann als letzte Spielerin auf das Eis kam, liefen die Mädels schon 2 auf 0 Übungen. ich ging quasi kalt ins Tor und hielt auch nicht besonders viele Scheiben, hatte ein mieses Stellungsspiel und meine linke Kufe wollte auch immer noch nicht so wie ich. Na, das konnte ja heiter werden... Andererseits waren Spiele, bei denen das Warm up nicht so gut gelaufen ist, in der Vergangenheit häufig erstaunlich gut. Nun, wir würden sehen...

Das Spiel begann und wie erwartet setzte Crimmitschau uns mächtig unter Druck. Die 3. Spielminute hatte gerade begonnen, als viel Gewusel vor meinem Tor war. Die Scheibe wurde aus diesem Gewimmel geschossen und landete hinter mir im Tor. Au weia... kurze Hochrechnung: Alle 3 Minuten ein Gegentor... macht... Neee, das wollten wir nicht. Einmal schütteln und weiter ging es - wir waren ja nicht zum Spaß hier! Jetzt waren wir wach und begannen mitzuspielen. Crimmitschau hatte zwar mehr Torchancen als wir, doch die Scheibe wollte nicht noch einmal in unseren Kasten. Im Gegenzug konnten wir mit Beginn der 19. Spielminute den Ausgleich erzielen. 1:1 - und so ging es in die Drittelpause. 
Auf dem Weg dorthin gab es noch ein wenig Smalltalk, bei dem sich herausstellte, dass eben nicht alle Crimmitschauerinnen den Meistertitel feuchtfröhlich gefeiert hatten sondern nur einige... Schade! Mensch Mädels, man soll die Feste doch feiern wie sie fallen. (-; 

 Weiter ging es im 2. Drittel und bereits nach 17 Sekunden konnte Marlene die Scheibe auf Zuspiel von Janina im Tor unterbringen. 1-2! Wir jubelten - und Coach Guido fotografierte geistesgegenwärtig die Anzeigetafel im Stadion.


Das Spiel ging weiter und Crimmitschau drückte und drängte immer mehr auf unser Tor - wir konnten zwar ab und an Entlastungsangriffe starten, diese brachten aber leider nichts zählbares zustande. Ich stand unter Dauerfeuer und hatte (endlich) auch mal wieder etwas Glück. Und als wären die Direktschüsse der Crimmitschauer nicht schon zahlreich genug, kamen dann auch noch von meinen Mitspielern abgefälschte Schüsse dazu. Bei einer in Richtung Torlinie kullernden Scheibe war ich schon auf dem Weg in die andere Ecke des Tores und bekam dennoch irgendwie meinen Arm hochgerissen um mit der äußersten Kante meiner Fanghand eine Richtungsänderung herbei zu führen. Hui - das war echt knapp. Das hätte ich gern von der Bande gesehen, denn ich selbst war schon auf dem Eis total erstaunt, als mein Arm plötzlich nach oben schnellte. Dann hatten wir noch die Situation in der die Scheibe von meiner Ausrüstung abprallte und an den Pfosten flog - der Abpraller vom Pfosten wiederum landete dann genau in meinen Armen. Denken konnte ich nicht mehr, ich reagierte einfach nur noch - und das nach Aussagen von verschiedenen Augenzeugen gar nicht so schlecht. Und dann kam die 37. Spielminute... Ein Schuss - freie Sicht und trotzdem schlug die Scheibe direkt neben der Stockhand ein. Ich war sogar noch dran! Maaaan, was 'n scheixxx, der gleiche Mist wie im Hinspiel, wo ein ein absolut haltbarer Schuss ins Tor ging und für den Ausgleich sorgte. Und ärgern ärgern ärgern... :( Knapp 2 Minuten später konnte Crimitschau dann durch einen weiteren Treffer mit 3-2 in Führung gehen und mit diesem Spielstand ging es in die 2. Pause. Und ich ärgerte mich noch immer wahnsinnig über dieses doofe Gegentor zum 2-2 - die liebgemeinten Nachfragen meiner Mädels machten es nicht besser. Aber gut, abhaken war angesagt. 

Wir lagen 3-2 zurück und gingen wieder aufs Eis. Schon auf dem Weg dorthin hatte ich das Gefühl, dass linker Schlittschuh und Socke etwas scheuerten. Da ich aber keine Zeit mehr hatte, um die Socke zu richten, musste ich da durch. Weiter ging es also - auf ins letzte Drittel! Noch 20 Minuten wollten/sollten/mussten wir Vollgas geben - auch wenn die Beine langsam echt schwer wurden. 39 Sekunden nach Wiederanpfiff gaben die (sehr gut weil sehr umsichtig und unauffällig agierenden) Schiedsrichter eine Strafe gegen die Heimmannschaft und nur 21 Sekunden später schon Sassi die Scheibe ins Crimmitschauer Tor. Ausgleich - wir standen Kopf und Guido knipste:
Doch es schien, als hätten wir den neuen Meister mit diesem Tor ein wenig zu sehr geärgert. Nur wenige Sekunden später marschierte eine Stürmerin in Unterzahl über das gesamte Spielfeld und erhöhte auf 4-3. Bei uns schwanden nun leider mehr und mehr die Kräfte, in der 50. Minute fiel - erneut in Crimmitschauer Unterzahl - das 5-3. Wir konnten zwar noch ein paar Entlastungsangriffe fahren, mussten uns aber eigentlich mangels Kraft eher auf Schadensbegrenzung besinnen. Durch zwei weitere Gegentore in der 55. und in der 57. Minute wurde das Ergebnis auf den 7-3-Endstand (zu) hochgeschraubt. Schade, da wäre vielleicht mehr drin gewesen, das Spiel war nicht so deutlich, wie es das Ergebnis letztlich aussagt. Wir mussten dennoch dem anstrengenden Wochenende mit vielen Autobahnkilometern, wenig Schlaf und viel Eiszeit Tribut zollen. Aber wir konnten mit erhobenem Kopf das Eis verlassen. Auf dem Eis gab es noch ein wenig Smalltalk mit den Gegnern und dann ging es endlich unter die Dusche. Man war ich froh, als ich endlich den drückenden, scheuernden Schlittschuh ausziehen konnte - und die Blase hatte es echt in sich. Montag abend würde ich ein Pflaster benötigen, dass eine Fläche von 8x10 cm abdecken würde - gut, dass ich das während des Spiels noch nicht gewusst hatte. 

Und dann ging es endlich ab in die Busse und über die Autobahn gen Heimat. In Magedburg machten wir Rast und "überfielen" das amerikanische Restaurant mit dem goldenen M. Nach einer ausgibigen Essenspause ging es weiter ... weiter ... immer weiter. 
In Allertal mussten wir Chrissi dann mitteilen, dass wir leider kein Foto für Sie hätten. Das wollten wir ändern - und knipsten schnell noch ein Mannschafsfoto mit "Der Gerät" im Hintergrund. Wir fuhren weiter, Chrissi durfte die Abkürzung nach Hause nehmen.

 
Nach rund 500 km hatten wir gegen 16.30 Uhr dann die schönste Stadt der Welt erreicht. Endlich wieder heimischer Boden unter den Füßen. Insgesamt hatten wir in gut 28 Stunden nicht nur 2 kompette Eishockeyspiele bestritten sondern auch noch 1035 Kilometer zurück gelegt und knapp 230 Liter Diesel verbraucht. 
Nicht mit Zahlen zu belegen ist der Spaß, den wir hatten und die Gespräche, die geführt worden. All das ist es, was diese langen Fahrten so interessant, erträglich und auch wichtig macht. Schön war's Mädels & Trainer - auch wenn wir leider keine Punkte mitbringen konnten.

Für uns ist die Saison 2014/15 jetzt zu Ende, das Spiel in Crimmitschau war unser letztes Punktspiel. Derzeit stehen wir mit 23 Punkten und 45:44 Toren noch auf dem 3. Tabellenplatz. Da aber 3 der 6 Mannschaften hinter uns (namentlich Bremerhaven, Erfurt und Farmsen) noch Spiele haben und könnten daher punktemäßig an uns vorbei ziehen. Ende März wissen wir dann, auf welchem Platz wir die Saison tatsächlich beenden. Beeinflussen können wir das aber jetzt eh nicht mehr. 

Am 25. April 2015 findet in Bremerhaven zum Saisonabschluss noch das Turnier um den Niedersachsen Wanderpokal statt. In diesem Jahr nehmen 6 Mannschaften teil und es wird in 2 Gruppen gespielt. Natürlich werde ich auch vom Turnier berichten - aber bis dahin fliesst noch viel Wasser die Elbe entlang... und ich verabschiede mich nächste Woche erstmal für 7 Tage in den Ski-Urlaub. 
 
PS: Ja, ich will den ganzen "Zirkus" rund ums Eishockey mit Training, Spielen, Orga, weiten Fahrten, kurzen Fahrten, frühem Aufstehen, spätem Heimkommen, Kampf um Eiszeiten und allem, was sonst noch dazu gehört, auch in der nächsten Saison wieder - denn:





:) 


PS: >>www.hlsports.de<< berichtet natürlich auch vom Spiel

 

Montag, 16. März 2015

14.03.2015 - Go East Part 1: Erfurt is waiting...

Am vergangenen Wochenende hielt der Spielpan das erste (und gleichzeitig letzte weil einzige) Doppelwochende für uns bereit. Und das hatte es in sich: 

Samstag, 14.03. - 19.00 Uhr - Erfurt - SG HSV / Tdf. Strand 
Sonntag, 15.03 - 7.30 Uhr - Crimmitschau - SG HSV / Tdf. Strand

2 Spiele innerhalb von 12 1/2 Stunden - das ist ein sportliches Programm - vor allem, wenn die Spielstätten "nicht" gerade um die Ecke liegen. Aber gut, wir haben es so gewollt und einfach kann ja eh jeder! Und weil das so ist, hatte ich mir noch eine Mega-Erkältung eingefangen. Warum kommt so eine Erkältung eigentlich immer dann, wenn man sie überhaut nicht brauchen kann? Jahrelang hatte ich nicht mal einen Schnupfen - aber ausgerechnet vor diesem Wochenende suchte mich die Rüsselpest heim. :( Egal - Nase dicht, Hals kratzig, Augen zu und durch.

Also: Samstag 11.30 Uhr Treffen der Reisegruppe in Hamburg-Stellingen, Aufteilung auf 2 Busse. 15 Feldspieler - 1 Torhüter ...nach hartem Auswahlverfahren hatten es 16 "handverlesene Spielerinnen" in den Kader geschafft - zusammen mit 2 Trainern also 18 Personen, die die beiden 9-Sitzer perfekt ausfüllten. Gut gelaunt und überpünktlich (!) kamen wir los.

Die Fahrzeit nach Erfurt hatten wir mit gut 4 Stunden ausgerechnet, ca 375 km waren zu überwinden. In Allertal machten wir dann die erste Pause weil wir Chrissi noch einsammeln mussten/wollten/durften (unzutreffendes bitte streichen!) Natürlich war das auch gleich eine perfekte Gelegenheit für die erste Kaffeepause.
Immer noch gelaunt ging es dann weiter auf der Autobahn und natürlich war an Bord auch für passende Unterhaltung gesorgt: 
Weil wir richtig gut in der Zeit waren, gönnten wir uns im Anschluss an die Harz-Überquerung noch einen weiteren Zwischenstop mit Kaffee und Kuchen - in Ermangelung einer Autoraststätte oder eines Autohofs fielen wir in einen Netto-Markt mit einem Stehcafé ein. Das musste reichen - auch wenn ich persönlich die nicht-vorhandene, überteuerte & reichhaltige Auswahl an Kaffeespezialitäten ein wenig vermisste... Da gab es echt nur "stinknormalen" Filterkaffee. 

Gegen 17 Uhr erreichten wir dann Erfurt, parkten die Busse und bezogen die Kabinen. In der Erfurter "Kartoffelhalle" sind die Kabinen winzig - doch in diesem Jahr standen uns immerhin 3 Kabinen zur Verfügung, so dass wir doch einigermaßen Platz hatten. Wir ignorierten die Türschilder, machten es uns bequem und sorgten für Heimatstimmung:

Vor dem Umziehen hatten wir noch Zeit für einen kurzen Bummel durch die Hallen - gut, dass ich meine Kamera im Anschlag hatte.... 
Gut zu wissen ;-)
Blick die Gunda-Niemann-Stirnemann-Eisschnelllauf-Halle - jedes Mal wieder beeindruckend
Höhlenmalerei auf dem Flur zur Eishalle ;)
Der Hockey-Spieler würdigt die Eisläuferin keines Blickes...
Die Erfurter Eishockey-Eishalle
???
So, jetzt aber genug Bilder gezeigt. Wir waren ja nicht zum Spaß da!

Vor dem Aufwärmen gönnte ich mir zum "Fit-Werden" noch ein bisschen Zaubertrank-Medizin aus meiner Hexenkiste - an dieser Stelle mal ein bisschen Schleichwerbung in Verbindung mit einem Dank an Asprin: Euer Complex ist echt ein geiles Zeuch, auch wenn ich nicht  wissen möchte, was da drin ist und wie es mir nächste Woche geht. ;) - und ab auf's Eis. Ich steuerte meinen Torraum an (wo soll ich sonst denn auch hin) und stellte fest, dass mein linker Schlittschuh unter "Haftungsverlust" litt - irgendwie muss der Schliff auf der Strecke geblieben sein. Ich konnte nicht richtig bremsen und bekam überhaupt keinen Druck auf die Kanten des Schlittschuhs. Da ich ohnehin wenn überhaupt nur mit "Miniminiminimalschliff" spiele, war das echt fatal. Nach ein paar vergeblichen Lauf-, Brems- und Rutschversuchen begab ich mich zu Coach Guido und der versuchte dann mit ein wenig "Hufpflege" zu retten, was zu retten ist. Ich denke, dass ich jetzt weiß, wie sich ein Pferd beim Hufschmied fühlt. Guido gab sein bestes - das musste reichen und immerhin liess sich auch eine gewisse Verbesserung feststellen.

Da die Aufstellungs-Tafel wg. der Aufteilung auf 3 Kabinen reihum ging, musste ich mein Foto im Flur machen. Und ich habe echt überhaupt keine Ahnung, was man sich bei der (im Bildhintergrund gut erkennbaren) Wandgestaltung gedacht hat.

Nicht alles ist so, wie es scheint! Chantal ist Frauke, Christina ist Karo, Janina ist Melanie, Marlene ist Sonja und Anette ist Lina... Klar soweit? 
Da Erfurt in roten oder orangenen Trikots spielt und die Beleuchtung in der Eishalle sehr gelbstichig ist, ist es auf dem Eis nahezu unmöglich, die orange-roten und pinken Trikots zu unterscheiden. Um Verwechslungen zu vermeiden, wählten wir freundlicherweise unsere blauen Ausweichtrikots inkl. Ausweichnummern.

Ausweichtrikots alias: Wer trägt denn heute welche Nummer?
Dem Warm-Up folgte der Marsch in die Kabinen und nach einer kurzen Verschnaufpause "rannten" wir wieder zurück. Wir mussten noch einen Augenblick warten, ehe auch die Schiedsrichter den Weg aufs Eis fanden - wie in Erfurt üblich, wurde im 3-Mann-System gepfiffen. Sprich: Wir hatten einen Haupt-Schiedrichter und 2 Linesmen. Soviel vorweg: Besser würde das die Schiedsrichter-Leistung nicht machen.
Das Spiel begann und unter den Augen von ca. 40 Zuschauern entwickelte sich ein munterer "Schlagabtausch". Bereits nach 43 Sekunden spielten wir das erste Mal in Unterzahl - Anni musste in der Kühlbox Platz nehmen. Doch weder in dieser noch in den beiden darauffolgenden Unterzahlsituationen musste ich hinter mich greifen. Das änderte sich in der 14. Minute, als Erfurt das 1:0 erzielte. Doch wir steckten den Kopf nicht in den Sand und bereits in der 18. Minute konnten wir den Augleich erzielen. Fenja nutzte das Zuspiel von Yvonne und Chantal und schob die Scheibe flach ins lange Eck. Es stand also 1-1 nach dem 1. Drittel. 
Aufgrund der Kabinensituation gab es nur eine kurze Ansprache von den Trainern. Wir waren uns aber einig, dass wir eigentlich nichts an unserem Spiel ändern wollten: Weiterhin Gas geben war die Devise. Natürlich wollten wir versuchen, der Strafbank fern zu bleiben - aber bei der nicht erkennbaren Linie der Schiedsrichter war das leichter gesagt als getan. 

Es schien, als wäre den Schiedsrichtern in der Drittelpause aufgefallen, dass sie bislang nur uns (also die Gastmannschaft) mit Strafzeiten bedacht hatten. Auf jeden Fall kamen wir bereits in der 22. Minute erstmals in den Genuss einer Überzahlsituation. Die Schiedsrichter schienen auf jeden Fall Geschmack am kleinlichen Pfeifen, am Verhängen von Strafen gefunden zu haben. Erst ging Sarah, dann folgte eine Erfurter Spielerin. Kaum waren wir wieder komplett musste Erfurt in Unterzahl agieren und in dieser Erfurter Unterzahl fiel das 2-1 für die Gastgeber. Ein komisches Tor, die Scheibe kam verhältnismässig langsam auf mein Tor zu, wurde nochmal abgefälscht und erwischte mich dann auf dem falschen Fuß. Mistiger Mistmistmist! Weiter ging es - zunächst jedoch erstmal mit zahlreichen Strafzeiten:
30:12 - 2 Minuten Erfurt
31:11 - 2 Minuten Erfurt
31:24 - 2 Minuten SG HSV/Tdf. 
31:34 - 2 Minuten Erfurt
32:00 - 2 Minuten SG HSV/Tdf. 
Ehrlich, das war ein ganz normales Frauen-Eishockeyspiel - nichts überhartes, nichts unfaires, kaum Körperkontakte.... ich habe keine Ahnung, was die Schiedsrichter dazu veranlasste, eine Strafe nach der nächsten zu verhängen. Spielfluss kam so jedenfalls kam auf. 
Mit dem 2-1-Rückstand ging es in die 2. Drittelpause. 
 Auch im letzten Drittel drängte sich mir die Frage auf, ob der Hauptschiedsrichter seine Pfeife vielleicht gerade neu bekommen hatte - ständig war der da am rumtuten... 
41:58 - 2 Minuten Erfurt
50:49 - 2 Minuten Erfurt
58:38 - 2 Minuten Erfurt
Wir drängten auf den Ausgleich - egal ob Überzahl oder nicht - wir wollten das Tor, die Scheibe musste da doch irgendwie über die Linie zu bringen sein!
58:38 - TOOOOOOOOR! Yvonne stand goldrichtig und schob den Puck ins Tor! Janina und Chantal hatten die Vorlagen gegeben. Durchatmen - das Unentschieden war absolut verdient und dem Spielverlauf gerecht.
 58:58 - 2 Minuten Erfurt
59:12 - wir spielten in Überzahl und schossen auf das Tor. Die Scheibe prallte von den Schienbeinen einer Erfurter Spielerin ab und es gab eine 1 auf 0-Situation für die Gastgeberinnen. Fenja sprintete mit los, war auf gleicher Höhe mit der Angreiferin und spielte ihr die Scheibe vom Schläger. Im Anschluss stolperte die Angreiferin und blieb an der Bande liegen. Sauber gelöst - kein Foul - nahezu perfekt! Leider sah der Schiedsrichter das anders - er pfiff und kreuzte die Arme über seinem Kopf. Entsetzt blickten wir uns an! Penalty für Erfurt! Das konnte nicht sein Ernst sein, Fenja hatte ganz klar die Scheibe gespielt! Da war nix nix und nochmal nix! Aller Protest nützte aber nichts, der Penalty war verhängt und wurde durchgeführt. Tja, was soll ich sagen: Drin war die Scheibe - irgendwie habe ich dieses Jahr kein Glück. Noch waren aber 38 Sekunden zu spielen - wir setzten alles auf eine Karte ... und bekamen eine Strafzeit. Chantal musste auf die Strafbank. Doch sie blieb nicht lange allein - 22 Sekunden vor Spielende gab es noch eine Strafe gegen Erfurt. 
Es blieb beim Spielstand von 3-2 - eine unnötige Niederlage. Ja, wir hätten unsere vorhandenen Torchancen natürlich nutzen müssen - aber die Entscheidung des Schiedsrichters auf Penalty, die hätte auch nicht sein müssen. Eine Punkteteilung wäre gerecht gewesen und auch die Erfurter hätten sich darüber nicht beklagen dürfen. Aber gut... hätte hätte... Ihr wisst, wie es weitergeht!? 

Schnell ab unter die Dusche - wir mussten ja noch weiter nach Zwickau und wollten vorher unbedingt noch etwas essen. Unser Plan war simpel: Pizzaservice anrufen, in die Eishalle liefern lassen und dann schnell weiterfahren. Um 21.30 Uhr kamen wir die Kabinen und erkundigten uns auf dem Weg dorthin bei den Erfurter, ob man vielleicht einen Pizza-Flyer mit Speisekarte für uns hätte. Wir bekamen statt eines Flyers irritierte Blicke und die Antwort "Um diese Uhrzeit? Hier? Einen Pizza-Service? Neee, des ham ma nich!" Uuupps.... waaas? Doch es war tatsächlich ernst gemeint, es gab wohl wirklich keinen Pizzaservice, der Samstags gegen 22 Uhr noch in der Lage war, 18 Pizzen zu produzieren und zu liefen. Nach einigen Telefonaten machte Lutz dann einen Pizzaservice ausfindig, der halbwegs in der Nähe der Eishalle war und auch noch bereit war, für unsere 18 Essen sogar länger zu öffnen. Um 22.30 Uhr sollten wir da sein - also schnell unter die Dusche, die Taschen ins Auto packen und dann los. Die Mägen knurrten laut und deutlich. 
Ich war die letzte in der Kabine und packte  meinen Kram noch zusammen als die Tür aufging und plötzlich die ersten Spielerinnen des ASV hereinkamen. Lustig - ich hatte doch im Vorfeld noch gewitzelt, dass wir ja unterwegs abklatschen könnten weil wir ja nur die Spielorte tauschten. Der Deal war, dass wir die Erfurter und Altona im Gegenzug die Crimmitschauer müde spielen wollten, damit die Spiele am nächsten Tag nicht ganz so anstrengend würden. Sagen wir mal so... Altona hatte in Crimmitschau mit 10-1 verloren und Crimmitschau sich durch diesen Sieg den Meistertitel vorzeitig gesichert. Ich war mir nicht sicher, was uns am Sonntag morgen zu nachtschlafender Zeit erwarten würde... Meine Hoffnung war, dasss Crimmitschau den Titel ausgibig und feuchtfröhlich feiern würde... Nun - wir mussten uns überraschen lassen. 
Wir plauderten noch kurz über die Schiedsrichterleistungen in den beiden Spielen, wünschten uns viel Glück für den nächsten Tag und verabschiedeten uns. Während Altona in Erfurt schlief, mussten wir ja noch nach Zwickau weiterfahren. Vorher wartete der Pizza-Service freundlicherweise auf uns. 
Weit war die Strecke dorthin nicht, aber dennoch voller Tücken. An der angegebenen Adresse im Industriegebiet fanden wir zwar ein Werbeschild vom "Futternapf" - nur zu Essen gab es da nix. Wir fuhren die Straße rauf und runter, riefen nochmal an und bekamen einen sachdienlichen Hinweis, der uns direkt auf den Parkplatz vor dem Lieferservice führte. Hurra - endlich Essen! Wir wälzten die Speisekarte, bestellten Speisen und Getränkte und .... warteten ... warteten... 
Langsam machte sich die Müdigkeit breit und bei mir liess auf jeden Fall die Wirkung meiner Erkältungs-Medikamente nach. Stimme hatte ich eh schon nicht mehr. Zum Glück kamen dann auch nach und nach die Pizzen - leider immer nur 2 Stück auf einmal. Aber das war uns inzwischen auch egal. Wir zahlten, stiegen wieder in die Busse und machten uns auf die Fahrt nach Zwickau. 120 km mussten wir zurück legen und das natürlich möglichst schnell. Ich schlief ein und wachte auch erst wieder auf, als wir auf den Parkplatz des Ibis Hotels fuhren. Der Plan war: "Schnell einchecken und ab ins Bett" - leider verzögerte sich schon das Betreten des Hotels noch ein wenig. Doch dann ging es ganz schnell: Türcodes wurden verteilt, Zimmer bezogen, Schlittschuhe (alle) und Halskrausen (ich - Torhüter sind halt doch anders!) in den Zimmern auf die Heizungen gelegt, Zähne geputzt und die Betten geentert. Schnell noch den Wecker stellen, bevor die Augen zufallen! 

Um 1:18 Uhr lag ich im Bett und guckte entsetzt auf meinen Wecker: 
Alarm in 3 Stunden 57 Minuten??? Neeeeeee, ne? Doch! Aber ... ich hatte noch gar nicht richtig geschlafen, demnach war für mich noch Samstag und weiter ging es damit erst morgen, Sonntag, 15.03. Ja, ich weiß, ich redete mir das schön und machte Milchmädchenrechnungen auf! Aber ich musste doch meinen Akku laden - und wenigstens versuchen, ein wenig zu schlafen!  
Und morgen ist ein neuer Tag  mit neuem Spiel und natürlich auch neuem Blog! :)

Montag, 9. März 2015

08.03.2015 - Chance zur Revanche ... das 2. Derby gegen Altona

Same procedure as last week... Sonntag morgen, der Wecker klingelt schon wieder mitten in der Nacht und da wir gestern noch in den Geburtstag eines guten Freundes reinfeiern "mussten", war die Nacht diesmal wirklich kurz. Nützt aber nix - es war Derbyzeit. Die "Penguins" aus Altona mussten zu unserem Heimspiel an die Ostsee reisen und natürlich brannten wir auf Revanche für die Niederlage im Hinspiel (>>klick<<). Das Wetter deutete bereits morgens um 7 Uhr an, dass es an diesem Tag richtig Gas geben würde. Allein schon dieser Anblick, der sich mir auf dem Weg zum Treffpunkt in Stellingen bot, entschädigte für das frühe Aufstehen - und natürlich war die Sonnenbrille schon am Start. 

Schlagartig war die Müdigkeit verflogen und so ging es auf die Autobahn. Ohne Hindernisse kamen wir pünktlich am Strand an. Der Parkplatz war noch recht leer - ganz im Gegensatz zu unserer Kabine, die platzte nämlich aus allen Nähten. Gut, dass der Kabinen-Anbau nebenan frei war und einige unserer Spielerinnen dort Platz fanden.
Als ich in die Eishalle kam, kamen mir die "ASV Penguins" schon entgegen gewatschelt - sie wollten sich warm laufen und nahmen den Weg an den Strand. Na, für mein Empfinden war das noch ganz schön früh - aber die Mädels hatten am Vortag auch schon ein Spiel gegen Adendorf absolviert und vermutlich entsprechend müde Beine. Ein sachdienlicher Hinweis, den ich insbesondere unserer ehemaligen Teamkollegin Vivi auch während des Spiels noch das ein oder andere Mal zurufen sollte... ;)

Wir gingen dann aber auch "irgendwann" vor die Tür und drehten unsere Runde(n) auf dem Parkplatz. Meine Knochen knirschten und ich glaube, zusätzlich zum üblichen und mittlerweile durchaus vertrauten Knacken meiner Knie konnte ich an diesem Morgen auch noch meine Hüftpfannen quietschen hören. Naja, wir werden halt alle nicht jünger... Augen zu und durch!

Lutz und Guido hatten die Aufstellung vorbereitet und gewohnt liebevoll in der Kabine platziert. 
Die Musik beim Warm up in der Halle war rockig und laut - einen Tick zu rockig und zu laut für meinen persönlichen Geschmack. Aber Musikstil und Lautstärke schienen uns geweckt und auch direkt mal auf Betriebstemperatur gebracht zu haben. Wir setzten die Pinguine direkt unter Druck und schon in der 6. Minute brachte Urda auf Vorlage von Berit die Scheibe zum ersten Mal im Altonaer Tor unter. Weiter ging es in der 8. Minute als Brini nachlegte und das 2-0 erzielte. Doch das sollte es noch nicht gewesen sein, denn in der 9. Minute erhöhte Silvi auf 3-0. Hoppla! Ein toller Start in das Spiel! Gleich mal schön den Pinguinen Sand auf die Eisschollen gestreut und den Wind aus den Segeln genommen. Gut so! Obwohl wir noch einige gute Torchancen hatten, ging es mit diesem Spielstand in die erste Drittelpause. Den im ersten Drittel einzigen richtigen Torschuss der Penguins konnte ich auch parieren. Nicht, dass die Gäste komplett harmlos waren, aber nennenswerte, gefährliche Torchancen hatten sie sich bis dahin nicht heraus gespielt. Das ist übrigens für Torhüter eine unglückliche Situation. Man folgt zwar die ganze Zeit dem Spiel und versucht, sich zu konzentrieren - aber dennoch ist man ja eigentlich unbeteiligt und nimmt nicht aktiv am Spiel teil. Nicht schön - aber auch nicht zu ändern.

Dort war die Stimmung gut - aber dennoch war allen bewusst, dass wir im Hinspiel auch schon 2-0 geführt hatten und dann durch eigene Doofheit und Unachtsamkeit aus der Spur geraten waren. Entsprechend hielten wir die Konzentration hoch. Ich korrigiere: Meine Mitspielerinnen hielten die Konzentration hoch. Ich war in der 23. Minute auf jeden Fall nicht ganz auf der Höhe und fälschte ein "Schüsschen" (das eigentlich eher ein Verlegenheitspass war) selbst mit dem Schläger unter meiner Schiene hindurch ins eigene Tor ab. Natürlich durfte diese Doofheit der Socialmedia-Welt nicht entgehen und wurde von HL-Sports.de auch via Twitter gleich in die Welt herausposaunt.
Nun gut, Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Ja, das war dämlich, sogar sehr dämlich - aber eben auch nicht mehr zu ändern. Also: Kurz und heftig ärgern und dann wieder konzentrieren und weiterspielen. Zum Glück führten wir ja immer noch 3-1. Und Silvi konnte in der 33. Minute ihren zweiten Treffer erzielen und die 3-Tore-Führung wieder herstellen. Das Spiel war jetzt etwas offener, allerdings hatten wir die besseren Torchancen. Nur wollten keine weiteren Tore mehr fallen. Mit dem 4-1 ging es in die 2. Pause.
Im letzten Drittel - so war der Plan - wollten wir weiter Druck auf das Penguins-Gehäuse machen und hinten in unserer Abwehr sicher stehen. Das klappte so semi... bis ca. zur 50. Minute hatten wir das Spiel im Griff und dann.... ja dann begannen wir fürchterlich zu schwimmen und massiv  unter Druck zu geraten. Puh, das war ganz anders geplant. Wir bekamen die Scheibe kaum noch aus unserem Drittel. Um Ruhe in unser Spiel zu bringen, nahmen Guido und Lutz eine Auszeit. Das zeigte auch einigermaßen Wirkung. Tore fielen keine mehr und mit 4-1 konnten wir nicht nur das Spiel sondern auch noch den direkten Vergleich gegen Altona gewinnen. 

Zufrieden nutzten wir die Gelegenheit, um nach dem Spiel noch ein Mannschaftsfoto zu machen:

Inkl. unserer beiden Trainer sind 19 Leute auf dem Foto - und als ich das Bild auf unserer <<Facebook-Seite>> hochgeladen und beschriftet habe, musste ich 11 Spielerinnen als "NICHT AUF DEM FOTO" auflisten. Ganz schön groß, unser Kader. Ich glaube, es ist unmöglich, ein Foto zu machen, auf dem wirklich alle Spielerinnen drauf sind. Vielleicht sollten wir es mal mit Anwesenheitspflicht beim Fototermin versuchen? ;-)


Und weil dieses Spiel nicht nur unser letztes Heimspiel sondern auch das letzte Derby der drei Hamburger Mannschaften in der Liga war, nutze ich die Gelegenheit, um die Ergebnisse mal gegenüberzustellen. 

Farmsen - SG HSV/Tdf. 2-5
Farmsen - Altona 5-3
SG HSV/Tdf. - Farmsen 3-1
Altona - SG HSV/Tdf. 4-2
Altona - Farmsen 5-4 n.P. 
SG HSV/Tdf. - Altona 4-1

In Tabellenform würde das bedeuten: 
1) SG HSV/Tdf. 
4 Spiele-3 Siege-1 Niederlage = 9 Punkte - 14:8 Tore
2) Altona 
4 Spiele-2 Siege(1xnP)-2 Niederlagen = 5 Punkte - 13:15 Tore
3) Farmsen
  4 Spiele-1 Sieg-3 Niederlagen(1xnP) = 3 Punkte - 12:16 Tore

Würde es einen Titel für den Hamburger Meister im Fraueneishockey geben, dann wäre das unser Titel. Ich freue mich durchaus ein wenig darüber, denn <<hier>> hatte ich im September bereits diese inoffizielle Stadtmeisterschaft erwähnt.

Für uns geht es jetzt am kommenden Wochenende zum Abschluss der Punktspielsaison noch auf Reisen. Am Samstag starten wir nach Erfurt, wo es um 19 Uhr um die Wurst geht. Im Anschluss geht es weiter nach Zwickau zum Übernachten und Sonntag morgen um 7 Uhr erwartet uns mit Crimmitschau der designierte Meister zum letzten Saisonspiel. Ja, das klingt anstrengend und das wird es auch. Nicht nur, weil wir an diesem Wochenende gut 1.000 km abreissen müssen, sondern auch, weil die Beine am Sonntag morgen sicher schwer sein werden. Aber es hat ja niemand gesagt, dass es einfach wird - und einfach kann ja sowieso jeder... ;)

 






<<Die Fotostrecke zum Spiel auf www.hl-sports.de>>

Nachtrag: Hier dann noch der Spielbericht auf 
<<www.hlsports.de>> 



Mittwoch, 4. März 2015

28.02.2015 - Pech + kein Glück = doofe Kombination

Samstag morgen, 6 Uhr! 
Mein Wecker machte sich bemerkbar. 
Ich knurrte ihn an: "Hey, es ist Wochenende! Lass mich schlafen und sei leise"
"Hey, es ist Spieltag und Du musst um 8.30 Uhr in Timmendorfer Strand sein" antwortet mein Wecker. "Ich lasse Dich jetzt noch 15 Minuten schlummern und dann musst Du aufstehen!" 
"Danke - sehr gnädig von Dir!" 

Um 6.15 Uhr quälte ich mich also aus dem Bett. Man sollte vielleicht wissen, dass die Frühaufsteher-Gene in unserer Familie bei meiner Geburt schon komplett aufgebraucht und verteilt waren. Alle bei meinem großen Bruder gelandet - ich bin die totale Nachteule. "Abends nicht nieder und morgens nicht wieder", pflegte meine liebe Oma immer zu sagen -  und wie so oft im Leben hatte sie damit recht. 

Egal, zurück zum Geschehen am Samstag. Um 10 Uhr war Anpfiff für das Nachholspiel gegen Bremerhaven und das Spiel sollte in Timmendorfer Strand stattfinden. Ich machte mich also frisch, versuchte, zu frühstücken, schnappte mir meine Tasche und startete.

Motto des Tages ach... des Monats... nee der Saison ... quatsch! Motto des Lebens!
Pünktlich um 8.30 Uhr erreichte ich mit meiner Fahrgemeinschaft die Eishalle und das übliche Prozedere begann.
Unsere Hamburger Trikots blieben im Schrank bzw. in der Tasche, dafür trugen wir die schwarzen Timmendorfer Trikots - und die sind schon sooooooo alt, dass es tatsächlich noch ein Trikot mit meinem Namen und meiner seit Jahren geliebten und gespielten Rückennummer gibt. 

Vielleicht sollte ich kurz erklären, warum es im Timmendorfer Trikotsatz ein Trikot mit meinem Namen gibt, obwohl ich doch beim HSV spiele: 
Ich habe Anfang der 90'er Jahre in Timmendorfer Strand gewohnt. Und dort habe ich auch angefangen, Eishockey zu spielen. Nach der Saison 2007/08 hatte ich meine Eishockeykarriere eigentlich schon beendet und die Schlittschuhe an den berühmten Nagel gehängt. Nicht, weil ich keine Lust mehr hatte, sondern weil ich es einfach leid war, jede Woche von meinem damaligen Wohnort die gut 100 km pro Strecke nach Timmendorf zum Training zu fahren. Durch gute  Rahmenbedingungen und etwas Überredungskunst bin ich dann Mitte der darauffolgenden Saison 2008/09 in Hamburg beim HSV gelandet und schnüre seitdem für den HSV die Schlittschuhe. Seit 2012/13 gehen die HSV-Frauen und die EHCT Beach Girls gemeinsam als Spielgemeinschaft auf Puckjagd - für mich persönlich eine wunderbare Lösung, kann ich doch dadurch wieder gemeinsam mit meinen "alten" Mädels zusammen spielen. 

Aber zurück zum Thema: Unser Heimspiel gegen Bremerhaven
 
Hatte ich beim letzten Spiel noch berichtet, dass wir zu viele Spielerinnen haben, wurde diese Aussage bei diesem Spiel bereits widerlegt. Insbesondere in der Abwehr war die Personaldecke dünn. Nur 2 Verteidigungsreihen - das hatten wir lange nicht mehr. Und auch im Sturm war die Anzahl der Aktiven übersichtlich.
Das Spiel begann dennoch temporeich und beide Mannschaften konnten sich gute Chancen erspielen - leider gab es dann in der 18 Minute ein unglückliches Missverständnis in meiner Abwehr. Fenja (die zum Glück nach ihrer Sperre wieder mitspielen durfte) bekam einen Schuss an den Oberkörper und die Scheibe fiel ihr quasi direkt vor die Füße. Leider war das einen Tick zu weit von meinem Tor entfernt, als dass ich den Puck mit einem beherzten Hechtsprung hätte sichern können. Dummerweise schaltete eine Spielerin aus Bremerhaven am schnellsten und konnte die Scheibe ins Tor bugsieren. Mit diesem unglücklichen Rückstand ging es in die 1. Pause. Tenor der Pausenansprache War "Nicht schlimm, nix passiert, auf geht's - weiter geht's!"

Im 2. Drittel hatten wir Oberwasser und je länger das Spiel dauerte, desto mehr konnten wir die Gegner unter Druck setzten. Nur noch eine Frage der Zeit, bis das Tor fällt... Schuss um Schuss brachten wir aufs Tor - nur leider hatten wir (wieder einmal) kein Zielwasser getrunken. Die Pausensirene passte uns zeitlich irgendwie gar nicht in den Kram, hatten wir doch gerade eine Sturm- und Drangphase vom Feinsten. Aber das änderte leider nichts - wir mussten mit dem Rückstand von 0-1 auch in die 2. Drittelpause gehen.

Im letzten Drittel waren gerade mal 101 Sekunden gespielt, als Nine endlich die Scheibe ins Tor brachte. Ausgleich! Yeah! Wir machten weiter Druck auf das Tor der Gäste und hatten echt gute Chancen. Leider hatten wir einen kollektiven Blackout als wir bei einem Konter der Bremerhavener überhaupt nicht auf dem Posten waren und die Spielerin nahezu unbedrängt vom eigenen Drittel aus mit Scheibe über das gesamte Spielfeld laufen liessen. Das war in der 54. Minute und leider scholoss die Spielerin den Konter mustergültig und erfolgreich ab. Schon wieder lagen wir hinten und die Zeit lief uns davor. Menno... wir schossen und schossen und schossen... und trafen alles: Die Bande links und rechts vom Tor, die Torfrau, den Pfosten... die doofe Scheibe wollte (wieder mal) einfach nicht ins Tor gehen. Bremerhaven hatte kurz darauf noch eine weitere, gute Torchance nach Alleingang. Hatte ich nach dem 2. Gegentor noch an mir gezweifelt und gedacht "Mist - Eins auf Null ist heute wohl nicht deins!" konnte ich mich (und alle anderen) vom Gegenteil überzeugen und ein weiteres Gegentor verhindern. Leider änderte das nichts daran - wir trafen nicht mehr und unterlagen Bremerhaven mit 1-2. Ärgerlich und aus meiner Sicht echt unverdient! Ach, wenn wir doch nur Tore schießen könnten... *seuftz* 

Durch diese Niederlage tauschen wir mit Bremerhaven die Tabellenpositionen und rutschen auf den 4. Platz ab. Wir sind punktgleich mit den FTV Crocodiles, die wie wir, zur Zeit 20 Punkte haben - allerdings bei einem Spiel mehr als wir. 

Am kommenden Sonntag geht es weiter - um 10.15 Uhr kommt es im ETC zum Derby gegen Altona. Wir brauchen die Punkte - auch um in der Tabelle noch weiter abzurutschen. Aber ich denke, nicht nur ich brenne auf die Revanche für die Derby-Niederlage im Hinspiel (<<Zur Erinnerung hier entlang>>. Wer Sonntag (08.03.2015) Zeit und Lust hat, ist herzlich eingeladen, zum Spiel nach Timmendorfer Strand zu kommen.

Und hier dann noch ein paar mehr oder weniger neutrale Berichte zum Spiel: 


<<HL-Sports: Beach Girls rutschen auf Vier ab>>


<<REV-Damen melden sich mit Sieg zurück>>




Übrigens: Dieser Blog hat eine Kommentarfunktion - und ich würde mich freuen, wenn Ihr mir nach dem Lesen ein paar Zeilen schreiben würdet. :)