Dienstag, 4. August 2020

04.08.2020 - Warum ich Online-Shopping doof finde...

Ich finde Online-Shopping doof - wirklich! Ich mag weder ebay, noch Amazon und ich eigentlich mag ich auch keine anderen Händler, die in den Tiefen des World Wide Web ihre Waren feilbieten. Ja, ich gucke gern online durch die Shops, gehe auf einen virtuellen Schaufensterbummelund packe auch oft viele Dinge in meinen Warenkorb. Allerdings nur, um dann das Fenster dann einfach zu schließen - OHNE etwas zu kaufen. Und ja, natürlich bestelle ich online regelmäßig Tickets für Veranstaltungen. Aber auch da wähle ich dann lieber die Print-at-Home-Variante, damit ich bloss nicht auf die Lieferung warten muss und einem womöglich noch einem Versanddienstleister ausgeliefert bin.

Zum einen nehme ich die Sachen, die ich kaufen möchte, gern in Augenschein und möchte sie auch anfassen bzw. bei Kleidung auch gern anprobieren. Einige Male ist es mir passiert, dass ich nach einem Einkauf von Qualität und Passform der gekauften Artikel so enttäuscht war, dass ich die gesamte Sendung zurück schicken musste. Zum anderen unterstütze ich durch Offline-Shopping wenigstens im Rahmen meiner Möglichkeiten den lokalen Handel, der eben vor Ort Arbeitsplätze schafft, hier Steuern zahlt und zudem auch Einkaufsstraßen bzw. -center durch sein Geschäft belebt. Support your local Dealer! Aber auch die sofortige Verfügbarkeit der Ware und damit die Unabhängigkeit von Lieferdiensten ist für mich ein absolutes Argument pro "Local-Shopping". Denn gerade wenn ich auf Pakete mit selbstbestellter Ware warte, dann passiert meistens einiges und genau das ist der Hauptgrund für meine Abneigung gegen Online-Shopping.

So ganz lässt es sich auch für mich leider nicht immer vermeiden, online zu bestellen. Vor etwa 2 Jahren habe ich mich z.B. in ein paar grüner Stiefel verliebt, die mir nicht mehr aus dem Kopf gingen und die ich auch nach einigen vielen "Nächten des darüber Schlafens" noch immer besitzen wollte. Einen Shop in der näheren Umgegbung Umgebung hatte dieser Händler leider nicht und eine Rabattaktion, die die Stiefel einigermaßen bezahlbar machte, führte dann letztlich dazu, dass ich eben doch online bestellte. Als Lieferadresse wählte ich meine Firmenanschrift aus, wo die Anlieferung Montag - Freitag zwischen 8-17 Uhr und am Samstag noch zwischen 9-13 Uhr durchgehend möglich ist. Ich versprach mir davon, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Paket dort zugestellt werden könnte größer war als an unserer Privat-Anschrift. Natürlich wollte ich mir damit in erster Linie Hinterlegung und Abholung in der Postfiliale ersparen - ach herrje, was war ich naiv?! 😖
Der Händler schickte mir die Versandbestätigung inkl. Trackingcode für DHL zu und ich war optimistisch, innerhalb der nächsten 2-3 Tage das Paket in Empfang nehmen zu können. Doch denkste, natürlich kam es anders...
Am Freitag bekam ich per Mail die 1. Info von DHL, dass mein Paket nicht zugestellt werden konnte - okay um 18.57 Uhr war wirklich niemand mehr in der Firma anzutreffe. Der 2. Versuch war ebenfalls erfolglos: Samstag, 16.43 Uhr. Immerhin konnte ich mir Sonntags noch schnell die Benachrichtigungskarte aus dem Briefkasten der Firma holen, meinem Lieblingsmenschen damit eine Vollmacht ausstellen und ihn bitten, am Montag zu den Öffnungszeiten der Post das Paket abzuholen. Er hat es dann versucht, hatte neben der Vollmacht noch meinen Ausweis, eine Visitenkarte mit meinem Namen und der Firmenanschrift dabei und bekam das Paket dennoch nicht. Erst, als er von mir per WhatsApp noch einen Screenshot des Paket-Trackingverlaufes zugeschickt bekam, liess sich die Post-Dame dann doch noch erweichen und händigte ihm mein Paket aus. Gratis gab es von ihr dann noch die spitze Bemerkung dazu, dass Pakete mit einer Firmenanschrift eigentlich gar nicht bei der Post hinterlegt werden dürften. Letztes war mir aber herzlich egal, hatte ich doch nach etwas über gut 2 Wochen endlich meine bestellten und so herbeigesehnten Schuhe erhalten. Zum Glück waren Qualität und Passform so gut, dass keine Rücksendung nötig war. 😊


Vorletzte Woche hatte der Lieblingsmensch dann selbst wieder einmal online bestellt und meine Firmenanschrift (mit meinem Namen versehen) als Lieferanschrift verwendet. Der Online-Händler hatte es tatsächlich geschafft, (s)eine Bestellung auf 3 verschiedene Pakete aufzuteilen, von denen zudem noch zwei mit DHL und eines mit Hermes verschickt wurde. Die Zustellung des Pakets durch Hermes klappte erstaunlicherweise reibungslos, aber natürlich sollte es mit DHL nicht so laufen. Das erste DHL-Paket konnte angeblich am Mittwoch in der Firma nicht zugestellt werden, gleiches dann am Donnerstag nochmal. Aber da gab es dann immerhin eine Benachrichtigungskarte, die ich Freitag fand und mit der ich nach Feierabend zum Postamt wollte. Am Freitag packte ich zu Feierabend die Karte ein, als der Lieblingsmensch mir mitteilte, dass er gerade bei der Post gewesen wäre und das Paket abgeholt hätte - ohne Ausweis, Vollmacht, Benachrichtigungskarte... einfach so mit, mit ganz viel Überredungskunst. Okay... ich war jetzt zwar noch kurz versucht, trotzdem zur Post zu fahren und auf Herausgabe meines Pakets zu drängen, nahm von diesem Vorhaben dann aber doch wieder Abstand. 😉 Wenigstens das dritte Paket wurde regulär und ohne Komplikationen zugestellt - dass ich es dann 2 Tage lang in der Firma vergass, das ist eine andere Geschichte... 🙈


Und der aktuelle Höhepunkt, der eindeutig eine weitere Verstärkung meiner Abneigung gegen die Abhängigkeit von Versand-Dienstleistern zur Folge hat, folgt jetzt. Dazu muss ich allerdings doch ein wenig ausholen und die Vorgeschichte erzählen:
Zum Geburtstag bekam ich einen wunderbaren Schaukelstuhl für unsere Terrasse geschenkt und unter diesen wollte ich jetzt gern noch einen Outdoor-Teppich legen - einfach so, zur Schonung der Kufen, außerdem natürlich wegen der Optik, fein farblich abgestimmt und natürlich aus Bock. Seit Ende Juni machte ich regelmäßig virtuelle Schaufenster-Bummel um mal so zu sehen, was es in der Richtung so alles gibt. Muster, Größen, Formen, Farben... Letzte Woche Mittwoch waren wir dann in der Wohnmeile Halstenbek unterwegs und haben dort sämtliche Möbelgeschäfte abgeklappert. In keinem der Geschäfte gab es einen Teppich, der optisch auch nur annähernd in die gewünschte Richtung ging. Ihr ahnt es: Ich war gezwungen, online zu bestellen. Es nützt leider nichts, die Alternative war eine teppichlose Terrasse und die fand ich doof. Ich hatte dort ja in Gedanken meinen Teppich schon ausgerollt. Gesagt, getan! Mittwoch abend ging die Bestellung raus und wurde auch prompt rückbestätigt. Der bestellte Teppich war vorrätig und sollte auch direkt am nächsten Tag in den Versand gehen. Soweit, so gut. Am Donnerstag kam dann per Mail die Benachrichtigung, dass das Paket an den Versanddienstleister GLS übergeben wurde und irgendwie hatte ich beim Namen "GLS" ein ungutes Gefühl und definierte die Abkürzung spontan mir "Ganz Lausiger Service". Ich ahnte, dass das eine komplizierte, längere Geschichte werden würde. Und leider täuschte mich mein Gefühl wieder einmal nicht. 😕

Von GSL hatte ich dann per Mail einen Trackingcode bekommen, der besagte, dass mein Paket am Freitag angeliefert werden sollte. An diesem Tag war ich selbst in der Firma und bekam dann gg. 13 Uhr eine Mail, dass man den Empfänger um 11.49 Uhr nicht angetroffen hätte und das Paket deshalb nicht zugestellt werden konnte. AHA! 😠 Weitere Information zum Paketstatus gab es (auch online via Treckingcode) erstmal nicht und so wartete ich ab. Am Montag war ich dann wieder in der Firma und fand über die Sendungsverfolgung heraus, dass das Paket erneut in ein Fahrzeug geladen worden war. Ich ging also davon aus, dass es an diesem Tag einen 2. Zustellversuch geben würde und war noch verhalten optimistisch. Bei meinem Anruf bei GLS wurde mir dann bestätigt, dass mein Paket unterwegs wäre, aber man könne mir leider kein Zeitfenster für die Anlieferung sagen. Die Umwandlung in kontaktlose Hinterlegung am Wunschort sei leider auch nicht möglich, so lange das Paket unterwegs wäre. Okay, das habe ich verstanden. Um 10.55 Uhr hatte sich der Standort-Status meiner Sendung dann allerdings wieder geändert und demnach lag mein Paket jetzt doch wieder im Paketlager in Tornesch. Ich griff also zum Hörer und rief erneut bei GLS an. Nach etwa 15 Minuten in der Warteschlange hatte ich dann wieder einen realen Ansprechpartner am Telefon, der mir mitteilte, dass das Paket wohl wegen eines gravierenden logistischen Problems (das er nicht näher definieren konnte/wollte) wieder im Paketzentrum angekommen wäre. Die Zustellung könnte dann vermutlich unter Umständen vielleicht doch am nächsten Tag erfolgen. Alternativ könnte ich jetzt über die Wegsite eine kontaktlose Übergabe an der angegebenen Lieferadresse veranlassen oder das Paket selbst in Tornesch (ca. 20 km von meinem Wohnort entfernt) abholen. Nein, das wollte ich dann auch nicht. Ich wollte weder, dass mein Paket auf unserem Firmenhof abgelegt wirde noch wollte ich nach Tornesch fahren. Und so hoffte ich darauf, dass das Paket dann am heutigen Dienstag wieder in den Lieferwagen wandern und zugestellt werden würde.... aber denkste. Natürlich wurde mein Paket NICHT wieder verladen, natürlich liegt es noch immer im Paketlager und entsprechend habe ich immer noch keinen Teppich.

Ich bin jetzt mehr als gespannt, wie diese Geschichte endet. Wird es ein Happy End geben? Können wir den Teppich auf der Terrasse ausrollen? Oder gibt es noch böses Blut und bitterböse Mails zwischen mir, GLS und dem Online-Händler? Man weiß es nicht...
Der Online-Händler allerdings scheint entweder gute Erfahrungen mit GLS gemacht zu haben oder ist einfach optimistisch-ignorant. Er bat mich nämlich bereits am vergangenen Freitag per Mail um eine positive Bewertung seines Online-Shops...

(Fortsetzung folgt...)


Montag, 24. Februar 2020

22.02.2020 - Hamburg gg. Hamburg oder: ein zweitklassiges Derby

Da muss ich tatsächlich 46 Jahre (okay, tatsächlich sogar 46 Jahre und 242 Tage) alt werden, bis ich zum 1. Mal in meinem Leben zusammen mit meinem großen, achtundzwanzigjährigen Bruder ins Stadion zum Fußball gehe. Wir waren schon zusammen beim Eishockey, beim Handball, im Theater und auch auf verschiedensten Konzerten - aber beim Fußball waren wir bisher noch nie zusammen.

Zu Weihnachten habe ich ihm ein Ticket für das Spiel der Spiele, das Derby, das Duell um die Stadtmeisterschaft geschenkt:
Hamburger SV - FC St. Pauli

Derbytickets - der Mitgliedsausweis macht's möglich! 

 

Das Spiel wurde für den 22.02.2020 terminiert und Spielbeginn war zur besten Zweitliga-Zeit um 13.00 Uhr angesetzt.
Entsprechend bot es sich an .. nein, es drängte sich quasi auf, den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück zu beginnen. Das taten wir dann auch, ehe wir uns gutgelaut und hoffnungsfroh auf den Weg zum Stadion machten. Aufgrund der günstigen Verkehrslage unserer Wohnung am Hamburger Stadtrand wollten wir den HVV nehmen und erfuhren schon bei der Abfahrt, dass die Luruper Hauptstraße gesperrt war und damit auch unsere Haltestelle nicht angefahren wurde und wir deshalb eine Alternativ-Route nehmen mussten. Okay, das taten wir (Viele Busse fahren zum Volkspark!) und kamen gut gelaunt am Stadion an. Der Himmel war zwar grau und kühl, aber immerhin  war es (noch) trocken und unsere Laune war gut. 
Wir waren schnell im Stadion, die Einlasskontrolle war erstaunlich unkompliziert. Wir umrundeten innen kurz das Stadion und schafften den Aufstieg zu unseren Plätzen dicht unter'm Stadiondach (hinter uns war aber doch noch eine Reihe!) sogar ohne Sauerstoffzelt. Dass man von unseren Plätzen die Anzeigetafel gegenüber nicht sehen konnte und deshalb während des Spiels tatsächlich zwischendurch mal einen Blick auf den Liveticker warf, um herauszufinden, wie die Restspielzeit noch war - geschenkt, ich hatte uns ja nur die "billigen" Plätze gegönnt und war beim Erwerb der Karten damals nicht gewillt gewesen, knapp 80 € für Plätze auf der Geraden oben unterm Dach zu löhnen.
Alkoholfrei! 😕
Vor Beginn des Spiels gab es im St. Pauli-Fanblock eine für uns gut sichrbare Auseinandersetzung zwischen Fans und Ordnern, die dann von der (in Massen im Stadion anwesenden) Polizei zum Glück recht schnell beendet wurde - dass aus angrenzenden Blöcken mit Leuchtkörpern auf den Gästeblock geschossen wurde, war aber auch nicht besser.

Vor Spielbeginn gab es eine tolle Choreographie in der Nordkurve. 
Schon schick! 
Und dann begann das Spiel. Der HSV erwischte einen gute Start, setzte St. Pauli unter Druck, war die meiste Zeit in Ballbesitz und hatte gute Chancen - die dummerweise nicht genutzt wurden. Und wie sagte mein Bruder dann so schön? 
"Wollen die jetzt etwa auch mitspielen?" 
Ja, es sah nach etwa 15-20 Minuten tatsächlich so aus, als wolle sich St. Pauli doch nicht mit einfachem Rasenkaputttreten zufrieden gaben... St. Pauli kam besser ins Spiel und hatte eine bessere Chancenverwertung als der HSV - schon mit dem 1. Torschuss fiel das 0-1 und nicht viel später folgte das 0-2. Die Fans im Gästefanblock drehten durch, die HSV-Fans wurden ruhiger. 
Und auch in der 2. Halbzeit wurde es nicht besser. Fehlpass reihte sich beim HSV an Fehlpass und auch wenn man (wie wir) doch vielleicht eine blau-weiße-Fanbrille trägt, braucht man nicht drumherum reden und muss anerkennen, dass St.Pauli in diesem Spiel einfach besser war und nach 90 Minuten verdient jubeln durfte. Und nicht nur das Duell auf dem Rasen hatte St. Pauli gewonnen - meiner Meinung nach war auch der Fanblock deutlich lauter und stimmungsvoller. Schade nur, dass beide Lager nicht auf den Einsatz von Pyrotechnik verzichten konnten... 😡

Passend zum Ergebnis des Spiels goss es wie aus Eimern als wir das Stadion verliessen und zum Bus gingen. Dennoch war die Stimmung im Bus entspannt - selbst 2 St. Pauli-Fans, die sich inmitten von HSV-Fans im Bus wiederfanden, wurde zum verdienten Sieg gratuliert, ehe frotzelnd daruf hingewiesen wurde, dass man nicht einmal ihr Dasein als St. Pauli-Fans so schlimm fände, wie das Bremer Bier (Becks), das sie in den Händen hielten. 
Ach, es kann doch so einfach sein, wenn man erkennt, dass Sport eben doch eine der schönsten Nebensachen der Welt sein kann. 😊

FAZIT:  
Abgesehen vom Ergebnis war das schon ein schöner Tag in sehr netter Begleitung. Aber irgendwie finde ich Fußball dann ja doch etwas langweilig - jedenfalls live im Stadion, wenn man nicht in der Sportschau die Zusammenfassung der spannendsten Szenen guckt... 😉 
Ich freu mich schon auf das nächste Handball- oder Eishockeyspiel. 
Und Aaaaaction! 😎

Montag, 17. Februar 2020

16.02.2020 - Wünsche an das Universum und den Aufnahmeleiter! Zur Autogramm-Bitte(r) zu Gast im NDR Sportclub.

Der ein oder andere hat ja vielleicht mitgekommen, dass während der Handball-EM auf kuriosem Weg mit Zufall, großer Mithilfe von Schmiso, Lidl und etwas Glück, ein Original-EM-Trikot von Jogi Bitter in meinen Besitz gelangt ist? 

In Kurzform sind Jule und ich durch eine spontan-glückliche Entscheidung in Zusammenhang mit einer kurzfristigen Stehplatz-Veränderung beim Warm Up der DHB-Mannschaft vor dem EM-Spiel gg. Österreich mit Sportkommentator und Podcaster Florian Schmidt-Sommerfeld alias Schmiso ins Gespräch gekommen, dem widerum es gelungen war, meinen Wunsch nach einem Original-Trikot von Jogi Bitter zu erfüllen. 

Die Langform gäbe es bei Interesse hier in diesen beiden Reiseberichten über die EM-Reise mit der EM-Reisegruppe FC21 "Moin Vienna" nochmal nachzulesen:  

Der Anfang:
 Das Happy End:

 Um das Trikots jetzt es absolut perfekt zu machen, fehlte nur noch ein Original-Autogramm. In Wien war es leider nahezu unmöglich, an die Spieler ranzukommen und Stuttgart, wo Jogi momentan in der HBL spielt, ist ja nun leider auch nicht unbedingt um die Ecke. Doch dann sprang mich allerdings am Donnerstag (13.02.2020) bei Facebook ein Post förmlich an, mit dem ankündigt wurde, dass Jogi Bitte am Sonntag (16.02.2020) IM NDR Sportclub eine der Studiogäste wäre.

Perfekt, der Sportclub wird in HH-Lokstedt aufgezeichnet, um Tickets kann man sich kostenfrei bewerben und bislang hat es bei uns immer, wenn wir da mal hingehen wollten, mit den Karten geklappt. Also, wenn das jetzt nicht die Gelegenheit für ein Autogramm war, dann weiß ich auch nicht...

Jule wurde schnell informiert und die Bestellung für 4 Tickets abgeschickt.  Und dann... dann passierte nichts... Keine Rückbestätigung, keine Rückmeldung... nichts. Hurra, ich bin ja dann in solchen Fällen eher sehr (also sehr sehr!) ungeduldig und rief dann am Freitag sicherheitshalber einmal beim NDR an um mich zu erkundigen, ob das mit unseren Tickets klappen würde. Die Mitarbeiterin, mit der ich sprach, war für die Gästeliste zwar nicht zuständig und der verantwortliche Kollege hatte Spätdienst, sie wollte ihm aber eine Info hinlegen und um Rückruf bitten. 
Ich musste zur Arbeit, aber der Rückruf erfolgte - Jensemann durfte ihn entgegen nehmen und bekam dann die Info, dass das Studio an sich ausgebucht wäre, man uns aber noch auf die Gästeliste setzen würde und kurz danach trudelte auch schriftliche Bestätigung ein. Hurra, das war einen Schritt in die richtige Richtung. Und in den NDR-Sportclub-Verteiler für Handball-Themen wollte man uns auch noch aufnehmen.

Freitag nachmittag unterhielt ich mich dann auf der Arbeit noch mit einem Kunden, der sich erkundigte, wie es denn bei der EM war und nochmal erwähnte, wie er sich für Jogi für dessen grandiose Leistung gefreut hätte... ach ja, der war ja mit Jogi befreundete, weil ihre Kinder zusammen in den Kindergarten gegangen waren... Die Welt ist ein Dorf und unser Kunde wollte meinen Wunsch nach einem Autogramm per WhatsApp an Jogi übermitteln. Schaden konnte das nicht, denn doppelt hält ja vielleicht besser...!?!

Sonntag abend trafen wir uns beim Pförtner mit Jule, Jan Erik und Silke,  kämpften uns durch den Regen zum Eingang des Studios und warteten dort erstmal.
 Und während wir da so herumstanden, uns unterhielten, Getränke konsumierten und Leute guckten, fiel mir auf, dass mein grünes Trikot auch ganz gut zum Verein des anderen Studiogastes (Davie Selke, Fußballer vom SV Werder Bremen) passen würde - für mich als HSV-Mitglied keine ganz angenehme Erkenntnis. Aber gut, da stand ich drüber - ICH wusste ja, dass das ein Handball- und eben kein Fußball-Trikot war. 😉
Der Einlass-Zeitpunkt rückte näher und die Zuschauer rückten näher an den Einlasspunkt. Wir auch - klar, Herdentrieb und so. Und ausserdem wollten wir ja möglichst gute Sitzplätze im Studio haben.
  irgendwann ergriff dann die Warm-Upperin das Wort, erzählte ein wenig über die bevorstehende Sendung und erwähnte auch, dass es noch dauern würde, bis der Einlass geöffnet würde. Und dann legte sie ihr Mikro weg, ging zielstrebig auf Jan Erik zu und sagte zu ihm "Hallo, sie sind ja auch öfters hier, oder?". "Äh, ne, eher nicht, wir waren jetzt schon länger nicht mehr hier" lautete seine Antwort und die Warm-Upperin guckte dann doch ein wenig verwirrt. Sie guckte dann den Rest der anwesenden 5'er FC-21'er Studio-Besucher-Gruppe an und erkundigte sich, ob sie uns da denn schon gesehen haben könnte. Auch eher nicht, wir waren ja schon länger nicht mehr da gewesen - aber wenn da schon mal jemand von der NDR-Crew direkt vor einem steht, dann muss man die Chance nutzen. Ich sprach sie an und erwähnte, dass ich sooooo gern ein Autogramm von Johannes Bitter hätte, der ja heute als Studiogast anwesend sein würde. Das widerum verwirrte sie und sie erwähnte, dass sie gar keinen Zutritt zum VIP-Bereich und den Garderoben hätte. Das wäre eher eine Sache, derer sich die Aufnahmeleiter annehmen könnten. Auch gut - das könnte sie dann ja mal in die Hand nehmen und in die Wege leiten... Sie schwirrte ab, kam nach kurzer Zeit wieder und ging zielstrebig auf uns zu. 
Sie: 😊
"Sie wollten das Autogramm von Davie Selke von Werder Bremen auf Ihrem Trikot, richtig?"
Ich: 😲 😱
"oh Gott, nein, auf gar keinen Fall! Ich hätte gern ein Autogramm von Jogi Bitter, dem Handballer!" 
 Sie: 
😵😵
... und sie schwirrte wieder ab... 


Dann wurden wir ins Studio gelassen und konnten uns dank guter Ausgangsposition im Foyer die gewünscht-guten Plätze in der 1. Reihe sichern.
Die Animation ... äh ... das Warm Up des Publikums begann und ich glaube noch immer, dass die Warm Upperin entweder eine Spritze im Arm hatte oder die Dosis ihrer Happy Pills ohne Rücksprache mit dem Arzt verdoppelt hatte... meine Güte, war die Dame aufgekratzt und überdreht. 
Anyway, irgendwann kam dann jemand von der Aufnahmeleitung zu mir, sprach mich an und bat mich, ihm mein Trikot kurz auszuhändigen, damit es unterschrieben werden könne. Ich zog es aus, gab es ihm und rang ihm noch das Versprechen ab, dass es auf keinen Fall mit einem Autogramm von Davie Selke zurückkommen würde. 
Das klappte auch, es dauerte zwar, aber das Trikot kam mit dem heißersehnten Trikot zurück. Jawollja! Mission completet!😊
Die Sendung selbst war kurzweilig und interessant, auch wenn die Themenschwerdpunkte wieder einmal sehr fußballlastig waren. Wer Interesse hat, kann sich den Bericht und das Interview mit Jogi Bitter hier anschauen:

... und wir sind natürlich auch zu sehen, denn irgendwie haben wir es doch wieder nicht richtig geschafft, unauffällig zu sein - aber wir hatten Spaß und Jule + ich werden das mit der Unauffälligkeit sicher weiter üben - und vielleicht gelingt es uns ja irgendwann tatsächlich mal... 😉

Übrigens rief mich unser Kunde am Montag noch kurz an und sagt, er hätte eben von Jogi die Nachricht bekommen, dass sich am Sonntag leider keine Gelegenheit für das Autogramm gegeben hätte - aber er würde das gern nachholen und mir das Autogramm zukommen lassen. Danke für's Kümmern, Flo! Gut, zu wissen. Ich freue mich dennoch, dass der Spontan-Joker mit / über den Aufnahmeleiter geklappt hat.

 DAS grüne Trikot wird sicher noch das ein oder andere Mal zu Handballspielen ausgeführt werden. Es wird in Ehren gehalten und früher oder später 
bekommt es sicher einen richtig festen Ehrenplatz und wird gerahmt neben den Trikots der beiden besten Hamburger, die jemals in Frankreich geboren wurden und mit denen Jogi lange und erfolgreich beim HSV Hamburg zusammen gespielt hat, aufgehängt. 

Danke! Ich freu mich noch immer! 




Montag, 27. Januar 2020

23.01.2020 Tschüss Vienna FC21 auf EM-Tour 2020... nimm den nächsten Zug ...

.. und komm zurück nach Haus.... jaja, ein Ohrwurm gleich am Anfang des Textes. Und falls er Dich jetzt noch nicht erwischt hat oder Du den leicht abgewandelten Text nicht mit der Musik von Howard Carpendale in Einklang bringen kannst, hier der Link zum Song: 
 
So, damit dann aber doch noch einmal zurück zum eigentlichen Thema, der Handball-EM 2020 bzw. deren Ende - und damit verbunden auch mit der Zugfahrt nach Hause. Doch der Reihe nach, denn alles hat ein Ende, auch die Hauptrunde der Europameisterschaft und damit auch unsere Zeit in Wien. 
Nach dem überaus erfolgreiche Spieltag gestern, hieß es für uns am Donnerstag Abschied nehmen und 'Tschüs Vienna' zu sagen. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück räumten wir die Wohnung auf, brachten Taschen & Koffer nach unten etc. Die ganz normalen Reisevorbereitungen eben.
Nach 8 grauen und neblingen Tagen zeigte sich in auch in Wien endlich mal wieder die Sonne am Himmel und so konnten wir sehen, was für einen tollen Ausblick wir von der Dachterrasse gehabt hätten. 
 Um 11 Uhr mussten wir die Wohnung verlassen, um 13.15 Uhr sollte unser Zug am Hauptbahnhof starten. Heute entschieden wir uns, mal nicht zu Fuß zu laufen, sondern die S-Bahn zu nehmen. Wir waren zeitig unterwegs und hatten bei Ankunft noch genug Zeit bis zur Abfahrt. 

Also sicherten wir uns einen Platz in einer Bäckerei, genossen noch einen Kaffee und das gute äh... hervorragende Wiener Wasser, vertrieben uns die Zeit bis zur Abfahrt und konnten sogar noch ein wenig die Nase in die Sonne halten. Ja, da lohnte es sich, dass wir vor der Reise nach Wien daran gedacht und die Sonnenbrillen eingepackt hatten.

Auch auf dem Bahnsteig muste natürlich noch ein Gruppenfoto her und dafür zauberten wir sogar noch ein letztes Mal die Glitzerhüte aus den Tiefen der Tasche hervor. 

Der Zug lief pünktlich ein, wir fanden unser Plätze und waren absolut bereit für die Rückfahrt in die schönste Stadt der Welt. Auf geht's - ab geht's ... den Donauwalzer fahren wir! Jawollja!
Planmäßig sollten wir um 21.54 Uhr am Hauptbahnhof ankommen, gut 9 Stunden Zugfahrt lagen vor uns... Okay, wir reisten 1. Klasse - aber 9 Stunden sitzen sind auch mit etwas mehr Beinfreiheit nun einmal 9 Stunden sitzen. Dennoch vertrieben wir uns die Zeit, wir klönten, lachten, aßen, tranken, liessen die letzten Tage Revue passieren und ab und an gab es auch die Möglichkeit zu einem kleinen Nickerchen.
Ich will jetzt wahrlich nicht behaupten, dass die Zeit wie im Fluge verging, das wäre doch gelogen - aber immerhin verging sie. Wir hatten dann irgendwann ein wenig Verspätung, die sich zwischenzeitlich verringerte, dann doch wieder größer wurde und als dann irgendwann endlich Hamburg Hauptbahnhof als nächster Halt angekündigt wurde, waren wir doch wieder fast fahrplanmäßig unterwegs. Sänk ju for träweling deutsche Bahn. 
Weil halbe Sachen nicht so unser Ding sind, zogen wir die Fahrt bis zum Ende durch und stiegen erst in Hamburg Altona aus Damit hatten wir die 9 Stunden Zugfahrt dann auch voll und das reichte dann auch echt erstmal. Wir stiegen dort in den Bus und waren echt froh, als wir endlich in unseren eigenen 4 Wänden ankamen und die Tür

Dennoch soll an dieser Stelle natürlich noch eine kurze Zusammenfassung unserer Reise folgen: 

9 Tage - 10 Reisende - 1 Fanclub - 2 Ferienwohnungen - Schlaflos im Nachtzug - Strassenbahn - S-Bahn - Bus - toller ÖPN in Wien - ICE - 9 Glitzerhüte und 1 Häuptlingskrone - 1 Wäschetrockner - ca. 750.000 Schritte - 4 Eintrittskarten - 12 Handballspiele - 720 Spielminuten - 646 Tore - 1 WhatsApp-Gruppe - ca. 350 Nachrichten - mindestens 1.000 Bilder - 25 Boomerangs - gefühlt mindestens 60 Minuten TV-Präsenz - ARD & ZDF - 2 schwarz-rot-goldene Schminkstifte - warme Halle - enger Spielplan - irrer Trikottausch - 1 Jogi Bitter - 2 x Man of the Match - Danke Schmiso - 1 Million Kroaten - 100 Spanier- wenig Tschechen- noch weniger Weißrussen - 2 unrhythmische Österreicher mit Trommeln - Hipp Hopp Hurra - KissCam statt DanceCam - Clapp your Hands - Make some noise - keine Shirts beim Merchandise - Donauwalzer - Souvenirs - Caféhäuser - Wiener Wasser - KuK - Naschmarkt - Stephansdom - Prater - Schloss Schönbrunn - Sisi - Franzl - Hofburg - Wiener Stadthalle - Schwedenplatz - Taborstraße - Dachterrasse - Sachertorte Café Melange - Wiener Schnitzel - Weisser Spritzer - Radler - Stösschen & Küsschen - bunter Käse - Austern - exotisches Obst - Labskaus - Spaghetti Bolognaise - Carbonara - Der Mann der verwöhnt - 15 Vollkornbrote - 1 veganes Brot - 2 Franzbrötchen - 10 Liter Orangensaft - 0,25 l frisch gepresster Orangensaft - Kaffeehaus - Kneipe - Schnee - Regen - Nebel - Sonne - Wolfgang Amadeus Mozart - 9 Blogeinträge - Billa - Biba - Kultur - Hunderwasserhaus - Café Deml - nette Menschen - alte Häuser - enge Gassen - Café Vollpension - küss die Hand - Wiener Schmäh -
Reisegruppe Moin Vienna: Kähte - Dirk - Regine - Franzi - Jule - Jan Erik - Berit - Regina - Melli - Katja - Max - Jensemann - Andrea 

Danke an alle, die uns im TV gesichtet, uns darüber informiert und auch noch mit entsprechendem Bildmaterial versorgt haben. Das Dschungelcamp hat noch nicht angefragt und ist auch keine Option für uns. 😉


Übrigens hat Deutschland wohl doch etwas gewonnen:
 

Und damit heißt es jetzt erstmal "Tschüss Vienna" und "Moin Hamburg" - over & out... Danke an die wunderbare EM-Reisegruppe des FC21 und besonders herzlichen Dank an Jule, die den Weg an den Spielfeldrand nicht gescheut hat, so dass wir es (wieder einmal )geschafft haben, den Weg in die Medien zu finden, obwohl wir da ja eigentlich nur dezent, unauffällig mit einer Hamburg-Fahne herumgestanden haben. Keine Ahnung, wie es uns immer gelingt, aber es ist immer wieder schön mit Dir! 😏

Danke auch an alle, die auch diesen Beitrag bis zum Ende gelesen und mir Feedback gegeben haben. 

Bis zum nächsten spannenden, berichtenswerten (Reise-)Abenteuer. Auch wenn aktuell noch nichts konkret geplant ist, wird schon irgenwas wird passieren. Und ich freue mich drauf. 😉




Donnerstag, 23. Januar 2020

22.01.2020 Moin Vienna - FC21 auf EM-Tour 2020: Von Zeitreisen mit Ratten sowie Wunscherfüllern und Honigkuchenpferden

Neuer Tag - neues Glück - neue Pläne - neuer Spieltag. Heute stand der letzte Spieltag auf dem Plan, folgende Paarungen waren angesetzt:
16.00 Kroatien - Spanien
18.15 Österreich - Weissrussland 
20.30 Deutschland - Tschechien 
Wir hatten also wieder das letzte Spiel und uns stand damit wieder ein ganzer Tag in der warmen, stickigen Halle bevor. Hurra! 

Doch immer der Reihe nach, denn nach dem Frühstück machten wir uns erstmal auf den Weg in die Innenstadt um im TimeTravel Vienna eine Zeitreise durch die Wiener Geschichte zu machen. Kähte, Jensemann und ich bildeten die TimeTravel-Reisegruppe und machten uns auf die Socken, um pünktlich zum gebuchten Zeitfenster Einlass zu bekommen. 
Die Reise selbst begann mit einem 5D-Kinofilm, in dem wir zuerst mit Dinosauriern durch Österreich stampften, dann mit Ratten über das Baugerüst des Stephansdoms liefen und anschließend die Innenstadt aus der Perspektive einer Taube überflogen. Und da 5D ja nicht nur Optik beinhaltet, kreischte ich wohl doch schon ganz schön laut, als die Ratte mich vermeintlich am Bein streifte. 😱 Dass ich hinterher meine Füße nicht mehr auf den Boden stellen mochte, verrate ich jetzt einfach nicht. 
Im Anschluss an die Flugreise ging es weiter mit dem Ausflug durch die Wiener Geschichte, wir begegneten natürlich der Sissi und ihrem Franzl, machten einen Ausflug in die Wiener Pestgruben und erlebten im zweiten Weltkrieg einen Luftangriff in einem Bunker. Letzteres war extrem beklemmend und dabei befanden wir uns nur mit 10 Personen in dem Raum während bei einem echten Angriff etwa 100 Personen auf gleicher Fläche Schutz suchen mussten. 
Weiter ging über die Gründung der Republik zu einer Fiakerfahrt im Schnee, die uns ans Ziel brachte. Gut gemacht, unterhaltsam und informativ war es - wer in Wien etwas Zeit und Lust hat, sollte sie Gelegenheit nutzen. (Unbezahlte, unbeauftragte Werbung)
Vom TimeTravel machten wir uns auf den Weg Richtung Stadthalle, bogen aber vor der Halle nochmal kurz ab und kehrten in der Gastwirtschaft Schilling ein. 
Immerhin lagen rund 7 Stunden Sport vor uns - da mussten wir uns vorher schon nochmal vernünftig stärken. In der Gastwirtschaft war die Reisegruppe 'Moin Vienna' dann wieder komplett und wanderte nach dem Essen gemeinsam zur Halle.

Das erste Spiel zwischen Kroatien und Spanien lief bereits und natürlich waren viele, sehr viele Kroaten in der Halle. Und die waren wohl der Meinung, dass sie sich allein schon durch ihr Erscheinen ein Upgrade auf Plätze im Unterrang verdient hatten. Gut, das kann man so sehen - muss man aber nicht. Wir sahen das auf jeden Fall anders und diskutierten unsere Plätze erstmal frei. Besonders dreist fand ich allerdings den Kroaten, der auf Jensemanns Platz stand, und ihn aufforderte, ihn sein Ticket zu zeigen, ehe er den Platz dann doch widerwillig räumte. 
Die Beschwerden beim Ordnungsdienst müssen sich zum Ende der 1. Halbzeit aber gehäuft haben, denn die Ordner machten sich in der Halbzeit tatsächlich daran, die Karten der im Block sitzenden zu kontrollieren. Wir allerdings mussten in den letzten Tagen wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, denn als Jens seine Karte zückte, winkte der Ordner ab und erwiderte lächelnd, dass man sich ja kennen würde. Okay, für irgendwas muss es ja gut sein, wenn man 4 Spieltage lang jeden Tag pünktlich da ist und immer brav auf dem gleichen Platz sitzt. 😉

In der zweiten Halbzeit war die Situation in "unserem Block" auch schon deutlich entspannter, wenngleich der Sitznachbar von Jensemann so eine Knoblauchfahne hatte, dass man vermuten könnte, er hätte Knoblauch-Popcorn mit ganzen Zehen in seiner mal eben nebenbei verzehrten Familienpackung gehabt. Es standen aber wenigstens nicht mehr vor jedem Sitz 3 oder 4 Kroaten und wir konnten teilweise sogar das Spielfeld sehen. Dass die beiden Teams sich mit 22-22 Unentschieden trennten, war sehr ärgerlich, hatte ich doch auf einen spanischen Sieg mit 1 Tor Unterschied getippt, doch leider kam der letzte Wurf zu spät. 
Im zweiten Spiel war dann mehr Platz in der Halle weil die Kroaten abgewandert waren und jetzt die Bierstände im Foyer der Halle lautstark belagerten. Österreich spielte jetzt gegen Weissrussland und das war ehrlich gesagt das Spiel, das uns heute am wenigsten interessierte. Leider gab es keine Möglichkeit auf Wiedereinlass nach Verlassen der Halle, so dass wir dem Spiel gezwungenermaßen bis zum Ende beiwohnen mussten. Ich hatte einen extrem toten Punkt und ging in die Vorhalle, um mir einen Kaffee zu holen. Dabei entdeckte ich durch Zufall, dass dort die Siegestrophäe der EM (bei dem Teller kann man ja nun echt nicht von einem Pokal sprechen) stand und man sich mit dem 'Ding' fotografieren konnte. Auch dort war nichts los, sogar die als Aufpasser abgestellten Mitarbeiter langweilten sich und machten Selfies. Jensemann und ich nutzten aber trotzdem die Gelegenheit und drängten uns zwischen zwei Volunteer-Bilder. So nah kommt man dem Ding ja vermutlich nie wieder.
Zum Glück dauerte auch das Spitzenspiel zwischen Österreich und Weissrussland nur 60 Minuten und so konnten die Gastgeber sich nach einem 36-36 Unentschieden über das beste Abschneiden ever (also ever ever!) bei einer Europameisterschaft freuen. An diesem Tag hatten wir also bislang 2 Spiele und auch 2 Unentschieden gesehen... Na, hoffentlich setzte sich diese Serie nicht fort....

Die deutsche Mannschaft betrat die Platte zum Aufwärmen und Jule und ich beschlossen, nochmal nach unten an die Bande zu gehen, um die Hamburger Fahne zu präsentieren. Wir platzierten uns, guckten durch die Gegend und entdeckten Schmiso  der uns ebenfalls gesehen und anvisiert hatte. Er grinste, wir staunten und dann ging alles ganz schnell. 

Ein grünes DHB-Trikot mit der Nummer 1 wechselte den Besitzer und wir bekamen das Strahlen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Aus Kerstins Frage 'was willst Du denn mit Wolff, hast Du keinen Bitter?' als Reaktion auf das 'ich packe meinen Koffer und fahre nach Wien'-Foto 
entwickelte sich die Schnapsidee, einen Trikot-Tausch anzustreben und sich mit einem selbstgedruckten Zettel und der Bitte(r) um selbigen in die Halle zu stellen. 
Dass das dann durch eine spontane Entscheidung (Bande unten links oder rechts? Ach, komm wir gehen nach rechts!) die entsprechend zufällige Platzierung in der Halle mit dem Schild dank Schmiso in die Öffentlichkeit getragen wurde und Fahrt aufnahm, fanden wir schon echt lustig - aber dass dann letztlich von Erfolg gekrönt war, war der Kracher. Unfuckingfassbar. 😁
Es gab noch einen Gruß und ein dickes Danke an Jogi, das natürlich auch bei Insta landete, und dazu noch das Versprechen, dass das Wolff-Trikot, das ja nun doch nicht getauscht worden war, im Gegenzug in einer Auktion zugunsten des Nachwuchses des Handball Sportverein Hamburg versteigert werden würde. Die genauen Modalitäten müssen wir noch klären, aber das geht los.

Jule und ich gingen nein schwebten zurück zu unseren Plätzen und bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Ein Honigkuchenpferd ist wohl nichts dagegen und natürlich musste das Trikot sofort angezogen werden.
Das Spiel begann und Jogi startete im Tor. Man war ich froh, dass er noch ein weiteres grünes Trikot hatte und am Spiel teilnehmen konnte. 😉

Die Halle hatte sich nach dem Österreich-Spiel weiter geleert und auch die Reihen vor uns waren frei. Damit waren wir wohl sehr gut in den Fokus des Kameras gerückt, die ja auch gern Bilder von Fans auf den Tribünen einfangen. Und uns hatten die Kameras wieder mehrfach eingefangen - was die zahlreichen Nachrichten bewiesen, die uns wieder über alle möglichen Kanäle erreicht hatten. 
Zur Halbzeit führte Deutschland mit 13-10 und wir hatten bis dahin eigentlich nur noch eines unserer gesetzten Ziele nicht erreicht: Wir hatten es noch nicht in die DanceCam geschafft die als Pausen-Animation auf den Grossleinwänden in der Halle lief. Wir gaben (fast) alles, doch es reichte nicht. Die DanceCam wurde beendet ohne dass die Kameras uns gefilmt hatten. Tja.... 😒 Aber nach der DanceCam kam noch die KissCam und die fing uns ein. Ich hab immer ein wenig über Leute geschmunzelt, die bei ihrem Anblick auf der Leinwand erstmal erschrecken und dann auf die Leinwand zeigen. Was soll ich sagen? Genau diese Reaktion zeigte ich auch... 😅 Und da die Kamera dann von uns eine Reihe höher schwenkte und Jule und Jan Erik erwischte, beschlossen wir hinterher, dass 2 x KissCam ja auch einmal DanceCam ist und wir auch diesen Haken auf die ToDoListe setzen konnten.


Nach 60 Minuten setzte sich Deutschland mit 26-22 gegen Tschechien durch und Jogi wurde anschließend wieder zum Man of the Match gekührt. Klar, dass wir da nochmal laut wurden und unsere Choreo erneut aufführten. 
Auch in der Vorhalle machten wir noch einen Fotostop 
ehe wir uns auf den Heimweg machten. Und weil wir ja so jung nie wieder zusammen kommen, legten wir noch einen kurzen Stopp in einem nahegelegenen Pub ein. Dass wir dort die Schwester eines tschechischen Nationalspielers kennenlernten, war eine weitere lustige Anekdote dieses Tages und dieser Reise, in deren Verlauf wir viel gesehen, viel gelacht und viel gelernt haben und auch viel gelaufen sind. Schön war's und der Abend endete mit einem weiteren Lacher, der uns anzeigte, das alles und damit natürlich auch unsere Zeit in Wien ein Ende hat.

Der Wartebon bei Mäcces am Schwedenplatz zeigte uns den Weg und wies dezent darauf hin, dass unsere Reise morgen wieder in die schönste Stadt der Welt führen würde. Aber schaut selbst: