Donnerstag, 29. Januar 2026

28.01.2026 - Hej Herning! Hej Handball EM 2026 - Ein guter Tag für einen guten Tag!

Tasting und "Werksbesichtigung" in der Destillerie von Stauning Whisky am Dienstag waren Geschichte, wir hingegen waren erholt, ausgeschlafen, putzmunter und sehr heiß auf das Spiel gegen Frankreich. Trotz der Niederlage gegen Dänemark hatte Deutschland nämlich noch immer die Chance, den Einzug ins Halbfinale klar zu machen. Kurz zusammen gefasst: Sieg oder Untentschieden würden schon ausreichen, damit unsere Jungs den Einzug ins Halbfinale schaffen. Bei einer Niederlage würde man am Samstag das Spiel um Platz 5 bestreiten. Eine klar definierte Aufgabenstellung - nur leider keine einfache Aufgabe, denn heute wartete mit Frankreich immerhin der noch amtierende Europameister auf das DHB-Team. Doch: Wenn nicht jetzt? Wann dann? Das Team hatte im letzten Spiel der Vorrunde gegen Spanien schon mit dem Rücken zur Wand gestanden und den Kopf aus der Schlinge gezogen - und jetzt hatte man es in der eigenen Hand und schwebte bestimmt auch schon ein wenig auf einer Welle der Euphorie.

 Wir machten uns einigermaßen zeitig auf den Weg nach Herning, Spielbeginn 18 Uhr - ungewohnte Zeit, aber das könnte ja Glück bringen 

An der Halle steuerten wir automatisch wieder den Parkplatz an, auf dem wir bisher an jedem Spieltag standen. Doch an der Einfahrt stand ein Ordner der uns auf einen anderen Parkplatz umleiten wollte. Wir gucken betroffen und versuchten es mit der kurzen + simplen Erklärung, dass wir "zu blöd für die anderen Parkplätze sind". Wir durften tatsächlich vorbeifahren und wie gewünscht in der Nähe des uns mittlerweile bekannten Fußgängertunnels zur Halle parken. Herrlich - das hatte uns sicher nach dem Spiel eine lange Auto-Suche und viele Kilometer unfreiwilligen Spaziergang über den dunklen Parkplatz im eisigen Wind erspart. 😆 

Das erste Spiel des Tages bestritten ab 15.30 Spanien gegen Portugal, aber wir waren da noch anderweitig beschäftigt. Zum einen, weil es noch ein paar Dinge zu sehen gab, die wir in Ruhe ausprobieren wollten. Zum anderen, weil dieses Rumbutschern half, unsere doch latent vorhanden Nervosität in Grenzen zu halten. In der Halle mussten wir natürlich erstmal ein paar Dinge erledigen, denn so langsam fingen wir doch an, etwas abergläubisch zu werden. Also erstmal ab in die Fotobox, zum Obstwerfen, zum Deutschland-Fahne ins Gesicht schminken lassen.... Wir hielten unsere Abläufe ein und liessen nichts unversucht, um die Vorzeichen für den Halbfinaleinzug in die richtige Richtung zu lenken. Dass wir dabei auch noch Spaß hatten, war der tollste Nebeneffekt. 

In der Fanzone herrschte, wie an den vergangenen Spieltagen auch, eine entspannt-fröhliche Stimmung. Die dänischen Fans, die wir in der Halle trafen, waren übrigens überall sehr kommunikativ und freundlich und zeigten sich mit unserem Vorschlag, dass Dänen und Deutsche doch im Finale bitte wieder gegeneinander spielen sollten, sehr einverstanden. Die vielen unterschiedlichen Aktionen wurden wieder gut angenommen und überall traf man gut gelaunte Menchen. 

Ein dickes Lob übrigens an den Lidl-Stand, an dem man sich kostenlos und ohne die Abgabe irgendwelcher Daten oder die Teilnahme an Spielen mit Äpfeln und Bananen sowie verschiedenen Nussmischungen versorgen konnte. Das hat sicher so manches Hüngerchen gestillt. Bei Ricola gingen die Hustenbonbons in den frei-zugänglichen Kisten weg wie warme Semmeln und halfen, die Stimmbänder für den Support in der Halle geschmeidig zu machen. Ein paar dieser Bonbons hatte irgendwie jeder immer in der Tasche - und ehrlich: Meine Stimmbänder haben sie auch wirklich benötigt.

... wer hat's erfunden?   

In der zweiten Halle waren die rollenden Grundfos-Toiletten gerade frei, mit denen man durch einen Parcours rauschen konnte - klar, dass Meike und ich die testen mussten... Haken an der Sache: Das Ding hatte nur einen Hebel für Gas. Bremse? Fehlanzeige, einfach vom Gas gehen. 3 Runden waren zu absolvieren und irgendwie hatte Meike zwischendrin wohl die Idee, dass es sich um eine Art Autoscooter handeln könnte. Anders kann ich mir den "kleinen Zusammenstoß" kurz hinter der 3. Kurve nicht erklären. Aber es ist ja nix weiter passiert Meike hatte sich damit auf jeden Fall meinen Respekt verdient und kam als erste ins Ziel. Selbstverständlich lauerten auch hier wieder Paparazzi, die für Beweisbilder sorgten. 

        

Zwei, drei Ecken weiter fanden wir dann noch eine weitere Fotowand, die wir bislang noch gar nicht entdeckt hatten. Das beste daran? Vor der dieser Wand lagen diese typischen Fotobox-Untensilien, die man z.B. von Hochzeiten kennt. Und ehrlich, es kann doch nur einen einzigen Nutzungszweck für diese Sachen geben, oder???

  

Haken an der Sache: Bei dieser Fotowand konnte man sich die Bilder leider weder ausdrucken lassen noch gab es einen QR-Code zum Download des Bildes. Es war nur der Versand per SMS möglich und auch der funktionierte nur mit dänischen Nummern. Doch die freundliche Dänin, die den Stand betreute, war findig und unkompliziert. Sie schickte das Foto schnell an sich selbst, lud es herunter und leitete es dann per Mail an mich weiter. Großartig, es kann so einfach sein. Danke! 👌

Doch kommen wir zum Sportlichen, denn wir waren ja nicht (nur) zum Spaß da. Trotz bester Unterhaltung zog es uns dann irgendwann doch in die Halle. Ich holte mir schnell noch einen Kaffee und dann ging es ab auf die Tribüne. 

 

Den Portugiesen merkte man in diesem Spiel an, dass sie immerhin noch eine theoretische Chance hatten, mit einem Sieg wenigstens noch das Spiel um Platz 5 zu erreichen. Bei den Spaniern hingegen war die Luft raus. Entsprechend gab es einen deutlichen 27-35 Sieg für Portugal. 

Für Dirk begann der Tag in der Halle übrigens mit einem großen Erfolgserlebnis, denn er vermisste seit dem vorletzten Spiel seine große (laute) Holzrassel (NEIN, ich hab die auf gar keinen Fall in der Halle vergessen!) und hatte heute an der Information nachgefragt, ob sie vielleicht gefunden und abgegeben worden wäre. In Ermangelung des englischen Wortes für "Holzrassel" hatte er mit dem Arm eine rotierende Bewegung gemacht und dazu "I forgot my instrument" gesagt. Und *zack* hatte er seine Rassel wieder. Ein ehrlicher Mensch hatte das Teil tatsächlich gefunden und abgegeben. Weltklasse! 🥳 

Und dann wurde es ernst, denn die Partie Deutschland - Frankreich rückte näher. Die Vorzeichen waren (wie eingangs bereits geschildert) klar und natürlich wollten wir einen deutschen Sieg sehen. Die Sympathien, die wir "aus hamburg-historischen Gründen" für den französischen Trainer Gino Gille hegen, mussten jetzt aber erstmal für die nächsten 60 Spielminuten ausgeblendet werden. Sorry Gino, das ist echt nur für die 60 Spielminuten. Versprochen! 

Deutschland - Frankeich - wir gehen rein! ✌

In "unserem" Block saßen viele Deutsche, die wir mittlerweile schon an den vorhergehenden Spieltagen gesehen hatten und die Stimmung war gut. Gemeinsam wurde Deutschland angefeuert und so gut es ging nach vorn gepeitscht. Es waren auch einige Franzosen in der Halle, doch die waren nicht so heißblütig wie man es von französischen Fans aus dem Vereinshandball kennt. Das dänische Publikum war entweder noch nicht in der Halle oder verhielt sich einigermaßen neutral. Von denen war kein Support zu erwarten. Also richteten wir es eben doch allein.

Doch zurück zum Spiel, das zunächst noch ausgeglichen war. Doch dann kam Juri Knorr endlich ins Rollen und lieferte bis zur Halbzeit schon mal 6 Treffer (bei 6 Versuchen) ab. Deutschland ging mit einer 19-15-Führung in die Pause. 

Funfact: in der 13. Spielminute fiel das 8-7 für Deutschland und Meike war jubelnderweise groß im TV zu sehen. Die WhatsApp-Gruppen glühten, wir bekamen Foto- und Videomaterial und Meike bekam selbst von ihrem Hausarzt Screenshots dieser Szene. 😂 

 

Bei der Dyn-Übertragung wurden in dem Zusammenhang dann wohl auch noch kurz unsere wunderbaren schwarz-rot-goldenen Kopfbedeckungen thematisiert. Gut, dass man aus der Entfernung nicht sehen konnte, wie heiß und schwitzig es unter diesen Vollplastik-Zylindern ohne jegliche Atmungsaktivität tatsächlich ist. 😰

In der 2. Halbzeit blieb das Spiel dann ausgeglichen, Frankreich kam zwischenzeitlich sogar mehrfach noch auf einen Treffer ran, konnte aber zum Glück den Ausgleich nicht erzielen und das Spiel auch nicht kippen. Unsere Jungs behielten die Nerven und bauten die Führung zum Schluss wieder auf +4 auf- Endstand: ein 38-34-Sieg, der das Erreichen des Halbfinals bedeutete.
Natürlich jubelten wir - auch, wenn wir eigentlich schon gar keine Stimme mehr hatten und eher krächzen mussten. Wohl dem, der vor dem Spiel bei Ricola vorbeigeschaut und die Vorräte aufgefüllt hatte. Mit dem Einzug ins Halbfinale stand auch fest, dass wir unsere Mannschaft noch 2 x sehen würden. Und wir wollten gar keine Ansprüche stellen, würden uns aber über einen Sieg im letzten Spiel des Turniers doch freuen. Apropos letztes Spiel in Turnier: von den umsitzenden Deutschen hörten wir, dass der Großteil jetzt nach Hause fahren würde. Tickets für Halbfinale oder Finale hatten die wenigstens erworben. Oh... 😧 Man war aber dezent neidisch und wünschte uns ganz viel Spaß und noch mehr Erfolg. Klar, dass wir für Freitag den Auftrag bekamen, die DHB-Mannschaft ins Finale zu brüllen.  

 

Und natürlich gab es heute auch wieder reichlich Promis in der Halle. Nebenblock saß während des Spiels z.B. Hans Lindberg, der auch lange Zeit für den "alten" Handball Sportverein Hamburg gespielt hat und mit 2907 Bundesliga-Toren amtierender HBL-Rekordtorschütze ist. Natürlich outeten wir uns als Hamburger und auch die Chance, ein Gruppenfoto mit ihm zu machen, liessen wir uns nicht entgehen. 

 
 Auf dem Weg in die Fanzone trafen wir dann Dominik 'Mini' Klein, mit dem wir ein wenig Small-Talk machten und herzliche Grüße aus Jogi ausrichteten - der widerum in Hamburg fleißig arbeitete. Gut so, einer muss ja, wenn wir uns schon in Herning amüsieren. 😉 Natürlich musste auch hier noch ein schnelles Foto her - ich finde, man kann auf dem Foto gut erkennen, wer schon bereit für das Foto war und wer nicht... 😂
 
Im letzten Spiel des Tages kamen dann auch die dänischen Fans zum Zug, denn Dänemark spielte gegen Norwegen. Wir blieben auf unseren Plätzen und schauten uns das Spektakel an. So richtig konnte sich zunächst keine Mannschaft absetzen, doch Dänemark ging dann doch mit einer 3-Tore-Führung in die Pause. In der 2. Halbzeit machten die Dänen da weiter, wo sie aufgehört hatten und bauten ihre Führung kontinuierlich weiter aus. Wir hatten irgendwann genug gesehen und machten uns auf den Heimweg, denn das Spiel versprach nicht, noch einmal spannend zu werden. Dies entsprach den Tatsachen, denn letztlich gewannen die Dänen mit 14 Toren gegen Norwegen und siegten mit 38-24. 

 Als das Spiel abgepfiffen wurde, waren wir vermutlich schon fast wieder in unserer Unterkunft und guckten uns die Wiederholung des deutschen Spiels noch einmal an, auch so ein nettes Ritual, das sich bei uns eingebürgert hatte. 

 Fest stand auf jeden Fall, dass wir im Halbfinale am Freitag auf Kroatien treffen würden, die in der parallel in Malmö ausgetragenen Hauprunde den 2. Platz hinter Island belegt hatten.  

Wie die nächsten Tage laufen? Keine Ahnung, ich bin gespannt und voller Vorfreude. Ich werde berichten.   

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