Montag, 28. März 2016

25.03.2016 - Turniermannschaft? Nein, wir doch nicht ...

In dem letzten Jahren hat es sich eingebürgert, dass der Niedersachsen Wanderpokal nicht mehr als zusätzliche Punktspielrunde durchgeführt wird sondern in Turnierform stattfindet. Nachdem das Turnier in den letzten beiden Jahren in Bremerhaven stattgefunden hatte, war in diesem Jahr der Altonaer SV Ausrichter und ließ das Turnier in HH-Stellingen stattfinden. Für uns natürlich eine gute Wahl, denn die Anfahrt war überschaubar. ;-) Und ich bin grundsätzlich ein Freund von Turnieren, auch, weil man mal die Gelegenheit hat, sich im Laufe der Veranstaltung mit in aller Ruhe seinen Mitspielern und den Spielerinnen der anderen Teams zu unterhalten. Leider bleibt dies ja während der Saison häufig auf der Strecke bzw. ist nicht ganz so ausgeprägt wie man es gern hätte.
 
Ab 7 Uhr trafen wir in Stellingen ein, bezogen die "hassgeliebte" Kabine 9 (weiter Fußweg zum Eis, nur 1 von 5 Duschen richtig funktionstüchtig und ganz NEU: kein funktionierendes Licht in der Dusche!), die wir uns mit den Mädels aus Hannover teilten. Aber okay, wir kennen die Kabine ja vom Training nur zu gut. Wir holten aus dem HSV-Raum noch ein paar Stühle um ausreichend Plätze zu haben und begannen dann, uns in Ruhe vorzubereiten. Gut, mit der Ruhe war es bei mir kurzzeitig vorbei, als ich feststellte, dass meine Schläger gar nicht in der Kabine waren - aber da ich sie während der Saison nie aus meinem Auto nehme, musste Coach Guido nur kurz zu meinem Wagen gehen und meine Klamotten waren komplett. Keine Ahnung, wie das passieren konnte - aber wir werden halt alle nicht jünger, gell? ;)
 
 Egal, wir zogen uns also um und gingen zur offiziellen Turnier-Eröffnung und im Anschluss sollte lt. Schreiben der Turnier-Leitung eine offene Eiszeit zum Aufwärmen stattfinden.Ausser uns hatte dieses Schreiben aber wohl niemand richtig gelesen, denn wir waren die einzige Mannschaft, die in Ausrüstung erschien ... hmmmm.... Ach, egal, wir nutzen die Zeit um a) ein Mannschaftsfoto zu machen und b) uns in aller Ruhe warm zu machen. Und ausserdem hatten wir ja eh das erste Spiel.
 
Dem ausführlichen WarmUp folgte eine "Eispflege" und da wir keinen Bock auf den langen Weg in die Kabine hatten, zogen wir uns in den Anschnallraum oben im Hauptgebäude an der Eisbahn zurück. Dort war es ruhig und warm und wir konnten uns einigermaßen auf das Spiel konzentrieren.  
Auf dem Eis warteten wir dann gemeinsam mit unserem Gegner auf die Schiedsrichter - und wir warteten ... und warteten ... und warteten... und schon war der Zeitplan des Turniers komplett über den Haufen geworfen. Die Erklärung für die Verzögerung war an ganz simpel: Die Spielberichte lagen nicht rechtzeitig vor und die Schiedsrichter hatten daher nicht genug Zeit für die Kontrolle. Aber irgendwann ging es dann doch los und wir mussten schnell feststellen, dass 20 Minuten Spielzeit mit durchlaufender Zeit beim Eishockey echt überhaupt nichts sind. Altona ging in der 8. Minute mit 1-0 in Führung und es dauerte bis zum 17. Minute bis Chrissi den Ausgleich erzielen konnte. Kurz danach waren wir im Angriff, doch leider führte ein katastrophaler Querpass an der blauen Linie zu einer Kontersituation, die Frauke in der Verteidigung dann nur auf Kosten eine Strafzeit wegen Haltens lösen konnte. Das anschließende Überzahlspiel nutze der ASV zum 2-1 und wir schafften es nicht mehr, nochmal zurück ins Spiel zu kommen. Die ersten Punkte waren also weg. 

 In unserem 2. Gruppenspiel traten wir gegen Bremerhaven an - und schafften es trotz einiger guten Chancen leider nicht, das Tor zu treffen. In der 15. Minute konnte eine durchgelaufene Bremerhavenerin bei ihrem Konter nur mit einem Foul gestoppt werden und die Schiedsrichter ahndeten das mit einem Penalty. Okay, den konnte man geben. Ärgerlich allerdings, dass die Zeit auch nicht gestoppt wurde, obwohl die Spielerin noch gut 2 Minuten liegen blieb und behandelt werden musste. Bitte nicht falsch verstehen, es geht nicht darum, einer verletzten Spielerin hier nicht die Zeit für die Behandlung einzuräumen - es geht darum, dass man bei Verletzungsunterbrechungen die Uhr hätte anhalten müssen. Bis das Spiel mit dem Penalty fortgesetzt wurde, vergingen locker 3 - 4 Minuten, in denen überhaupt nicht gespielt wurde. Der Penalty wurde verwandelt. Wir hatten danach noch gut 5 Minuten Zeit um den Ausgleich zu schaffen und Bremerhaven wenigstens ins Penaltyschießen zu zwingen. Aber, was soll ich sagen? Es hat nicht sollen sein. Wir unterlagen gegen Bremerhaven mit 0-1 und verloren somit auch unser 2. und letztes Gruppenspiel. 
Doch das war jetzt auch noch kein allzugroßer Beinbruch, denn der Modus sah vor, dass auch der Gruppendritte noch eine Chance auf das Halbfinale hatte. Dazu musste in einem Relegationsspiel gegen den Zweiten der anderen Gruppe gewonnen werden. Unser Gegner in diesem Relegationsspiel waren die Mädels vom FTV Hamburg - Hurra! Endlich mal wieder ein Derby.... ;-)
Doch wir hatten wir diesem Spiel etwas Zeit - Zeit zum Essen, Zeit zum Umziehen und Trocknen der nassen Sportwäsche. Am Feuchtigkeitsgrad der Ausrüstung konnte man ja leider nicht viel ändern. Unsere Trainer stellten die Reihen ein wenig um. Anni hatte sich aus gesundheitlichen Gründen abgemeldet und unterstützte uns von der Bande aus. Da wir an diesem Tag aber a) ein wenig knapp an Verteidigern waren und b) unsere Trainer experimentierfreudig waren, wurden Clara und Marlene in die Abwehr beordert. Beim Umziehen vor dem Relegationsspiel unterhielten die beiden sich und überlegten, welche Aufgaben und Positionen von Verteidigern zu erfüllen waren. Ich saß direkt daneben und wusste nicht so recht, ob ich lachen sollte. Beide hatten kaum keine Erfahrung in der Abwehr und wir beschlossen dann "Ach, gemeinsam schaffen wir das schon irgenwie". Ich wies die beiden noch darauf hin, dass der Ruf "MITTE" immer ein sachdienlicher Hinweis auf einen vor dem Tor freistehenden Gegner wäre. Und das war definitiv nicht die schlechteste Idee, wie sich später noch zeigen sollte... ;-)
 
Ein Derby also in der Relegation. Gut! Was im Fußball zwischen dem HSV und St. Pauli sicher nicht problemlos möglich wäre, geht beim Frauen-Eishockey ganz entspannt und sportlich fair. Dennoch gingen wir entsprechend motiviert in das Spiel und es war tatäschlich eines unserer besseren Spiele an diesem Tag - wenn nicht gar unser bestes. Beide Mannschaften erspielten sich einige Torchancen und ich riskierte mehrfach Kopf und Kragen bzw. Kopf und Nacken, um ein Gegentor zu verhindern. Ja, das tue ich immer wieder und auch immer wieder gern - doch diesmal war es schmerzhaft, als mir nach einer Rettungsaktion eine Gegnerin von hinten auf den Rücken fiel. Ich hatte sie kommen sehen und konnte ich mich natürlich auch nicht darauf vorbereiten. Entsprechend überraschent trat der Schmerz ein. Aber was uns nicht umbringt... Also einmal kurz schütteln und dann weiter spielen. Kopfschmerzen setzten ein - aber es nütze ja alles nix, war ja sonst niemand sponatan einsatzbereit auf meiner Postion. Das Spiel ging weiter und in der 17. Minute brachte Fenja B (mit C) uns mit 1-0 in Führung. Da keine weiteren Tore mehr fielen, zogen wir mit Glück und Können ins Halbfinale ein und schickten die Crocos ins Spiel um Platz 5. 

Sani Markus erkundigte sich nach dem Spiel noch einmal, wie es mir ging - doch ich wollte ihm lieber nicht verraten, dass ich inzwischen stärkere Kopfschmerzen hatte. Und ich sagte ihm auch nicht, dass ich 400'er Ibu in der Tasche hatte...  
 Im Halbfinale trafen wir also auf Bremerhaven. Hmmm.... das hatten wir doch heute schon mal. Nun gut, vielleicht wäre das Glück ja wieder mal auf unserer Seite. Wir hatten vor dem Spiel noch etwas Zeit und setzten uns auf die Trine um uns die letzten Minuten des Spiels zwischen Adendorf und dem Altonaer SV anzuschauen. Den freundlichen Hinweis aus Hannover "Poldi, Du stinkst!" konterte ich dabei souverän mit "Kann ja gar nicht sein, ich hab Mittwoch geduscht" und nahm Platz. Das Spiel ging übrigens mit 2-0 an Adendorf und Altona blieb damit das Spiel um Platz 3. 

Für uns ging es jetzt um "Hopp oder Topp". Lutz und Guido hielten an der geänderten Aufstellung mit Marlene und Clara in der Abwehr fest und änderten auch sonst nichts an der Aufstellung. Das Spiel selbst war wieder spannend und eng - und wieder einmal gingen unsere Gegner zunächst in Führung. In der 13. Minute liessen unsere Verteidiger einen Alleingang zu und wieder einmal zog ich den Kürzeren. Bremerhaven ging mit 1-0 in Führung und uns lief schon wieder die Zeit davon. Mensch, es war wie verhext. Tore schießen war in den letzten Spielen eh nicht unbedingt unsere Paradedisziplin und jetzt sollte uns das auch noch unter Zeitdruck gelingen.... Etwa eine Minute vor Spielende ging ich für einen weiteren Feldspieler vom Eis und tatsächlich war diese Maßnahme von Erfolg gekrönt. 27 Sekunden vor Schluss nutzte Silvie eine Vorlage von Berit und schob die Scheibe zum Ausgleich ein. YESSSSSS! ES ging ins Penaltyschießen - und obwohl wir das in der Meisterschaftsrunde ja nun schon einige Male erfolgreich geübt hatten, klappte es diesmal nicht. Eine nette Anekdote gab es aber vor dem 1. Penalty, die muss ich hier noch schildern. Vor dem 1. Penalty muss der Schiedsrichter mir ja die Regeln einmal kurz erklären bzw. mit sagen, was ich wann tun darf. Da kommt zwar nicht neues aber es muss halt so sein. Und wieder einmal gab es eine neue Variante, denn der SR erklärte mir: 
"Du musst mit den Schlittschuhen auf der Grundlinie stehen bleiben, bis der Schütze den Puck berührt  hat. Dann darfst Du in den Torraum. Und erst wenn der Schütze die blaue Linie überquert hat, darfst Du den Torraum verlassen." 
Meine Gegenfrage: "Ist das Dein Ernst? Das stimmt so nicht!" Antwort: "Doch, das ist so!" 
Ich: "Frag bitte Deinen Gespannpartner!"
SR: "Nein, das ist so! Bist Du bereit?"
Ich: "Nein!"
SR: "Bereit?"
Ich: "Nein, das ist so nicht richtig!"
SR: "Gut, dann fangen wir jetzt an!"
Äh... gut, ich machte das dann wiederwilig und der 1. Pentalty ging trotzdem nicht rein. Vor dem 2. Bremerhavener Penalty hatte der SR dann wohl Rücksprache mit Gespannpartner Max gehalten, denn er kam und revidierte seine Entscheidung. Ich durfte "normal" im Torraum stehen und ihn verlassen, als der Puck von der Angreiferin berührt wurde. Aber auch das nützte uns nichts. Wir konnten keinen Penalty verwandeln, während Bremerhaven einmal traf und den letzten Versuch gar nicht mehr starten musste. So zogen wir nach Penalty mit 1-2 den Kürzeren und uns blieb leider nur das Spiel um Platz 4 während Bremerhaven ins Finale einzog. Knappe Entscheidung - aber nicht zu ändern. 

Im Spiel um Platz 4 wartete jetzt wieder der Atonaer SV und damit ... richtig! Ein Derby! Okay, wenn von 6 teilnehmenden Mannschaften 3 aus Hamburg kommen, ist die Wahrscheinlichkeit auch relativ groß. Für uns also das 3. Derby an diesem Tag und das 2. Spiel gegen Altona, während wir gegen Hannover und Adendorf gar nicht spielten. Altona lag uns an diesem Tag nicht, denn genau wie das 1. Spiel verloren wir auch die 2. Partie. In der 6. Minute fiel das 1-0 und in der 20. Minute sogar das 2-0. Wir haben wieder nicht schlecht gespielt - nur das mit dem Tore schießen wollte einfach nicht klappen. Es is halt wie es is - und nicht zu ändern. Und dass wir mit nur einem Sieg aus 5 Spielen auf dem 4.Platz landeten war wenigstens ein kleiner Trost. 

Einen größeren Trost bekamen wir am Nachmittag dann aber von Ligenleiter Gerald, der uns einen wunderbaren Pokal für unsere Vizemeisterschaft überreichte:


 
Sieger des Turniers wurde am Ende übrigens doch etwas überraschend der REV Bremerhaven. Die Mädels schlugen den Meister aus Adendorf im Finale mit 2-0 und nehmen den Wanderpokal verdient für ein Jahr mit nach Hause. Herzlichen Glückwunsch Mädels - wer 2 x gegen uns gewinnt und dann auch noch Adendorf aus dem Weg räumt, der muss schon was auf dem Kasten haben. ;)
 
Doch auch wir hatten Spaß auf dem Eis, nahmen bei der Siegerehrung den Pokal für den 4. Platz entgegen, bedanken uns bei den Indianerinnen aus Hannover für die gute Nachbarschaft und alberten noch ein wenig auf dem Eis herum. 


Falsches Trikot Eilo - aber Du darfst uns trotzdem photobomben ;)

 Ein dickes LOB und ein großes DANKE haben sich auf jeden Fall die Organisatoren und freiwilligen Helfer verdient, die dafür gesorgt haben, dass das Turnier eine runde und gelungene Veranstaltung war. Die Mannschaften haben mit dem friedlichen und fröhlichen Miteinandet sicher auch dazu beigetragen, dass es eine gute Werbung für das Frauen-Eishockey in Norddeutschland war.

Im Anschluss an das Turnier machten wir uns alle schnell auf den Heimweg um unsere Klamotten zu trocken, denn am darauffolgenden Samstag wartete noch die weite Auswärtsfahrt nach Erfurt mit dem letzten Saisonspiel gegen Ilmenau auf uns und auch dieser Tag würde sehr lang werden... Aber das ist eine ganz andere Geschichte und die werde ich später (auf)schreiben. ;-)




Montag, 21. März 2016

19.03.2016 - Kein Bock auf Penaltyschießen? Gut dann nicht... ;-)

Der Preis war heiß, das Ziel war klar: 
1 Punkt musste aus den letzten beiden Saisonspielen her - natürlich gern mehr, aber bitte auf gar keinen Fall weniger. Dieser eine Punkt sollte uns reichen um die Vizemeisterschaft sicherzustellen. 
Eine einzige Mannschaft hatte noch die Chance, uns vom 2. Platz zu verdrängen: Der EC Ilmenau. Die Wild Hornets hätten dazu aber alle ihrer noch zu bestreitenden 4 Saisonspiele glatt gewinnen müssen - und in 2 von diesen 4 waren wir der Gegner. Wir hatten es also selbst in der Hand! Natürlich wollten wir den Sack schnellstmöglich zu machen. Die erste Gelegenheit dazu hatten wir im letzten Heimspiel der Saison im "Palast der Winde" in HH-Stellingen am vergangenen Samstag.

Berit machte sich vor Ort im Kabuff erstmal auf die Suche nach unserem Alternativ-Trikotsatz. Wir hätten zwar gern in pink gespielt, aber da Ilmenau in orange auflaufen wollte und die beiden Farben erfahrungsgemäß eher schwer zu unterscheiden waren, wichen wir auf unseren blauen HSV-Zweitsatz aus. Falsch: Wir wollten auf unseren Satz ausweichen. Denn Berit kam nach kurzer Zeit mit einer doch eher leeren Tüte zurück. Wir zählten durch und stellten fest: 10 Trikots! Hmmm.... der Kader an diesem Tag war klein - aber so klein dann nun doch nicht. Da fehlte doch mindestens die Hälfte. Also: Zurück in den Kabuff um herauszufinden, ob unsere restlichen Trikots noch irgendwo herumlagen oder alternativ wenigstens irgendein ein anderer HSV-Satz in Erwachsenengrößen greifbar wäre. Nach kurzer Zeit tauchte dort dann tatsächlich der Rest unserer Trikots auf - gewaschen, gefaltet und das Allerbeste: zusammen mit 2 Schachteln Milka-Pralinen und einem niedlichen Zettel, mit dem sich eine der Jugendmannschaften bedankte, weil sie sich die Trikots kurzfristig und unabgesprochen ausgeliehen hatte. Soweit so gut - aber die Nachricht und die Schokolade lagen bereits seit Mitte Dezember dort.  ... ach Mensch, hätten wir das eher gewusst... ;-)

Egal, jeder hatte jetzt ein blaues Trikot, auch wenn teilweise die Nummern getauscht werden mussten. Wie bereits erwähnt, war unser Kader diesmal eher übersichtlich, 12 Feldspieler und 1 Torwart standen den Coaches zur Verfügung. Und wie immer hatten Lutz und Guido sich ihre Spielformationen daraus gebastelt:
Auch unsere Gegner waren mit übersichtlicher Kadergröße angereist: 11 + 2 Spielerinnen waren an Bord. 

Wir begannen das Spiel ähnlich druckvoll und energisch wie die letzte Partie gegen Hannover, waren aber zunächst im Torabschluss erfolgreicher. 1:34 Minuten waren gespielt, als Yvonne eine Vorlage von Fenja R. bzw. Lara nutzen konnte und das 1-0 erzielte. Jawollja, das fing echt gut an. Und auch in den nächsten Minuten hatten wir eindeutig mehr vom Spiel - nur leider, leider äh... ja leider war unsere Chancenverwertung wieder nicht besonders gut. Erst in der 18. Minute rutschte die Scheibe zum 2. Mal ins Ilmenauer Tor. Antje konnte ein Zuspiel von Marlene verwandelt. Auch die Gäste hatten ein paar Chancen, doch mit Teamwork, Können und etwas Glück konnten wir aber Gegentore verhindern. Mit dem 2-0 ging es in die Kabinen und dort sprachen wir noch einmal drüber, dass wir in der Defensive besser aufpassen und insbesondere Konter unterbinden mussten. 

Das klappte im 2. Drittel auch ganz gut. Klar, wenn man im Angriff ist und die Scheibe hat, kann der Gegner keine Tore schießen. ;) Und wir hatten viel Scheibenbesitz und viele Schüsse auf das Tor - nur: wir trafen einfach nicht. Wenn Ilmenau den Puck mal hatte, waren die Mädels schnell unterwegs und ihre Schüsse auch nicht ganz ungefährlich. Aber sie spielten häufig zu eigensinnig und versuchten dabei, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Für uns ganz gut - denn genau das klappte nicht. Es blieb auch nach 40 Minuten bei der 2-0-Führung in einem schnellen und fairen Spiel. 
In der Kabine wurde nochmal auf die Defensivarbeit hingewiesen - und ich überlege auch jetzt, Tage später, noch immer, wieso plötzlich Madonna und ihre Ausfälle in den letzten Tagen Thema wurden. Ich hab echt keine Ahnung, irgendwie hatte mich dieser Themenwechsel wohl doch arg verwirrt. Aber zum Glück war ich wohl die einzig verwirrte, denn wir spielten im letzten Drittel erstmal konzentriert weiter - jedenfalls bis zur 46. Minute. Da ging Poeppel auf die Strafbank. "Beinstellen" lautete die Diagnose der Schiedsrichter. Dummerweise konnte Ilmenau diese Überzahlsituation für einen Konter nutzen und die Scheibe hinter mir im Tor unterbringen. Es stand nur noch 2-1 und zu allem Übel gab es 1 Minute und 3 Sekunden später einen unübersichtlichen Menschenauflauf in meinem Verteidigungsdrittel und ein Schuss von der blauen Linie (so erzählte man mir später, ich hab nämlich ausser diversen Rücken und doppelt so vielen Beinen überhaupt nichts gesehen) schlug zum 2-2-Ausgleich hinter mir ein. Ohje, das Spiel war wieder komplett offen. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass das nächste Tor das Spiel entscheiden würde  -  so oder so, egal, wann es fiele. Ich wusste irgendwie, dass in diesem Spiel nur noch ein einziges Tor fallen würde. Das Spiel wurde noch einen Tacken schneller und nahm an Intensität weiter zu. Irgendwann dann eine lustige Szene: Wir hatten die Spieler mit den Rückennummern 17 / 18 / 19 / 21 / 22 auf dem Eis, waren also FAST perfekt durchnummeriert. Die 20 fehlte - aber auch nur, weil im blauen Trikotsatz das Torwarttrikot die #1 hat und ich nicht mit meiner gewohnten Rückennummer 20 spielen konnte. Ob das ausser mir noch jemand gemerkt hat? Keine Ahnung - aber ich fand es trotzdem bemerkenswert und irgendwie auch witzig. Das Spiel lief währenddessen natürlich weiter, doch Tore fielen nicht. 55 Sekunden vor Ende des Spiels nahmen Lutz und Guido eine Auszeit. Sie benannten die Reihen, die weiterspielen sollte. Sollte es nach 60 Minuten beim Unentscheiden bleiben, hätten wir auf jeden Fall den einen noch fehlenden Punkt, der uns den 2. Tabellenplatz sichern würde - und wir hätten das 5. Penaltyschiessen in dieser Saison an der Backe gehabt. Diesen Hintergedanken schien Konni am Zeitnehmertisch zu haben, denn sie bereitete wohl schon mal den Penaltybogen vor. Fenja R. hatte darauf - ähnlich wie der Rest der Mannschaft, insbesondere meiner Wenigkeit - aber anscheinend nicht besonders viel Bock. 21 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit schob sie die Scheibe auf Vorlage von Silvie und Svea zum vielleicht glücklichen aber auf jeden Fall nicht unverdienten 3-2 an der Ilmenauer Torfrau vorbei. Auf unserer Seite ware der Jubel natürlich groß - genau wie die Enttäuschung bei unseren Gästen. Fakt ist: Wir waren Vizemeister! Und wir sind ausserdem die einzige Mannschaft, die dem Meister aus Adendorf Punkte abnehmen konnte. Jawollja! 

Aber das ist noch nicht der Zeitpunkt um ein Saisonfazit zu ziehen. Die Saison ist doch noch gar nicht zu Ende! Zum einen wartet am (Kar-)Freitag ab 8 Uhr das Pokalturnier in Stellingen auf uns und zum anderen fahren wir am Samstag zum letzten Saisonspiel nach Ilmenau bzw. Erfurt. Natürlich möchten wir gern auch hier erfolgreich sein - schaun mer mal, ob das gelingt. Ich werde berichten... ;-)  


PS: Natürlich darf die Presseschau zum Spiel nicht fehlen:

Bericht auf Frauen-Eishockey.d: 

Montag, 14. März 2016

13.03.2016 - 1000 Mal berührt.... Oder: Das Schützenfest, das keines war!

Ich bin mir sicher, wenn Ihr lest bzw. hört 
"1000 Mal berührt...."
summt fast jeder von Euch weiter: 
"1000 Mal ist nichts passiert.... 1000 und 1 Nacht - und es hat ZOOM gemacht!" 
Und damit wäre die Geschichte von unserem heutigen Heimspiel gegen die Indianerinnen aus Hannover dann eigentlich auch schon fast erzählt.
Aber ne, ganz so einfach und kurz soll das hier dann doch nicht ausfallen. Also fange ich mal weiter vorne an:

Für mich war das Spiel am Sonntag in dieser Woche tatsächlich die 4. Eiszeit, denn ich war Dienstag, Mittwoch und Donnerstag zum Training auf dem Eis! Hui, so viel Eiszeit bin ich gar nicht mehr gewohnt - und das in meinem Alter... 
Apropos Training, apropos Alter: Ich hab da noch ne schöne Anekdote vom Training am Dienstag. Kurz vor Ende des Trainings unterhielt ich mich mit Tina, einer Kleinschülertorfrau, die bei uns mittrainieren darf. 
ICH: "Tina, wie alt bist Du denn jetzt eigentlich?"
TINA: "Ich bin elf!"
ICH: "Warum bist Du denn erst elf? Kannst Du nicht schon 14 sein?"

TINA: "Nein, ich werde ja im Sommer erst 12!"
ICH: "Schade, wenn Du 14 wärst, könntest Du schon bei uns mitspielen und ich könnte kürzer treten. Ich bin nämlich schon ganz schön alt und könnte Deine Mutter sein!"
TINA: "Meine Mutter ist schon 42!"
ICH: "Ja, siehste... bin ich auch!"
TINA: "Nee, Mama ist schon alt!" 
 ;-)

Tja, es ändert aber nix, sowohl Tina als auch Alexa sind zwar quasi "alte Goalie-Häschen", dürfen aber trotzdem noch nicht bei uns im Senioren-Bereich mitspielen. Ich muss also weiter meine müden Knochen hinhalten. Und am Sonntag war es dann mal wieder so weit: Heimspieltag und endlich durften wir auch wieder auf "richtig eigenem Eis" in Hamburg-Stellingen auflaufen.


Zu Gast waren die Indians aus Hannover und das Hinspiel konnten wir mit 4-1 für uns entscheiden. Mehr als das Endergebnis war uns jedoch die Auseinandersetzung zwischen unserer Chrissie und Hannovers Nina im Gedächtnis geblieben. Wir waren gespannt, ob es eine Fortsetzung geben würde und frotzelten in der Kabine entsprechend. Doch Nina "kniff", sie war nicht dabei. Doch nicht nur das, den Gästen fehlten weitere Spielerinnen, mit 9 Feldspielern + 1 Torwart trat die Mannschaft mit Mini-Minimal-Mindestbesetzung an. Wir hingegen konnten aus dem vollen Schöpfen: 5 Verteidiger, 9 Stürmer + 1 Torwart waren "ready for Gameday"

Und weil Trainer Lutz im verdienten Skiurlaub weilte, musste Coach Guido sich über die Aufstellung allein den Kopf zerbrechen. Klappte aber. ;-) Die Stimmung in der Kabine war gut und entspannt und trotzdem begannen wir das Spiel druckvoll und konzentriert.


Trikot und Fingernägel - Ton in Ton... :)
und Sarah hat im Buchstabierwettbewerb ihren neuen Nachnamen geschrieben... 
Wir setzten Hannover von Anfang an direkt unter Druck und die Gste konnten sich nur selten aus ihren Drittel befreien. Und wenn, dann meist mit einem Icing, was zur Folge hatte, dass es a) Bully vor dem Tor der Gäste gab und b) bei Hannover kein Spielerwechsel erfolgen durfte. Nun, wir stürmten, machten Druck und schossen, schossen und dann schossen wir auch noch. Und wir trafen (fast) alles: Pfosten, Latte und immer wieder die Torfrau. Nur das Tor trafen wir nicht. Es war echt zum Haareraufen. Aber auch das änderte nichts, es ging nach gefühlt 100 zu 2 Torschüssen mit 0-0 in die Kabine. Die Mädels waren ein wenig genervt, weil die Scheibe einfach nicht ins Tor wollte. Und ich war etwas durchgefroren und zog mir für das nächste Drittel noch ein paar zusätzliche Klamotten unter. 
Es gab keine Änderung bei unserer Taktik -  es gab ja auch keinen Grund dafür. Wir hatten das Spiel im Griff und mussten "nur" einen Weg finden, um an den insgesamt 6 Hannoveranerinnen, die sich in erster Linie stehend vor ihrem eigenen Tor aufhielten, vorbeizukommen. Auch im 2. Drittel machten wir also da weiter wo wir aufgehört hatten. Schuss um Schuss ging auf das Tor - und doch dauerte es noch fast 12 Minuten, bis unser Sturmlauf endlich, endlich, endlich von Erfolg gekrönt war. Svea netzte auf Zuspiel von Silvie und Sarah H. ein. YESSS! Und weil es so schön war, machte Fenja "Ich bin ja keine Torjägerin" R. es keine 2 Minuten später gleich nach. Chrissi und Yvonne hatten die Vorlagen zum 2-0 gegeben und uns fiel ein Stein vom Herzen. Ich war bis dahin weitestgehend beschäftigungslos - eine (ich glaube, ich erwähnte es schon mal an der einen oder anderen Stelle schon einmal?) nicht ganz angenehme Situation. Denn man steht da halt so auf dem Eis rum, guckt zu und versucht, die Spannung zu halten und sich zu konzentrieren. Nur ist man eben überhaupt nicht im Spiel... Kurz vor Ende des 2. Drittels hatte ich dann mal richtig viel Glück, denn ein recht harmloser Schuss rutschte unter der Schiene durch, kullerte parallel zur Linie und wurde dann wohl am anderen Pfosten neben das Tor gelenkt. Puh... auf jeden Fall waren alle wieder wach.
Wir bekamen kurz vor Drittelende sogar noch einen Penalty zugesprochen, weil Fenja B. auf dem direkten Weg zum gegnerischen Tor nur unsanft und nicht-regelkonform zu bremsen war - doch auch der brachte uns leider nichts zählbares. Nach 40. Minuten stand es also 2-0. Angesichts der Überlegenheit und der zahlreichen Torschüsse war das zwar verdient - aber eben auch nicht deutlich genug. Es wäre ungezogen, mich zu unserer Chancenverwertung zu äußern, denn sie war nicht wirklich existent. ;-)

Nachlegen war also wieder das Ziel für das letzte Drittel. Aber so richtig gelang das nicht. Zu Beginn kam Hannover besser ins Spiel und konnte sich ein paar Torchancen erspielen. Das war mir nun auch wieder nicht recht. Hatte ich vorhin noch gesagt geschrieben, dass "nur zugucken" doof ist? Ja, ist es - aber richtig mitspielen wollte ich jetzt auch nicht mehr.  Püüüh... ;) Na, zum Glück kann man sich weder das eine noch das andere aussuchen. In der 55. Minute baute Fenja R. unsere Führung aus und erhöhte auf Zuspiel von Chrissie auf 3-0. Schönes/verdientes/überfälliges Ding. In der 57. Minute fiel dann das vermeidbare aber dennoch nicht ganz unverdiente Tor für die Indians.  3-1 - und das war auch gleichzeitig der Endstand. 

Mit 20 Punkten aus 10 Spielen verteidigen wir unseren 2 Tabellenplatz und können nur noch von Erfurt äh Ilmenau verdrängt werden. Die müssen aber aus ihren 4 verbleibenden Spielen die volle Punktzahl holen - und da 2 Spiele davon gegen uns zu absolvieren sind, haben wir es selbst in der Hand, uns die Vizemeisterschaft zu holen und uns für eine gute Saison zu belohnen. Ich finde, das sollten wir am besten gleich im nächsten Spiel tun - Samstag, 19.3. um 18 Uhr in Hamburg-Stelligen. Auf eigenem, hanseatischen Eis. Let's do it! :)

Hier dann noch der Bericht von www.hlsports.de

Und so berichten die Indians über das Spiel: 
www.ech-ev.de