Nach einem wunderbar entspannten Freitag, wurde es am Samstag wieder ernst, denn der 2. Spieltag in Herning stand auf dem Programm. An diesem Tag hatte Deutschland das dritte Spiel und so mussten wir die Spannung bis zum Spielbeginn um 20.30 hochhalten.
Aber erstmal machten wir uns mit einem kurzen Tankstopp im Nirgendwo auf den Weg zur Halle, diesmal prägten wir uns gaaaaaanz genau ein, wo unser Auto war und bei genauerer Betrachtung hatten wir dann auch ein System erkannt, mit dem die Parkplätze gekennzeichnet sind. Nein, es gibt keine Schilder mit Nummern oder Buchstaben, die zur Orientierung beitragen, das wäre ja viel zu einfach. In Herning sind farbige, moderne Leuchten montiert - mal eine, mal zwei, mal drei - ja nach Parkplatz in orange oder blau. Wenn man es durchschaut hat, ist das logisch... Und auch den Hinweis auf die erlaubte Taschengröße (15x20 cm) entdeckten wir auf dem Weg zur Halle. Auch das war uns am ersten Spieltag gar nicht aufgefallen. 😄
Wir hatten aufgrund des späten deutschen Spielbeginns ja wie erwähnt viel Zeit, um in der Halle und der Fan-Zone herumzubutschern. Heute wollten wir dann uns auch das Dänische Handballmuseum anschauen, das in der an die Fan-Zone angeschlossenen Halle untergebracht ist. Dort angekommen entdeckten wir, dass in dieser Halle nicht nur das Museum war, sondern dass die Fanzone fortgesetzt wurde und dort weitere Stände von Sponsoren mit Aktionen standen und natürlich auch reichlich Food-Trucks und Getränkestände aufgebaut waren. 😮 Die meiner Meinung nach beste Entdeckung dort war der Stand, an dem es Softeis gibt. 😅 Doch zunächst machten wir einen Rundgang durch das Museum. Leider waren alle Exponate nur auf dänisch beschriftet, uns so konnten wir die Bedeutung der meisten Texte nur erraten.
In dieser Halle befand sich aber auch noch eine Nachbildung der dänischen Umkleidekabine - klar, auch das ist ein toller Foto-Spot.
Die beiden Hallen der Fanzone waren durch einen Zelt-Tunnel verbunden, in dem nochmal die Fotos des dänischen Kaders hingen. Natürlich mussten wir noch ein Foto mit unserem Hamburger Dänen Bo machen - wenn wir ihn "in echt" schon nicht treffen können.
Bei der Eisfirma-Frisko gab es neben der uns bereits bestens bekannten Fotobox an diesem Tag ein Glücksrad und auf den ersten Blick konnten wir nicht erkennen, was es zu gewinnen gibt, denn auf dem Rad waren nur Zahlen. Als wir dann an der Reihe waren, wurde uns erklärt, dass man vor dem Drehen die Zahl nennen sollte, die man zu drehen beabsichtigte. Ah, okay. Klar - wir wählten alle die Nummer 21. Dann drehte ich... das Rad rotierte und ratterte und drehte und drehte und sprang dann mit letzter Kraft auf die Nummer 21. *Ups* Als Sofort-Gewinn durfte ich zwischen einer Einkaufstasche, einer Kühltasche oder einem Cap wählen. Hurra, endlich mal wieder eine Einkaufstasche. 😊 Diese sollte sich aber im Laufe des Tages noch als hilfreich herausstellen, denn so konnte wir Hüte, Sonnenbrillen, Merchandising-Produkte etc. gut verstauen.
Dann gingen wir aber erstmal in die Halle, denn dem ersten Spiel des Tages wollten wir dann ja doch ein wenig beiwohnen. Frankreich - Portugal lautete die Paarung und die Franzosen legten los wie die Feuerwehr. Zur Halbzeit führten sie bereits mit 28-15 und in der "guten alten Handballzeit" hätte das durchaus schon mal ein Endergebnis sein können. Am Ende stand es übrigens 46-38
In der zweiten Partie standen sich dann Spanien und Dänemark gegenüber und die Halle war natürlich fest in dänischer Hand.
Ich glaube übrigens, dass man als dänischer Staatsbürger verpflichtend mindestens ein Kleidungsstück mit der dänischen Fahne bzw. im Idealfall sogar ein aktuelles Trikot der dänischen Handball-Nationalmannschaft besitzen muss. Wahnsinn, wie viele Menschen da in Trikots unterwegs waren. Aber auch sonst waren die dänischen Fans hinsichtlich ihrer Garderobenwahl sehr kreativ und open mindet.
So freundlich die Dänen in der Fanzone auch waren, beim Spiel ihrer Mannschaft schienen sie es für "gute Anfeuerung" zu halten, den Gegner nahezu durchgehend lautstark auszupfeifen. Ja, das kann man machen - aber ich persönich finde, das ist scheixxe... Änderte aber nichts dran, dass Dänemark am Ende mit 36-31 gegen Spanien gewann.
Wir wollten vor unserem Spiel noch eine Kleinigkeit essen und machten uns deutlich vor Ende des Spiels auf den Weg in die Fanzone. Natürlich war es dort nahezu menschenleer - immerhin spielte Dänemark gerade parallel. Wir konnten ohne Warteschlange die Fotoboxen nutzen, bei Lidl das (künstliche) Obst durch die Gegend werfen und und und... Auf dem Weg rüber in die zweite Halle wurden wir dann auf englisch von einem Mann angesprochen, der uns sagte, dass er Deutschland heute leider nicht die Daumen drücken könne, aber Hamburg sehr mag weil sein Sohn dort spielt. Wir schauten ihn kurz ratlos an und es dauerte einen Moment, bis wir drauf kamen, dass der Vater unseres HSVH-Torhüters Robin Haug vor uns stand. Es gab noch ein wenig freundlichen Smalltalk, ein Foto und dann gingen wir unserer Wege.
Nach Pizza und Softeis ging es zurück in die Halle, denn in Kürze sollte unser Spiel beginnen. Wir bezogen unsere Plätze, schmetterten voller Inbrust unsere Nationalhymne und warteten dann gespannt auf den Beginn des deutschen Spiels.
Die deutsche Abwehr stand noch nicht besonders gut aber immer wieder stand Andi Wolff dem Ball im Weg. Er lieferte Parade um Parade und hielt die DHB-Mannschaft im Spiel. Ihm war es zu verdanken, dass man zur Halbzeit nur mit 15-17 zurück lag.
In der zweiten Halbzeit machte Wolff genau dort weiter, wo er aufgehört hatte und zum Glück wurde jetzt im Angriff auch mal getroffen. Wir schrien uns weiterhin die Seele aus dem Leib und feuerten mit allen Kräften an, die uns zur Verfügung standen. [DEUTSCHLAND *klatschklatschklatsch* DEUTSCHLAND]. Am Ende behielt Deutschland zum Glück die Oberhand und gewann mit 30-28. Der große, böse Wolff hatte nach 60 Minuten sage und schreibe 22 Paraden auf seinem Konto und wurde letzlich auch Spieler des Spiels - na klar, wer denn sonst??? 😉
Spielbericht Deutschland - Norwegen (Kicker.de)
An der Lidl-Fanbox sammelten wir nochmal Obst-Rationen für einen leckeren Obstsalat ein, holten an der Garderobe unsere Jacken und waren heiser aber voller gute Laune (ja, die hatten wir oben, unten, vorne, hinten, links, rechts - gute Laune einfach überall!) inkl. eines wirklich hartnäckig-fiesen Ohrwurms. Svenson gab den Text im Umlauf der Halle nochmal in einer Art Rammstein-Rap-Intonation zum besten und erntete irririerte Blicke und schallendes Gelächter.
Dann machten wir uns auf den Weg zum Auto - heute tatsächlich sogar direkt und ohne jegliche Umwege. 😊 Den Heimweg absolvierten wir schnell und problemlos (auch wenn mehrfach die Frage "Sag mal, sind wir hier auf dem Hinweg auch lang gefahren?" gestellt wurde). Im Ferienhaus angekommen, freuten wir uns über einen Mitternachs-HotDog und die Wiederholung des Spiels bei Dyn, ehe es gut gelaunt in die Betten ging.
Wie die nächsten Tage laufen? Keine Ahnung, ich bin gespannt und voller Vorfreude. Ich werde berichten.





















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