Samstag, 24. Januar 2026

23.01.2026 - Hej Herning! Hej Handball EM 2026 - Tag 3: ellenlange Mängellisten, eisiger Wind am Hafen und ein Fischrestaurant

Da die Siegesfeier nach dem ersten erfolgreichen Spieltag etwas alkoholhaltiger ausgefallen war als geplant, verschob sich das Frühstück an diesem Tag etwas nach hinten und in das Haus im Stauning Vej kehrte erst spät Leben ein. Dieser Sachverhalt änderte jedoch nichts daran, dass die Stimmung weiterhin gut war. 

Während des Frühstücks berichtete Meike dann, dass die Ferienhausvermietung auf ihre Mail mit den deutlichen Reklamationen zum Zustand des Hauses, die sie am vergangenen Tag geschrieben hattereagiert hätte. Diese Mail beinhaltete sage und schreibe 35 Fotos, die den miesen Zustand des Hauses dokumentierten - und das war nur ein "Best of the Worst". Von dicken Staubschichten auf Lampen + Schränken über auseinanderfallende Stühle, nicht-funktionierende Warmwasserversorgungen in Bädern, heizende Heizkörper, die nicht heizen sollten, lose Türklinken, fürchterlich-staubige Abluftschächte in den Bädern, fehlende Basis-Ausstattung in der Küche + bei den Reinigungsmitteln (Besen, Handfeger, Schaufel, Schrubber) und und und ... die Vermietfirma kommunizierte mit ihr, zeigte Bedauern und versprach, zeitnah Abhilfe zu schaffen. 

Gegen Mittag kam dann bereits ein Techniker, der bei seinen Versuchen, die Heizungen und die Warmwasserthematik in den Griff zu bekommen, immerhin erste kleine Teilerfolge erzielen konnte. Am desolaten, abgerockten Zustand des Hauses änderte dies zwar nichts, aber immerhin hatten wir jetzt u.a. schon einmal in allen Bädern warmes Wasser zum Duschen und eine vorübergehend befestigte Türklinke an einer häufig genutzten Durchgangstür. 

Apropos Bäder & Duschen: hier im Haus gibt es insgesamt 4 Bäder - quer durch die Gebäude verteilt. 1 Bad ist im 1. Stock, 2 sind im Erdgeschoss (sehr sinnvoll, da die Schlafzimmer im 1. Stock sind) und das letzte Bad ist im Poolhaus zu finden, für das man das Haupthaus verlassen und über den Hof gehen muss. Das (diplomatisch ausgedrückt) extravaganteste Bad wurde hier bereits spöttisch "grüne Grotte" oder "grüne Hölle" getauft. Wer sich das Bild anschaut, weiß, wie dieser Name entstanden ist. 😱

 In ebendieser grünen Grotte gibt es eine Dusche, bei der der Grat der Wassertemperatur zwischen Gefrierbrand und Verbrennung 2. Grades sehr (sehr!) schmal ist. Es reicht ein mini-winziger Dreh am Wasserhahn um die Temperatur entscheidend zu verändern. 
Augenzeugenberichten zufolge soll die hier Bloggende Mitbewohnern Tipps gegeben haben, wie es möglich ist, die richtige Temperatur einzustellen. Bislang gab es noch keine Verletzten zu beklagen - das spricht deutlich dafür, dass die Duschenden über Fingerspitzengefühl verfügen. 😉
 
Ein Teil der Reisegruppe machte sich am Mittag mit 2 Autos auf den Weg nach Ringköbing. Dort schlenderten wir ein wenig durch die überaschaubare Innenstadt, stellten aber schnell fest, dass auch hier bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ein eisiger Wind herrschte, der die "gefühlte Temperatur" locker auf -10° herunter setzte. Entsprechend froh waren wir, als wir wieder an den Autos ankamen und weiterfahren konnten. 



 


Weiter ging es nach Hvide Sande zu einem Fischrestaurant, in das 89% der vor Ort Anwesenden einkehrten. Da ich ja von klein auf an ein "Antichrist des Fischkonsums" bin, zog ich es vor, mir ein wenig die Beine zu vertreten und machte mich auf den Weg an  Hvide Sande Kanal, der die Nordsee mit dem Ringkögin-Fjord verbindet. Ich war entschlossen, Wind und Wetter zu trotzen, startete den Sportstracker und marschierte los. Der Wind kam (natürlich) von vorne und auf dem Wasser trieben Eisschollen. Für jedes Foto musste ich die Handschuhe ausziehen und fürchtete, dass mir jetzt gleich ein Finger abfrieren würde. Meine Fresse, war das eisig. 🥶 Ich machte einige, wenige Fotos (lieber kein Risiko eingehen!) und brach den Spaziergang dann ab - sage und schreibe 934 Meter standen auf dem Tracker ehe ich mich ins windgeschützte Auto flüchtete, meine Finger sicherheitshalber nachzählte (Glück gehabt!) und wartete, bis die anderen vom Essen kamen. Ja, nee, das hatte ich mir etwas anders vorgestellt. Ich komm dann nochmal wieder, wenn die Temperaturen nicht ganz so niedrig und der Wind nicht ganz so eisig ist. 😂

  

Irgendwann kehrten dann alle zu den Fahrzeugen zurück und wir steuerten den nächstgelegenen Supermarkt an, um die Vorräte aufzustocken und für das Abendessen einzukaufen. Erste Station dort: die Obst und Gemüseabteilung - gut klimatisiert und runtergekühlt. Mit anderen Worten: es war dort nur gefühlt nur "einen Mü" wärmer als draußen, lediglich der Wind fehlte hier.  😅

Weiter ging es ins unsere Unterkunft, wo jeder erstmal seiner Wege ging und ein wenig vor sich hintrödelte. Muss ja auch mal sein. Abends trafen wir uns dann zum Essen und saßen bei einer leckeren "Oldenburger Kartoffelsuppe" zusammen, ehe wir erfreut feststellten, dass Sky auch in Dänemark funktioniert und wir später das Stadtderby ⚽️ gucken konnten. Dann schmetterten wir noch mit viel Enthusiasmus ein Geburtstagsständchen für meine Mama, das wir ihr als Video per WhatApp nach Deutschland schickten. Anschließend widmeten wir uns dem Fußballspiel und tja... was soll ich sagen: Handball ist und bleibt doch geiler. 😎😉😅

Danach trafen wir uns mit einigen Menschen zum Spielen und aus der großen Kollektion der mitgebrachten Spiele fiel die Wahl auf "Stadt, Land, Tod", ein Spiel bei dem angelehnt an "Stadt, Land, Fluß" unter anderen Mordwaffen, Fluchtfahrzeuge und Todesursachen definiert werden müssen. Und ja,: 'Reizwäsche' ist eine Mordwaffe und 'Arm ab' eine Todesursache, ein 'Zeppelin' ein Fluchtfahrzeug und eine 'Olivenölfarm' kann auch durchaus ein Tatort sein - alles eine Frage der Phantasie. 

Danach hieß es für die meisten dann 'ab in die Koje', denn am nächsten Tag wartete in der Jyske Bank Boxen ja wieder ein voller Spieltag mit 3 spannenden Partien auf uns. 

Wie die nächsten Tage laufen? Keine Ahnung, ich bin gespannt und voller Vorfreude. Ich werde berichten. 


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